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Bei Ganzwirbelsäulen-Röntgenaufnahmen werden die verschiedenen Teile
der Aufnahme, wie Halswirbelsäulen-, Brustwirbelsäulen- oder Lendenwirbelsäulen-Partie,
unterschiedlich geschwärzt, weil die entsprechenden Körperpartien des Patienten
unterschiedliche Dicke und Strahlenabsorption aufweisen. Um eine gleichmäßigere
Schwärzung der gesamten Aufnahme zu erzielen, ist es neben der Verwendung von Filtern
auch schon bekannt, Teile des Strahlengangs während der Aufnahme zeitweise durch
strahlenundurchlässige Flächen abzudecken und so die Schwärzungsunterschiede zumindest
teilweise auszugleichen. Die bekannten Einrichtungen verwenden dabei z. B. eine
im Strahlengang rotierende Sektorenblende, die jedoch den Nachteil aufweist, daß
sie in ihren radialen Abmessungen auf die Größe des Patienten (Kind, Halbwüchsiger,
Erwachsener) abgestimmt sein muß, so daß schon aus diesem Grunde ein großer Blendenvorrat
erforderlich ist. Ferner macht die Unterschiedlichkeit der Dickenverteilung verschiedener
Patienten auch eine Abstimmung der Winkelausdehnungen der verschiedenen Blendensektoren
aufeinander notwendig, so daß für jede Patientengröße eine für die verschiedenen
Patientendicken benötigte Blendengarnitur notwendig wäre. Es ist kostspielig, einen
derartigen Blendenvorrat zu halten und umständlich, ihn einzusetzen. Bei einer anderen
bekannten Einrichtung wird die Grenzwirbelsäulen-Aufnahme durch drei aufeinanderfolgende
Einzelaufnahmen hergestellt. Dabei wird durch die entsprechende Ausblendung beispielsweise
zuerst die Lendenwirbelsäule, dann die Brustwirbelsäule und dann noch die Halswirbelsäule
mit verschiedenen Belichtungszeiten auf demselben Film aufgenommen.
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Es ist auch bereits ein Aufnahmehilfsgerät vorgeschlagen worden zur
abschnittsweisen Anfertigung von Röntgenaufnahmen eines Objekts, insbesondere der
Wirbelsäule, auf einem einzigen großen Film unter Verwendung einer Blende mit Blendenschiebern,
welche das Objekt in mehreren Teilabschnitten nacheinander zur Belichtung freigibt,
bei dem vor der aus den Teilaufnahmen bestehenden Gesamtaufnahme durch einander
zweiteilige Blendenschieber mehrere nach Maßgabe des aufzunehmenden Objekts angeordnete
Blendenöffnungen einstellbar sind. Durch die Blendenöffnungen werden im Verlaufe
des Aufnahmevorgangs die betreffenden Teile des Objekts nacheinander in den Strahlengang
gebracht, wobei den Einzel aufnahmen angepaßte Geräteeinstellbedingungen hergestellt
sind.
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Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, daß die einzelnen Aufnahmepartien
getrennt nacheinander belichtet werden müssen. Dadurch wird die zur Aufnahme der
gesamten Wirbelsäule benötigte Zeit stark verlängert, so daß die Gefahr des Entstehens
von Bewegungsunschärfen und der Veränderung der Lage der verschiedenen Körperteile
zueinander besteht.
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Außerdem wird die Röntgenröhre stark belastet, da die Teilaufnahmen
unmittelbar nacheinander geschossen werden.
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Diese Nachteile, die bei den bisher bekannten Emrichtungen zur Abbildung
der ganzen Wirbelsäule mit Röntgenstrahlen, bei welchen die Unterschiedlichkeit
der Strahlenabsorption verschiedener Körperpartien des Patienten durch zeitweise
im Strahlengang befindliche, einen Teil des Bildformats abdeckende, strahlenstrahlenundurchlässige
Flächen zumindest teilweise ausgeglichen wird, vorhanden sind, werden erfin-
dungsgemäß
dadurch vermieden, daß die strahlenundurchlässigen Flächen (5, 6) während der Belichtung
der Lendenwirbelpartie so in den Aufnahmestrahlengang hineinbewegbar oder aus diesem
herausbewegbar sind, daß die der Brustwirbelpartie und der Halswirbelpartie zugeordneten
Teile des Bildformats nur während eines Bruchteils der für die Lendenwirbelpartie
erforderlichen Aufnahmezeit den Röntgenstrahlen ausgesetzt sind und daß die bei
Auslösung der Aufnahme im Strahlengang befindlichen bzw. in diesen hineinzubewegenden
strahlenundurchlässigen Flächen als zwei einzeln verschiebbare Schieber ausgebildet
sind, von denen der eine mindestens eine Länge aufweist, welche der größtmöglichen
Länge der Brustwirbelsäulen-Partie eines Patienten entspricht, der andere mindestens
eine der größtmöglichen Länge der Halswirbelsäulen-Partie entsprechende Länge aufweist.
So ist es möglich, allein durch Wahl des zeitlichen Programms, nach welchem die
strahlendurchlässigen Flächen im Strahlengang parallel zur Wirbelsäule bewegt werden,
die Größen- und Dickenverhältaisse des Patienten zu berücksichtigen, so daß eine
einzige Einrichtung für sämtliche Patienten brauchbar ist.
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Der Erfindungsgegenstand wird zweckmäßigerweise so eingesetzt, daß
die unteren Kanten der Schieber mit Hilfe eines Lichtvisiers oder mit sonstigen
Einstellvorrichtungen vor der Aufnahme auf die Übergangsstellen Lendenwirbelsäule
- Brustwirbelsäule und Brustwirbelsäule - Halswirbelsäule des Patienten einstellbar
sind, und daß ferner bei der Aufnahme die Schieber nach Ablauf je eines jedem Schieber
zugeordneten Zeitglieds, welches entsprechend den Dickenverhältnissen des Patienten
vor der Aufnahme eingestellt wird, nacheinander nach oben aus dem Strahlengang,
beispielsweise durch Federkraft oder sonstige Antriebsmittel, entfernt werden, wobei
das zweite Zeitglied vorzugsweise erst bei Ablauf des ersten Zeitglieds in Gang
gesetzt wird.
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Es ist jedoch auch möglich, bei ähnlicher Ausbildung der Schieber
die Aufnahme mit der Vollbelichtung des Patienten zu beginnen, so daß sich die Schieber
bei Auslösung der Aufnahme oberhalb des Strahlenkegels befinden. Dann müssen Anschlagrasten
vorgesehen sein, die mit Hilfe eines Lichtvisiers oder mit sonstigen Einstellvorrichtungen
vor der Aufnahme auf die Übergangsstellen Lendenwirbelsäule - Brustwirbelsäule und
Brustwirbelsäule - Halswirbelsäule des Patienten einstellbar sind.
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Die Schieber fallen bei der Aufnahme nach Ablauf je eines jedem Schieber
zugeordneten Zeitglieds, welches entsprechend den Dickenverhältnissen des Patienten
vor der Aufnahme eingestellt wird, in den Strahlengang hinein. Bei dieser letztgenannten
Anordnung, bei der die Schieber bei Auslösung der Aufnahme außerhalb des Strahlenkegels
stehen, können in weiterer Ausbildung der Erfindung jedoch auch Belichtungsautomaten
eingesetzt werden, welche das Hineinfallen der Schieber in den Strahlengang auslösen,
sobald die entsprechende Partie der Aufnahme die optimale Strahlendosis erhalten
hat.
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Die Schieber können durch von Hand oder von den Zeitgliedern bzw.
den Belichtungsautomaten zu betätigende Arretierungsglieder, wie Elektrohaftmagnete
oder mechanische Einstellrasten, arretiert bzw. entarretiert werden.
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Wenn die Schieber sich bei Aufnahmebeginn im
Aufnahmefeld
befinden sollen und dann während der Aufnahme aus dem Aufnahmefeld nach oben entfernt
werden, ist es zweckmäßig, sie vor der Aufnahme mit Hilfe der Einstellvorrichtung
(z. B. Lichtvisier) in die gewünschte Stellung zu bringen und sie dort durch die
Arretierungsglieder zu fixieren, welche durch die Zeitglieder zum gegebenen Zeitpunkt
gelöst werden. Wird dagegen mit der ganzen Körperbelichtung begonnen, wobei die
Schieber zunächst oberhalb des Strahlenkegels, beispielsweise durch Elektrohaftmagnete,
arretiert sind, so dienen vor der Aufnahme gemäß der Patientengröße mit Hilfe des
Lichtvisiers eingestellte Anschlagrasten dazu, die Schieber in der gewünschte Stellung
aufzuhalten, nachdem die Haftmagnete durch die Zeituhren bzw. die Belichtungsautomaten
gelöst sind und die Schieber in den Strahlenkegel hineinfallen.
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Falls der Erfindungsgegenstand in schwächeren Röntgenanlagen eingesetzt
werden soll, die durch eine Ganzwirbelsäulen-Aufnahme überlastet würden, kann ein
weiteres Zeitglied vorgesehen werden, mit welchem nach Ablauf des ersten oder des
zweiten, die Schieberbewegungen auslösenden Zeitglieds bzw. Belichtungsautomaten
eine Aufnahmepause eingelegt werden kann.
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Um die Konturen der Schieber auf dem Röntgenfilm zu verwischen, ist
es zweckmäßig, die Schieber während der Aufnahme in senkrechter Richtung hin und
her zu bewegen oder mit ausgezackten Rändern zu versehen und in waagerechter Richtung
um kleinere Beträge hin und her zu bewegen. Natürlich brauchen hierbei nicht die
Schieber allein bewegt zu werden, sondern es ist auch möglich, die gesamte Vorrichtung
entsprechend zu bewegen.
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Der gesamte Mechanismus kann auf einem gesonderten Stativ zwischen
Primärblende und Patienten fokusnahe aufgestellt werden. Dadurch wird vermieden,
daß sich bei Bewegung des Schiebers etwa entstehende Erschütterungen auf die Röntgenröhre
übertragen. Es ergibt sich der weitere Vorteil, daß die Einrichtung ohne weiteres
nachträglich an vorhandene Röntgenapparate eingesetzt werden kann.
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Etwa mit der erfindungsgemäßen Einrichtung zusammenarbeitende Belichtungsautomaten
müssen selbstverständlich getrennt von dieser hinter dem Patienten filmnahe angebracht
werden.
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Es ist auch möglich, die erfindungsgemäße Einrichtung mit der Primärblende
baulich und funktionsmäßig zu vereinigen. Dann wird zweckmäßigerweise die obere
Begrenzung der Primärblende nach dem auf den Patienten abgestimmten Zeitprogramm
gesteuert.
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Dies kann sowohl stetig erfolgen, als auch, wie oben beschrieben,
stufenweise.
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In der Abbildung ist ein Beispiel einer Einrichtung nach der Erfindung
schematisch dargestellt, bei dem die Schieber von Belichtungsautomaten gesteuert
werden.
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Vor die vorhandene Röntgenröhre 1 mit der angebauten Primärblende
2 ist auf einem getrennten Fuß 3 die erfindungsgemäße Einrichtung aufgestellt.
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Innerhalb eines Gehäuse 4 befinden sich die beispielsweise aus 2 mm
starkem Blei bestehenden Schieber 5 und 6. Sie werden von Elektrohaftmagneten 7
und 8 in der Ausgangsstellung oberhalb des Strahlengangs gehalten. Bei Auslösung
der Aufnahme wird die gesamte Wirbelsäule 9 des Patienten durchleuchtet, der vor
der Stützwand 10 steht. Hinter der Stützwand 10 liegt zunächst ein Ultrafeinraster
11, und dahinter
der Film 12. Hinter dem Film 12 sind drei Belichtungsautomaten angebracht,
welche von drei verschiedenen Partien des Bildformats beeinflußt werden. Der Belichtungsautomat
13 spricht an, sobald die Dosis der Halswirbelsäulen-Partie der optimalen Schwärzung
entspricht, und unterbricht dabei die Stromzuführung zum Elektrohaftmagneten 7,
so daß der Schieber 5 entarretiert wird, in den Strahlenkegel hineinfällt bis zur
Raste 14 und so die Durchleuchtung der Halswirbelsäulen-Partie beendet. Die Raste
14 befindet sich seitlich vom Strahlengang und wird vor der Aufnahme mit Hilfe eines
in die Primärblende 2 eingebauten, nicht gezeichneten Lichtvisiers auf die Übergangsstelle
HalswirbelsäuleBrustwirbelsäule des Patienten eingestellt. Sobald auch die Dosis
der Brustwirbelsäulen-Partie der optimalen Schwärzung des Films entspricht, löst
der von der Brustwirbelsäulen-Partie beeinflußte Belichtungsautomat 15 in entsprechender
Weise den Elektrohaftmagneten 8 und damit den Schieber 6 aus, der darauf hin bis
zur Raste 16 in den Strahlenkegel hineinfällt. Die Raste 16 wird in entsprechender
Weise auf die Übergangsstelle Brustwirbelsäule - Lendenwirbelsäule eingestellt.
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Wenn auch die Lendenwirbelsäulen-Partie eine genügende Dosis erhalten
hat, spricht der von der Lendenwirbelsäulen-Partie beeinflußte Belichtungsautomat
17 an und beendet die Röntgenaufnahme.
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Der Mechanismus, durch den Schieber 5 und 6 zwecks Verwischung ihrer
Konturen auf dem Film hin und her bewegt werden, ist der Einfachheit halber nicht
gezeichnet. Beispielsweise können zu diesem Zweck die Anschlagrasten 14 und 16 durch
je einen rotierenden Exenternocken bewegt werden, so daß die Schieber 5 bzw. 6 dieser
Bewegung folgen, sobald sie an den Anschlagsrastenl4 bzw. 16 anliegen. Die Anordnung
kann jedoch auch so getroffen werden, daß im Fuß 3 eine Vorrichtung eingebaut ist,
welche die gesamte Anordnung in senkrechter Richtung hin und her bewegt.