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Die Erfindung bezieht sich auf eine Fernstromversorgung zur Erzielung
langer Speisestrecken für Vierdraht-Übertragungssysteme mit als Verbraucher in Reihe
geschalteten, über Koaxialpaare gleichstromgespeisten Zwischenverstärkerstellen.
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Bei den mit Transistoren arbeitenden Weitverkehrssystemen ist es bekannt,
die Zwischenverstärker mit konstantem Gleichstrom über die Innenleiter der Koaxialpaare
in einer Reihenschaltung fernzuspeisen. Die erreichbare Länge der Fernspeisestrecke
ist i durch den zulässigen Höchstwert der Ausgangsspannung des Fernspeisegerätes
gegeben, der z. B. von der Mindestansprechspannung der Ableiter in den Weichen bestimmt
wird. Zur gleichmäßigen Aufteilung der Fernspeisespannung auf beide Koaxialpaare
i ist es bekannt, die spannungsführenden Innenleiter nur im Fernspeisegerät gegenüber
den Außenleitern über hochohmige Widerstände zu symmetrieren. Ein derartiges Fernspeisesystem
ist in F i g. 1 im Prinzip dargestellt. Die Ausgänge des Fernspeisegerätes Sp
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sind mit den Innenleitern a1, a2 der beiden Koaxialpaare verbunden. Die
Fernspeiseschleife ist in der letztgespeisten Verstärkerstelle durch eine Verbindung
der beiden Innenleiter geschlossen. Der gemeinsame Außenleiteranschluß
b l, b 2 beider Koaxialpaare ist in der speisenden Verstärkerstelle über
zwei Symmetriewiderstände von je 1 M52 mit den Innenleitern a 1, a 2 verbunden.
Durch die Symmetriewiderstände wird erreicht, daß die Fernspeisespannung in jedem
Koaxialpaar bei ungestörtem Betrieb der Strecke maximal die Hälfte des zulässigen
Wertes erreicht. Im Fall eines Kurzschlusses in einem der beiden Koaxialpaare erhöht
sich die Spannung je nach dem Ort des Kurzschlusses im anderen. Bei einem Kurzschluß
am Streckeneingang, der den ungünstigsten Fall darstellt, tritt am anderen Koaxialpaar
die volle Speisespannung auf. Im normalen Betrieb darf daher nur etwa die halbe
Speisespannung an den Koaxialpaaren liegen.
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Mit dieser Fernspeisetechnik lassen sich für die meisten Einsatzfälle
die vorgegebenen Abstände zwischen zwei speisenden Verstärkerstellen überbrücken.
Werden jedoch in Sonderfällen größere Reichweiten verlangt, so ist es erforderlich,
die Spannungsgrenze im Koaxialpaar schon bei Normalbetrieb voll auszunutzen. Dabei
darf sich jedoch für den Fernspeisebetrieb kein Nachteil gegenüber dem bisherigen
Zustand ergeben.
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Um die Spannungsbelastbarkeit der Koaxialpaare im Normalbetrieb voll
ausnutzen zu können und damit eine Verlängerung der Speisestrecke auf nahezu die
doppelte Länge zu erzielen, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, jeder Gesprächsrichtung
ein eigenes Fernspeisegerät zuzuordnen, derart, daß jedes Koaxialpaar mit seinem
Innen- und Außenleiter eine selbständige Fernspeiseschleife bildet.
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Bei Auftreten eines Kurzschlusses in einem der beiden Koaxialpaare
kann jetzt im anderen keine Spannungserhöhung auftreten. Die Fernspeisung bleibt
damit weiterhin in Betrieb, so daß das fehlerhafte Feld auch hier mit einem Hochfrequenz-Ortungsverfahren
ermittelt werden kann.
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Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird auf Übertragungsstrecken,
bei denen die Außenleiter der Koaxialpaare in den Zwischenverstärkerstellen miteinander
verbunden sind, der gemeinsame Außenleiteranschluß in der speisenden Verstärkerstelle
mit der Verbindung von zwei in Reihe geschalteten Speisegeräten und in der letztgespeisten
Verstärkerstelle mit der Schleifenverbindung der Innenleiter beider Koaxialpaare
verbunden. Die Polung der Spannungen der in Reihe geschalteten Speisegeräte kann
dabei so erfolgen, daß die miteinander verbundenen Außenleiter entweder die Differenz
der Ströme oder die Summe der beiden Fernspeiseschleifen führen. Im ersten Fall
kompensieren sich im Normalbetrieb die auf dem Außenleiterpaar fließenden Fernspeiseströme
weitgehend, so daß im wesentlichen nur die Innenleiterschleife stromdurchflossen
ist.
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Ein Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung wird an Hand der F i g.
2 näher erläutert. Die Figur zeigt eine im Prinzip dargestellte Nachrichtenübertragungsstrecke
für zwei Gesprächsrichtungen unter Verwendung von zwei Koaxialpaaren, deren Außenleiter
miteinander verbunden und durch einen mit b 1, b 2 bezeichneten Leiter dargestellt
sind. Die Innenleiter der Koaxialpaare sind für beide Gesprächsrichtungen mit
a 1 bzw. a 2 bezeichnet. Um für das Übertragungssystem eine große
Speiselänge zu erzielen, ist in der speisenden Verstärkerstelle jeder Gesprächsrichtung
ein eigenes Speisegerät Sp 1 bzw. Sp 2 zugeordnet. Die Speisegeräte sind
ausgangsseitig in Reihe geschaltet und ihre zusammengeschalteten Ausgangsklemmen
mit dem gemeinsamen Außenleiteranschluß der Koaxialpaare verbunden. Im Ausführungsbeispiel
sind die Ausgangsspannungen der beiden Speisegeräte so gepolt, daß die beiden Innenleiter
entgegengesetztes Potential führen und das Außenleiterpaar nur dann vernachlässigbar
geringen Differenzstrom der Fernspeisegeräte führt. In der letztgespeisten Verstärkerstelle
sind die Innenleiter der Koaxialpaare beider Gesprächsrichtungen über eine Schleifenverbindung
Y zusammengeschaltet, so daß im Normalbetrieb praktisch nur eine Innenleiterschleife
wirksam ist, obwohl für den Störungsfall für beide Gesprächsrichtungen der selbständige
Fernspeisekreis über Innenleiter und Außenleiter erhalten bleibt. Ein Kurzschluß
zwischen Innen- und Außenleiter in einem der beiden Koaxialpaare kann daher keine
Spannungserhöhung im anderen Koaxialpaar bewirken. Der Fehlerort kann außer durch
Verfahren über den Hochfrequenzweg, z. B. Impulsortungsverfahren, auch aus der verringerten
Speisespannung ermittelt werden.
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Die Verwendung von zwei Speisegeräten bringt außerdem den Vorteil,
daß keine zusätzlichen Spannungsüberwachungsschaltungen erforderlich sind, da im
Fehlerfall eine Erhöhung der Fernspeisespannung im Koaxialpaar wegen der im angeschlossenen
Fernspeisegerät bereits vorhandenen Begrenzerschaltung ausgeschlossen ist. Auch
können die Fernspeisegeräte in der speisenden Verstärkerstelle gleich ausgebildet
sein.
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Außerdem stellt dieses Verfahren keine besonderen oder zusätzlichen
Forderungen an die Fernspeisegeräte, so daß hierfür die für das bisher bekannte
Fernspeisesystem benutzten Geräte eingesetzt werden können-