DE15556C - Neuerungen an der Schlagbolzenarretirungs- und Abfeuerungsvorrichtung von einläufigen Kartätschgeschützen mit durch Kurbel betriebenem Cylinderverschlufs - Google Patents
Neuerungen an der Schlagbolzenarretirungs- und Abfeuerungsvorrichtung von einläufigen Kartätschgeschützen mit durch Kurbel betriebenem CylinderverschlufsInfo
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-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F41—WEAPONS
- F41A—FUNCTIONAL FEATURES OR DETAILS COMMON TO BOTH SMALLARMS AND ORDNANCE, e.g. CANNONS; MOUNTINGS FOR SMALLARMS OR ORDNANCE
- F41A19/00—Firing or trigger mechanisms; Cocking mechanisms
- F41A19/06—Mechanical firing mechanisms, e.g. counterrecoil firing, recoil actuated firing mechanisms
- F41A19/25—Mechanical firing mechanisms, e.g. counterrecoil firing, recoil actuated firing mechanisms having only slidably-mounted striker elements, i.e. percussion or firing pins
- F41A19/27—Mechanical firing mechanisms, e.g. counterrecoil firing, recoil actuated firing mechanisms having only slidably-mounted striker elements, i.e. percussion or firing pins the percussion or firing pin being movable relative to the breech-block
- F41A19/29—Mechanical firing mechanisms, e.g. counterrecoil firing, recoil actuated firing mechanisms having only slidably-mounted striker elements, i.e. percussion or firing pins the percussion or firing pin being movable relative to the breech-block propelled by a spring under tension
- F41A19/30—Mechanical firing mechanisms, e.g. counterrecoil firing, recoil actuated firing mechanisms having only slidably-mounted striker elements, i.e. percussion or firing pins the percussion or firing pin being movable relative to the breech-block propelled by a spring under tension in bolt-action guns
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 72: Schusswaffen und Geschosse.
JOSEPH PERROUD in BOGHARI (Algier).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. Februar 1881 ab.
Der Gegenstand vorliegender Erfindung betrifft Neuerungen an einläufigen Geschützen für
continuirliches Schiefsen, welche mit Schlagbolzen zum Entzünden des Zündhütchens der
Patrone versehen sind. Das Oeffhen, Schliefsen und Abfeuern des Verschlusses wird mittelst
einer Kurbel m bewirkt, welche auf der Welle a
durch Scharnier befestigt ist.
Die Welle α trägt ein Excenter e, das sich
in einem Rahmen i drehen kann und bestimmt
ist, den letzteren in geradlinige hin- und hergehende Bewegung zu versetzen.
Die Drehungsaxe des Excenters, d. h. die geometrische Axe der Welle a, liegt horizontal,
durchschneidet die Längenaxe des Geschützes und steht zu dieser senkrecht. Im hinteren
Theil des Geschützlaufes sind entsprechende Aussparungen für e und i und ihre freie Bewegung
angebracht; der Rahmen i wird durch vier an ihm befestigte Traversen i an dem
Hintertheil des Laufes der Hülse geführt. Aufserdem führt sich dieser Rahmen noch in der Verlängerung
der Hülse nach hinten durch den an ihm befestigten hinteren Zapfen z, Fig. 6. Auf
der anderen Seite des Rahmens, dem Zapfen 2 gegenüber, ist der Verschlufscylinder mit Schlagbolzen
und Feder angebracht, so dafs der Verschlufscylinder k von dem Excenter e durch
die Vermittelung des Rahmens i bewegt werden kann.
Der Verschlufscylinder k ist mit einer axialen Bohrung versehen, in der sich der Schlagbolzen b
verschieben kann.
Die Schraubenfeder d ist um den an dieser Stelle dünner gehaltenen Schlagbolzen gelegt
und einerseits (hinten) an dem Verschlufscylinder und andererseits (vorn) an dem Schlagbolzen
b befestigt, Fig. 10 und 11 und Schnitt ä1«1.
Die Feder d wirkt sowohl durch ihre axiale Spannkraft als durch ihre Torsion auf den
Schlagbolzen b. Man kann, wie die Fig. 10 und 11 zeigen, die Feder d auch direct wie
beim Infanteriegewehr auf den Schlagbolzen stecken; ihre Wirkungsweise bleibt jedoch genau
dieselbe wie bei der ersten Anordnung.
Der Schlagbolzen b trägt dicht hinter seiner Spitze einen lappenförmigen Ansatz b1, der aus
dem Verschlufscylinder durch den Schlitz s, Fig. 8 und 9, hervorragt und an den sich die
Feder d anschliefst, deren Ende in eine Bohrung des Lappens b1 gesteckt ist; die Hülse
und der Verschlufscylinder enthalten die für die Bewegung dieses Ansatzes nöthigen Nuthen
und Schlitze.
Der um seine Befestigungsschraube χ drehbare kleine Hebel ν dient zum Aufhalten des
Schlagbolzens b bei der Vorwärtsbewegung des Verschlufscylinders, d. h. zum Zusammendrücken
oder Spannen der Feder d; seine Function ist unten näher beschrieben. Das Einlegen der
Patrone in die oben offene Patroneneinlage der Hülse geschieht selbstthätig, und zwar so, dafs
nach jeder vollzogenen Rückwärtsbewegung des Verschlufscylinders immer eine Patrone in die
freigewordene Einlage fällt. Die Patronen werden zu diesem Zweck in einen über dem oben
offenen Theil der Hülse angebrachten Trichter u
gelegt, den man unausgesetzt nachfüllen kann und von wo sie nach dem jedesmaligen Oeffnen
des Verschlusses in die Einlage fallen.
Der lappenförmige Ansatz b1 am Schlagbolzen
wird beim Spannen des Schlosses durch die Torsionskraft der Feder d in eine an dem Verschlufscylinder
k befindliche Rast r, Fig. 9, 10 und 11, gedrückt, und die Abfeuerungs-Operation
besteht daher in einem einfachen Druck, den man durch die Kurbel m und den Dorn η auf
bx ausübt, um die Torsionskraft von d zu überwinden
und den Schlagbolzen b freizulegen, so dafs er durch die axiale Kraft der Feder d
vorgeschnellt wird und gegen das Zündhütchen der Patrone schlägt.
Die Welle α ist an dem der Kurbel ;;/ entgegengesetzten
Ende mit sehr feinem Gewinde (1 mm Steigung) versehen. Dieses Gewinde ist
bestimmt, während des Schiefsens die Mutter h aufzunehmen, welche in Bezug auf eine seitliche
Bewegung des Geschützhintertheils festgelegt ist und auf einer senkrechten Spindel
sitzt, welche in eine Traverse am Hintertheil der Laffete geschraubt ist. Die Mutter h wird
auf α geschraubt, um während des Schiefsens durch einfaches Drehen der Kurbel m eine
horizontale Bewegung des Geschützhintertheils zu erzeugen. Diese horizontale Drehung des
Geschützrohres hat zum Zweck, nach jedem Schufs den Einschlagspunkt des Geschosses in
seitlich horizontaler Richtung zu verlegen.
Fig. 8 und 9 stellen zwei Querschnitte des Verschlufscylinders k dar; Fig. 8 ist der Schnitt
aufserhalb der Rast r, und Fig. 9 Schnitt durch die Rast r; s ist der Längenschlitz.
Das Oeffnen des Verschlusses.
Wir setzen voraus, dafs sich die einzelnen Theile des Geschützes in dem unmittelbar nach
dem Abfeuern eintretenden Zustand befinden. Die Kurbel m liegt alsdann horizontal, und
zwar in dem Einschnitt p zwischen den beiden schiefen Gleitbahnen des Bügels q, sie drückt
auf den Dorn η, welcher seinerseits soeben auf den Ansatz b1 gewirkt hat. Die Feder d ist
entspannt und hat den Schlagbolzen b in die in dem Verschlufscylinder befindliche konische
Ausbohrung für die Spitze des Schlagbolzens getrieben; der Ansatz P an b steht senkrecht
nach unten; der Verschlufscylinder und der Schlagbolzen nehmen die äufserste Stellung ein,
welche nach vorn möglich ist; dementsprechend befinden sich auch der Rahmen i und das Excenter
e in ihrer vorderen Endstellung, Fig. 1 und 2.
Um nunmehr das Geschütz zu öffnen, hat man die Kurbel m nur aus dem Einschnitt p
zu heben und sie im Links- oder Rechtssinne zu drehen; dadurch wird Rahmen i und mit
ihm der Verschlufscylinder k und der Schlagbolzen
rückwärtsbewegt. Der Ansatz b1 des letzteren stöfst bei dieser Rückwärtsbewegung
gegen den ihm den Weg verlegenden kleinen Hebel ν, der letztere jedoch weicht der Bewegung
aus, läfst bx passireh und nimmt dann
wieder vermöge der auf ihn wirkenden Feder ο seine ursprüngliche Stellung ein.
Man setzt die Rückwärtsbewegung bis in die entgegengesetzte Endstellung, Fig. 6, der Kurbel
und des Excenters fort, der Verschlufs ist alsdann vollständig offen und die Patrone aus dem
Trichter in die Patroneneinlage gefallen.
Das Schliefsen des Verschlusses.
Man setzt die Drehung der Kurbel in dem ersten Sinne fort, alsbald beginnt die Rückwärtsbewegung
des Rahmens i und des Verschlufscylinders k; der Verschlufscylinder ist
bestimmt, die Patrone aus ihrer Einlage in das Patronenlager zu schieben; damit aber die aus
ihm um einige Millimeter hervorstehende Spitze des Schlagbolzens nicht vor der Zeit entzündend
auf die Patrone wirke, so befindet sich der für das Spannen der Feder d bestimmte kleine
Hebel υ derart angebracht, dafs er den Ansatz b1 und mit diesem den Schlagbolzen b
festhält, ehe noch die Schlagbolzenspitze das Zündhütchen der Patrone berührt.
Fig. 10 zeigt in Bezug auf den Verschlufscylinder die Stellung des Schlagbolzens, die
dem abgeschossenen Geschütz entspricht, und zwar ist der Verschlufscylinder in der durch
den Pfeil angedeuteten Vorwärtsbewegung begriffen; der Ansatz b1 stöfst soeben gegen die
Gabel des eigenthümlich geformten kleinen Hebels v] letzterer könnte der Bewegung ausweichen,
indem er sich um seine Axe χ dreht, er wird aber an jener Drehung durch den Ansatz
b1 selbst verhindert, denn dieser befindet
sich in dem Schlitz s des Verschlufscylinders, und ist ihm daher jede Drehung oder seitliche
Bewegung unmöglich, welche erforderlich ist, wenn ν sich in Richtung der Bewegung des
Verschlufscylinders drehen soll; es wird infolge' dessen der Schlagbolzen festgehalten, während
der Verschlufscylinder seine Bewegung fortsetzt und der Hebel ν immer noch das Bestreben
hat, den Lappen bl seitlich wegzuschieben.
Sobald nun der Verschlufscylinder k so weit .vorgeschoben ist, dafs die an ihm an der
unteren, Seite angebrachte Schlitzerweiterung, die wir als Rast r bezeichnen, in die Höhe
des Ansatzes b1 gelangt, so wird letzterer durch
die Torsionskraft der Spiralfeder d und die Einwirkung von ν in diese Rast r gedrückt
und verläfst dabei den Hebel v, welcher im Augenblick des Einfallens in die Rast r eine
geringe Drehbewegung gemacht hat und darauf durch die Wirkung der Feder 0 in seine normale
Lage zurückgeht.
Der Verschlufs ist nunmehr gespannt; der Verschlufscylinder k setzt mit dem Schlagbolzen
b seine Bewegung fort und schiebt die Patrone in das Patronenlager, die Kurbel m
nähert sich dabei ihrer vorderen Endstellung, indem sie, sich, je nach dem Drehungssinn·, auf
der oberen oder unteren schiefen "Gleitbahn von q bewegt, bis sie dem Einschnitt p gegenüberliegt;
in diesem Augenblick ist das Geschütz geschlossen und zum Abfeuern bereit.
Das Abfeuern des Geschützes.
Wir haben die Kurbel m genau dem Einschnitt ρ gegenüber gelassen; man drückt nunmehr
in Richtung des Pfeiles, Fig. 2, und 3, auf die Kurbel m, diese stöfst gegen den Dorn η
und überwindet den Widerstand seiner Spiralfeder /; der Dorn η schiebt den schief in seiner
Rast r stehenden Ansatz b1 in die senkrechte
Lage, so dafs dieser wieder frei und der Schlagbolzen b vermöge der Axialspannung der
Schraubenfeder d vorgeschnellt wird und die Entzündung der Patrone bewirkt.
Die einzelnen Theile des Geschützes befinden sich nunmehr in der zu Anfang betrachteten
Stellung, und die Operation kann wieder von neuem beginnen; bei jeder Drehung der Kurbel
wird ein Schufs abgegeben, und diese Drehungen können ohne Unterbrechung fortgesetzt werden,
da die Patronenhülsen aus leicht verbrennbarem Material bestehen und keine Rückstände in dem
Patronenlager zurücklassen.
Claims (2)
1. Die Schlagbolzen-Arretirung, welche sich
auszeichnet durch:
a) den am Schlagbolzen angebrachten und mit Feder d verbundenen Lappen P,
b) den Schlitz ί und die Rast r, beide am Verschlufscylinder,
c) den unterhalb des Verschlufscylinders angebrachten, eigenthümlich geformten
Hebel v.
2. Die Abfeuerungs-Vorrichtung, welche sich auszeichnet durch:
a) die Anwendung der 'Scharnierkurbel m,
b) den eigenthümlich geformten Bügel q mit Einschnitt p,
c) den durch m beweglichen und auf bl
wirkenden Dorn η mit Spiralfeder t.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE15556C true DE15556C (de) |
Family
ID=292587
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT15556D Active DE15556C (de) | Neuerungen an der Schlagbolzenarretirungs- und Abfeuerungsvorrichtung von einläufigen Kartätschgeschützen mit durch Kurbel betriebenem Cylinderverschlufs |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE15556C (de) |
-
0
- DE DENDAT15556D patent/DE15556C/de active Active
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