DE126729C - - Google Patents

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DE126729C
DE126729C DENDAT126729D DE126729DA DE126729C DE 126729 C DE126729 C DE 126729C DE NDAT126729 D DENDAT126729 D DE NDAT126729D DE 126729D A DE126729D A DE 126729DA DE 126729 C DE126729 C DE 126729C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10JPRODUCTION OF PRODUCER GAS, WATER-GAS, SYNTHESIS GAS FROM SOLID CARBONACEOUS MATERIAL, OR MIXTURES CONTAINING THESE GASES; CARBURETTING AIR OR OTHER GASES
    • C10J3/00Production of combustible gases containing carbon monoxide from solid carbonaceous fuels

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Zur Ausübung des in der Patentschrift
11 5070 beschriebenen Verfahrens zur ununterbrochenen Erzeugung eines Mischgases von gleichmäßiger Zusammensetzung kann vortheilhaft nachstehend beschriebene Ausführungsform der Apparatur benutzt werden.
Bei der.Construction derselben ist der Grundsatz mafsgebend gewesen, bezüglich Ersparnifs an Arbeitskräften und Unabhängigkeit von dem guten Willen und Geschicklichkeit der Gasarbeiter den höchsten Anforderungen gerecht zu werden, und die Handarbeit auf das Schmieren der bewegten Theile, besonders der später zu beschreibenden selbsttätigen Steuerung, und das zeitweilige Ausziehen der Asche aus den Aschenfällen der Wassergasgeneratoren zu beschränken.
Selbsttätige Steuerung ist hier von ganz besonderem Vortheil, da bei den neuesten Wassergaserzeugungsverfahren festgestellt wurde, dafs es bei der verhältnifsmäfsig sehr kurzen Zeit des Warmblasens gegenüber der des Gasens gewissermafsen auf den Moment der Abstellung der Prefsluftleitung ankommt, wenn man nicht ganz unnöthig theure Kohle zu Kohlensäure verbrennen und mit dem Abgas in die Luft jagen will.
Zum Verständnifs der Arbeit des Systems und besonders der Steuerung durch das allen Vergasern (Wassergasgeneratoren) gemeinsame Schaltwerk sei Folgendes vorausgeschickt.
Vorausgesetzt, dafs ein Wassergasgenerator
12 Minuten geht und 3 Minuten warmgeblasen wird, würde also ein voller Arbeitsgang 15 Minuten in Anspruch nehmen. Die Einblasung von Wasserdampf wird abwechselnd von oben und von unten her bewirkt und der Abzug des Wassergases entgegengesetzt durchgeführt. Die Umsteuerung der Dampfeinblaseeinrichtungen soll alle 3 Minuten erfolgen; bei einem vollen Arbeitsgang wären also vier Umsteuerungen auszuführen. Bei solchen Voraussetzungen würden, um einen ununterbrochenen Wassergasstroin durch den Apparat schicken zu können, fünf Wassergasgeneratoren erforderlich sein, wovon immer vier gleichzeitig gasen, während der fünfte warmgeblasen wird. Hierbei bleibt die Abzugsöffhung dieses Generators durch einen Schieber natürlich geschlossen , damit das Abströmen des Gases nach dem Entgaser unterbrochen und so die Mischung von werthvollem Wassergas mit Abgas verhütet wird. Gleichzeitig mit dem Verschlufs dieses Schiebers mufs die Abblaseöffnung für das Abgas, welches durch einen besonderen Kanal um die Entgaser geführt wird, und der Luftschieber für die Preisluft zum Warmblasen geöffnet werden.
Die Zeichnungen veranschaulichen eine Ausführungsform des Apparates zur Ausübung des Verfahrens der ununterbrochenen Mischgaserzeugung.
Fig. ι zeigt das Gesammtbild eines solchen Apparates.
Das Becherwerk 1 fördert die Kohle mit einer gewissen Maximalkörnung ununterbrochen vom Waggon oder einem Silo nach dem Fülltrichter 2, innerhalb dessen zwei Zutheilungswalzen 3 eine ununterbrochene, selbsttätige und ganz gleichmäfsige Eintragung der Kohle in den Entgaser, hier die Retorte 4, bewirken. Dieselbe ist hier in mehrere unter einander
liegende zickzackförmig mit einander verbundene Theile zerlegt.
An Stelle dieser Anordnung kann ein langer rotirender, horizontal oder geneigt liegender Cylinder nach Art der Cementbrennöfen, besonders bei Entgasung fester kohlenstoffhaltiger Materialien, Verwendung finden, z. B. wie der in der Patentschrift 115070 beschriebene, der nur in einen niederen Schüttthurm das entgaste Material auszuladen braucht, da in diesem Fall der SchUttthurm 8 nur die Bewegungsrichtung des entgasten Materials zu ändern hat und nicht gleichzeitig den Zweck hat, eine Fördervorrichtung, etwa auch eine Förderschnecke 5, vor Ueberhitzung zu schützen. In den Retorten 4 besorgen die Förderschnecken 5 (Bandschnecken) die langsame Vorwärtsbewegung des zu entgasenden Materials nach immer heifseren Stellen. Diese Einrichtung ist besonders für die Entgasung bezw. trockene Destillation solcher Materialien geeignet, welche flüssig sind oder bei der Erwärmung während der Vergasung sich verflüssigen und dem tiefsten Punkt, also hier den Vergasern, zufliefsen würden, weil diese Bandschnecke zwischen zwei . Schraubenwindungen mit der Retortenwand gewissermafsen eine Kammer bildet, durch welche solche Materialien genau in der gewollten Zeit durch die Entgasung geführt werden können. Der Antrieb der Förderschnecken erfolgt durch ein Zahnradgetriebe 6. Nachdem das Vergasungsgut im Zickzackweg durch die Retorten nach einander hindurchgegangen ist, wird es etwa 600° warm und schon ziemlich entgast in den sogen. SchUttthurm 8 am Ende der letzten Retorte 7 ausgetragen. Der SchUttthurm ist mit unter einander liegenden, entgegengesetzt geneigten Ebenen 9 ausgestattet, welche das Material dem Boden des Thurmes selbstständig und ununterbrochen zurutschen lassen. Bei manchen Materialien lassen sich die schiefen Ebenen 9 vortheilhaft durch eine Ausfüllung des Schüttthurmes mit feuerfesten Prismen, ähnlich wie im Gerstenhofer'schen Schüttofen, ersetzen, mit der Mafsgabe, dafs die Spitze des Prismas nach oben gekehrt ist. Das Bassin 10 über dem Schüttthurm 8 hat den Zweck, den Theer (oder ein Carburirmittel, wenn erwünscht) aufzunehmen, falls dieses mit vergast werden soll. Die Anordnung des Bassins an dieser Stelle hat den Zweck, den Theer dünnflüssig zu erhalten und ihn mittelst einer Dampfforsunka, die durch 11 angedeutet ist, in feiner Vertheilung einzuspritzen. Der Theer fällt dort auf in fliefsender Bewegung befindliches, glühendes Material, das ihn immer heifseren Stellen entgegenbringt. Dadurch ist das sonst so lästige Festbrennen desselben unmöglich gemacht und gleichzeitig kann durch das Einblasen gröfserer oder geringerer Theermengen an dieser Stelle die Temperatur des in den Retortentheil des Entgasers (bei 7) eintretenden Wassergases ganz genau geregelt werden. Auf dem Boden des SchUttthurmes ist eine Vorrichtung angebracht, hier der Kegel 12, welche die Bewegungsrichtung des im Schüttthurm 8 vollends entgasten Materials in der Weise ändert, dafs dasselbe ununterbrochen und gleichmäfsig vertheilt nach den zu den Vergasern 14 führenden Schächten 13 abfliefst. In den Vergasern wird dasselbe durch abwechselndes Einblasen von Luft und Wasserdampf vergast. Das die Wassergasgeneratoren 14 mit einer Temperatur von ca. 10000C. durch die Schächte 13, also auf dem Wege der Materialzuführung, verlassende Wassergas entgast das mit etwa 600 ° C. in den SchUttthurm eintretende Vergasungsgut, demselben entgegengehend, vollständig, um sich selbst dabei auf ca. 6oo° C. abzukühlen, ehe es in die unterste Retorte durch 7 eintritt, um auch diese im Gegenstrom zum Material zu durchziehen und durch sehr wirksame Innenheizung das Vergasungsgut zu entgasen und sich mit dem Product der Entgasung (bei Kohlen Leuchtgas) durch den Stofs an den Schnecken aufs innigste zu mischen, bevor es durch den Wasserverschlufs 20 zu den Reinigungsvorrichtungen abzieht. Das auf diese Weise entgaste Gut gelangt weifsglühend (10000 C.) in die Vergaser, so die Wärme wieder zurückführend in die Erzeuger, welche die üblichen Wassergasverfahren als transportirte Wärme verloren gehen lassen und die über 25 pCt. des in die Vergaser eingeführten Wärmewerthes beträgt, was natürlich in einer Vergröfserung der Wassergasausbeute zum Ausdruck kommen mufs. Im Vergleich zur bisherigen Arbeitsweise (Kokserzeugung an anderer Stelle als an der Vergasungsstelle) wird auch die doppelte Wärmemenge erspart, die beim Loschen des glühenden, über iooo0 C. warmen Koks verloren geht, auf welche Temperatur er erst wieder von der Lufttemperatur an aufgeheizt werden mufs, um die Wassergaserzeugung — Zersetzung des Wassers ist nach Bunte's Versuchen erst bei ca. 11000 in Gegenwart von Kohle vollständig — leisten zu können, ganz abgesehen von dem Kohlenstoffverlust, der durch Verbrennen von glühendem Koks beim Ausstofsen unter Luftzutritt statt-, findet und der ebenfalls nicht unbeträchtlich ist. Würde nun nicht dafür gesorgt werden, dafs der jeweilig warmblasende Generator vom Schüttthurm abgesperrt werden könnte, so würde ununterbrochene und ausschliefsliche Kraftgasinnenheizung vorhanden sein (Kraftgas = Wassergas -(- Abgas, entstanden durch die gleichzeitige Einblasung von Wasserdampf und Luft in die Vergasung) und nicht ein hochwerthiges Mischgas von ca. 3000 W. E. pro Cubikmeter, sondern nur von etwa 1200 W. E.
pro Gubikmeter entstehen, weil das Abgas mit dem Wassergas gemischt die Apparatur durchziehen würde. Dies würde auch für die Anwendung der Apparatur für verschiedene chemische Zwecke, wo Werth auf die Trennung von Abgas und Wassergas und deren Begleiter gelegt werden mufs, schädlich sein. Aus all diesen Gründen ist für eine Vorrichtung gesorgt, dafs der jeweilig warmblasende Generator vom Entgaser abgesperrt wird. Dafs die Zahl dieser letzteren im gewählten Beispiel fünf beträgt, ist in der Eigenart des vorstehend geschilderten Verfahrens begründet. Vom Generator strömt das Abgas durch den als Staubsammler dienenden, haubenartigen Aufsatz 15 und durch ein Rohr 16 in den Sammelraum 17, in welchen sämmtliche Rohre 16 münden, und wird durch ein weiteres Rohr 18 hier den mit spiralförmig verlaufenden Leitwänden versehenen Heizmänteln ig zugeführt, welche das Abgas, nachdem es sämmtliche Retorten zur Aufsenheizung umspült hat, zu dem am Ende der oberen Rotorte hinter dem Fülltrichter 3 befindlichen, in der Zeichnung nicht sichtbaren Abzug zur Esse führen.
Jeder der Wassergaserzeuger ist mit den erforderlichen, später noch näher zu beschreibenden Zuleitungen und den in diese eingeschalteten Schiebern, Ventilen, Hähnen und dergl. mehr versehen. Diese für den regelmäfsigen Gang des Betriebes nothwendigen Organe werden in gleichen Zeitabschnitten von einer Welle 21 aus gesteuert, welche durch Kegelräder 22, 23 mit einer Welle 24 zwangläufig verbunden ist. An diese Welle 24 schliefsen sich im vorliegenden Fall noch drei weitere Wellen 24 an, die ebenfalls durch Kegelräder 22,23 m^ einander in Verbindung stehen. Auf jeder dieser fünf Wellen ist ein Daumen 25 und ein mit Daumen besetzter Cylinder (Fig. 2) aufgekeilt, welcher vier Daumen 26, 27, 28 und 29 trägt. Der Daumen 25 greift (Fig. 5 und 6) unter einen Bund 30 der'senkrecht auf- und abwärts beweglichen Stange 31. Wird also die Welle 21 entsprechend gedreht, dann greift der Daumen 25 unter den Bund 30, hebt diesen und damit die Stange 31 an und giebt schliefslich den Bund 30, also auch die mit demselben verbundene Stange 31, frei; da an dieser Stange, wie die Zeichnung ergiebt, der schwere Verschlufskegel 32 befestigt und nöthigenfalls in den Stopfbüchsen der Schieber 44 und 45 eine Feder als ■ Zug- und PuffermitteL·eingeschaltet ist, wird die Stange, sobald die Berührung zwischen Bund und Daumen aufgehoben ist, sich so lange abwärts bewegen, bis der Verschlufskegel sich auf den Hals des Generators legt und so den letzteren nach oben abschliefst. Befindet sich dagegen beim Warmblasen der Verschlufskegel in der oberen Stellung, dann ist der Generator geöffnet, und die in demselben entwickelten Abgase können, an dem Kegel 32 vorbeistreichend, in das Ableitungsrohr 16 gelangen, sofern der in dieses Rohr eingeschaltete, mit dem Kegel in gleichem Sinne zwangläufig bewegte Schieber 44 geöffnet ist. Um das Entweichen der Gase aus Nebenöffnungen zu verhindern, ist auf dem Verschlufskegel 32 ein Ring 33 befestigt, welcher sich in dem feststehenden Cylinder 34 gut schliefsend bewegt. Dieser Cylinder bildet mit einem zweiten äufseren conaxialen Cylinder einen ringförmigen Hohlraum 36, in welchen eine Glocke 35 eingelegt ist, so dafs der Verschlufskegel bequem herausgenommen und nöthigenfalls ersetzt werden kann. Der Hohlraum 36 wird dann mit Sand und dergl. gefüllt, und dadurch eine dem vorliegenden Zweck durchaus entsprechende Abdichtung erzeugt.
Um den Verschlufskegel 32 leicht anheben zu können, wird mit der Stange 31 eine über Leitrollen 37 gelegte Kette 38 verwendet, welche den Schieber 39 hält, der zum Verschlufs des Schachtes 13 dient. Dieser Schieber ist mit einer Glocke 40 von rechteckigem Querschnitt fest verbunden, welche in einen von .metallenen Wänden 41 eingeschlossenen, mit einem Abdichtungsmittel angefüllten Hohlraum eingreift. Da der Schieber 39 und die mit demselben verbundenen Theile nicht ausreichen dürften, dem Verschlufskegel 32 das Gleichgewicht zu halten, ist ein entsprechender, schwerer Ballast 42 oberhalb des Schiebers an der Kette 38 befestigt, welcher bewirkt, dafs mit sehr geringem Kraftaufwande der Schieber und der Verschlufskegel eingestellt werden kann. Hierbei wird auch der mit der Stange 3 1 fest verbundene Arm 43 be\vegt, der die Schieber 44 und 45 hebt und senkt. Zur Bewegung der übrigen Schieber, Ventile, Hähne dienen je zwei Stangen 46 und 48 (Fig. 5 und 6) für jeden Generator, deren erstere in eine Nase 47 ausläuft, während eine Nase 49 sich an das Ende der Stange 48 anschliefst (Fig. 7).
Mit der Stange 46 ist einerseits die Drosselklappe 51 für die Dampfzuleitung und der Schieber 53 für die obere Gasableitung ge 7 lenkig verbunden, an welche die untere, mit dem Schieber 52 versehene Gaszuleitung durch ein Verbindungsrohr 54 angeschlossen ist. Dieser Schieber 52 sowie die obere Dampfzuleitung 50 werden von der Stange 48 eingestellt. Die Stellung der Schieber und Ventile bei den verschiedenen Zeiten eines Arbeitsganges sind aus Fig. 5, 6 und 7 leicht ersichtlich, während Fig. 9 einen Generator zeigt, der von den vorstehend beschriebenen sich durch den Ersatz des beweglichen Verschlufskegels 32 durch einen feststehenden, in Form einer Glocke ausgebildeten und mit Abzugsöffnungen versehenen, die Glocke 55, aus-
zeichnet. Diese Glocke trennt durch Richtungsänderung Abgas und Flugstaub. Der Mantel des diese Glocke tragenden Generators 14 ist vorteilhaft mit Dampfüberhitzungsröhren ausgestattet, was nebenbei bemerkt sein möge. Wie aus den früheren Darlegungen hervorgeht, spielt die richtige Aufeinanderfolge der einzehien Betriebsperioden eines vollen Arbeitsganges eine grofse Rolle, so da fs es sich empfiehlt, hierfür eine selbstthätige Einrichtung zu wählen, deren Aufgabe es also ist, immer rechtzeitig und genügend, für das gewählte Beispiel also nach Ablauf von 3 Minuten, die
Welle 21 um 720 =
360
zu drehen. Eine
solche Einrichtung wird durch Fig. 3 veranschaulicht. Bei dieser Einrichtung sitzt auf der Welle 21 eine Scheibe 57, welche auf '/- ihres Umfanges gezahnt ist. Diese Scheibe greift mit ihren Zähnen in eine Schraubenspindel 64 ein, welche auf einer Hülse eingeschnitten ist, die auf der ständig in gleichförmiger Umdrehung befindlichen Transmissionswelle 62 verschiebbar ruht. Zur Geradführung dieser mit einer entsprechenden Nuth ausgestatteten Hülse dient in bekannter Weise eine Feder 63, welche in diese Nuth eingreift. An jene Hülse ist ein gabelartiger Arm 60 angelenkt, welcher um einen Zapfen 72 drehbar ist und an seinem freien Ende ein Gewicht 61 trägt. Dieses Gewicht führt den Hebel 60 selbstthätig in die durch Fig. 3 wiedergegebene Lage zurück, wobei eine Pufferfeder 66 zur Milderung des Anpralls dient.
Das Anheben und Freigeben des Gewichtes 61 wird auf folgende Weise erreicht: In Abständen von 3 Minuten wird von einer elektrischen Uhr oder dergl. ein elektrischer Stromstofs durch den Magneten 6g gesandt und dadurch der der Anziehung federnd widerstrebende Sperrriegel 70 angezogen, wodurch der Kupplungshaken 68 ausgelöst wird und abwärts gleitet. Hierbei greift er einerseits zwischen die beiden Bunde 67, andererseits in die Gänge der Spindel 64 ein. Die Spindel wird nun, da sie sich in fortwährender Umdrehung befindet, den Bunden 67 genähert,
wobei die Scheibe κ, 7 um — in dem Bei-
36oc
gedreht wird. Sobald diese
Drehung um
36oc
erreicht ist, ist der Kupplungshaken durch die Schräge 65 derart ausgehoben worden, dafs die Spindel 64 durch den infolge Schwerkraftswirkung sich umlegend'.'ii Gewichtshebel 60 zurückgeschnellt wird, wobei der Kupplungshaken 68 vermöge der mit ihm und dem Hebel 60 verbundenen .Schnur 71 in die aus Fig. 3 ersichtliche Lage übergeführt und durch den federnd einfallenden Sperrriegel 70 schwebend erhalten wird. Beim Zurücklaufen der Spindel 64 geht die lose auf der Welle 21 sitzende Scheibe 57 leer, was auf die bekannte Weise durch das Gesperre 58, 59 erreicht wird. Um das Zurückfallen des Hakens 68 zu verhindern, sobald derselbe durch die Schräge 65 angehoben ist, wird es sich empfehlen, letztere so weit ansteigen zu lassen, dafs der Haken 68 genügend angehoben wird, dafs der Sperrriegel 70 einfallen kann. In diesem Fall erübrigt sich auch die Anbringung der Schnur 71.
Es ist selbstverständlich, dafs bei Wassergasgeneratoren, welche andere Warmblasezeiten und Gaszeiten haben, als die im gewählten Beispiel beschriebenen, eine andere Anzahl Generatoren mit dem Entgasungskörper verbunden werden mufs, um ununterbrochen Aufsen- und Innenheizung bei ununterbrochener Erzeugung von Gas zu bewirken. Diese berechnet sich bei Generatoren mit kurzer Warmblasezeit aus der Gleichung:
Warmblasezeit + Gasungszeit
Warmblasezeit
ij I f A N/ ο \
(in dem Beispiel war das: — — = 5);
bei Generatoren mit langer Warmblasezeit aus der Gleichung:
Warmblasezeit -\- Gasungsdauer
Gasungsdauer
= x,
Die regelmäfsige Umschaltung wird dann dadurch bewirkt dafs die Scheibe 57 auf —.
360
bezw. — des Kreisumfanges getheilt wird,
und das Zifferblatt der Uhr, welche die Stromstöfse durch den Elektromagneten 69 sendet, eine den einzelnen auf einander folgenden Arbeitsperioden entsprechende Eintheilung erhält.
Schliefslich sei noch der durch Fig. 4 erläuterten Einrichtung gedacht, welche zur Kühlung der Lager 74 dient, in welchen die Wellen 73 laufen, die die Förderschnecken 5 tragen und in Umdrehung versetzen. Diese Einrichtung ist wesentlich dadurch gekennzeichnet, dafs unterhalb oder oberhalb der Welle im Lager ein Kanal 74 ausgespart ist, welcher in eine Kreisleitung 76 eingeschaltet ist. In dieser Leitung befindet sich eine Kühlblase 77 und ein Sammelgefäfs 78, an welches die Leitung-76 heberartig angeschlossen ist. Als Kühlmittel dient Quecksilber oder ein anderes Kühlmittel, welches beim Durchflufs durch den Kanal 75 verdampft und dann in der Kühlblase 77 wieder verdichtet wird.
Die vorstehend beschriebene Apparatanordnung dürfte einen weitgehenden Ausschlufs von Verlustquellen erzielen. Es ist damit möglich, jegliches Kohlenmaterial der Wassergaserzeugung zu unterwerfen, und zwar mit höherer Ausbeute an gasförmigen Heizwerthen, als dies mit dem üblichen Vergasungsverfahren möglich ist, die, . wenn sie gute Erfolge aufweisen sollen, auf bitumenfreies Kohlenmaterial, also Koks oder Anthracit, angewiesen sind.
Ein nicht zu unterschätzender Vortheil der Apparatur ist der, dafs die werthvollen Nebenproducte der Leuchtgaserzeugung nicht verbrannt, sondern gewonnen werden, weil die Destillationsgase nicht mit Retortenwänden in Berührung kommen, deren hohe Temperatur die Zersetzung der Destillate unter Abspaltung von Kohlenstoff bewirken würde. Der hier gewonnene Theer ist daher auch mit dem für seine Destillation so lästigen molecularen Kohlenstoff nicht verunreinigt. Soll der Theer aus irgend welchen Gründen mit vergast werden, so kann das, wie in der vorliegenden Beschreibung gezeigt ist, auf die vortheilhafteste Weise geschehen. Die Ammoniakausbeute wird ganz erheblich dadurch vergröfsert werden, dafs der Stickstoffgehalt■, des Koks durch die' Behandlung in glühendem Zustande mit überhitztem Wasserdampf ebenfalls, und zwar zu einem sehr hohen Procentsatz, in Ammoniak umgewandelt wird, während bekanntlich in der Leuchtgaserzeugung noch nicht der fünfte Theil des Stickstoffgehaltes der Kohle gewonnen wird. Der Rest bleibt mit Ausnahme einiger weniger Procente, die im Gas als elementarer Stickstoff vorhanden sind, und wahrscheinlich von der Zersetzung schon gebildeten Ammoniaks an den glühenden Retortenwänden herrühren, im Koks und ging seither verloren. Diese hier mögliche Gewinnung der Nebenproducte gewinnt an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, dafs mit der Zeit immer mehr Gasanstalten zur vollständigen Vergasung der Kohle zum Zwecke der Glühlichtverwendung schreiten werden und dadurch auch ein beträchtlicher Bruchtheil Kohle weniger entgast und damit auch ebenso viel weniger Nebenproducte bei Anwendung anderer Vergasungsverfahren erzeugt werden.
Die Apparatur selbst zeigt den grofsen Vortheil, dafs sie, wenn sie einmal in Arbeit getreten ist, an jeder einzelnen Stelle des Apparates, so lange der Apparat überhaupt in Thätigkeit ist, ununterbrochen die eben jener Stelle eigenthümliche Temperatur beibehält. Was das für die Schonung des Apparates bedeutet, braucht nicht erst besonders hervorgehoben zu werden.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Apparat zur Ausübung des durch Patent 11 5070 geschützten Verfahrens zur ununterbrochenen Erzeugung eines Mischgases von gleichmäfsiger Zusammensetzung, gekennzeichnet durch die kegelförmige Ausbildung (12) des festen Bodens des Schüttthurmes (8), welcher die Bewegungsrichtung des entgasten kohlenstoffhaltigen Materials beim Verlassen des Schüttthurmes (8) in der Weise abändert, dafs dasselbe ununterbrochen nach den zu den verschiedenen Vergasern (14) des Systems führenden Schächten (13) abgeleitet wird.
2. Eine Ausführungsform des Apparates nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dafs zum Zwecke einer selbstthätigen Steuerung der Ventile und Schieber des Vergasersystems ein gemeinsames Schaltwerk von einem periodischen elektrischen Strom oder sonstwie periodisch ausgelösten Kupplungshaken (68) beeinflufst wird, der sich in die Schraubengänge der auf einer sich gleichförmig drehenden Transmissionswelle (62) parallel zu deren Achse verschiebbaren, als Schraubenspindel ausgebildeten Hülse (64) einlegt und dadurch periodisch mittelst der Schaltscheibe (57) eine Welle (21) um einen bestimmten Theil des Kreises dreht, deren verschiedene Daumen (25, 26, 27, 28, 29) einerseits die Verschlufskegel (32) der Abgasleitung und die mit den Kegeln zwangläufig verbundenen Schieber (44) der Abgasleitung, (45) der Luftzuleitung und (39) der Brennstoffzuleitung heben bezw. senken, andererseits die Steuerung der die Dampfund Wassergaswege für das Gasen der Generatoren (14) bestimmenden Schieber oder dergl. besorgen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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