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Behälterverschluß aus thermoplastischem Kunststoff Die Erfindung betrifft
einen Behälterverschluß aus thermoplastischem Kunststoff einschließlich einer Aufreißlasche
sowie eines in diese übergehenden, von Schwächungslinien begrenzten Aufreißstreifens.
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Derartige Behälterverschlüsse ermöglichen es, die Behälter ohne besondere
Werkzeuge zu öffnen. Bei einem bekannten Behälterdauerverschluß (deutsche Auslegeschrift
1 166 647) verläuft die Anreißstelle quer zu der Richtung der Anreißkraft. Dadurch
ergibt sich der Nachteil, daß die anfängliche Anreißkraft auf einen verhältnismäßig
großen Bereich verteilt wird, weshalb das Anreißen an solchen undefinierten Stellen
beginnt, an denen aus irgendwelchen Gründen besonders hohe Kräfte auftreten. Deshalb
kann unter ungünstigen Umständen die Aufreißlasche von dem Aufreißstreifen abgerissen
werden, bevor dieser völlig von dem Dichtungsring abgezogen ist.
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Es ist ferner ein Behälterverschluß bekannt (deutsche Auslegeschrift
1 180 672), bei dem die Aufreißlasche zum Abziehen des Aufreißstreifens in Umfangsrichtung
des Behälters angeordnet und der Aufreißstreifen von Schwächungslinien in Umfangsrichtung
begrenzt ist. Der Aufreißstreifen grenzt ferner an seinem vorderen, die Aufreißlasche
tragenden bzw. in diese übergehenden Ende an eine kurze radiale Schwächungslinie.
Da einerseits die ausgeübte Zugkraft ungeschickterweise leicht radial angreifen
kann, andererseits der Übergang von der radialen auf die Umfangsschwächungslinien
sehr abrupt erfolgt, besteht die Gefahr, daß die Aufreißlasche von dem Behälterdeckel
abgerissen und lediglich eine kleine Öffnung ausgebildet wird, ohne daß der Deckel
vollständig geöffnet wird.
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Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen Behälterverschluß anzugeben,
der auch bei ungeschickter Ausübung der Zugkraft ein vollständiges Öffnen des Behälters
gewährleistet. Ein Behälterverschluß der eingangs genannten Art ist gemäß der Erfindung
dadurch gekennzeichnet, daß der Übergang zwischen der Aufreißlasche und dem Aufreißstreifen
von einem scharförmigen Keil gebildet wird, dessen Seitenflächen von der Aufreißlasche
begrenzt werden und in die Schwächungslinien überlaufen.
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Die besonderen Vorteile der Erfindung auf Grund der Ausbildung der
Unterseite der Aufreißlasche als scharförmigen Keil werden insbesondere darin gesehen,
daß die Aufreißstelle zwischen spitzwinklig zusammenstoßenden Schwächungslinien
liegt, so daß zwangläufig an dieser Stelle das Aufreißen und eine Kraft in Richtung
des vorderen Endes der Aufreißlasche auftreten müssen. Wenn nämlich eine Zugkraft
auf die Aufreißlasche in Richtung des Aufreißstreifens
ausgeübt wird, werden anfänglich
die Zugkräfte auf die konvergierenden Schwächungslinien konzentriert, so daß ein
Aufreißen entlang diesen erfolgt, bevor Zugkräfte entlang den parallelen Schwächungslinien
zum Aufreißen des Aufreißstreifens ausgeübt werden.
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Die Erfindung soll an Hand der Zeichnung näher erläutert werden.
In der Zeichnung ist F i g. 1 ein Behälterverschluß gemäß der Erfindung, von oben
gesehen, F i g. 2 der gleiche Behälterverschluß von unten gesehen, Fig. 3 ein vergrößerter
Querschnitt entlang der Linie 111-111 in F i g. 1, F i g. 4 eine perspektivische,
auseinandergezogene Darstellung des an einem Behälter befestigten Behälterverschlusses,
Fig. 5 eine vergrößerte perspektivische, aus ein andergezogene Darstellung von Teilen
des Behälterverschlusses, F i g. 6 ein vergrößerter Querschnitt eines Teils des
Behälterverschlusses,
F i g. 7 ein vergrößerter Querschnitt des
Teils von F i g. 6 in Aufreißstellung und F i g. 8 ein anderer Behälterverschluß
gemäß der Erfindung, der am perspektivischen Mantel eines Behälters befestigt ist,
in perspektivischer Ansicht.
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Ein erstes Ausführungsbeispiel des Behälterverschlusses ist in Fig.
1 bis 7 dargestellt. Wie aus F i g. 1 bis 3 hervorgeht, hat der Behälterverschluß
10 einen Deckel 12, ein Aufreißmittel 14 und eine Aufreißlasche 16.
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Der Deckel 12 ist verhältnismäßig dünn, z. B.
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0,15 mm stark, und aus einem thermoplastischen Polymer wie Polyäthylen
oder PVC gegossen. Er setzt sich aus einem Mittelteil 18 und einem sich daran nach
außen anschließenden Randteil 20 zusammen.
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Der Randteil 20 kann in der in Fig. 4 gezeigten Weise mit einem. Behälter
22 verbunden sein, und zwar durch einen Falz 24 im Randteil 20 (F i g. 3, 6 und
7).
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Zum Mittelteil 18 gehört ein Aufreißstreifen 26.
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Im abgebildeten Ausführungsbeispiel ist der gesamte Aufreißstreifen
26 von Schwächungslinien 28 in Form von Ritzen umgeben (F i g. 2). Jedoch brauchen
die Schwächungslinien 28 nur ein Aufreißende 30 des Aufreißstreifens 26 (F i g.
2 und 4) - zu umgeben, um eine Aufreißstelle 32 zu bestimmen. Durch Weiterführen
der Schwächungslinien 28, wie abgebildet, können sowohl Richtung als auch Ausmaß
des Risses nach dem Aufreißen bestimmt werden.
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Die Schwächungslinien 28 umgeben das Aufreißende 30 des Aufreißstreifens
26 unter einem Winkel a von vorzugsweise 10 bis 80". Dabei können die Winkelschenkel
durch nach innen gekrümmten Verlauf der Schwächungslinien 28 konkav (F i g. 2) oder
konvex sein. Der Scheitel des Winkels bildet die Aufreißstelle 32, von der aus der
Riß den Schwächungslinien 28 folgt, wodurch das Aufreißende 30 und schließlich auch
der Aufreißstreifen 26 teilweise oder völlig von dem Mittelteil 18 abgehoben werden
können.
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Die Schwächungslinien 28 werden von Ritzen gebildet und liegen entweder
auf der Unterseite oder der Oberseite des Mittelteils 18. Die Oberseite ist diejenige,
von der das Aufreißmittel 14 vorspringt. Die Schwächungslinien 28 können aber auch
auf andere Weise gebildet werden, beispielsweise durch parallel verlaufende Verstärkungsrippen
38. Die Verstärkungsrippen 38 sind insofern vorteilhaft, als die Dicke des Mittelteils
18 vermindert werden kann. Im allgemeinen beträgt bei Verwendung von Polyäthylen
oder PVC die Dicke des Werkstoffes in den Schwächungslinien etwa die Hälfte von
der des Deckels 12. Dieses Verhältnis ist natürlich veränderlich, es hängt einer
seits von den Eigenschaften des verwendeten thermoplastischen Polymers und andererseits
von der Ausführung der Verstärkungsrippen 38 ab.
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Das Aufreißmittel 14 ist mit dem Aufreißende 30 des Aufreißstreifens
26 in dem Mittelteil 18 verbunden. Bei dem gezeigten gegossenen Behälterverschluß
10 besteht das Aufreißmittel- 14 mit dem Aufreißende 30 aus einem Stück (F i g.
6 und 7) und bildet auf dem Aufreißende 30 einen Vorsprung. Das Aufreißmittel 14
besteht einfacherweise aus dem gleichen thermoplastischen Polymer wie der Deckel
12. Es können aber auch andere Stoffe und andere Verfahren bei der Herstellung des
-Behälterverschlusses 10 verwendet werden.
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Das Aufreißmittell4 hat an seinem vorderen Ende einen scharförmigen
Keil 14 a (F i g. 4 und 5). Der
Keil 14 a wird im wesentlichen von zwei Seitenflächen
40 und 42 und deren Schnittkante 43 begrenzt, wobei die Seitenflächen 40 und 42
und die Schnittkante 43 nach vorn (siehe F i g. 3) zeigen.
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Der scharförmige Keill4a ruht auf einer Dreiecksgrundfläche auf,
und zwar wegen einer willkürlich an irgendeinem Punkt zwischen den Seitenflächen
40 und 42 gezogenen Hilfslinie 45 hinter einer Zwischenlinie 43 (siehe F i g. 5).
Die Hilfsline 45 kann auch anders verlaufen; es können beispielsweise mehrere Linien
vorhanden sein, um dem Keil 14 a eine quadratische oder vieleckige Grundfläche zu
verleihen.
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Wie erwähnt, ist der Keil 14 a des Aufreißmittels 14 scharförmig,
wenn die Seitenflächen 40 und 42 in Längsrichtung konkav verlaufen. Der Keili4a
hat eine (kleinere) Bodenfläche 44 und eine (größere) Deckfläche 46. Die Flächen
46 und 44 bilden die Verbindungsflächen des Keils 14 a mit dem Aufreißmittel 14
und der Aufreißlasche 16 bzw. dem Mittelteil 18 des Deckels 12.
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Die Bodenfläche 44 ist an dem Aufreißende 30 des Mittelteils 18 befestigt.
Somit steht der Keil 14 a bezüglich des Deckels 12 auf dem Kopf. An der Bodenfläche
44 fluchten die Seitenflächen 40 und 42, besonders wo sie den Scheitelpunkt und
die Aufreißstelle 32 bilden, mit den Schwächungslinien 28.
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Die Aufreißlasche 16 ist mit dem Aufreißmittel 14 verbunden, und
zwar an der Drehfläche 46 des Keils 14 a des Aufreißmittels 14. Beim abgebildeten
Ausführungsbeispiel bestehen die Aufreißlasche 16 und das Aufreißmittel 14 aus einem
Stück (F i g. 6), wobei die Aufreißlasche 16 von dem Aufreißmittel 14 absteht (F
i g. 6 und 7). Vorzugsweise besteht die Aufreißlasche 16 aus dem gleichen thermoplastischen
Polymer wie das Aufreißmittel 14.
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Beim abgebildeten Ausführungsbeispiel liegt die Aufreißlasche 16
auf dem Aufreißmittel 14 und erstreckt sich über dem Deckel 12 über die Aufreißstelle
32 hinaus. Die Aufreißlasche 16 kann aber auch anders geformt und ausgerichtet sein.
Beispielsweise kann sie an ihrer Oberseite 50 mit einer Riffelung versehen sein.
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In F i g. 4 bis 7 ist das Aufreißen dargestellt, wobei Fig. 6 im
Schnitt einen Behälterverschluß vor dem Aufreißen zeigt. Wird auf die Aufreißlasche
16 eine Zugkraft ausgeübt, so wirkt diese über das Aufreißmittell4 auf die Aufreißstelle32
ein. Die Aufreißstelle 32 bildet wegen zwei dort zusammentreffender Winkel einen
Angriffspunkt für die Zugkraft. Der eine Winkel ist der durch die Schwächungslinien
28 in der Ebene des Mittelteiles 18 gebildete Winkel , während der andere Winkel
ß von der Zwischenlinie 43 und dem Mittelteil 18 gebildet ist (vgl. F i g. 6).
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Vorzugsweise sind diese beiden Winkel so spitz wie möglich. Je spitzer--der
Winkel a ist, desto weniger schwach-brãuchen die Schwächungslinien 28 zu sein, um
leicht aufreißbar zu sein. Je spitzer der Winkel ß ist, desto weniger Zugkraft braucht
einzuwirken, um die Aufreißstelle 32 aufzureißen, d. h., je spitzer der Winkel ß
ausfällt, um so schwächer kann die Aufreißlasche 16 sein, so daß Werkstoff gespart
wird.
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Gemäß F i g. 7 wird das Aufreißen durch Anheben der Aufreißlasche
16 eingeleitet, doch kann es auch durch Niederdrücken der Aufreißlasche 16 eingeleitet
werden. In diesem Fall müßte die Aufreißlasche steifer sein Nach einem anfänglichen
Riß an der Aufreißstelle 32 folgt der Riß bei weiterer Ausübung von Zugkraft den
Schwächungslinien 28.
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Der Behälterverschluß 10 kann in der in F i g. 4 gezeigten Weise
an dem Behälter 22 beispielsweise angeklebt sein. Die Klebewirkung wird durch den
in dem Randteil 20 ausgebildeten Falz 24 (F i g. 6) verbessert.
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Der Behälterverschluß kann gemäß dem Ausführungsbeispiel von Fig.
8 auch an dem Rumpf 60 eines Behälters 62 angebracht sein, der außerdem mit Deckeln
64 und 66 versehen ist. Der Rumpf 60 besteht aus einem thermoplastischen Polymer
und bildet einen Mantel 67 mit einem Aufreißstreifen 68. An den Rändern des Behälterverschlusses
liegen die Deckel 64 und 66. Der Aufreißstreifen 68 wird von Schwächungslinien 70
in Form von Ritzen gebildet.
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Wo die Schwächungslinien 70 in Strichlinien 70 a abgebildet sind,
bilden sie ein Aufreißende 72 des Aufreißstreifens 68. Der Scheitelpunkt des Winkels
des Aufreißendes 72, bildet eine Aufreißstelle 74. Ein Aufreißmittel 76, das einen
scharförmigen Keil aufweist, ist mit dessen (kleinerer) Bodenfläche an dem Aufreisende72
befestigt, während die (größere) Deckfläche 78 des Keils mit einer Aufreißfläche
verbunden ist, die mit einer Riffelung 84 versehen ist.
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Die Vorteile bestehen insbesondere darin, daß derartige Aufreißbehälterverschlüsse
aus einem Stück in einem Arbeitsgang hergestellt werden können. Die Verschlüsse
sind zudem im Vergleich zu den derzeit gängigen Aufreißbehälterverschlüssen aus
Metall leichter und weniger gefährlich zu öffnen.