-
Minenverlegegerät Die Erfindung betrifft ein Gerät zum Verlegen von
Panzerminen, das aus einem die mit Zünder und Detonator versehenen Minen aufnehmenden
Minenträger und aus einer damit verbundenen Verlegeeinrichtung besteht.
-
Minenverlegegeräte an sich sind bereits bekannt, so z. B. ein als
zweiachsiger Spezialanhänger für Kettenfahrzeuge ausgebildetes Gerät, das einen
Minenträger für etwa 150 Panzerminen und eine damit verbundene Verlegeeinrichtung
enthält. Der Minenträger ist dabei als Ringmagazin ausgebildet, in dem die Minen
in mehreren Reihen übereinander angeordnet sind. Dieses Gerät wird den Erfordernissen
der Truppe schon darum nicht gerecht, weil zu seinem Einsatz schwere Vollkettenfahrzeuge,
wie Panzer oder Schützenpanzerwagen, als Zugfahrzeuge erforderlich sind, die nicht
immer zur Verfügung stehen. Ferner ist das Auffüllen des Ringmagazins umständlich
und zeitraubend.
-
Es ist auch schon ein einfacher Verlegeanhänger auf einem Einachsfahrgestell
bekanntgeworden, der eine in Fahrtrichtung abwärts geneigte Gleitschiene als Rutsche
für die zu verlegenden Minen aufweist. Dieses Verlegegerät wird im Einsatz an ein
Fahrzeug angehängt, auf dem die zu verlegenden Minen in entsprechenden Transportbehältern
mitgeführt werden. Zum Zwecke des Verlegens müssen die Minen von einer auf dem Fahrzeug
befindlichen Person von Hand auf die Rutsche gelegt werden, so daß sie auf dieser
abwärts gleiten und schließlich am Abgabeende der Rutsche auf den Boden fallen.
Dieses Gerät ist zwar in seinem Aufbau und seiner Bedienung hinreichend einfach,
jedoch wegen des Aufgebens der Minen auf die Rutsche bei Hand in seiner Leistung
begrenzt bzw. macht die Bedienung durch mehrere Personen erforderlich, zumal die
Minen vor dem Aufgeben auf die Rutsche entsichert werden müssen. Das dabei für die
Bedienungsmannschaft bestehende Gefahrenmoment sei nur am Rande erwähnt.
-
Die Aufgabe der Erfindung besteht demgegenüber in der Schaffung eines
einfachen Gerätes zum Verlegen von Panzerminen, das ein schnelles und gefahrloses
Verlegen der Minen ermöglicht und zu dessen Einsatz weder ein großer Aufwand an
Bedienungspersonal noch schwere Zugmaschinen erforderlich sind.
-
Ausgehend von einem aus Minenträger und Verlegeeinrichtung bestehenden
Verlegegerät der obenbeschriebenen Art besteht die Lösung der gestellten Aufgabe
darin, daß der Minenträger auf ein einfaches Landfahrzeug, vorzugsweise einen Lastkraftwagen,
aufsetzbar ist und, senkrecht zurFahrtrichtunggesehen, nebeneinander angeordnete,
geneigte Rinnen für hochkant stehende Minen sowie eine sich unter den Abgabeenden
der die Minen aufnehmenden Rinnen hindurcherstreckende Aufnahme- und Transporteinrichtung,
z. B. ein Transportband, enthält, welche die von den Rinnen kommenden Minen einzeln
nach hinten zu einer übergabestelle zwischen dem Minenträger und einem an sich bekannten
Verlegegerät als Verlegeeinrichtung bringt, die einen sich bis zum Boden (Verlegeort)
erstreckenden, abwärts geneigten Verlegekanal aufweist, wobei die Minen an der übergabestelle
flachgelegt werden und ihre Entsicherung auf dem Verlegeanhänger erfolgt. Dieses
Gerät erfüllt bei geringem Aufwand die Erfordernisse der Truppe in hervorragender
Weise, da üblicherweise in größerer Zahl bei der Truppe vorhandene Lastwagen durch
Aufsetzen eines Minenträgers und Anhängen eines Verlegeanhängers schnell zum Verlegen
von Minen umgerüstet werden können. Zweckmäßigerweise sind mit entsprechenden Minen
bestückte Minenträger bereit zu halten, so daß ein derartiger Lastwagen unmittelbar
nach dem Aufsetzen eines solchen Minenträgers und dem Anhängen eines Verlegeanhängers
in Marsch gesetzt und nach Erreichen der zu verminenden Geländeabschnitte mit dem
Verminen beginnen kann.
-
In besonders zweckmäßiger Ausgestaltung des einen Teil der Erfindung
bildenden Minenträgers können die die Minen aufnehmenden Rinnen V-förmig ausgebildet
und in bezug auf eine Mittellängsachse des Gerätes vorzugsweise symmetrisch zu dem
Transportband, das als Aufnahme- und Transporteinrichtung dient, angeordnet sein.
Neben jeder Rinne des Minenträgers kann außerdem eine Schubstange derart angebracht
sein, daß sie, durch Hand betätigt, das Abrollen der Minen zum Transportband über
Sperrhebel einleitet oder verhindert, und der Antrieb des als Transport- und Aufnahmevorrichtung
dienenden Transportbandes kann entsprechend der Binnenteilung über intermittierend
fortschaltende Getriebe bekannter Bauart erfolgen.
-
Der Verlegekanal des Verlegeanhängers, durch den die Minen abwärts
zum Verlegeort rutschen, kann
mit Transportrollen versehen sein,
wobei zwischen den Transportrollen ein von Hand oder durch ein Getriebe, z. B. ein
Kurvengetriebe, steuerbares Sperrglied zum Anhalten und Freigeben der Minen in Abhängigkeit
vom gewünschten Verlegetakt angeordnet sein kann. Dieses Kurvengetriebe kann aus
zwei gegeneinander verdrehbaren Kurvenscheiben bestehen, die zur Änderung des Kurvendrehwinkels
und damit zur Veränderung der Verlegeabstände zwischen den einzelnen verlegten Minen
dienen. Die Kurvenscheiben dieses Kurvengetriebes können dabei auf der Achse des
Verlegeanhängers angeordnet sein. Ferner kann das Kurvengetriebe und damit das Sperrglied
abschaltbar und von Hand betätigbar sein.
-
Im folgenden soll die Erfindung an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiels näher beschrieben werden. Es zeigt F i g. 1 die vordere Hälfte
eines Lastkraftwagens mit aufgesetztem Minenträger in Seitenansicht, F i g. 2 die
hintere Hälfte eines Lastkraftwagens mit aufgesetztem Minenträger mit angehängtem
Ver-Iegeanhänger in Seitenansicht, F i g. 3 die vordere Hälfte des Lastkraftwagens
mit Minenträger in Draufsicht gemäß F i g. 1, F i g. 4 die hintere Hälfte des Lastkraftwagens
mit Minenträger mit Verlegeanhänger in Draufsicht gemäß F i g. 2, F i g. 5 einen
Schnitt durch den Minenträger nach der Linie 5-5 in F i g. 2 und F i g. 6 eine Ansicht
gemäß Pfeilrichtung in F i g. 2. Der auf einen Lastkraftwagen aufsetzbare Minenträger
1 besteht aus mehreren in Fahrzeuglängsrichtung nebeneinander angeordneten V-förmigen
Rinnen 2, die unter einem Winkel von etwa 30 bis 40° gegenüber den Wagenachsen geneigt
und in mit Zünder und Detonator versehene und gesicherte Minen 3 hochkant eingelegt
sind. Auf jeder Seite sind beim Ausführungsbeispiel 28 Rinnen 2 angeordnet, von
denen jede fünf Minen 3 aufnimmt. Die Abgabeenden der Rinnen 2 münden auf ein in
der Wagenlängsachse verlaufendes Transportband 4, das auf Rollen 5 gelagert und
mit Aufnahmetaschen 6 versehen ist, in denen die Minen in Hochkantstellung gehalten
und bei Bewegung des Transportbandes zum hinteren Wagenende transportiert werden.
Der Antrieb des Transportbandes kann motorisch oder von Hand mit Hilfe einer Kurbel
7 über ein Kettengetriebe 8 und ein Rädergetriebe 9 derart erfolgen, daß
jeweils ein Fortschalten um eine Rinnenteilung stattfindet. Zum Begrenzen des jeweiligen
Fortschaltweges kann eine Sperrklinke 10 bekannter Ausführung vorgesehen sein, die
entsprechend der Rinnenteilung an der Kurbel 7 einrastet. An Stelle des Kettengetriebes
kann auch ein Kardantrieb vorgesehen werden.
-
Am Ende des Transportbandes 4 kippen im Bereich der Bandumlenkung
die Minen 3 im Takte der Transportbandbewegung auf eine Rutsche 11 im Verlegekanal
eines an den Minenträger lösbar angelenkten bzw. an das den Minenträger 1 tragende
Fahrzeug lösbar angehängten Verlegeanhängers 12. Auf der Rutsche 11, die mit Rollen
13 versehen ist, rutschen die Minen nach hinten und abwärts bis zu einem Gesperre
14 vor einem über der Radachse 1.5 befindlichen Sitz 16 einer Bedienungsperson,
die die Minen entsichert.
-
Das Gesperre 14 steht mit einem einstellbaren Kurvenscheibenantrieb
17 in Schaltverbindung, der durch die Laufräder 18 des Verlegeanhängers 12 gesteuert
ist und das Gesperre 14 betätigt. Je nach der Einstellung des Kurvenscheibenantriebs
gibt das Gesperre 14 nach entsprechenden Umdrehungen der Laufräder 18 eine zunächst
festgehaltene Mine 3 frei, wobei die nachfolgende Mine nachrutscht und dann vom
Gesperre festgehalten wird. Die freigegebene Mine rutscht im Verlegekanal unter
dem Sitz 16 der Bedienungsperson hindurch und wird abgelegt. Um das Verlegen der
Minen besonders schwierigem Gelände anzupassen, kann die Verlegeautomatik ausgeschaltet
und die Bedienung von Hand mittels eines Hebels 19 erfolgen.
-
Der Kurvenscheibenantrieb 17 besteht aus zwei aufeinanderliegenden,
gegeneinander verstellbaren Kurvenscheiben 17a und 17b, die mittels Schraubenbolzen
in ihrer jeweiligen Einstellage gehalten sind. Durch Verstellen der Kurvenscheiben
sind vor dem Verlegen innerhalb vorgegebener Grenzen be-Iiebige Verlegeabstände
einstellbar.
-
Wenn vom Transportband 4 sämtliche Minen abgeführt sind, löst eine
zweite Bedienungsperson, die auf einem Sitz 20 des Minenträgerteils 1 sitzt, mittels
eines Schalthebels 21 ein am Ende jeder Rinne 2 befindliches Gesperre 22, das bis
dahin die gestapelten Minen 3 in jeweils einer Rinnenreihe 2 festhielt. Die zuunterst
in den Rinnen liegenden Minen 3 rollen dann gleichzeitig in einer Längsreihe in
die Taschen 6 des Transportbandes 4. Die nachrollende Minenreihe wird dabei durch
das Gegengesperre 23 festgehalten. Wird der Schalthebel 21 wieder in Ruhestellung
gebracht, so ist das Gesperre 22 wieder in Sperrstellung; gleichzeitig wird das
Gegengesperre 23 angehoben, und die Minen rollen bis zum Gesperre 22. Diese Beschickung
des Transportbandes 4 erfolgt mit Rücksicht auf die Schwerpunktlage des Fahrzeugs
immer wechselseitig, so daß sich die beiden Rinnenreihen 2 gleichmäßig entleeren.
Da auf der Rutsche während des Verlegevorganges immer eine bestimmte Anzahl Minen
liegen, ergibt die Neubeschickung des Transportbandes keine Verzögerung im Ablauf
der Verlegung.
-
Zum Betätigen der Gesperre 22, 23 ist parallel zu jeder Rinnenreihe
2 eine Schubstange 28 angeordnet, die in einem Schlitz 29 hin- und herschiebbar
geführt ist. Jeder Schubstange ist ein damit verbundener Winkelhebel zugeordnet,
über den eine auf dem Minenträger befindliche Bedienungsperson die Schubstange aus
der einen Endlage in die andere Endlage verschieben kann. An jeder Schubstange befinden
sich zwei Bolzen 30, 31, die in mit Raststellungen 32, 33 versehenen Schlitzen 34,
35 zweier Schwenkhebel 36, 37 bei dem Hin- und Herbewegen der Schubstange verschiebbar
sind. Die Schwenkhebel 36, 37 sind in Drehpunkten 38, 39 gelagert, die sich ortsfest
an den geneigten Rinnen 2 befinden. Der Schwenkhebel 36 ist mit einem Sperrhebel
als Gesperre 22 und der Schwenkhebel 37 mit einem Sperrhebel als Gesperre 23 drehfest
verbunden. Diese Schwenkhebel sind infolge des Betätigens der Schubstange 28 abwechselnd
in die Bewegungsbahn der unter der Wirkung der Schwerkraft in den Rinnen 2 in Richtung
auf das Transportband 4 abwärts rollenden Minen schwenkbar. Dabei hält der als Gesperre
22 dienende Schwenkhebel die direkt vor der übergabe an das Transportband befindliche
Mine fest, während der als Gesperre 23 dienende Schwenkhebel zum Abstützen der in
der jeweiligen Rinne 2 folgenden Mine dient. Wenn sich das Gesperre 22 in der
Sperrstellung
befindet, ist das Gesperre 23 in der Freigabestellung. Entsprechend geht bei einem
Umschalten der als Gesperre dienenden Schwenkhebel beim Verschieben der Schubstange
28 infolge Betätigens des Winkelhebels 27 das Gesperre 23 in die Sperrstellung und
das Gesperre 22 in die Freigabestellung, so daß die vom Gesperre 22 bis dahin gehaltene
Mine nunmehr in eine entsprechende Aufnahmetasche des Transportbandes 4 hineinrollen
kann.
-
Bei der V-förmigen Anordnung der die Minen aufnehmenden Rinnen hat
es sich als zweckmäßig erwiesen, das Transportband abwechselnd mit Minen aus den
Rinnenreihen der rechten oder linken Seite zu beschicken. Auf diese Weise kann in
bezug auf die Fahrzeuglängsachse eine im wesentlichen gleichbleibende symmetrische
Belastung des den Minenträger tragenden Fahrzeugs während des gesamten Verlegevorganges
aufrechterhalten werden.
-
Unterhalb der Rinnenreihen sind Halterungen 24 (F ig . 5) für die
Unterbringung einer weiteren Anzahl Minen vorgesehen, die gegebenenfalls zum Nachfüllen
der einzelnen Rinnen zur Verfügung stehen.
-
Zur Versteifung der beiden V-förmig angeordneten Minenreihen sind
Querwände 25 vorgesehen, in denen sich Augen 26 zum Anhängen des Minenträgers an
einen Kran bzw. zum Anhängen an einen Lastenhubschrauber befinden.