DE135C - Gasmotor - Google Patents
GasmotorInfo
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- Reciprocating Pumps (AREA)
Description
1877.
Klasse 46.
RUDOLPH SCHÄFFER in LOSCHWITZ (Sachsen). Gasmotor.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. August 1877 ab.
Der durch beiliegende Zeichnung dargestellte, durch Leuchtgas oder durch explodirbare OeI-dämpfe
betriebene Motor unterscheidet sich in zwei Hauptpunkten von den bisher mehr oder
weniger weit verbreiteten Gasmotoren:
1. Durch die Wirkungsweise der motorischen Substanz in der Maschine, indem bei
ihr die durch periodisch veranlafste Explosion ■ einer gewissen Quantität vorgenannter, ihr
passend zugeführter Gase erzeugte Expansivkraft direct und allein zur Ueberwindung des Widerstandes
benutzt wird, während es bei den schon seit längerer Zeit in Betrieb befindlichen Gasmaschinen,
die infolge der Explosion auf die bekannte Weise hergestellte Luftleere, ist, welche
durch Nutzbarmachung des atmosphärischen Druckes die eigentlich arbeitsverrichtende Kraft
abgiebt.
2. Durch die Construction, bezw. Combination der wirksamen Bestandtheile der Maschine.
Pendelartig aufgehängte, an und für sich expansibel ausgeführte, kolbenartige Theile
nehmen den nützlichen Druck auf und übertragen . denselben" mit Hülfe eines Kurbelmechanismus
direct auf eine Schwungrad welle.
Die beiden mit O1 a2 benannten, verhältnifsmäfsig
kurzen, durch Rippen hinreicheed verstärkten Cylinder gröfseren Durchmessers sind
fest mit einem starken cylinderischen Mittelstück b, dessen Seitenflächen einen spitzen
Winkel mit einander einschliefsen, verbunden und finden an ihm ihre eigentliche Lagerung.
Genannter Mittelkörper b mufs fest mit dem .Hauptgestell c in Zusammenhang gebracht werden.
Die Cylinder Ci1 und «2 sind unter einem solchen
Winkel an b angeschraubt, dafs sich die an einem dreieckförmigen Doppelrahmen (Gerüst) d, welcher
in der Welle e seine Drehaxe hat, befestigten Kolben /, und /t bei ihrer schwingenden
Bewegung um vorerwähnte Axe frei in dieselben (die Cylinder) hinein- und herausbewegen
können; sie schliefsen sich hierbei möglichst eng, doch ohne sie zu berühren, an
die Cylinderwandungen an. Die innere Einrichtung eines der Kolben wird aus Fig. 4 ersichtlich.
Ein solcher besteht in der Hauptsache aus einer starken Blechtrommel, deren
hintere Wand g, welche mit der vorderen durch eine Art Stehbolzen h in Verbindung gesetzt
ist, mit Oefmungen gt, g2 durchbrochen ist,
Fig. 4; während sich im Innern des Kolbens eine volle Wand i, deren Ränder einen sehr
geringen Abstand von der Trommel besitzen, befindet, die sich gegen vier flache Kegelfedern k
stützt und beim Zurückweichen an den Stehbolzen h fuhrt. Mit Hülfe der Stehbolzen
ist aufserdem ein den Kreuzkopf des Kurbelmechanismus darstellendes Lagerstück / an den
Kolben angeschraubt; dieses überträgt in Verbindung mit der Pleuelstange m (Fig. 1 u. 2) die
auf den Kolben ausgeübte Kraft auf die gekröpfte Schwungradwelle n. Die Theile, nebst
dem Schwungrad 0, sind der Wirkung der Kräfte gemäfs,. stark zu dimensioniren. ί ist
ein einen entsprechend gestellten Hubdaumen, welcher auf dem schwächeren Theile η der
Welle sitzt, umschliefsender Rahmen; derselbe verläuft in einen im Querschnitt Schwalbenschwanzform
zeigenden Hebel S1, dessen Drehpunkt t vermittelst Handrad t± und Schraubenspindel
t2 in einer Gleisführung fs nach Bedarf
verstellt werden kann. Andererseits ist an ^1
die Kolbenstange q einer Pumpe ^1 angeschlossen
, deren Zweck darin besteht, durch das Rohr V1 das der Maschine zuzuführende
Gasgemisch anzusaugen und durch das Ventilgehäuse ν und einem mit einem Sicherheitsventil
χ versehenen Sammelbehälter w, sowie die Rohrleitung W1 hindurch direct nach
dem vorerwähnten Mittelstück b und durch an dasselbe angegossene rohrartigeKanäle W3 (Fig. 3)
bei entsprechenden Kolbenstellungen in die Cylinderräume stofsweise hineinzupressen. Das
Zurücktreten der explodirteii Gase in die oben genannten Kanäle wird durch am Boden angebrachte
, den Kanal n>3 für solche Fälle verschliefsende
starke Ventile verhindert.
Die Hubscheibe im Rahmen s ist so gestaltet," bezw. aufgekeilt, dafs die Pumpe ql
unmittelbar nach erfolgter Umkehr des Pendels (d. h. nachdem der Kurbelzapfen eben einen
Todtpunkt verlassen hat) das bestimmte Quantum Gas in den von Cylinderboden und Kolben
gebildeten Explosionsraum durch Ausübung eines plötzlichen Druckes (Stofses) hineinprefst,
während andererseits die Stellung eines doppelten Daumens j>
(Fig. 1 u. 2) so vorgenommen ist, dafs, sobald der Krummzapfen der Kurbel einen
Winkel α (siehe Fig. 1) zurückgelegt hat. Die
Entzündung des in dem vorerwähnten Explosions-
raum eingeschlossenen Gasgemisches, d. h. die Explosion erfolgt, und damit die Erzeugung der
den Kolben aus dem Cylinder hinaustreibenden Kraft. Die Entzündung kann auf verschiedene
Weise besorgt werden, beispielsweise so, wie die Zeichnung andeutend angiebt. Hier bedeutet
β (Fig. 3) eine ins Innere des Mittelkörpers b hineinführende Gasrohrleitung, daselbst
2 Flämmchen /S1 /S2 unterhaltend, welche in geringer
Entfernung von je einer schmalen Oeffnung der Explosionsräume U1 und a2 brennen. Im
Moment, wo die Entzündung des Gasgemisches im Cylinder erfolgen soll, d. h. nachdem die
Kurbel den Winkel α durchlaufen hat, veranlafst
die vom Daumen / aus periodisch bewegte Luftpumpe Z die Einwirkung eines heftigen
(scharfen, nach Art des durch ein Löthrohr erzeugten) Luftstromes auf die Flammen (S1 und ß-2
und damit das Eintreten einer Spitzfiamme in die Cylinder, d. h. die Entzündung des in dem
einen derselben befindlichen Gasgemenges. Eine andere Möglichkeit, die Entzündung zu bewerkstelligen
liegt in der Verwendimg von electrischen Funken. Die Explosionsgase dringen durch die
Oeffnungen gt g->
(Fig. 4) des Kolbens hindurch und äufsern einen intensiven Stofs gegen die infolge
der hinter ihr liegenden Kegelfedern k um einen gewissen Betrag zurückweichenden
Wand i, so die den Maschinenteilen schädliche Wirkung des Stofses in der Hauptsache aufhebend,
jenen gleichsam in eine, den Maschinentheilen mehr zuträgliche Form bringend.
Sobald der Kolben den Cylinder verlassen hat, strömen selbstverständlich die Explosionsgase
ins Freie, die in ihm, sowie in der massigen Pleuelstange und dem Schwungrad während der
ersten Periode aufgespeicherte lebendige Kraft ist die Ursache der weiteren Bewegung bis zum
Ende des Hubes. Nachdem dieses erreicht ist, beginnt der andere Kolben genau auf die eben
geschilderte Weise seine Vorwärtsbewegung aus dem zweiten Cylinder heraus, der erste, durch
das Pendelgerüst d mit jenem im Zusammenhang stehend, seine Rückwärtsbewegung. Die
Maschine ist demzufolge als eine doppelwirkende zu bezeichnen.
Die von ihr auszuübende Kraft ist von der Menge des explodirenden Gasgemisches abhängig,
kann also durch Verringerung oder Vergröfse-, rung des Hubes der Pumpe reguljrt werden.
Zu dem Ende bedarf es nur einer links, bezw. rechtsseitigen Umdrehung des Handrades
ή (Fig. 2), was wie erwähnt, eine entsprechende Veränderung der Drehungsaxe t des
Hebels S1 zur Folge hat.
Es ist selbstredend, dafs man die fragliche Verstellung auch durch einen Regulator bewirken
lassen kann.
Als Vortheil des neuen Gasmotors wird erwähnt, dafs die Explosionsräume at a2 sowohl,
als die Kolben /, /2 keinerlei Abkühlung bedürfen, d.h., dafs die erfolgende Erwärmung dieser
Theile den Gang der Maschine nicht ungünstig . zu beeinflussen vermag.
Kolben und Stopfbüchsenreibung sind vermieden, an ihre Stelle tritt die in vorliegendem
Falle wesentlich geringere Zapfenreibung der Welle. e.
Claims (1)
- Patent- Anspruh :Die Art und Weise der Zusammenstellung (Combination) der Cylinder α, α.λ , der in gewissem Sinne (vergl. Fig. 4) elastischen Kolben /1 /2, des in einem Kreisbogen um die Drehaxe e schwingenden Doppelrahmens (Gerüst) d, des Kurbelmechanismus m, η und der beschriebenen Steuerungstheile (s,q,v,w einerseits, ß,q,y,z andererseits) zu einem neuen Gasmotor.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE135T | 1877-08-02 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE135C true DE135C (de) |
Family
ID=70917880
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE000000000135DA Expired - Lifetime DE135C (de) | 1877-08-02 | 1877-08-02 | Gasmotor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE135C (de) |
-
1877
- 1877-08-02 DE DE000000000135DA patent/DE135C/de not_active Expired - Lifetime
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