KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Kochvorrichtung zum selbstthätigen Abheben des
an einem Wagebalken hängenden Kochgefäfses, bei welchem die aufkochende Flüssigkeit vermittelst
eines Schwimmers ein Gewicht auslöst, das sich durch Federspannung auf die dem
Kochgefäfs entgegengesetzte Seite dreht und hierbei das Kochgefäfs von der Heizfläche abhebt.
Die auf beiliegender Zeichnung in Fig. 1 und 2 in der Ansicht und Fig. 3 in der Aufsicht
dargestellte Vorrichtung ist auf einer Säule α an der Hülse b verschiebbar und kann
je nach der Höhenlage durch die Flügelschraube c festgestellt werden. An dieser Hülse
befindet sich oben ein U-förmig ausgeschlitzter Kopf d, der an den Aufsenseiten zwei Schrauben
e hat, um welche ein rahmenartiger Wagebalken f in senkrechter Ebene schwingt.
An diesem Balken f befindet sich rechts ein Topf halter g: während links ein durch die
Schraube k verstellbares Gleitstück i, an dem das Gewicht k hängt, hin- und herbewegt
werden kann. In der Mitte ist der Balken überbrückt und hat einen Zapfen /, um den
sich der Theil m drehen kann; m trägt rechts oben (Fig. 1) ein Gewicht η und unten einen
Stift ο und links (Fig. 1) eine Glocke p.
Um den Zapfen Z ist eine Schraubenfeder q gewunden, die einerseits am Stift selbst, anderersei
s an dem Steg des Theiles m befestigt ist und die Drehung dieses Theiles veranlafst.
In dem Balken f liegt ein Hebel r mit dem Ansatz s, an dem vorn die drehbare Hülse t
mit dem hoch und niedrig zu stellenden wasserdichten Schwimmer u und hinten das
verstellbare Gegengewicht ν befestigt ist; der Schwimmer stellt sich durch die drehbare
Hülse immer selbstthätig senkrecht ein.
Die Handhabung dieser Vorrichtung ist folgende :
Man stellt dieselbe auf die Heizplatte, hängt an dem Topfhalter g das Kochgefäfs A mit
der zu kochenden Flüssigkeit und stellt das Gewicht k so ein, dafs der Balken f wagerecht
steht und im Gleichgewicht ist, der Theil m steht dann rechtwinklig zum Balken f;
nun läfst man den sich ebenfalls im Gleichgewicht befindlichen Schwimmer u bis zur
Oberfläche der Flüssigkeit herunter und stellt dessen Stange mittelst Flügelschraube fest.
Hierauf dreht man den Theil m nach rechts herum, spannt die Feder q und hakt den
Stift 0 hinter den Ansatz e. Das Gewicht η ,steht nun rechts (Fig. 1) und das Kochgefäfs
senkt sich auf die Heizplatte. Fängt nun die Flüssigkeit an zu kochen und steigt hoch, so
steigt auch der Schwimmer und mit ihm dreht sich der Hebel r nach oben, der Ansatz s
giebt hierdurch den Stift 0 frei; der Theil m fliegt mit dem Gewicht η nach links herum
(Fig. 2), der Balken f senkt sich, hiermit hebt sich auch das Kochgefäfs, und das Kochen
hört auf.
Indem nun der Theil m nach links herumfliegt, schlägt ein Stift der Glocke ρ gegen
den Ansatz s, und die Glocke ertönt.
Patent-Ansρrüch:
Vorrichtung zur selbstthätigen Entfernung des an einem im Gleichgewicht befindlichen
Wagebalken hängenden Kochgefäfses von der
Heizfläche bei beginnendem Kochen, dadurch gekennzeichnet, dafs durch die aufkochende
Flüssigkeit vermittelst eines Schwimmers ein Gewicht ausgelöst wird, welches, der Spannung
einer Feder nachgebend, sich um eine senkrechte Achse über der Mitte des Wagebalkens
auf die dem Kochgefä'fs entgegengesetzte Seite dreht und auf diese Weise das
Gleichgewicht aufhebt, so dafs das Kochgefä'fs von der Heizfläche abgehoben wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.