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Elektronische Auswahlschaltung Die in der Hauptpatentanmeldung beschriebene
elektronische Auswahlschaltung dient der Aufgabe, aus einer Mehrzahl von Einrichtungen,
von denen beliebige belegt sein können, die in einer definierten Reihenfolge erste
freie Einrichtung durch Zuführung eines Potentials zu bezeichnen, das sich von den
den übrigen Einrichtungen zugeführten Potentialen durch seine Höhe unterscheidet.
Damit vermag die Auswahlschaltung an die Stelle von bekannten Wählern zu treten.
Ihr wichtigster Vorteil ist darin zu sehen, daß für jeden beliebigen Wählvorgang
stets die gleiche Zeit benötigt wird, unabhängig davon, welche Stelle in der Reihenfolge
der Einrichtungen die durch den Wählvorgang schließlich bezeichnete Einrichtung
einnimmt.
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Diese elektronische Auswahlschaltung ist in eine der Zahl der über
sie erreichbaren Einrichtungen entsprechende Zahl von Stufen unterteilt, wobei jede
Einrichtung der ihr zugeordneten Stufe ein Potential überträgt, das entsprechend
den beiden möglichen Zuständen, in denen sich jede Einrichtung befinden kann, nämlich
Frei- und Belegtzustand, zwei verschiedene Werte annehmen kann und außerdem ein
weiteres Potential, das stets den Komplementärwert des erstgenannten Potentials
besitzt, also mit diesem zusammen stets eine ungefähr konstante Summe bildet. Zur
Bezeichnung derjenigen Einrichtung, die bei beliebiger Kombination der Frei- und
Belegtzustände aller Einrichtungen als in einer durch die Anordnung festgelegten
Reihenfolge der ersten der ihr zugeordneten Stufe der Auswahlschaltung Freipotential
zuführt, wird als Ergebnis eines Wählvorgangs dieses Freipotential zum zur Bezeichnung
der gewählten Einrichtung dienenden Ausgang dieser Stufe durchgeschaltet und damit
der gewählten Einrichtung zugeführt. Um dieses Verhalten zu erzielen, enthält die
Auswahlschaltung eine Kettenschaltung, deren in den Stufen individuell enthaltenen
Mittel bezüglich ihrer Übertragungseigenschaften richtungsabhängig sind. Diese Kettenschaltung
versetzt jede Stufe, der die zugehörige Einrichtung die ihren Freizustand anzeigenden
Potentialwerte zuführt, in die Lage, bei den ihr in der Reihenfolge folgenden Stufen,
denen von ihren zugehörigen Einrichtungen ebenfalls die deren Freizustand anzeigenden
Potentialwerte zugeführt werden, eine zu einer Bezeichnung führende Durchschaltung
des Zustandspotentials zu verhindern, und zwar auch dann, wenn Stufen dazwischen
liegen, denen von ihren zugehörigen Einrichtungen die deren Belegtzustand anzeigenden
Potentialwerte zugeführt werden. Jede Einrichtung führt ihre beiden Potentiale der
Kettenschaltung über. entkoppelnde Mittel zu. Außerdem enthält die Auswahlschaltung
in jeder Stufe weitere Mittel, die zweckmäßig durch eine Koinzidenzschaltung realisiert
werden und nur dann die Abgabe eines zur Bezeichnung der durch einen Wählvorgang
bestimmten Einrichtungen dienenden Potentials ermöglichen, wenn der dieser Einrichtung
zugeordneten Stufe die den Freizustand. anzeigenden Potentiale zugeführt werden.
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Die Aufgabe dieser Koinzidenzschaltungen besteht darin, zu verhindern,
daß das den Freizustand einer Einrichtung anzeigende und der zugehörigen Stufe der
Auswahlschaltung übertragene Potential, das über die Kettenschaltung in der der
Richtung der Bezeichnungsreihenfolge entgegengesetzten Richtung zu vorhergehenden
Stufen gelangt, an deren Bezeichnungsausgängen auftreten kann und ein fehlerhaftes
Arbeiten der Auswahlschaltung herbeiführt.
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Gegenstand der Zusatzpatentanmeldung ist eine Auswahlschaltung, die
bei im wesentlichen unverändertem Aufbau und bei Wahrung aller Vorteile der ursprünglichen
Anordnung die Erfordernisse derartiger Koinzidenzschaltungen vermeidet, wodurch
der an sich schon geringe Aufwand noch weiter verkleinert wird.
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In kennzeichnender Weise wird dies dadurch erreicht, daß die bereits
vorhandenen entkoppelnden Mittel, die zur Zuführung der Potentiale dienen, die die
momentanen Zustände der an die Auswahlschaltung angeschlossenen Einrichtungen anzeigen,
dazu herangezogen werden, sicherzustellen, daß die Abgaben eines zur Bezeichnung
der durch einen Wählvorgang bestimmten Einrichtung dienenden Potentials nur bei
gleichzeitiger Zuführung des den bestimmten
Zustand der zugehörigen
Einrichtung anzeigenden Potentials erfolgt.
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Ausführungsbeispiele von elektronischen Auswahlschaltungen, die diesen
Gedanken verwirklichen, sowie weitere vorteilhafte Weiterbildungen werden in der
folgenden Beschreibung an Hand der Figuren erläutert. Im einzelnen zeigt dabei F
i g. 1 eine Auswahlschaltung mit stets von einem festen Nullpunkt ausgehender Bezeichnungsreihenfolge,
F i g. 2 eine Auswahlschaltung mit von einem willkürlich festlegbaren Nullpunkt
ausgehender Bezeichnungsreihenfolge, F i g. 3 eine in einem speziellen Fall vorteilhafte
Abwandlung.
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Die Darstellung wird in sämtlichen Figuren auf ein für das Verständnis
ausreichendes Maß begrenzt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, daß weder das erfindungsgemäße
Prinzip noch die als Ausführungsbeispiele gewählten Anordnungen eine Beschränkung
der Stufenzahl der Auswahlschaltung und damit der Zahl der an die Auswahlschaltung
angeschlossenen Einrichtungen in einem bei üblicher Anwendung gegebenen Rahmen bedingen.
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Zur Anzeige ihres momentanen Belegungszustandes führt jede Einrichtung
der ihr zugeordneten Stufe der Auswahlschaltung dauernd zwei Potentiale zu, die
sich stets zu einer ungefähr konstanten Summe ergänzen. Im Freizustand besitzt dabei,das
den Belegungszustand anzeigende Zustandspotential einen höheren positiven Wert als
das zugehörige Komplementärpotential, während sich im Belegtzustand die beidenWerte
vertauschen. Da in den einzelnenStufen und im Zusammenwirken der Stufen immer nur
Potentialdifferenzen wirksam sind und ausgewertet werden, bestehen bezüglich der
absoluten Werte dieser Potentiale keine einzuschränkenden Bedingungen. Die absoluten
Werte können damit für alle Stufen gemeinsam entsprechend den äußeren Bedingungen
festgelegt werden, unter denen die Auswahlschaltung zu arbeiten hat und die von
den an die Auswahlschaltung angeschalteten Einrichtungen gestellt werden. Zur Abgabe
komplementärer Potentiale bieten sich die verschiedensten Anordnungen an, aus deren
Fülle nur die als Inverter bekannten Anordnungen und Umschaltekontakte als Beispiele
genannt werden sollen. Ein näheres Eingehen darauf erübrigt sich, da diese Anordnungen
überdies außerhalb des Rahmens der Erfindung liegen. Zur Bezeichnung der durch einen
Wählvorgang bestimmten Einrichtung. führt die Auswahlschaltung dieser Einrichtung
ein Bezeichnungspotential zu, dessen Wert etwa gleich dem des Zustandspotentials
im Freizustand einer Einrichtung ist, während die restlichen Ausgänge der Auswahlschaltung
ein Potential besitzen, das etwa gleich dem Wert des Komplementärpotentials bei
freier Einrichtung ist. Dementsprechend wird also der zu bezeichnenden Einrichtung
ein höheres positives Potential zugeführt als den übrigen.
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Als Kettenschaltung bildende und bezüglich ihrer Übertragungseigenschaften
richtungsabhängige Mittel sind in den Ausführungsbeispielen Richtleiter verwendet;
ebenso dienen Richtleiter als entkoppelnde Mittel zur Zuführung der von den Einrichtungen
zur Kettenschaltung abgegebenen Potentiale.
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F i g. 1 zeigt eine Auswahlschaltung mit von einem festen Nullpunkt
ausgehender Bezeichnungsreihenfolge. Es sind dabei nur die ersten beiden Stufen
und die letzte Stufe dargestellt. Da die letzte Stufe bezüglich ihres Aufbaus von
den übrigen Stufen abweicht, wird zunächst der Aufbau erläutert, der der ersten
bis vorletzten Stufe zugrunde liegt.
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Jede dieser Stufen besitzt einen Speisungseingang s 1, der zur Zuführung
des den momentanen B elegungszustand der zugehörigen Einrichtung anzeigenden Zustandspotentials
dient, und einen Steuereingang s2, über den von der zugehörigen Einrichtung das
Komplementärpotential zugeführt wird. Im weiteren gehören zu jeder Stufe ein Koppeleingang
k l, über den die Verbindung mit der vorhergehenden Stufe und ein Koppelausgang
k2, über den die Verbindung mit der folgenden Stufe hergestellt wird. Der Koppelausgang
k 2 ist über je einen Richtleiter G 1 und G2 an den Koppeleingang k1 bzw: den Steuereingang
s2 geschaltet, wobei die Anoden dieser beiden Richtleiter am Koppelausgang liegen.
Der Koppeleingang k1 ist außerdem mit dem Speisungseingang s 1 mittels einer Reihenschaltung
aus einem Richtleiter G 3 und einem Widerstand .R 1 verbunden, wobei die Kathode
dieses Richtleiters G3 am Koppeleingang liegt. An den Verbindungspunkt von Richtleiter
G 3 und Widerstand R 1 ist ein Bezeichnungsausgang a ...
m angeschaltet, über den gegebenenfalls der zugehörigen Einrichtung das Bezeichnungspotential
übermittelt wird.
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Eine Abweichung von diesem Aufbau zeigt die letzte Stufe. Diese besitzt
nur einen Speisungseingang sln, einen Koppeleingang kln und einen Bezeichnungsausgang
n, wobei die letztgenannten beiden Anschlüsse miteinander unmittelbar und mit dem
Speisungseingang mittels eines Widerstandes R n verbunden sind.
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Die Zusammenschaltung der einzelnen Stufen mit vorstehend beschriebenem
Aufbau erfolgt so, daß der Koppeleingang k1 jeder Stufe an den Koppelausgang k2
der vorhergehenden Stufe geschaltet ist. Damit bilden die Richtleiter G 1 eine Kettenschaltung,
die sich von der ersten bis zur letzten Stufe erstreckt. Der Koppeleingang kla der
ersten Stufe ist über einen Ruhekontakt w an einen Pol einer Spannungsquelle U 1
geschaltet, dessen Potential etwa gleich dem Wert des Komplementärpötentials bei
freier Einrichtung ist.
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Die Wirkungsweise der vorstehend anordnungsmäßig erläuterten Auswahlschaltung
soll im folgenden an Hand zweier typischer Betriebsfälle erläutert werden. Sie gleicht
in ihren wesentlichen Zügen der Wirkungsweise einer Auswahlschaltung gemäß der Hauptpatentanmeldung.
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Es wird zunächst der Fall angenommen, daß die erste und die zweite
Einrichtung frei sind und bei den übrigen Einrichtungen Frei-'und Belegtzustände
in beliebiger Kombination vorliegen. Dieser Belegungszustand kommt in der Weise
zum Ausdruck, daß die den Speisungseingängen s 1 a und s 1 b der ersten
und der zweiten Stufe und den Speisungseingängen s1 beliebiger weiterer Stufen zugeführten
Potentiale einen hohen positiven Wert und dementsprechend die den Steuereingängen
s2 a und s 2 b dieser beiden Stufen und den Steuereingängen s2 beliebiger weiterer
Stufen zugeführten Komplementärpotentiale einen niedrigen Wert besitzt. Durch die
über den Ruhekontakt w angeschaltete Spannungsquelle U1 wird der Koppeleingang kla
der ersten Stufe auf niedrigem Potential gehalten. Da die den Steuereingängens2
beliebiger Stufen zugeführten
hohen Potentiale wegen der sperrenden
Richtleiter G 2 und die den Speisungseingängen s 1 a und s 1 b
zugeführten
hohen Potentiale wegen des im Vergleich zum Widerstand der Ableitung großen Widerstandswertes
der Widerstände R 1 a und R 1 b praktisch unwirksam sind, nimmt die ganze Kettenschaltung
mit den Richtleitern G 1 das niedrige Potential des Koppeleingangs k 1 a an. Damit
besitzen auch, da die an den kleinen Durchlaßwiderständen der Richtleiter
G 3 a und G 3 b auftretenden Spannungsabfälle vernachlässigbar sind,
die Bezeichnungsausgänge a und b der ersten beiden Stufen niedriges,
eine Bezeichnung der zugehörigen Einrichtungen verhinderndes Potential, obwohl den
Speisungseingängen s 1 a und s 1 b dieser Stufen hohes Potential zugeführt
wird. Gleiche Verhältnisse liegen bei sämtlichen, von ihren Einrichtungen mit den
Freizustand anzeigenden Potentialen versehenen Stufen vor. Die Auswahlschaltung.
befindet sich damit im Ruhezustand.
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Wird nun zur Durchführung einer Bezeichnung der Kontakt w geöffnet,
so verschwindet das niedrige Potential am Koppeleingang k1 a. Damit springt
das Potential des Bezeichnungsausgangs a der ersten Stufe auf den Wert des hohen,
dem Speisungseingang sla zugeführten Potentials und bewirkt damit die Bezeichnung
der an diesen Ausgang angeschalteten Einrichtung. Demzufolge darf am Bezeichnungsausgang
b der zweiten Stufe kein hohes Potential auftreten, obwohl deren Speisungseingang
s 1 b hohes Potential zugeführt wird. Die dazu erforderliche Absenkung wird durch
das niedrige Steuerpotential, das dem Steuereingang s 2 a der ersten Stufe zugeführt
und über den Koppeleingang klb der zweiten Stufe übermittelt wird, dadurch bewirkt,
daß es die beiden Richtleiter G 3 a und G 3 b durchlässig macht. Ist nun
der Innenwiderstand der das Steuerpotential liefernden Quelle hinreichend klein
gegenüber dem Widerstandswert des Widerstands R 1 b, so erfährt das dem Speisungsausgang
s 1 b zugeführte hohe Potential unter dem Einfluß des Widerstands R 1 b eine so
starke Absenkung, daß der Koppeleingangklb der zweiten Stufe annähernd das niedrige
Potential des Steuereingangs s 2 a der ersten Stufe besitzt. Da der am durchlässigen
Richtleiter Gab auftretende Spannungsabfall zu vernachlässigen ist, besitzt
der Bezeichnungsausgang b praktisch ebenfalls dieses niedrige Potential, das eine
Bezeichnung der zweiten Einrichtung ausschließt. Ebenso wie im Ruhezustand das niedrige
Potential des Koppeleingangs kla hält nun im vorliegenden Fall das niedrige Potential
des Steuereingangs s 2 a den Koppeleingang k 1 b und damit den ganzen,
sich von diesem Koppeleingang bis zur letzten Stufe erstreckenden Teil der Kettenschaltung
auf niedrigem Potential, da eine Beeinflussung dieser Potentialverhältnisse durch
die hohen, beliebigen Steuereingängen s 2 c ... s 2 m zugeführten
Potentiale durch die sperrenden Richtleiter G 2 c . . . G2m verhindert wird. Auf
Grund des niedrigen Potentials dieses Teils der Kettenschaltung erfahren hohe, beliebigen
Speisungseingängen s1c ... sln zu-
geführte Potentiale wegen der durchlässigen,
entsprechend zugehörigen Richtleiter G 3 c. . . G 3 m und unter dem Einfluß
der Widerstände R 1 c ... R 1 h eine Absenkung, die sie zur Bezeichnung zugehöriger
Einrichtungen ungeeignet macht. Damit wird also durch das niedrige, dem Steuereingang
der in der Bezeichnungsreihenfolge ersten, einer freien Einrichturig zugeordneten
Stufe zugeführte Potential, im vorliegenden Fall also durch das dem Steuereingang
s2a der ersten Stufe zugeführte Potential, bei sämtlichen folgenden Stufen die Abgabe
eines Bezeichnungspotentials verhindert, unabhängig davon, in welcher Kombination
bei den übrigen Einrichtungen Frei- und Belegtzustände vorliegen, und damit Eindeutigkeit
des Ergebnisses eines Wählvorgangs gewährleistet.
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Nach erfolgter Bezeichnung der durch den Wähl= vorgang bestimmten
Einrichtung wird der Kontakt w wieder geschlossen und der Wähler damit wieder in
Ruhelage zurückgeführt. Da dabei wieder die ganze Kettenschaltung auf niedriges
Potential gebracht wird, verschwindet auch das von einem Bezeichnungsausgang, im
angenommenen Fall vorn Bezeichnungsausgang a abgegebene hohe Potential wieder. Nachdem
die eben bezeichnete Einrichtung, hier also die erste Einrichtung, zur Anzeige ihres
eingetretenen Belegtzustands ihre dem Speisungseingang s 1a und dem Steuereingangs
2 a zugeführten Potentiale entsprechend geändert hat, ist die Auswahlschaltung zur
Durchführung eines neuen Wählvorganges bereit: Zur weiteren Erläuterung der Wirkungsweise
soll nun ein Fall betrachtet werden, bei dem die dem Kontakt w nächste oder nächsten
Stufen der Auswahlschaltung die den Belegtzustand der zugehörigen Einrichtungen
anzeigenden Potentiale übermittelt erhalten. Es sind dies die Fälle, in denen das
kennzeichnende Merkmal dieser Anordnung Bedeutung erlangt und bei den Anordnungen
gemäß der Hauptpatentanmeldung die Koinzidenzschaltungen erforderlich waren. Beispielsweise
sollen die erste Einrichtung frei und die zweite belegt sein und bei den übrigen
Einrichtungen Frei- und Belegtzustände beliebig verteilt sein. Dementsprechend wird
mindestens dem Speisungseingang sla der ersten Stufe niedriges und dem Speisungseingang
s 1 b der zweiten Stufe hohes Potential übermittelt, womit der Steuereingang s 2
a hohes und der Steuereingangs 2 b niedriges Potential besitzt.
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Nach dem Öffnen des Kontakts w behält, wie an Hand des vorigen Betriebsfalls
erläutert, derjenige Teil der Kettenschaltung niedriges Potential bei, der sich
von der ersten, mit den Freizustand der zugehörigen Einrichtung anzeigenden Potentialen
versehenen Stufe bis zur letzten Stufe erstreckt. Im hier betrachteten Fall ist
es das niedrige, dem Steuereingangs2b zugeführte Potential, das sich dein vom zugehörigen
Koppelausgang k 2 b bis zur letzten Stufe führenden Teil der Kettenschaltung mitteilt
und damit bei sämtlichen, mit diesem Teil in Verbindung stehenden Stufen die Abgabe
eines eine Bezeichnung bewirkenden Potentials verhindert. Der sperrende Richtleiter
G 1 b hält das niedrige Potential des genannten Teils der Kettenschaltung vom Koppeleingang
k 1 b fern, der auch von der ersten Stufe her wegen des hohen, dem Steuereingang
s2a zugeführten Potentials und wegen des geöffneten Kontakts w kein niedriges Potential
erhält. Damit tritt das hohe, dem Speisungseingang s1b der zweiten Stufe zugeführte
Potential auch am Bezeichnungsausgang b auf; wodurch die in der Reihenfolge zweite
Einrichtung bezeichnet wird. Dieses hohe Potential gelangt außerdem auch über den
durchlässigen Richtleiter G3b zum Koppeleingang klb und bestimmt damit das Potential
des sieh von diesem Koppeleingang bis zum geöffneten Kontakt w erstreckenden Teils
der Kettenschaltung.
Ein Austreten dieses hohen Potentials zum Bezeichnungsausgang
a, das eine Bezeichnung einer bereits belegtenEinrichtung, also eineDoppelbelegung
zur Folge hätte, wird jedoch durch den sperrenden Richtleiter G3a verhindert, dessen
Aufgabe sich bei Anordnungen gemäß der Hauptpatentanmeldung darauf beschränkt, das
Austreten eines hohen, dem Koppeleingang zugeführten Potentials zum Bezeichnungsausgang
zu verhindern, wenn dem Speisungseingang niedriges Potential zugeführt wird. Damit
ist also auch hier wie bei der Anordnung der Hauptpatentanmeldung Eindeutigkeit
des Ergebnisses eines Wählvorganges gewährleistet.
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Mit Hilfe vorstehender, zwei bestimmte Betriebsfälle behandelnder
Erläuterungen lassen sich ohne Schwierigkeiten für beliebige Kombinationen von Frei:--
und Belegtzuständen der an die Auswahlschaltung angeschlossenen Einrichtungen die
Potentialverhältnisse in der Auswahlschaltung angeben. Aus der Tatsache, daß bei
der letzten Stufe eine Beeinflussung einer folgenden Stufe nicht gegeben ist, erklärt
sich ohne weiteres die bei dieser Stufe mögliche anordnungsmäßige Vereinfachung.
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Wie bei den Anordnungen der Hauptpatentanmeldung ist diejenige Stufe
als erste in- der Bezeichnungsreihenfolge zu betrachten, bei der die Abgabe eines
Bezeichnungspotentials von keiner anderen, vorhergehenden Stufe beeinflußt werden
kann. Von ihrem Koppeleingang kla aus wird die Bezeichnungsreihenfolge gerechnet,
die eine anordnungsmäßige, nicht aber eine zeitliche Reihenfolge darstellt. Vor
dieser ersten Stufe liegend ist der »Nullpunkt« der Auswahlschaltung zu denken.
Auf Grund der festen Zusammenschaltung der Stufen bei einer Auswahlschaltung nach
F i g. 1 behält er stets seine Lage unverändert bei. Von ihm aus kann, wie gezeigt,
durch Anschaltung eines geeigneten Potentials auch bei der ersten Stufe oder, im
allgemeinen Fall, auch bei der ersten einer freien Einrichtung zugeordneten Stufe
die Abgabe eines Bezeichnungspotentials verhindert und damit die Auswahlschaltung
gesperrt werden.
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F i g. 2 zeigt eine Auswahlschaltung mit von einem willkürlich festlegbaren
Nullpunkt ausgehender Bezeichnungsreihenfolge; die ebenfalls durch Zuführung geeigneter
Potentiale gesperrt und entsperrt werden kann. Die Kettenschaltung ist zu einer
Ringschaltung erweitert in der Weise, daß bei sämtlichen Stufen der Koppeleingang
k1 an - den Koppelausgang k2 der vorhergehenden Stufe unter Zwischenschaltung je
eines Umschaltkontaktes t geschaltet ist, wobei für die erste Stufe die letzte als
vorhergehende gilt. Die Arbeitsseiten dieser Kontakte t sind zusammengefaßt an einen
Ruhekontakt w geschaltet, der zu einem Pol einer Spannungsquelle U1 führt, dessen
Potential etwa gleich dem Wert des Komplementärpotentials bei freier Einrichtung
ist. Von diesen Kontakten t befindet sich stets einer in Arbeitslage, wodurch die
Ringschaltung an dieser Stelle aufgetrennt ist und der Koppeleingang k1 der auf
diesen Kontakt t folgenden Stufe an den Kontakt w geschaltet ist. Wirkungsmäßig
ergibt sich damit stets eine Anordnung wie die in F i g. 1 dargestellte, mit dem
Unterschied, daß hier jeweils die Lage des geöffneten Kontakts t die Lage des Nullpunkts
und damit die Bezeichnungsreihenfolge festlegt.
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Die in jeder an die Auswahlschaltung angeschlossenen Einrichtung befindlichen
Quellen, die zur Abgabe des den momentanen Belegungszustand anzeigenden Potentials
und des Komplementärpotentials dienen, können beliebiger Art sein. Es ist lediglich
die Bedingung zu erfüllen, daß der ausgangsseitige Innenwiderstand der das Komplementärpotential
abgebenden Quelle dann, wenn sie niedriges Potential abgibt, klein ist im Vergleich
zum Widerstandswert der Widerstände R 1 der Auswahlschaltung, während er bei Abgabe
des hohen Potentials beliebig groß sein kann. Der ausgangsseitige Innenwiderstand
der Quelle, die das den Zustand ihrer Einrichtung anzeigende Potential abgibt, kann
bei Abgabe des niedrigen Potentials beliebig groß sein; wenn er auch bei Abgabe
des hohen Potentials noch groß ist. im Vergleich zum Innenwiderstand der das Komplementärpotential
abgebenden Quelle bei Abgabe des niedrigen Potentials; kann der Widerstandswert
des Widerstands R 1 in ihm ganz oder teilweise mit einbezogen werden. In - vielen
Fällen wird man bestrebt sein, den - Quellwiderstand der von den Bezeichnungsausgängen
abgegebenen Bezeichnungspotentiale, der sich jeweils aus dem Widerstandswert des
Widerstands R 1 und dem Innenwiderstand der Quelle, die das den Zustand anzeigende
Potential liefert, bei Abgabe des hohen Potentials zusammensetzt, klein zu halten
und dadurch die Belastbarkeit der Bezeichnungspotentiale möglichst groß zu machen.
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Wenn zur Abgabe des den Belegungszustand anzeigenden Potentials eine
Quelle verwendet wird, deren ausgangsseitiger Innenwiderstand bei Abgabe des hohen
Potentials bereits so hoch ist, daß ein eigener Widerstand R 1 in der zugehörigen
Stufe der Auswahlschaltung nicht mehr erforderlich ist, kann sich, wenn dieses hohe
Potential noch zu anderen, hier nicht näher betrachteten Aufgaben herangezogen wird,
eine besondere Maßnahme als zweckmäßig erweisen. Diese Maßnahme verhindert, daß
durch Rückwirkung der Auswahlschaltung, durch die immer dann, wenn die betreffende
Einrichtung nicht die erste freie in der Bezeichnungsreihenfolge ist, das hohe Potential
abgesenkt wird, diese anderen Aufgaben, nicht mehr erfüllt werden können.
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F i g. 3 zeigt eine einzelne Stufe einer Auswahlschaltung, bei der
eine Rückwirkung auf die zur Abgabe des den Belegungszustand anzeigenden Potentials
dienende Quelle in der zugehörigen Einrichtung verhindert ist. Anordnungsmäßig ist
bei dieser Stufe der Bezeichnungsausgang j über einen Richtleiter G3 i an
den Koppeleingang k1 j, über einen Richtleiter G 4 j an den Speisungseingang
s 1 j und über einen Widerstand R 2 j an einen Pol einer Spannungsquelle U2 geschaltet,
dessen Potential etwa gleich dem Potential des Speisungseingangs slj bei freier
Einrichtung ist.
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Wenn dem Speisungseingang s 1 j und dem Koppeleingang klj hohes Potential
zugeführt wird, also dann, wenn die zur betrachteten Stufe gehörende Einrichtung
die erste freie Einrichtung ist, besitzt der Bezeichnungsausgang j ebenfalls hohes
Potential. Wird dagegen dem Speisungseingang s 1 j niedriges und dem Koppeleingang
k 1 j hohes Potential zugeführt, was dann der Fall ist, wenn die zugehörige Einrichtung
belegt ist und sich vor ihr keine freien Einrichtungen befinden, so wird das hohe,
von der Spannungsquelle U 2 dem Widerstand R 2 j zugeführte Potential wegen des
nun durchlässigen Richtleiters G4j abgesenkt, womit auch am Bezeichnungsausgang
j niedriges Potential auftritt. Falls dem Speisungseingang
s 1
j hohes und dem Koppeleingang k 1 j
niedriges Potential zugeführt wird,
also wenn vorhergehende Einrichtungen frei sind, so tritt diese Absenkung über den
nun durchlässigen Richtleiter G3 j
ein, womit der Bezeichnungsausgang j ebenfalls
niedriges Potential erhält. Da der Richtleiter G 4 j dabei jedoch gesperrt wird,
bleibt das hohe, dem Speisungseingang s 1 j zugeführte Potential dabei praktisch
unbeeinflußt. Damit ist die gewünschte Rückwirkungsfreiheit gegeben, während sich
die Stufe ebenso wie die an früherer Stelle betrachteten verhält.
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In sämtlichen Ausführungsbeispielen findet sich in jeder Stufe ein
Widerstand R 1 bzw. R 2, dessen Aufgabe es ist, im Zusammenwirken mit einem an ihn
angeschalteten Richtleiter die Absenkung eines Potentials zu bewirken, wenn dieser
Richtleiter auf Grund des seiner dem Widerstand abgewandten Seite zugeführten Potentials
durchlässig ist. Um diese Absenkung möglichst vollständig durchzuführen, ist man
bedacht, den Widerstandswert des Widerstands R 1 bzw. R 2 möglichst groß zu machen,
wenn keine dem entgegenstehenden Bedingungen zu berücksichtigen sind. Erhält nun
das dem Richtleiter zugeführte Potential den dessen Sperrung bewirkenden Wert, so
tritt eine Spannungsteilung ein, deren Maß durch den Sperrwiderstand des Richtleiters
und den Widerstandswert des Widerstands R 1 bzw. R 2 bestimmt wird. Wird dieser
Widerstandswert groß gewählt, und werden, wie es wünschenswert ist, an den Sperrwiderstand
des Richtleiters geringe Anforderungen gestellt, so tritt am Verbindungspunkt von
Widerstand und Richtleiter eine Potentialerhöhung auf, die unter ungünstigen Umständen
störend ist und dem Widerstandswert des Widerstands eine Grenze setzt. Abhilfe dagegen
und damit Freizügigkeit in der Dimensionierung schafft hier die Parallelschaltung
eines Richtleiters zum Widerstand, dessen Polung so gewählt ist, daß er mit dem
bereits vorhandenen Richtleiter mit gleichen Polen zusammengeschaltet ist. Dieser
zusätzliche Richtleiter stellt für die unerwünschte Potentialerhöhung einen Nebenschluß
mit sehr geringem Widerstand dar und unterdrückt sie damit. Das sonstige Verhalten
der Anordnung erleidet durch diese Maßnahme keine Beeinträchtigung.
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Die bei Verwendung sehr schnell ansprechender Elemente in den an die
Auswahlschaltung angeschlossenen Einrichtungen zur Auswertung zugeführter Bezeichnungspotentiale
bestehende Forderung, daß jede Stufe der Auswahlschaltung das Bezeichnungspotential
nicht vor dem Sperrpotential abgibt, kann wie bei den Anordnungen der Hauptpatentanmeldung
durch Verzögerung der Abgabe des Bezeichnungspotentials erfüllt werden, wozu im
einfachsten Fall die Bezeichnungsausgänge kapazitiv belastet werden.