DE1545346C - Verfahren zum Abtrennen von wachsar tigen Kohlenwasserstoffen aus Ölen - Google Patents
Verfahren zum Abtrennen von wachsar tigen Kohlenwasserstoffen aus ÖlenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf die Abtrennung von wachsartigen Kohlenwasserstoffen von ölen durch
Flotation. .
Es ist bekannt, wachsartige Kohlenwasserstoffe durch Abkühlen in Gegenwart von Lösungsmitteln
und Abfiltrieren des festen Wachses von ölen abzutrennen. Ferner wurde bereits vorgeschlagen, wachsartige
Kohlenwasserstoffe durch Flotation abzutrennen. Bei diesem Verfahren steigen Gasblasen nach oben durch
das gekühlte öl, so daß das Wachs sich als Schaum auf
dem öl abscheidet. Dieses Verfahren hat den Vorteil,
daß keine Filtration oder Zentrifugierung erforderlich
ist und daß es im wesentlichen ein einfaches Verfahren ist. Soweit jedoch bekannt, ist das Verfahren nie in den
großtechnischen Maßstab übergeführt worden. Ein möglicher Grund hierfür liegt darin, daß die Bedingungen,
die zur Erzielung einwandfreier Flotation erforderlich sind, wobei die Wechselwirkung von drei
Phasen, nämlich der flüssigen Ölphase, der festen Wachsphase und der Gasphase, eine Rolle spielt,
äußerst wichtig und entscheidend sind und daß mit verschiedenen Ölen sehr unterschiedliche Ergebnisse
erhalten werden können. Diese Schwierigkeit spiegelt sich in der Tat in früheren Versuchen wieder, das Verfahren
zu verbessern, denn viele dieser Versuche lassen die Notwendigkeit zusätzlicher Komponenten, z. B.
Lösungsmittel oder oberflächenaktiver Mittel, zur Schaffung der für eine gute Flotation erforderlichen
physikalischen Bedingungen erkennen.
Es wurde.nun gefunden, daß das Verfahren ohne die Notwendigkeit zusätzlicher Komponenten durchgeführt
werden kann, wenn das Einsatzmaterial wenigstens einen Anteil an gekracktem Material enthält und
wenn die Viskosität des Einsatzmaterials sorgfältig geregelt wird.
Gegenstand der Erfindung ist demgemäß ein Verfahren zur Abtrennung von wachsartigen Kohlenwasserstoffen
von ölen durch Flotation, wobei ein Gas von unten nach oben durch das auf eine Temperatur unterhalb
seines Trübungspunktes gekühlte Öl geführt wird und das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß
das zu behandelnde Öl wenigstens einen Anteil an gekracktem Material enthält und das öl bei der Trenntemperatur
eine Viskosität von höchstens 20 cSt hat.
Ohne Festlegung auf eine Theorie wird angenommen,
daß das gekrackte Material Verbindungen enthalt, die einen starken Einfluß auf die physikalischen Bedingungen
ausüben und das leichte Ineinanderfließen oder Verschmelzen von Gas^ und Feststoffphase ermöglichen. Ohne Berücksichtigung der Theorie wurde jedoch
festgestellt, daß sehr geringe Mengen an gekracktem Material einen starken Einfluß haben und daß
eine Erhöhung der Menge an gekracktem Material nicht dahin führt, daß der Einfluß in einem zu starken
Maße überwiegt und Komplikationen in einer anderen
Richtung verursacht. Der Anteil an gekracktem Material kann somit im Bereich von 0,5 bis 100 Volumprozent
liegen und beträgt vorzugsweise 2 bis 90%·
Das gekrackte Material kann aus der thermischen oder katalytischen Krackung stammen und einen beliebigen
geeigneten Siedebereich innerhalb der Grenzen des Bereichs der Fraktionen haben, die behandelt werden
können. Bevorzugt werden Materialien, die aus der katalytischen Krackung von Gasölen oder Wachsdestillaten
zu Benzin stammen oder die im Leuchtpetroleumbereich siedenden Fraktionen aus dem gleichen
Prozeß.
Die Bedeutung der Viskosität wurde bereits erwähnt.
Nach einem früheren Vorschlag soll die Viskosität
5OcP bei der Arbeitstemperatur nicht überschreiten und vorzugsweise 25 bis 50 cP betragen.. Es wurde nun gefunden,
daß diese vorgeschlagenen Grenzen nicht genau genug sind und daß die maximale Viskosität
20 cSt bei der Arbeitstemperatur beträgt. Der Anteil an gekracktem Material im Öl hat einen geringen Einfluß
auf die maximal zulässige Viskosität, die mit steigender Menge an gekracktem Material zunimmt. Bei
ο ölen, die zu 100°/o aus gekracktem Material bestehen,
kann beispielsweise die maximale Viskosität 20 cSt betragen,
während sie bei einem geringen Anteil an gekracktem Material auf 15 cSt abnimmt. Falls erforderlich,
kann ein Einsatzmaterial von zu hoher Viskosität mit niedriger siedendem Material, das vorzugsweise im
Leuchtpetroleumbereich siedet, verdünnt werden. Hierzu kann eine Straight-run-Erdölfraktion oder eine gekrackte
Erdölfraktion verwendet werden. Es erwies sich als unnötig, Verdünnungsmittel, wie die frühervorgeschlagenen
üblichen Lösungsmittel, die bei der Entparaffinierung durch Filtration verwendet werden, zu
gebrauchen.
Wachse und Paraffinkohlenwasserstoffe können Probleme
in Ölen verursachen, die im Kerosin-, Gasöl-
und Wachsdestillatbereich (150 bis 65O0C) sieden. Das
Verfahren ist auf alle diese Einsatzmaterialien anwendbar, wobei jedoch bei den schwereren Materialien natürlich
mehr Verdünnungsmittel zur Erniedrigung der Viskosität erforderlich ist. Es wurde ferner gefunden,
daß die Anwesenheit von. Asphalt oder anderen Materialien, die als Stockpunktserniedriger wirksam sind,
auch in sehr kleinen Mengen nachteilig ist, so daß ihre Anwesenheit vermieden werden muß. Die Trübungspunkte der zu behandelnden öle können-über einen
ziemlich weiten Bereich variieren, so daß das gleiche auch für die Flotationstemperatur gilt. Geeignet sind
jedoch Temperaturen im Bereich von —18 bis 27°C, insbesondere von —7 bis 4°C. Bei wirksamem Betrieb
. sind der Trübungspunkt des entwachsten Öls und die angewendete Temperatur im wesentlichen gleich.
Die verwendete Gasmenge ist nicht entscheidend wichtig. Gute Ergebnisse wurden bereits bei einem Volumenverhältnis
von Gas (bei Normaltemperatur und Normaldruck) zum öleinsatz von. 0,2 erzielt, wobei
keine Anzeichen vorlagen, daß dieses Verhältnis ein Grenzwert ist. Höhere Verhältnisse sind nicht nachteilig,
bringen jedoch wenig zusätzlichen Nutzen. Geeignet ist somit ein Bereich von 0,1 bis 10. Beliebige
passende Gase können verwendet werden, z. B. Stickstoff, stickstpffreiche Gase, z.B. Rauchgas, Wasserstoff
oder unter Normalbedingungen gasförmige Kohlenwasserstoffe. Luft ist ebenfalls geeignet, jedoch ist
ihre Verwendung im großtechnischen Maßstab mög-' licherweise durch Sicherheitsbestimmungen im Zusammenhang
mit Brandgefahren begrenzt. '
v; Das Gas muß natürlich in Form von Blasen von unten nach oben durch das öl strömen. Es kann gegebenenfalls am Boden des Flotationsbades durch bekannte Verteilungsvorrichtungen eingeführt werden.
v; Das Gas muß natürlich in Form von Blasen von unten nach oben durch das öl strömen. Es kann gegebenenfalls am Boden des Flotationsbades durch bekannte Verteilungsvorrichtungen eingeführt werden.
Es wurde jedoch festgestellt, daß das Gas sehr einfach und wirksam eingeführt werden kann, indem es in die
Saugseite der Pumpe, die das öl dem Bad zuführt, eingeblasen
wird. In diesem Fall darf jedoch der Austrittsdruck der Pumpe nicht unter einer bestimmten Grenze
liegen, um wenigstens einen Teil des Gases im öl zu lösen. Geeignet sind Drücke im Bereich von 2 bis
10 kg/cm3.
Die in die Flotationszone eingeführte ölmenge und
Die in die Flotationszone eingeführte ölmenge und
die aus der Flotationszone abgezogene Menge an entwachstem
öl müssen so eingestellt werden, daß sich eine geeignete Verweilzeit ergibt. Dies läßt sich leicht
experimentell bestimmen. In der Praxis erwiesen sich Verweilzeiten von bis zu 7 Stunden als1 geeignet.
Die Abkühlung des Öls auf eine Temperatur unterhalb des Trübungspunktes erfolgt vorzugsweise durch
Abkühlung eines Ölstroms, der vom Bad abgezogen, gekühlt und zurückgeführt wird. Diese Art der Kühlung
ist in der Offenlegungsschrift 1 545 347 beschrieben. Ebenso sind hier Einzelheiten einer geeigneten
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung beschrieben.
Aus dem Verfahren gemäß der Erfindung läßt sich ein entwachstes öl von erniedrigtem Trübungs- und
Stockpunkt sowie das Wachs gewinnen. Wenn es in Form von Schaum an der Oberseite der Flotationszone vorliegt, kann das Wachs erhebliche Mengen an
mitgenommenem Öl enthalten. Ein großer Teil dieses Öls scheidet sich jedoch beim Stehenlassen ab, und etwaiges
noch zurückbleibendes Öl läßt sich weiter nach bekannten Verfahren abtrennen, wobei Wachse
erhalten werden, die in der Qualität den Wachsen gleichwertig sind, die beispielsweise durch Filtration
in Gegenwart von Lösungsmitteln abgetrennt werden. Wenn das Wachs nicht für Sonderzwecke gebraucht
wird, kann es beispielsweise als hochwertiges Einsatzmaterial für die katalytische Krackung verwendet
werden.
| Folgende Ergebnisse wurden erhalten: | Viskosität des Öls. 50 20 15 I |
20 80 |
'- ". |
| — i 15 . — ■ I 85 ; |
1,1 -3,9 |
cSt 10 |
|
| 5 Wachsausbeute ... |
25,6 ! 4,4 . 21,1 !. 1,7 ; |
20 80 |
|
| Ausbeute an entwachstem Öl |
j.'- - ' .· '■■ 1.1 -3.9 |
||
| ,„ Kennzahlen des entwach- IO „ sten Ols: Trübungspunkt, 0C Stockpunkt, CC |
|||
Es ist ersichtlich, daß gute Ergebnisse nur bei Viskositäten von 15 und 10 cSt erhalten wurden und daß
die Ergebnisse sich wesentlich ändern, wenn die Viskosität innerhalb des verhältnismäßig kleinen Bereichs
von 20 bis 15 cSt verändert wird.
.
Dieses Beispiel vergleicht den Einfluß verschiedener Mengen an katalytisch gekracktem Material auf die
Leichtigkeit der Wachsentfernung durch Flotation.
Vier Gemische von Gasöl und gekracktem Material wurden so zusammengestellt, daß vier Einsatzmaterialien
mit einer Viskosität unter 15 cSt bei 0° C und einem ASTM-Siedebereich von 140 bis 3703C erhalten wu-rden.
Die Zusammensetzung der Einsatzmaterialien und ihre Kennzahlen sind nachstehend zusammengestellt:
.
Herkunft Kreislauföl der
katalytischen Krackung
Siedebereich 320 bis 370° C
Trübungspunkt 25,6°C
Stockpunkt 21,10C
Viskosität bei 00C . 5OcSt
Versuche wurden mit diesem Öl allein sowie nach Verdünnung dieses Öls mit Straight-run-Kerosin eines
ASTM-Siedebereichs von 170 bis 230°C zu ölen mit Viskositäten von 20, 15 und 10 cSt bei 00C durchgeführt.
Die Flotation wurde unter folgenden Bedingungen durchgeführt:
Temperatur des Öls O0C
Zugeführte ölmenge 5 1/Std.
Zugeführte Gasmenge 50 1/Std.
Menge des Kreislauföls 250 1/Std.
Verweilzeit 10 Stunden
40
45
60
Das folgende Beispiel vergleicht den Einfluß verschiedener
Viskositäten auf die Leichtigkeit der Wachsentfernung durch Flotation.
Das verwendete Einsatzmaterial hatte folgende Kennzahlen:
Straight-run- M aterial,
Volumprozent
Volumprozent
Katalytisch gekracktes Material, Volumprozent ...
Trübungspunkt, 0C
Viskosität bei 0°C, cSt ...
Schwefel, Gewichtsprozent
Gemisch
Ii 2 3
Ii 2 3
100 i 96 : 30
0:4 I 70 :100
12,2 ι 12,2 1 16,7 16,7
14 . j 14 ; 13 ' 12
1,4 j 1,4! 1,6 1,7
Als Gas wurde Luft verwendet, die in die Saugseite der ölzuführungspumpe eingeblasen wurde.
Als katalytisch gekracktes Material wurde ein Kreislauföl aus einer katalytischen Krackanlage verwendet.
Dieses öl hatte einen ASTM-Siedebereich von 320 bis 37O0C, einen Trübungspunkt von 25,6°C, einen Stockpunkt
von 21,10C und eine Viskosität von 50 cSt bei
O0C. Im Falle des Gemisches 3 war das als Verdünnungsmittel
verwendete Leuchtpetroleum ebenfalls eine katalytisch gekrackte Fraktion, die als Bodenprpdukt aus
der Benzinabscheidungskolonne der katalytischen Krackung angefallen warund einen ASTM-Siedebereich
von 140 bis 2200C hatte. Das Gemisch 4 besteht zu
100 Volumprozent aus dem in Gemisch 3 verwendeten katalytisch gekrackten Zusatzmaterial.
Die Straight-run-Materialien waren durch Destillation
von Kuwait-Rohöl erhalten worden. Folgende Bedingungen wurden für die Flotation angewendet:
Temperatur des Öls —1,1°C
Zugeführte ölmenge 10 m3/Std.
Zugeführte Gasmenge 5 Nm3/Std.
Kreislaufölmenge ; 200 m3/Std.
Verweilzeit 40 Stunden
65
Als Gas wurde Rauchgas verwendet, das in die Saugleitung der öleinsatzpumpe eingeblasen wurde.
Folgende Ergebnisse wurden erhalten:
| 1. | Gemisch • 2.· ': 3 |
20 | 4 | |
| Wachsausbeute | 15 | 20 ι | 80 | 20 |
| Ausbeute an 'entwachstem Öl |
85 | 80 \ | +1,1 -1,1 |
80 |
| Kennzahlen des entwach sten Öls: Trübungspunkt, 0C Stockpunkt, 0C |
6,7 |
-Uj
-3,9 j |
-1,1 -6,7 |
»5
Es ist ersichtlich, daß wesentlich bessere Ergebnisse mit den Gemischen 2, 3 und 4 erhalten werden, die gekracktes
Material in einer Menge von 4% oder mehr enthalten, wobei der Trübungspunkt des Öls von 100C
oder mehr auf —1,10C d." K. praktisch die Temperatur,
auf die das Öl gekühlt wurde, erniedrigt wird. Beim Gemisch 1 wurde der Trübungspunkt nur auf 6,7 0C erniedrigt.
Der Versuch zeigt ferner, daß alle behandelten Gemische erhebliche Schwefelmengen enthielten und daß
dies keinen wahrnehmbaren Einfluß auf die Ergebnisse hatte.
Claims (8)
1. Verfahren zur Abtrennung von wachsartigen Kohlenwasserstoffen aus ölen durch Flotation, wobei
ein Gas aufwärts durch das auf eine Temperatu unterhalb seines Trübungspunktes gekühlte öl ge
führt wird, dadurch gekennzeichnet daß das zu behandelnde öl wenigstens einen Ante:
an gekracktem Material enthält und daß das öl be der Trenntemperatur eine Viskosität von höchsten.
2OcSt hat. - ■
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, daß der Anteil des gekrackten Material
0,5 bis 100 Volumprozent, vorzugsweise 2 bi: 90 Volumprozent, ausmacht.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurcl gekennzeichnet, daß das gekrackte Material da^
Produkt eines katalytischen Krackverfahrens ist
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch • gekennzeichnet, daß die maximale Viskosität in
dem folgenden Bereich liegt: 2OcSt bei 100% gekracktem
Material und 15 cSt bei 2°/o gekracktem Material.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein im Bereich von 150 bis
65O0C siedendes Ausgangsmaterial eingesetzt wird.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Temperaturen von —18
bis 27 0C gearbeitet wird.
7. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Gas zu
Ausgangsmaterial 0,1:10 beträgt.
8. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas an der Ansaugseite
der Pumpe für das Ausgangsmaterial eingespeist wird, während ein Pumpenauspreßdruck von 2 bis
10 kg/cmä aufrechterhalten wird.
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