DE120601C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B11/00—Calcium sulfate cements
- C04B11/02—Methods and apparatus for dehydrating gypsum
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
JVi: 120601 KLASSE BOb.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Brennen von Gips zwecks Herstellung von
Stuckgips, welcher bekanntlich nach dem Brennen eine gewisse Menge von Hydratwasser
des Rohgipses enthalten und eine Mischung von ziemlich bestimmten Verhältnifsmengen
von todt gebrannten, gar gebrannten und halb gar gebrannten Theilen, d. h. von wasserfreiem
Calciumsulfat von der Formel Ca SO1
(Todtbrand), Calciumsulfat mit einem Molecül Hydratwasser von der Formel Ca 5O4 H2 O
(Garbrand) und Gips von der Formel
Ca SOi 1 H^O
(Halbbrand) bilden soll. Durch die todt gebrannten und halb gebrannten Bestandteile
werden bei einem in der vorstehend erwähnten Weise zusammengesetzten Stuckgips die bei
nur aus Monohydrat bestehendem Gips in zu hohem Mafse auftretenden Eigenschaften des
Festwerdens und Anhaftens gemildert, wodurch seine Verwendbarkeit für Bauzwecke erhöht
wird.
Bei Benutzung der bisher üblichen Oefen ■ erhält man zwar annähernd das Gemisch der
drei genannten Bestandtheile, das Ergebnifs ist jedoch stets unsicher und von verschiedenartigen
Umständen, beispielsweise von dem Wassergehalt der verwendeten Gipssteine, dem Brennvorgange, dessen Verlauf man bei Verwendung
dieser Oefen nicht regeln kann, und dergl. mehr abhängig. Mittelst der alten Oefen
erhält man einen Handelsgips, welcher die gestellten Anforderungen zwar erfüllt, bei welchem
jedoch das Verhältnifs des Todtbrandes, Halbbrandes und Garbrandes unbestimmt und
bei den einzelnen Abbränden sehr verschieden ist.
Bei dem Verfahren nach vorliegender Erfindung kann im Gegensatz zu den älteren
Arbeitsweisen eine nur aus Todtbrand, Halbbrand u.s.w. bestehende Waare, sowie auch
planmäfsig die ganze Reihe der zwischen ■ diesen Grenzfällen liegenden Erzeugnisse dadurch
hergestellt werden, dafs man über gepulverten Rohgips in einem Ofen Heizgase
derart hinwegstreichen läfst, dafs der mit den Gasen in Berührung kommende Theil des
Rohgipses todt gebrannt, der unmittelbar darunter liegende Theil gar gebrannt und der
Rest, der von der Wärmequelle zu weit entfernt ist, nur theilweise von seinem Hydratwasser
befreit wird. Bei Ausführung des Verfahrens können unter Berücksichtigung der an
sich bekannten Thatsache, dafs die bei etwa 8o° C. beginnende Entwässerung von Rohgips
bei 1700C. beendet ist und bei dem letztgenannten
Hitzegrad der Rohgips sein Hydratwasser vollständig verloren hat, zweckmäfsig Heizgase verwendet werden, deren Wärme
höher als 1700 C. ist.
Das Verfahren wird beispielsweise in folgender Weise ausgeführt:
In einen geschlossenen Behälter a (Fig. 1) wird eine bestimmte Menge an gepulvertem
Rohgips eingebracht, welcher zweckmäfsig durch vorgängiges Trocknen von der aus der
Luft angezogenen oder noch aus dem Steinbruch herrührenden Feuchtigkeit befreit worden
ist. Ueber diese gepulverte und vorgetrocknete Gipsmasse läfst man einen Strom von Luft
oder eines anderen Gases hinwegstreichen, dessen Wärme höher als 1700 C. ist. Die
Zeitdauer der Einwirkung ist von dem Mafs abhängig, um welches der Wärmegrad der
Gase höher als 1700 C. ist.
Diese Behandlungsweise wird derart geleitet, dafs eine vollständige Entwässerung der mit
den Gasen in Berührung kommenden Schicht b des Rohgipses erfolgt. Die Erwärmung schreitet
nach und nach bis zu dem unmittelbar darunter liegenden Theil c des Rohgipses vor, welcher
gar gebrannt, d. h. in gewöhnlichen plastischen Gips von der Formel Ca SO4 H2 O übergeführt
wird. Der Rest d des Rohgipses, welcher von der Wärmequelle zu weit entfernt
ist, bleibt in halb gebranntem Zustande und wird nur theilweise von seinem Hydratwasser
befreit. Es werden mithin gleichzeitig die drei Abarten des Gipses von verschiedener
chemischer Zusammensetzung erhalten, deren Mischung den gesuchten Handelsgips bildet.
Bei Anwendung des Verfahrens kann der Behälter α auch drehbar eingerichtet werden,
wie in Fig. 2 dargestellt ist. Das Verfahren wird alsdann in der Weise ausgeführt, dafs
man die Trommel α von Zeit zu Zeit während des Brennens schrittweise dreht. Wenn beispielsweise
die Brenndauer 2 Stunden beträgt, bewirkt man je eine langsame Drehung der Trommel um 450 in regelmäfsigen Zeitabständen
von je Y4 Stunde, so dafs nach beendetem Brande die Trommel 8 Theildrehungen von
je 45u, also eine volle Umdrehung ausgeführt
hat.
In diesem Falle kommt eine gröfsere Menge der Theilchen des Rohgipses in Form einer ringförmigen
Schicht b in Berührung mit den Heizgasen. Bei den Theildrehungen der Trommel erfolgt ein Umrühren der Masse nur
in unvollkommener Weise innerhalb der Ringschicht b, deren Theile sämmtlich mit den
Brenngasen in Berührung kommen. Die beiden inneren Schichten c und d bleiben dagegen
stets der unmittelbaren Einwirkung der Brenngase entzogen. Ein Unterschied betreffs des
Endergebnisses gegenüber der vorher erläuterten Ausführungsweise besteht nur darin, dafs eine
Vermehrung der todt gebrannten Theile und mithin eine Verminderung der halb gebrannten
Theile erfolgt.
Eine dritte Ausführungsweise des Verfahrens besteht darin, dafs man gepulverten und vorgetrockneten
Rohgips in einen Ofen mit drehbarer Sohle einbringt, wobei dafür Sorge zu tragen ist, dafs auf der Ofensohle kein Umrühren
erfolgt. Man erhält alsdann ebenfalls ein aus den drei gesuchten Bestandtheilen zusammengesetztes
Erzeugnifs.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Brennen von Gips zwecks Herstellung von Stuckgips, dadurch gekennzeichnet, dafs man über gepulverten Rohgips in einem Ofen Heizgase derart hinwegstreichen läfst, dafs der mit den Gasen in Berührung kommende Theil des Rohgipses todt gebrannt, der unmittelbar darunter liegende Theil gar gebrannt und der Rest, der von der Wärmequelle zu weit entfernt ist, nur theilweise von seinem Hydratwasser befreit wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE120601C true DE120601C (de) |
Family
ID=389649
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT120601D Active DE120601C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE120601C (de) |
-
0
- DE DENDAT120601D patent/DE120601C/de active Active
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