DE1233249B - Verfahren zum Herstellen eines gestrichenen Hochglanzpapieres - Google Patents
Verfahren zum Herstellen eines gestrichenen HochglanzpapieresInfo
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- Paper (AREA)
Description
AUSLEGESCHRIFT
DeutscheKI.: 55 f-15/20
Nummer: 1233 249
Aktenzeichen: W29105VIb/55f
1 233 249 Anmeldetag: 17.Dezember 1960
Auslegetag: 26. Januar 1967
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen eines gestrichenen Hochglanzpapiers, wobei
eine Streichmasse aus üblichen Mineralpigmenten und einem proteinhaltigen Bindemittel auf eine Papierbahn
so aufgetragen wird, daß die Oberfläche flach und eben und die innere Struktur der Masse
gleichmäßig dicht wie durch Messerbeschichten oder Naßpressen gegen eine polierte Bearbeitungstrommel
ohne ein Ankleben bleibt, und die Schicht nach dem Auftragen getrocknet und kalandert wird.
Bei den bekannten Verfahren dieser Art ergibt sich aber durch die Kalanderbehandlung, bei welcher das
Verfahren mit einer ausreichenden Geschwindigkeit durchgeführt werden kann und die Kosten für die
Durchführung des Verfahrens niedrig gehalten werden können, der Nachteil, daß die Lichtundurchlässigkeit
herabgesetzt und kein ausreichender Hochglanz erzielt wird, die Oberfläche keine genügende
Glätte und die Masse selbst keine gleichmäßige Dichte aufweist.
Mit dem bekannten Guß-Streichverfahren läßt sich zwar ein Papier mit einer gleichmäßigen Dichte und
einem guten Hochglanz erzielen, dieses Verfahren aber läßt sich nur verhältnismäßig langsam und mit
großen Kosten durchführen. Außerdem ist es nicht für ein gleichzeitiges Veredeln beider Papierseiten
geeignet.
Der Zweck der Erfindung besteht darin, ein Hochglanzpapier zu schaffen, welches bei bestem Hochglanz,
gleichförmiger Dichte und genügender Lichtundurchlässigkeit mit einfachen Mitteln und größten
Geschwindigkeiten hergestellt werden kann. Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß
während des vorzugsweise unter leichtem Druck und erhöhter Temperatur erfolgenden Kalanderns wenigstens
der Oberflächenbereich der aufgetragenen Schicht sich dadurch in einem geschmeidigen Zustand
befindet, daß das Protein mittels Anionen entsprechender Säurestärke an oder nahe seinem isoelektrischen
Punkt im wäßrigen Medium gehalten wird. Dadurch, daß wenigstens der unter der Oberfläche
befindliche Bereich der aufgetragenen Schicht in noch flüssiggeschmeidigem Zustand von dem
Glätteglied behandelt wird, ist der unter der Oberfläche befindliche Teil gleichförmig dicht und saugfähig,
so daß er eine gleichförmige Auflage der oberen Schicht aufnimmt. Die Geschmeidigkeit der Oberschicht
und ihre daraus folgende Ebenheit hat zur Folge, daß das nachfolgende abschließende Kalandern
eine Oberfläche ergibt, deren Qualität fast so gut wie die durch ein Gußstreichen erzeugte ist.
Gemäß weiterer Erfindung wird wenigstens der Verfahren zum Herstellen eines gestrichenen
Hochglanzpapieres
Hochglanzpapieres
Anmelder:
S. D. Warren Company,
Boston, Mass. (V. St. A.)
Boston, Mass. (V. St. A.)
Vertreter:
Dipl.-Ing. H. Begrich, Patentanwalt,
Regensburg, Lessingstr. 10
Regensburg, Lessingstr. 10
Als Erfinder benannt:
Warren Bertrand Gilman,
Lindsay Orville Goff,
Laurence Walker Porter,
Boston, Mass. (V. St. A.)
Warren Bertrand Gilman,
Lindsay Orville Goff,
Laurence Walker Porter,
Boston, Mass. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 28. Dezember 1959
(862 336),
V. St. v. Amerika vom 28. Dezember 1959
(862 336),
vom 9. August 1960 (48 497)
Oberfiächenbereich der aufgetragenen Schicht dadurch in einem geschmeidigen Zustand gehalten, daß
die Anionen bereits in der Streichmasse enthalten sind. Somit kann entweder ein gesäuertes, alkalisches
Kasein oder ein salzpeptisiertes Kasein verwendet werden.
Das Verfahren nach der Erfindung ist anwendbar, wenn die Papiere mit einer einzigen Schicht, beispielsweise
durch Messer- oder Walzenbestreichen, überzogen werden oder wenn auf eine auf diese
Weise aufgebrachte Schicht eine weitere Schicht aufgebracht wird, welche zur Zeit des Kalanderns geschmeidig
ist.
Die vier erwähnten Verfahren werden im folgenden im einzelnen an Hand von Zeichnungen beschrieben.
F i g. 1 zeigt ein Arbeitsablaufdiagramm von einem. Verfahren, bei welchem im Anschluß an eine Papier-,
maschine eine herkömmliche alkalische Kaseinschicht mittels einer Messerstreichvorrichtung aufgebracht,
darauf getrocknet, dann eine salzpeptisierte Kaseinschicht durch eine Luftmesserstreichvorrichtung aufgebracht
und dann getrocknet und kalandert wird;
609 759/353
F i g. 2 zeigt ein Arbeitsablauf diagramm von einem Verfahren, bei welchem im Anschluß an eine Papiermaschine
auf das Papier eine salzpeptisierte Kaseinschicht mittels einer Luftmesserstreichvorrichtung
aufgebracht wird, die Schicht noch in feuchtem Zustand durch ein Alaunbad läuft und dann das Naßpressen,
Trocknen und Kalandern erfolgt;
F i g. 3 zeigt das Arbeitsablauf diagramm eines Verfahrens, bei welchem im Anschluß an eine Papiermaschine
eine herkömmliche alkalische Kaseinschicht auf das Papier durch eine Luftmesserstreichvorrichtung
aufgebracht, das Papier darauf in noch feuchtem Zustand durch ein Bad aus Säure und im Fällungsmittel
geschickt wird und darauf das Naßpressen, Trocknen und Kalandern erfolgt;
F i g. 4 zeigt den Arbeitsablauf eines Verfahrens, bei welchem im Anschluß an eine Papiermaschine
auf ein Papier eine herkömmliche alkalische Kaseinschicht mittels einer Messerstreichvorrichtung aufgebracht,
das Papier darauf in noch feuchtem Zustand durch ein Säurebad geschickt, dann getrocknet und
kalandert wird.
Bei den verschiedenen Verfahren nach den F i g. 1 bis 4 wird das Papier auf einer bekannten Papiermaschine
hergestellt und darauf eine Leimschicht vor der besonderen Behandlung angebracht. Ein besonderer
Grundstoff enthält gebleichte chemische Fasern mit 40% Weichholz- und 60% Hartholzfasern bei
einem Gewicht von 44 kg/Ries. Er kann ebenfalls annähernd 15% Ton- oder Kalziumkarbonatfüllstoff
enthalten, die in dem Blatt durch Verwendung eines Mannogalactan-Bindemittels gehalten und mittels
eines kleinen Prozentsatzes von Ketendimer geleimt wird.
Die Leimschicht kann durch eine Abquetschwalze oder Leimpresse aufgetragen werden und schließt
eine klare Leimlösung ein, die eine von mehreren folgenden Substanzen enthalten kann: (a) Stärke und
Wasser, (b) ammoniakhaltiges Kasein, (c) ammoniakhaltiges Sojabohnenprotein od. dgl. Diese klaren
Leimlösungen enthalten ungefähr 8% feste Stoffe in der Lösung und werden auf das Papier bei einem
Gewicht von ungefähr 0,90 kg/Ries aufgebracht. Ein kleiner Betrag an Wachs wird ebenfalls manchmal
bei diesen klären Leimlösungen verwendet, d.h. 0,9 kg von emulgiertem Walratwachs auf ungefähr
315 kg von der oben angegebenen Stärke oder dem Protein. Andere Wachse oder gleichwertige Materialien
sind ebenfalls zur Vergrößerung der Wasserstauung des Grundmaterials geeignet, wenn dieses
gewünscht wird. An Stelle der klären Leimlösung ist eine Leimverbindung mit ungefähr 100 Gewichtsanteilen Stärke oder Protein auf ungefähr 50 Gewichtsanteile
Mineralpigment, wie beispielsweise Ton oder Kalziumkarbonat, verwendet worden, welches
in einen flüssigen Brei verwandelt ist, der annähernd 15°/o feste Stoffe aufweist und auf das Papier bei
einem Gewicht von ungefähr 0,9 kg/Ries aufgebracht wird. Eine andere Leimverbindung, die mit Erfolg
verwendet werden kann, enthält ungefähr 100 Gewichtsanteile Mineralpigment, wie beispielsweise Ton
oder Kalziumkarbonat, 35 Gewichtsanteile Stärke oder Protein und einen kleinen Prozentsatz Ketendimer.
Diese letzteren Bestandteile werden in einem Brei gemischt, der ungefähr 32% feste Stoffe enthält
und auf das Papier bei einem Gewicht von ungefähr 1,8 kg 500 Blatt von der Größe 62 · 95 cm aufgebracht
wird.
Die Verfahren werden nun als Verfahren Nr. 1, 2, 3 und 4 beschrieben werden.
Verfahren Nr. 1
Verfahren Nr. 1 ist schematisch in F i g. 1 erklärt und enthält das Auftragen einer herkömmlichen alkalischen
Kaseinschicht auf eine Papierbahn mittels einer Messerstreich vorrichtung 1. Diese wird bei 2
getrocknet, darauf wird eine salzpeptisierte Schicht über die Schicht mittels einer Luftmesserstreichvorrichtung
3 aufgetragen, welche die Übertragungswalze 3 a enthält, diese bei 4 getrocknet und darauf
bei 5 kalandert. F i g. 1 zeigt den Arbeitsverlauf für die Aufbringung der Schicht auf nur eine Seite der
Bahn, die Schicht kann aber auch gleichzeitig auf beide Seiten oder durch doppelte Anbringung der
Elemente bei einem Rücklauf aufgebracht werden. Diese Art der Darstellung einer einzigen Schicht ist
bei allen beschriebenen Ausführungsbeispielen wiederholt. Es ist in jedem Fall gemeint, daß die
Schichten auf der anderen Seite des Blattes durch eine zusätzliche Ausrüstung verdoppelt werden
können.
Zwischenschicht für Verfahren Nr. 1
Die Zwischenschicht bei dem Verfahren Nr. 1 wird durch einen Glättschaber aufgebracht, was eine
außerordentlich ebene und glatte Oberfläche mit einer hohen gleichförmigen Wassersaugfähigkeit ergibt.
Es wurden Schichten mit Gewichtsanteilen in trockenem Zustand nach folgenden Beispielen mit
Erfolg verwendet.
Beispiel A
100 Teile Schichtton,
100 Teile Schichtton,
14 Teile Sojaprotein, dispergiert in Wasser mit
Ammoniumhydroxid und Harnstoff,
Ammoniumhydroxid und Harnstoff,
5 Teile Styrol-Butadien-Latex
(Dow Chemical Co. 512 R).
Diese Bestandteile werden in einem Wasserbrei mit 55 bis 62% festen Stoffen gemischt und auf das
Papier mit ungefähr 4,5 kg/Ries pro Seite aufgebracht.
Beispiel B
60 Teile besonderer englischer Ton,
60 Teile besonderer englischer Ton,
40 Teile hochwertiges Beschichtungskalziumkarbonat,
14 Teile Sojaprotein, dispergiert in Wasser mit
Ammoniumhydroxid und Harnstoff,
Ammoniumhydroxid und Harnstoff,
5 Teile Styrol-Butadien-Latex (wie oben).
Diese Bestandteile werden in einem Wasserbrei mit 55 bis 62% festen Stoffen gemischt und auf das
Papier bei einem Gewicht von 4,5 kg/Ries pro Seite aufgebracht.
30 Teile Kalziumkarbonat,
70 Teile herkömmlicher Schichten,
25 bis 35 Teile modifizierter Stärkeleim,
dispergiert in Wasser.
dispergiert in Wasser.
Diese Bestandteile werden in gleicher Weise in einem Wasserbrei mit 55 bis 62% festen Stoffen gemischt
und auf das Papier bei einem Gewicht von ungefähr 4,5 kg/Ries pro Seite aufgebracht.
Die Deckschicht für Verfahren Nr. 1
Bei Verwendung einer salzpeptisierten Kaseinschicht in Verfahren Nr. 1 werden die folgenden Beispiele
D bis F mit Erfolg bei Teilen in Trocken- ία gewicht verwendet.
Berspiel D
100 Teile besonderer englischer Ton,
15 Teile Kasein (peptisiert in ungefähr 3 Teilen 1S Ammoniumsalpeter, IV2 Teilen Dicyandiamide
und 50 Teilen Wasser),
4 Teile Styrol-Butadien-Latex,
1 Teil Tributylphosphat,
0,5 Teile Talgseife.
Der Ton wird in Wasser mit Tetranatrium-Pyrophosphat (72% auf Ton) als Dispergiermittel unter
Erzielung eines Breies mit 50% festen Stoffen dispergiert.
Das Kasein wurde durch Hinzufügen von Kasein, Seife und Tributylphosphat zu einer wäßrigen Lösung
von Ammoniumsalpeter und Dicyandiamide und Erwärmung auf 60 bis 65° C 15 Minuten lang
peptisiert, bis es vollständig dispergiert war. Der Tonbrei wurde dann der peptisierten Kaseinlösung
bei kräftigem Umrühren hinzugefügt. Dann wurde der Latex dieser Mischung hinzugegeben.
Diese Mischung hatte einen pH-Wert von annähernd 5,6. Sie wurde auf das Papier durch eine
Luftmesserstreichvorrichtung bei einem Gewicht von ungefähr 9 kg/Ries pro Seite aufgebracht.
Es wurden die gleichen Bestandteile wie bei dem letzten Ausführungsbeispiel D mit der Ausnahme
verwendet, daß 20% Ton durch Kalziumkarbonat ersetzt wurden. Die Beschichtungsverfahren und das
Gewicht der Schicht waren die gleichen. Der Latexbestandteil scheint das Kalziumkarbonat in solch
einer Weise zu beschichten, daß Verfahren bei einem pH-Wert unter 7 möglich sind.
50
Es wurden die gleichen Bestandteile wie bei den BeispielenD und E mit der Ausnahme genommen,
daß der Kaseinanteil auf 8 Teile verringert und der Latexanteil auf 10 Teile erhöht wurde.
Das salzpeptisierte Kasein bei dem Verfahren Nr. 1 Folgende Beispiele erwiesen sich als geeignet.
60
Beispiel G 180 Teile Wasser (bei 82° C), 60 Teile Kasein,
12 Teile Ammoniumsalpeter,
12 Teile Dicyandiamide,
V22 Teil Seife auf Talggrundlage.
Diese Bestandteile wurden bis zu einer Verteilung des Kaseins umgerührt. Danach wurden sie in den
Deckschichtbrei nach den oben angegebenen Beispielen eingeführt. Bei einer Auflösung in diesem
Brei schlug sich das Kasein nieder, aber in dem Zusammenhang und bei einem weiteren Umrühren ergab
sich eine äußerst feine Dispersion. Die Schicht war darauf sowohl geschmeidig und widerstandsfähig
gegen ein feuchtes Reiben als auch von hoher Festigkeit.
Die Bestandteile von Beispiel G wurden verwendet, aber Dicyandiamid und Seife wurden ausgelassen.
Das Peptisieren des Kaseins dauerte länger, aber andererseits arbeitete das Klebemittel in der richtigen
Weise.
Die Bestandteile von Beispiel G wurden mit der Ausnahme verwendet, daß Natriumsalpeter an Stelle
von Ammoniumsalpeter genommen wurde. Es ergab sich ein zufriedenstellendes Klebemittel.
An Stelle von Ammoniumsalpeter wurde bei Beispiel G Ammoniumchlorid verwendet. Es ergab sich
ein zufriedenstellendes Klebemittel.
Salzpeptisiertes Kasein soll nicht auf die oben beschriebenen besonderen Beispiele beschränkt sein, da
es sich herausgestellt hat, daß Fluoride, Jodide und Bromide zusätzlich zu Nitraten und Chloriden arbeiten.
Offensichtlich ist alles, was erforderlich ist, ein haltbares, lösliches, gegenüber Säure neutrales Salz
eines Alkalimetalls oder Ammoniums mit einem einwertigen Anion, welches in einer Lösungskonzentration
von wenigstens 3%, vorzugsweise ungefähr 4 bis 8 %, vorhanden ist, und die Mischung umzuführen.
Eine mögliche theoretische Erklärung für den Peptisierungsvorgang besteht darin, daß die entgegengesetzt
aufgeladenen Salzionen die elektrostatischen Kräfte der Zwitterionen des Proteinmoleküls neutralisieren
und dadurch das Kasein ohne eine wirksame chemische Reaktion damit verteilen.
Bestandteile von untergeordneter Bedeutung
Bei allen oben angegebenen Beispielen für die verschiedenen Schichten werden geringere Anteile von
herkömmlichen Antischaummitteln, Farben, Farbstoffen usw. verwendet, soweit sie für diese Verfahren
geeignet sind.
Glanz
Wenn die nach den aufgeführten Beispielen gestrichenen Papiere stark satiniert wurden, bekommen
sie ein außerordentlich ebenes, glattes und glänzendes Aussehen, das besser war als bei den herkömmlichen
stark satinierten Druckerpressenpapieren ist, während sie aber gleichzeitig eine genügende Festigkeit
für Offsetdruck haben. Das Papier hatte einen Glanz, der besser war als der von den herkömmlichen
stark satinierten gestrichenen Druckerpressenpapieren, die einen Glanz von ungefähr 70 Maßeinheiten
gemessen durch einen Bausch & Lomb-Glanzmesser haben. Nach dem Auge, welches noch
genauer als der Bausch & Lomb-Glanzmesser bei
einem Hochglanzvergleich ist, hat das Papier einen Glanz, welcher den von gußgestrichenem Papier erreicht,
und ist weit glänzender als die vorher bekannten kalanderten Papiere.
Verfahren Nr. 2
Verfahren Nr. 2 ist schematisch in F i g. 2 dargestellt und kann ganz allgemein dadurch gekennzeichnet
werden, daß eine salzpeptisierte Schicht auf eine Papierunterlage durch eine Luftmesserstreichvorrichtung
8 aufgebracht, das Papier darauf in noch nassem Zustand durch ein Alaunbad 9 geschickt und darauf
bei 10 naßgepreßt, bei 11 getrocknet und bei 12 satiniert wird. Das Grundmaterial von Versuch 1 kann
verwendet werden und die Streichmasse auf das Papier mittels einer Luftmesserstreichvorrichtung nach
F i g. 2 oder durch eine Abrollstreichvorrichtung aufgetragen werden. Ein Beispiel für eine Streichmasse
für den vorliegenden Zweck ist folgendes.
B eispiel K
100 Teile englischer Ton (dispergiert in 100 Teilen Wasser durch 0,5 Teile Tetranatrium-Pyrophosphat),
Kasein
15 Teile
3 Teile
3 Teile
3 Teile
3 Teile
peptisiert m 50 Teilen Wasser durch Wärme und Umrühren,
Dicyandiamid
Natronsalpeter
0,5 Teile Talgseife
0,5 Teile Tributylphosphat
Natronsalpeter
0,5 Teile Talgseife
0,5 Teile Tributylphosphat
5 Teile Styrol-Butadien-Kopolymer-Latex,
0,5 Teile Tributylphosphat.
Verdünnungswasser wurde verwendet, um die festen Stoffe auf ungefähr 40°/o zu bringen. Diese
Schicht wurde bei 4 kg/Ries mit einer Blattgröße von 62 · 95 cm als Schichtgewicht durch eine Luftmesserstreichvorrichtung
auf ein oberflächengeleimtes Grundmaterial von 45 kg/Ries aufgetragen. Dann wurde die frisch gestrichene Bahn durch einen von
zwei Walzen gebildeten Druckwalzenspalt geschickt, wobei die eine Walze verchromt und die andere
Walze mit Gummi bedeckt war. Der Spalt wurde ständig von einer 1- bis 2°/oigen Lösung von Papierherstellungsalaun
Al2(SO4)3 ■ 18 H2O bespült. Die
Temperatur der Chromoberfläche, die mit der gestrichenen Seite der Bahn in Berührung stand, betrug
120° C. Die zur Erzielung der Naßpressung aufgewendete Kraft lag in der Größenordnung von
8950 kg/m. Die Papierbahn lief mit einer Geschwindigkeit von 152 cm/s und wurde von der Trommel
mit einem Feuchtigkeitsgehalt abgezogen, der ein weiteres Trocknen durch die üblichen zylindrischen
Trockner erforderlich machte. Die Bahn wurde dann einer SatinierbehandIung auf einem Hochglanzkalander
unterworfen. Die Oberflächenqualität nach dem Satinieren war in den meisten Fällen mit der
eines hochqualifizierten gestrichenen Papiers mit einem höheren Schichteewicht vergleichbar.
einer höheren Arbeitsgeschwindigkeit dargestellt, wobei eine wahrnehmbar größere Zeitdauer für das
Durchführen der Reaktion erforderlich ist. Die Reaktion kann an dem Naßpreßspalt stattfinden, wenn das
Alaunbad genügend tief und die Durchsetzungsgeschwindigkeit langsam genug ist. Zusätzlich kann
die Konzentration des Alauns zur Beschleunigung der Reaktionszeit in dem Spalt erhöht werden. Die
oben beschriebene Temperatur von 120° C kann bis
ίο unter die Siedetemperatur des Wassers auch zum Zweck der Geschwindigkeitserhöhung gesenkt werden.
Es werden dabei noch ausgezeichnete Ergebnisse erzielt. In gleicher Weise kann das Schichtgewicht
erhöht werden. Darüber hinaus ist das Verfahren durch vollkommenes Trocknen des Papiers in
Berührung mit der Chromwalze durchgeführt worden. Unter gewissen Umständen und insbesondere dann,
wenn die Schichtgewichte größer sind und beispielsweise bei 9 bis 10 kg/Ries liegen, sind erheblich verbesserte
Ergebnisse erzielt worden. Es wurden Geschwindigkeiten von mehr als 180 m/min selbst mit
dem Alaunbad an dem Naßpreßspalt erreicht.
Verfahren Nr. 3
Verfahren Nr. 3 ist schematisch in F i g. 3 dargestellt worden und läßt sich allgemein so kennzeichnen,
daß eine übliche alkalische Kaseinschicht durch eine Luftmesserstreichvorrichtung 15 auf das Papier
aufgebracht, darauf in noch feuchtem Zustand die Schicht durch eine Säure und ein Alaunbad 16 geschickt,
das Papier bei 17 naßgepreßt, bei 18 getrocknet und bei 19 satiniert wird. Mehr im einzelnen
ist diese Ausführungsform mit einer herkömmlichen alkalischen Schicht wie folgt durchgeführt
worden:
100 Teile trockner englischer Ton,
0,5 Teile Tetranatrium-Pyrophosphat-Verteiler,
15 Teile Kasein,
3 Teile Dicyandiamid,
1,5 Teile Ammoniumhydroxid, handelsüblich konzentriert (54% NH4OH),
0,5 Teile Seife auf Talgbasis,
4 Teile Styrol-Butadien-Latex,
1 Teil Entschäumer (Tributylphosphat).
Zusammen mit Wasser ausreichend für 40 0Zo feste Stoffe.
Diese Schicht wurde in herkömmlicher Weise dadurch vorbereitet, daß der Ton mit dem Tetranatrium-Pyrophosphat
in Wasser zur Herstellung eines Breies und 55% festen Stoffen dispergiert wurde. Das Kasein, Dicyandiamid, Seife, Tributylphosphat
und Ammoniumhydroxid wurden dem
Das Alaunbad dient dem Zweck des Härtens der 60 Wasser zugegeben und die Mischung unter Umrüh-
Schicht, so daß sie dem Naßpressen ohne ein Anhaften an der Trommel unterworfen werden kann.
Zu diesem Zweck ist eine genügend lange Zeit erforderlich, damit eine Reaktion vor der tatsächlichen
Berührung mit der Chromwalzenoberfläche stattfinden kann. Bei dem beschriebenen Beispiel ist das
Alaunbad in dem Spalt an der Naßquetschwalze angeordnet, in F i g. 2 ist es aber vor dem Spalt wegen
ren erwärmt, bis das Kasein in eine kolloidale Mischung dispergierte. Der Tonbrei und die Kaseinlösung
wurden dann zusammengemischt, die Latexemulsion hinzugegeben und die Mischung umgerührt,
bis eine glatte homogene Streichmasse erzielt wurde. Nach einer Verdünnung auf 40% feste Stoffe wurde
die Schichtmasse durch eine Luftmesserstreichvorrichtung bei 9 kg Trockengewicht je Ries auf eine
Claims (7)
1. Verfahren zum Herstellen eines gestrichenen Hochglanzpapiers, wobei eine Streichmasse
aus üblichen Mineralpigmenten und einem proteinhaltigen Bindemittel auf eine Papierbahn so
aufgetragen wird, daß die Oberfläche flach und eben und die innere Struktur der Masse gleichmäßig
dicht wie durch Messerbeschichten oder Naßpressen gegen eine polierte Bearbeitungstrommel
ohne ein Ankleben bleibt, und die Schicht nach dem Auftragen getrocknet und kalandert
wird, dadurch gekennzeichnet, daß während des vorzugsweise unter leichtem Druck und erhöhter Temperatur erfolgenden Kalanderns
wenigstens der Oberflächenbereich der aufgetragenen Schicht sich dadurch in einem geschmeidigen
Zustand befindet, daß das Protein mittels Anionen entsprechender Säurestärke an oder nahe seinem isoelektrischem Punkt im wäßrigen
Medium gehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anionen bereits in der
Streichmasse enthalten sind, so daß als Bindemittel ein salzpeptisiertes Protein verwendet
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Streichmasse ein alkalisiertes
Protein enthält und vor dem Kalandern die gestrichene Papierbahn mit einer Säurelösung
behandelt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Oberfläche der Schicht mit einem Fällungsmittel für Ionen mehrwertiger Metalle, vorzugsweise
Alaun, behandelt wird, wonach sie gegen die Oberfläche einer das Glätteglied bildenden Walze
gedrückt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die das salzpeptisierte Kasein
enthaltende Schicht mit dem Fällungsmittel in einem zwischen der Glättewalze und einer Druckwalze
gebildeten Spalt behandelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die das alkalische Protein
enthaltende Schicht gleichzeitig mit der Säure und dem Fällungsmittel behandelt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Grundschicht der Streichmasse
auf die Bahn aufgebracht, durch ein Glätteglied behandelt und getrocknet wird, wonach
eine weitere Schicht einer ein salzpeptisiertes Protein enthaltenden Streichmasse auf diese glatte
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US86233659A | 1959-12-28 | 1959-12-28 | |
| US4849760A | 1960-08-09 | 1960-08-09 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1233249B true DE1233249B (de) | 1967-01-26 |
Family
ID=26726180
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEW29105A Pending DE1233249B (de) | 1959-12-28 | 1960-12-17 | Verfahren zum Herstellen eines gestrichenen Hochglanzpapieres |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
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| DE (1) | DE1233249B (de) |
| GB (1) | GB973274A (de) |
| NL (1) | NL259403A (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2772184A (en) * | 1953-09-21 | 1956-11-27 | Kimberly Clark Co | Paper coating |
| US2865773A (en) * | 1954-06-25 | 1958-12-23 | Oxford Paper Co | Coating compositions |
-
0
- NL NL259403D patent/NL259403A/xx unknown
-
1960
- 1960-12-14 GB GB4305160A patent/GB973274A/en not_active Expired
- 1960-12-17 DE DEW29105A patent/DE1233249B/de active Pending
- 1960-12-28 CH CH1447660A patent/CH393070A/fr unknown
Patent Citations (2)
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|---|---|---|---|---|
| US2772184A (en) * | 1953-09-21 | 1956-11-27 | Kimberly Clark Co | Paper coating |
| US2865773A (en) * | 1954-06-25 | 1958-12-23 | Oxford Paper Co | Coating compositions |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| CH393070A (fr) | 1965-05-31 |
| NL259403A (de) | |
| GB973274A (en) | 1964-10-21 |
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