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Aufblasvorrichtung für ein aufblasbares Rettungsgerät für Flieger
Die Erfindung betrifft eine Aufblasvorrichtung für ein aufblasbares Rettungsgerät
für Flieger, z. B. eine Schwimmweste, bestehend aus einem außen am Gerät befestigten,
über einen Luftkanal mit diesem verbundenen Gehäuse, einer abgedichtet in eine Bohrung
desselben eingesehraubten, mittels einer zu durchstechenden Membran verschlossenen
Druckgasflasche, einer unter Federdruck stehenden, in der Gehäusebohrung verschiebbar
angeordneten Einstichnadel, die mittels eines Kopfteils und eines Flansches darin
geführt ist, wobei in die vom Kopfteil und dem Führungsflansch gebildete Nut ein
Dichtungsring kreisförmigen Querschnitts zur Abdichtung der Einstichnadel in der
Gehäusebohrung eingelegt ist, und einem Betätigungshebel mit einem Nocken, der am
Kopfteil der Einstichnadel angreift und so ausgebildet ist, daß er diese aus der
Ruhestellung über die Einstichstellung in eine zurückgezogene Stellung steuert.
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Es ist bereits bekannt, zum Aufblasen von Rettungsgeräten im Wasserrettungswesen,
ein Druckgas enthaltende Patronen zu verwenden, die durch Einstichnadeln geöffnet
werden. Es ist dabei auch bekannt, die Einstichnadel mittels eines Betätigungshebels
mit einem Nocken in die Einstichstellung zu verschieben.
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Bekannt ist ferner eine Reguliervorrichtung für Schwimmwesten von
Tauchern, bei der ein mit der Öffnung der Schwimmweste verbundenes Gehäuse an einer
Seite einen Einlaßstatzen für das Druckgas besitzt. Diesem gegenüber ist im Innern
des Gehäuses ein durchbohrter Schieber beweglich und in Ruhestellung so angeordnet,
daß beiderseits der Mündung des Stutzens Dichtungsringe liegen. Durch die Bohrung
des Schiebers geht eine Stange, die unten einen als Ventil wirkenden Flansch trägt,
der die Bohrung zur Schwimmweste in Ruhestellung abschließt und oben mit einem Griff
aus dem Gehäuse hervorsteht. Durch Hochziehen des Schiebers mittels des Griffes
wird die Zufuhrleitung für das Druckgas mit dem Innern der Schwimmweste verbunden.
Durch Herabdrücken des Griffs wird die Zufuhrleitung wieder verschlossen, und durch
weiteres Drücken kann durch Zusammenpressen der Feder der Flansch vom unteren Ende
der Bohrung abgesenkt werden, wenn der Schieber auf Anschlägen sitzt, so daß dann
eine Verbindung des Inneren der Schwimmweste mit dem Gehäuseinnem und über Löcher
im Gehäusedeckel mit der Außenluft besteht. Die Füllung der Schwimmweste mit Druckgas
muß durch Betätigen des Griffes von Hand geregelt werden.
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Eine andere bekannte Aufblas-vorrichtung für Rettungsflöße weist eine
Doppelleitung zum Einleiten des Druckgases in getrennte Abteilungen des Floßes auf.
Das sich beim Nachlassen des Druckes im Druckgasbehälter unter der Wirkung einer
Feder schließende Einlaßventil für die betreffende Abteilung sitzt in einer Bohrung,
die von einer mit Gewinde verschenen Haube abgeschlossen ist. Die Haube hat an ihrem
freien Ende Zacken, die nach Abschrauben, Umdrehen und Wiederaufschrauben der Haube
auf die Bohrung das Ventil gegen den Druck der Feder öffnen, damit das Gas aus dem
Rettungsfloß abgelassen werden kann. Die Handhabung ist sehr umständlich und muß
ebenfalls von Hand erfolgen.
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Schließlich ist eine Aufblasvorrichtung für aufblasbare Rettungsgeräte,
z. B. Schwimmwesten, bekannt, die aus einem außen am Gerät befestigten, über einen
Luftkanal mit diesem verbundenen Gehäuse, einer abgedichtet in eine Bohrung desselben
eingeschraubten, mittels Einern zu durchstechenden. Membran verschlossenen Druckgasflasche,
einer unter Federdruck stehenden, in der Gehäusebohrung verschiebbar angeordneten
Einstichnadel, die mittels eines Kopfteils und eines Flansches darin geführt ist,
wobei in die vom Kopfteil und dem Führungsflansch gebildete Nut ein Dichtungsring,kreisförmigen
Querschnitts zur Abdichtung der Einstichnadel in der Gehäusebohrung eingelegt ist,
und einem Betätigungshebel mit einem Nocken, der am Kopfteil der Einstichnadel angreift
und so ausgebildet ist, daß er diese aus der Ruhestellung über die Einstichstellung
in
eine zurückgezogene Stellung steuert, besteht. Eine Entlüftungseinrichtung für das
Gerät ist nicht vorgesehen.
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Es ist nun Aufgabe der Erfindung, eine Aufblasvorrichtung für ein
aufblasbares Rettungsgerät für Flieger, z. B. eine Schwimmweste, zu schaffen, welche
der im nicht aufgeblasenen Gerät eingeschlossenen, in größeren Höhen sich erheblich
ausdehnenden Luft erlaubt, selbsttätig in die Atmosphäre zu entweichen.
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Die Erfindung löst die Aufgabe bei einer eingangs erwähnten Aufblasvorrichtung
dadurch, daß in der Gehäusebohrun- ein radialer Entlüftungskanal, der den zum Gerät
führenden Luftkanal in Ruhestellung der Einstichnadel mit der Außenluft verbindet,
vorgesehen ist, der bei Verschiebung der Nadel in die Einstichstellung und die darauf
folgende, zurückgezogene Stellung durch den Kopfteil der Nadel im Zusammenwirken
mit dem Dichtungsring verschlossen wird, wobei der zusammen mit dem Kopfteil die
Nut für denselben bildende Führungsflansch mit Luftdurchtrittsnuten versehen ist.
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In der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wiedergebenden Zeichnung
zeigt die F i g. 1 einen Längsschnitt durch die Aufblasvorrichtung in der
kuhestellung, wobei das Gerät mit der Außenluft in Verbindung steht, die F i g.
2 einen Schnitt wie F i g. 1, jedoch mit der Nadel in Einstichstellung, wobei
der Entlüftungskanal verschlossen ist, und die F i g. 3 einen Schnitt wie
F i g. 1, jedoch mit der Nadel in der zurückgezogenen Stellung, in der der
Entlüftungskanal ebenfalls verschlossen ist.
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Die Aufblasvorrichtung 10 weist ein Gehäuse 11
aus Aluminium
oder einem anderen geeigneten Metall auf, das mit einer zentralen Bohrung 12 versehen
ist. Das Gehäuse 11 besitzt einen koaxial angeordneten, rohrförinigen Endteil
13, der mit Innengewinde versehen ist, um das Außengewinde des Halses 14a
der Druckgasflasche 14 aufnehmen zu können. Das Gehäuse 11 hat am inneren
Ende des mit Gewinde verschenen Teils 13 eine Ausnehmung 15 mit einer
ringförmigen Schulter 15a. In die Ausnehmuna ist ein flacher, elastischer Dichtungsring
16 aus Neopren, Nylon, natürlichem oder künstlichem Gummi oder sonstigem
geeignetem, nachgiebigem Stoff eingelegt. Wenn die Druckgasflasche 14 in das Gehäuse
10 eingeschraubt wird, drückt ihr Rand abdichtend auf den Dichtungsring
16.
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Die Gehäusebohrung 12 weist im Anschluß an den rohrförmigen Endteil
13 einen Einlaß- oder Innenteil 17 auf, der mit der öffnung im Dichtungsring
16
fluchtet und über den Luftkanal 18, der quer zu einer kombinierten
Auslaß- und Aufsatzöffnung 19 führt, die auf das Einlaßrohr eines aufblasbaren
Geräte, z. B. einer Schwimmweste, paßt, in Verbindung mit diesem steht. Die Auslaß-
und Aufsatzöffnung 19 hat zweckmäßig eine abgeflachte Außenfläche 20, um
sich gegen eine abgeflachte Wand des Einlaßrohrs legen zu können. Die baulichen
Einzelheiten des Einlaßrohrs und seiner Befestigung am aufzublasenden Gerät sind
bekannt und deswegen in der Zeichnung nicht wiedergegeben.
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Der Innenteil 17 der Gehäusebohrung 12 setzt sich in einem
Teil 21 mit verengtem Querschnitt fort, auf den wieder ein Teil mit größerem Durchmesser
folgt. Dadurch wird ein Absatz im Gehäuse gebildet, der als Widerlager des einen
Endes 23 einer metallischen Spiraldruckfeder 24 dient, die die einstückige
Einstichnadel 22, 26, 28, 29, 31 aus Stahl oder anderem geeignetem Hartmetall
umgibt. Zwischen dem Teil 21 mit verengtem Querschnitt der Bohrung und der Einstichnadel
ist reichlich Spiel vorhanden, um die Luft aus dem Gerät über die Bohrung 12 und
den radialen Entlüftungskanal 33 ausströmen zu lassen. Das andere Ende
25 der Feder 24 liegt gegen den Führungsflansch 26, einen Teil größeren
Durchmessers der Einstichnadel, so daß die Feder 24 ständig auf die Nadel eine Kraft
in Richtung von der Druckgasflasche 14 weg ausübt. Dieser Führungsflansch
26 weist einen solchen Durchmesser auf, daß dicht anschließend er in der
Gehäusebohrung 12 gleiten kann. Auf seinem Umfang sind in gleichem Abstand voneinander
drei bogenförmige Luftdurchtrittsnuten 27 vorgesehen.
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Die einstückige Einstichnadel ist mit einem zylindrischen Kopfteil
28 versehen. Zwischen ihm und dem Führungsflansch 26 ist eine ringförmige
Nut 29
zur Aufnahme eines 0-Dichtungsrings 30 vorgesehen. Der Kopfteil
28 ist von gleichem Außendurchmesser wie der Führungsflansch 26, um
gleichermaßen wie dieser, das sichere Gleiten der Einstichnadel in der Bohrung 12
zu gewährleisten. Die Nut 29 weist eine solche Länge auf, daß ein begrenztes
axiales Rollen des O-Rings 30 möglich ist, wenn die Einstichnadel verschoben
wird.
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Der Kopfteil28 ist mit einer abgerundeten Endfläche28a versehen, die
an der konkav-konvex gekrümmten Nackenfläche32a eines flachen Betätigungshebels
32 anliegt. Der Betätigungshebel 32 aus geeignetem Hartmetall sitzt
um einen Stift 34 schwenkbar in einem geschlitzten Endteil lla des Gehäuses
11, wobei im Schlitz der zylindrische Kopfteil 28 und die Nockenfläche
32 a des Hebels 32 aufeinander abrollen können. Die konkav-konvex
gekrümmte Nockenfläche 32 a mit einem ausgekehlten Teil bei
32 b zum zeitweiligen Verriegeln mit dem gerundeten Ende des Kopfteils
28 dient zum Einstellen und zeitweiligen Halten der Einstichnadel in drei
verschiedenen axialen Stellungen derselben nämlich ganz zurückgezogen mit Entlüften
des Geräts (F i g. 1), die Membran der Druckgasflasche durchstoßend bei geschlossener
Entlüftung (F i g. 2), und teilweise zurückgezogen mit geschlossener Entlüftung
(F i g. 3).
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Der konkave Teil der Nockenfläche 32a bietet an der mit
A bezeichneten Stelle den kleinsten radialen Abstand von der Achse des Stifts
34, so daß die Einstichnadel in die vollkommen zurückgezogene Stellung geführt werden
kann. Der konkave Teil geht in einen verhältnismäßig scharf konvex gekrümmten Teil
der Nockenfläche an der mit B bezeichneten Stelle über. Er schneidet die konkave
Auskehlung 32b und bietet den größten radialen Abstand von der Achse des Stifts
34, so daß die Einstichnadel in die Einstichstellung gebracht werden kann. Der der
konkaven Auskehlung 32 b folgende zweite konvexe Teil der Nockenfläche 32a
an der mit C bezeichneten Stelle ist weniger scharf als der konvexe Teil
an der Stelle B gekrümmt und bietet einen radialen Abstand von der Achse des Stifts
34, der größer als der an der Stelle A, aber kleiner als der an der Stelle
B ist, so daß die Einstichnadel in die teilweise zurückgezogene Stellung geführt
werden kann.
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Wenn sich die Einstichnadel in der ganz zurückgezogenen Stellung befindet,
wobei die gerundete
Fläche 28 a des Kopfteils 28 den
konkaven Teil an der StelleA der Nockenfläche32a berührt, wie F i g. 1 zeigt,
steht das Innere des nicht aufgeblasenen Gerätes über den sich seitlich erstreckenden
Entlüftungskanal 33 mit der Außenluft in Verbindung. Der Entlüftungskanal
33 ist nahe dem geschlitzten Ende 11 a des Gehäuses
11, aber etwas nach innen verschoben angeordnet, und steht in dieser Stellung
in Verbindung mit der Ringnut 29 zwischen dem Führungsflansch 26 und
dem Kopfteil 28 der Einstichnadel. Auf diese Weise kann in dem nicht aufgeblaseneu
Gerät eingeschlossene Luft über die Auslaßöffnung 19, den Luftkanal
18, den Innenteil 17, die Gehäusebohrung 12, die Luftdurchtrittsnuten
27 und die Entlüftungsleitung 33 ins Freie strömen. Bei einer solchen
Entlüftung entspricht der Druck der Restluft in dem nicht aufgeblasenen Gerät im
wesentlichen dem Druck der Außenluft, ganz unabhängig von der Höhe, so daß kein
oder nur ein geringes Aufblähen des Geräts vorhanden ist.
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Soll das Gerät aufgeblasen werden, wird der Betätigungshebel
32 von der in F i g. 1 gezeigten Stellung in die in F i
g. 2 gezeigte Stellung verschwenkt, wodurch die Einstichnadel aus der ganz
zurückgezogenen Stellung in die Einstichstellung gleitet. In dieser Stellung haben
der Kopfteil 28 und der 0-Dichtungsring 30 die Entlüftungsleitung
33 geschlossen und hat der Dom 31 der Einstichnadel die Membran der
Druckgasflasche 14 durchstochen. Der Dorn 31 verstopft noch die entstandene
öffnung und verhindert so ein schnelles Entweichen des komprimierten Gases aus der
Flasche.
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Im ersten Teil seiner Bewegung auf die Flasche 14 zu, erzeugt die
Einstichnadel ein axiales Rollen des leicht zusammengedrückten 0-Dichtungsrings
30
aus seiner Stellung an der Außenseite der Entlüftungsleitung
33 in eine Stellung hinter der Innenseite derselben und dichtet damit wirksam
die Gehäusebohrung 12 gegen einen Verlust von komprimiertem Gas ab. Es ist wichtig,
daß dieses Abschließen der Entlüftungsleitung 33 erfolgt, ehe der Dom
31 die Membran der Flasche 14 durchbohrt hat.
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Das Verstopfen der öffnung in der Membran durch den Dom
31 wird durch ein weiteres Verschwenken des Betätigungshebels 32 um
den Stift 34, und zwar so weit, bis der Kopfteil 28 der Einstichnadel den
zweiten konvexen Teil an der Stelle C der Nockenfläche 32 a berührt,
wobei der Dorn 31 vollständig aus der öf[nung der Flasche zurückgezogen wir,
wie F i g. 3 zeigt, beseitigt. Die konkave Auskehlung32b der Nockenfläche32a
faßt dabei um den Kopfteil28 und verhindert dadurch eine zufällige Schwenkbewegung
des Betätigungshebels32 in der umgekehrten Richtung, nachdem die Einstichnadel die
durch den zweiten konvexen Teil erreichte Stellung einnimmt.
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Die von der Druckfeder 24 ausgeübte axiale Kraft hält nachgiebig den
Kopfteil 28 der Einstichnadel in allen Stellungen derselben in ständiger
Berührung mit der Nockenfläche 32 a des Betätigungshebels.