DE1446232C - Verfahren zum Aufdampfen einer dünnen Halbleiterschicht - Google Patents
Verfahren zum Aufdampfen einer dünnen HalbleiterschichtInfo
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Description
60
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Aufdampfen einer dünnen Halbleiterschicht auf einen
Träger, wobei der Halbleiter aus einer chemischen Verbindung von mindestens zwei chemischen Elementen
unterschiedlichen Dampfdrucks als Komponenten besteht, und zwar vorzugsweise aus einem Element
der Gruppe III a und einem Element der Gruppe V a des periodischen Systems, insbesondere für
Hallspannungsgeneratoren.
Die Hallspannung, die an einem solchen Halbleiter' gewonnen werden kann, ist umgekehrt proportional
der Schichtdicke des Halbleiterkörpers. Zur Erzielung einer möglichst großen Hallspannung ist es daher erwünscht,
daß die Halbleiterschicht oder -schichten eine möglichst geringe Dicke haben. Wird ein solcher
Halbleiterkörper durch Abschneiden von einem größeren Körper hergestellt, so ist es nicht möglich, dem
Halbleiter mit sehr geringer Schichtdicke von z.B. kleiner als 0,3 mm zu fertigen, weil die genannten
Halbleiterstoffe sehr spröde sind und daher leicht zerbrechen.
Es ist bereits bekannt, Indiumantimonidschichten durch Aufdampfen von Indium und Antimon in dünnen
Schichten abzulagern, wobei sich bei Zimmertemperatur Indiumantimonidschichten von nichtstöchiometrischer
Zusammensetzung bilden. Die unstöchiometrische Zusammensetzung der niedergeschlagenen
Indiumantimonidschichten hat ihren Grund in den unterschiedlichen Dampfdrucken der einzelnen Verbindungskomponenten.
Weiterhin ist bekannt, fotoelektrisch wirksame Kristalle aus halbleitenden, chemischen Verbindungen
durch Glühen einer Mischung der Komponenten herzustellen und einen dabei verbleibenden stöchiometrischen
Überschuß der einen Komponente durch eine nachträgliche Temperung des Halbleiterkörpers
in einer Atmosphäre der anderen Komponente ebenfalls in die Verbindung.zu überführen. Zur Herstellung
dünner Halbleiterschichten ist dieses Verfahren nicht geeignet.
Es ist auch bekannt, dünne Schichten halbleitender Verbindungen auf einen Träger aufzudampfen. Wendet
man dieses Verfahren bei Verbindungen an, deren Komponenten unterschiedliche Dampfdrucke haben,
so zeigt sich, daß sich die Komponenten beim Verdampfen trennen. Es ist daher nicht möglich, durch
Verdampfen einer stöehiometrischen Verbindung unmittelbar eine stöchiometrisch zusammengesetzte
Aufdampfschicht niederzuschlagen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, trotz dieser Schwierigkeiten ein Aufdampfverfahren zu entwickeln,
mit dem es möglich ist, auch stöchiometrische halbleitende Verbindungen herzustellen, deren
Komponenten einen unterschiedlichen Dampfdruck aufweisen.
Diese gleiche Aufgabe wird erfindungsgemäß auf verschiedenen Wegen gelöst:
1. Als Ausgangsmaterial der Verdampfung dient die stöchiometrische Halbleiterverbindung; die
auf den Träger aufgedampfte Schicht unstöchiometrischer Zusammensetzung wird getempert,
wobei die überschüssige Komponente ausgeschieden und eine stöchiometrische Zusammensetzung
der Schicht herbeigeführt wird.
2. Die beiden Komponenten der Verbindung werde.n als Ausgangsmaterialien für die Verdampfung
aus getrennten Verdampfern auf einen gemeinsamen Träger so aufgedampft, daß sich
ein etwa stöchiometrisches Mengenverhältnis der beiden Stoffe in der Schicht ergibt; die so
entstandene Schicht wird getempert und dadurch die chemische Verbindung erzeugt.
3. Als Ausgangsmaterial für die Verdampfung dient die schwerer flüchtige Komponente der chemischen
Verbindung; der mit dieser Komponente bedampfte Träger wird in einer Atmosphäre der leichter flüchtigen Komponente getempert
und dadurch die Schicht in die erwünschte chemische Verbindung übergeführt wird.
Geeignete Halbleiter für die Zwecke der Erfindung mit einer Komponente der Gruppe III a und einer sol- ίο
chen der Gruppe Va des Periodischen Systems sind z. B. Indium-Antimonid und Indium-Arsenid. Die
Temperaturbehandlung kann in an sich bekannter Weise in einem Schutzgas durchgeführt werden.
Nach dem Verfahren 1 wird z. B. Indiumantimonid in einem Verdampfer im Vakuum erhitzt und auf
einem Träger niedergeschlagen. Die aufgedampfte Schicht hat zunächst die Form einer Mischung von Indiumantimonid,
Indium und Antimon in sehr feiner Verteilung; sie hat in diesem Zustand einen metallisehen
Temperaturkoeffizienten des Widerstanddes. Der beschichtete Träger wird dann bei einer Temperatur
von etwa 500 bis 700° C nahe dem Schmelzpunkt der chemischen Verbindung Indiumantimonid, gegebenenfalls
auch oberhalb desselben, getempert. Dabei reagieren die nach dem Aufdampfen noch vorhandenen
freien Komponenten miteinander im Sinne der Bildung einer stöchiometrischen Verbindung so lange,
bis eine der beiden Komponenten verbraucht ist. Die dann noch im Überschuß vorhandene Komponente
ist, wie bereits erwähnt, in der Verbindung sehr schwer löslich; sie tritt daher an die Oberfläche der
Schicht, so daß unter Umständen an der Oberfläche der Schicht metallische Tropfen auftreten. Dieser ausgeschiedene
Anteil kann dann entweder an der Oberfläche der Halbleiterschicht verbleiben, falls er nicht
stört, oder durch eine geeignete mechanische oder chemische Behandlung entfernt werden.
Nach der Lösung 2 werden z. B. Indium und Antimon aus je einem Verdampfer im Vakuum verdampft
und auf einem gemeinsamen Träger in einer gemeinsamen Schicht niedergeschlagen bei einer solchen
Lenkung des Aufdampfvorganges der beiden Komponenten hinsichtlich der Beheizung der Verdampfer
oder/und der Zuführung des Dampfstromes zum späteren Träger, daß beide Stoffe etwa in dem Verhältnis
entsprechend der späteren stöchiometrischen Verbindung Indiumantimonid in der Schicht auf dem Träger
niedergeschlagen werden. Nach dem Niederschlagen wird diese Schicht mit den verteilten Komponenten
einer Temperungsbehandlung bei einer Temperatur von etwa 500 bis 700° C unterworfen, so daß sich die
chemische Verbindung, also das Indiumantimonid, bildet. Von der eventuell im Überschuß vorhandenen
Komponente wird dabei selbsttätig der Überschuß ausgeschieden auf Grund der begrenzten Löslichkeiten
der beiden Stoffe.
Nach der Lösung 3 wird für die Benutzung von Indiumantimonid als Halbleiter zunächst als die schwerer
flüchtige Komponente das Indium allein aus einem Verdampfer im Vakuum auf den Träger aufgedampft.
Der mit Indium beschichtete Träger wird nunmehr in einer Atmosphäre von Antimondampf als der leichter
flüchtigen Komponente der chemischen Verbindung bei einer Temperatur von etwa 500 bis 700° C getempert,
bis sich eine vollkommene stöchiometrische Indiumantimonidschicht an dem Träger gebildet hat.
Hierbei befinden sich der mit Indium beschichtete Träger sowie eine ausreichende Antimonmenge getrennt
in einem gemeinsamen evakuierten und abgeschlossenen Quarzrohr. Das Antimon wird durch eine
besondere Wärmequelle auf eine Temperatur für die Einstellung eines ausreichenden Dampfdruckes gebracht,
der so groß bemessen wird, daß die Reaktion mit der durch eine weitere Wärmequelle auf die Reaktionstemperatur
der Verbindung von 500 bis 700° C erhitzten Indiumschicht stattfindet unter Bildung des
stöchiometrisch zusammengesetzten Indiumantimonid.
Die Temperung der Schichten kann gegebenenfalls in einer Schutzgasatmosphäre, wie z. B. aus Stickstoff
oder einem Edelgas solchen Druckes durchgeführt werden, daß keine merkliche Verdampfung der
Schicht oder einer ihrer Komponenten bei der Tempertemperatur stattfindet.
Claims (4)
1. Verfahren zum Aufdampfen einer dünnen Halbleiterschicht auf einen Träger, wobei der
Halbleiter aus einer chemischen Verbindung von mindestens zwei chemischen Elementen unterschiedlichen
Dampfdruckes als Komponenten besteht, und zwar vorzugsweise aus einem Element der Gruppe III a und einem Element der Gruppe
Va des periodischen Systems, insbesondere für Hallspannungsgeneratoren, dadurch gekennzeichnet,
daß als Ausgangsmaterial für die Verdampfung die stöchiometrische Halbleiterverbindung
dient und die auf den Träger aufgedampfte Schicht unstöchiometrischer Zusammensetzung
getempert wird, wobei die überschüssige .Komponente ausgeschieden und eine stöchiometrische
Zusammensetzung der Schicht herbeigeführt wird. 1
2. Verfahren zum Aufdampfen einer dünnen
Halbleiterschicht auf einen Träger, wobei der Halbleiter aus einer chemischen Verbindung aus
mindestens zwei chemischen Elementen unterschiedlichen Dampfdruckes als Komponenten besteht,
und zwar vorzugsweise aus einem Element der Gruppe III a und einem Element der Gruppe
V a des periodischen Systems, insbesondere für Hallspannungsgeneratoren, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Komponenten als Ausgangsmaterialien für die Verdampfung aus getrennten
Verdampfern auf einen gemeinsamen Träger so aufgedampft werden, daß sich ein etwa stöchiometrisches
Mengenverhältnis der beiden Stoffe in der Schicht ergibt, und daß die so entstandene Schicht
getempert und dadurch die chemische Verbindung erzeugt wird.
3. Verfahren zum Aufdampfen einer dünnen Halbleiterschicht auf einen Träger, wobei der
. Halbleiter aus einer chemischen Verbindung aus mindestens zwei chemischen Elementen unterschiedlichen
Dampfdrucks als Komponenten besteht, und zwar vorzugsweise aus einem Element der Gruppe III a und einem Element der Gruppe
V a des periodischen Systems, insbesondere für Hallspannungsgeneratoren, dadurch gekennzeichnet,
daß als Ausgangsmaterial für die Verdampfung die schwerflüchtige Komponente der chemischen
Verbindung dient und daß der mit dieser Komponente bedampfte Träger in einer Atmo-Sphäre
der leichter flüchtigen Komponente getempert und dadurch die Schicht in die erwünschte
chemische Verbindung übergeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperungsbehandlung in an sich bekannter Weise in einem
Schutzgas durchgeführt wird.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES0040063 | 1954-07-17 | ||
| DES0040063 | 1954-07-17 |
Publications (3)
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| DE1446232B2 DE1446232B2 (de) | 1972-10-26 |
| DE1446232C true DE1446232C (de) | 1973-05-24 |
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