-
Einrichtung zur Umwandlung eines Frachtflugzeuges in ein Passagierflugzeug
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Umwandlung eines Frachtflugzeuges
in ein Passagierlugzeug, bei der mit Sitzen versehene Platten zur Bildung eines
Fußbodens dicht aneinander anschließend #n im Frachtraum angebrachte Führungen einschiebbar
sind.
-
In der Luftfahrt besteht manchmal ein hoher Bedarf an Transportraum
für Frachtflüge und dann wiederum ein hoher Bedarf für Passagierflüge. Es ist daher
wünschenswert, ein Flugzeug in seiner Innen-,inrichtung so auszugestalten, daß es
zum Transport von Frachten oder zum Passagierdienst verwendet werden kann, wie es
die Umstände gerade verlangen.
-
Es ist daher bereits bekannt, ein Frachtflugzeug durch Befestigung
von Sitzen in ein Passagierflugzeug umzuwandeln. Ein derartiges Umwandlungsverfahren,
bei dem lediglich die Frachtladung durch Sitze ausgetauscht wird, hat sich wegen
grundsätzlicher Mängel in der Praxis nicht einführen können. Die Geräuschentwicklung
in dem Frachtraum eines Frachtflugzeuges ist nämlich vor allem wegen der akustisch
harten Innenwände des Frachtraumes so beträchtlich, daß sich Personen in dem Frachtraum
nicht längere Zeit aufhalten können, ohne dabei gesundheitliche Schä-
den
zu erleiden. Dieser Nachteil wird durch die Erfindung vermieden.
-
Die Erfindung löst das Geräuschproblem dadurch, daß die Platten mit
nach oben stehenden Seitenwänden versehen sind, die Kante an Kante dicht aneinanderschließen
und eine fortlaufende innere Seitenwand bilden, wenn die Platten sich an ihrem Platz
in dem Frachtraum befinden. Die Platten, auf denen sich die Sitze befinden, sind
also zusätzlich mit Seitenwänden versehen, die Geräusche dämpfen und dämmen, wie
das auch bei den Wänden des Passagierraumes in Passagierflugzeugen der Fall ist.
Der durch Einschieben der mit den Seitenwänden versehenen Sitze entstandene Passagierraum
ist in seinen Eigenschaften mit dem Passagierraum eines Passagierflugzeuges vergleichbar,
so daß mit einem gemäß der Erfindung umgewandelten Frachtflugzeug Passagiere transportiert
werden können, ohne daß diese gesundheitliche Schäden durch zu starke Geräuschentwicklung
erleiden. Es liegt auf der Hand und bedarf keiner weiteren Erläuterung, daß die
Lösung des Geräuschproblems den Erfolg oder Nichterfolg einer Einrichtung zur Umwandlung
eines Frachtflugzeuges in ein Passagierflugzeug bestimmt.
-
Die Platten zur Bildung eines Fußbodens können einen oder mehrere
Sitze tragen. Die Platten sind so ausgestaltet, daß sie in den Frachtraum eines
Flugzeuges an den Stellen eingebaut werden können, die für die Anordnung der Sitze
am zweckmäßigsten sind. Die Einheiten mit den Sitzen sind mit Verankerungen versehen,
so daß sich die Einheiten im Flugzeug nicht bewegen können.
-
Die erfindungsgemäßen Seitenwände, die sich von der Fußbodenplatte
aus nach oben erstrecken, liegen vorzugsweise dicht an der Seitenwand des Frachtraumes
an und folgen ihrer Kontur. Bei Verwendung von Deckenansätzen gemäß einer Weiterbildung
der Erfindung schließen diese ebenfalls wie die Seitenwände dicht aneinander an
und tragen somit wesentlich zur Geräuschdämpfung bei.
-
Jede erfindungsgemäße Sitzeinheit kann mit einer entsprechenden Fußbodenabdeckung
auf der Oberfläche der Fußbodenplatte ausgestattet sein, die möglichst geräuschdämpfende
Eigenschaften haben sollte. Die erfindungsgemäßen Seitenwände können mit entsprechenden
Einrichtungen und Ausstattungen versehen sein und außerdem alle Armaturen enthalten,
die normalerweise für den Passagierraum eines Flugzeuges erforderlich sind.
-
Auf dem Boden des Frachtraumes des Flugzeuges sind Führungseinrichtungen
oder Teile vorgesehen, die die Platten mit den Sitzen in ihre richtigen Stellungen
bringen und dort gegen Bewegungen sichern. Besonders zweckmäßig ist es, unten im
Frachtraum Transportbänder oder Führungsschienen vorzusehen, auf denen die aus Platten
und Sitzen bestehenden Sitzeinheiten eingeschoben werden können.
An
Hand der Zeichnung soll die Erfindung nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert werden. Die Zeichnung ist eine perspektivische Darstellung.
-
Grundsätzlich ist zu sagen, daß, ehe die mit den Sitzen versehenen
Paletten eingebaut werden, der Innenraum des Flugzeuges, der für Frachttransporte
ausgestattet ist, keine besondere Fußboden- oder Wandverkleidung aufweist, sondern
im wesentlichen nur mit einem flachen Boden 10 ausgerüstet ist, der eine
Anzahl parallel in Längsrichtung verlaufender Transportbänder 11 aufweist.
In dem dargestellten Beispiel sind sechs derartiger Transportbänder vorgesehen,
die normalerweise in zwei Sätzen zu drei Transportbändern angeordnet sind, um zwei
Reihen von Frachtpaletten aufzunehmen, von denen jeweils eine auf jeder Seite eines
Mittelganges 13 liegt. Um die Paletten zu führen und sie gegen eine seitliche
Bewegung zu sichern, sind im Querschnitt U- oder L-förmige Führungsschienen
12 vorgesehen, die längs der äußeren beiden Transportbänder eines jeden Dreiersatzes
entlanglaufen und die im wesentlichen so weit auseinander liegen, wie eine Palette
breit ist. Sowohl die Transportbänder 11 und die Führungsschienen 12 sind
in Sektionen mit dem Boden 10 verbolzt und können, um den Fußboden frei zu
machen, abgebaut werden.
-
Um ein Frachtflugzeug in ein Passagierflugzeug umzuwandeln, werden
die mit Sitzen versehenen Paletten 14 an Stelle der Frachtpaletten in den Innenraum
des Flugzeugs eingefahren. Diese liegen ebenfalls in Reihe auf jeder Seite des Mittelganges
13. In dem in der Zeichnung dargestellten Beispiel ist jede Palette 14 mit
einer bankartigen Anordnung von drei Sitzen 17,
die nebeneinanderliegen, versehen,
wobei die Füße der Beine 15 der Sitze im wesentlichen permanent mit den Paletten
verbunden sind.
-
Jede Palette besitzt einen Unterbau 16, der auf den drei Transportbändern
11 auf jeder Seite des Mittelganges läuft und mit gutem Paßsitz zwischen
den zugehörigen Führungsschienen 1-2 gleitet. Horizontale Flansche 18 der
Führungsschienen umgreifen Leisten 19, die auf den Seiten des Unterbaues
16 der Paletten angeordnet sind, wodurch die Schienen die Paletten und die
Sitze, die auf diesen befestigt sind, sowohl a gen eine vertikale als auch
gegen eine seitliche Bege wegung sichern. Gegeneinanderstoßende Enden 20 der Paletten
einer Reihe bilden einen durchgehenden falschen Fußboden, und die gesamte Reihe
wird in Längsrichtung durch Befestigungen 21 an den Enden mit dem Boden
10 des Innenraumes des Flugzeuges in den entsprechenden Stellungen gesichert.
Der Fußboden 10 besitzt in Längsrichtung verlaufende Reihen von öffnungen
22, in denen diese Befestigungen an verschiedenen Stellen verankert werden können.
-
Jede Palette 14 besitzt eine obere Plattform 23, die nach einer
Seite über den Unterbau 16 herausragt, so daß sie fast bis an die Seitenwand
24 des Flugzeuginnenraumes heranreicht, wenn die Palette in ihrer gewünschten Lage
befestigt ist. Von der Kante dieses über die Seite herausragenden Teiles und mit
der Palette durch entsprechende - Winkel verbunden, erstreckt sich ein Wandpaneel
25 nach oben, das dicht auf der Seitenwand des Flugzeuges liegt. Dieses Wandpaneel
ist so gekrümmt, daß es sich der Seitenwand des Flugzeuges anpaßt und, wie in der
Zeichnung dargestellt, mit kreisfönnigen Öffnungen 26 versehen ist, die den
kreisfönnigen bullaugenartigen Fenstern 27
in der Seitenwand entsprechen.
Paneele 25 aufeinanderfolgender Paletten legen sich mit ihren Kantenflächen
gegeneinander und bilden eine durchgehende Wandfläche. Die Plattform für jede Palette
14 kann mit einem Teppich oder irgendeinem anderen Fußbodenbelag versehen sein,
während die Wandpaneele 25 mit irgendeinem entsprechenden Material für die
Ausstattung des Passagierraumes überzogen werden können. Irgendeines oder beide
können mit schalldämpfendem Material versehen werden.
-
Durch die Verwendung von mit Sitzen versehener Paletten der beschriebenen
Art kann ein Flugzeug sehr schnell vom Frachtflugzeug in ein Passagierflugzeug umgewandelt
werden. Alle Einrichtungen und Ausstattungen, die unter der Deckenhöhe erforderlich
sind, können mit den Paletten verbunden werden. Dadurch wird die Umwandlung nicht
nur sehr einfach gestaltet, sondern auch erreicht, daß bei der Verwendung des Flugzeuges
als Frachtflugzeug alle nicht notwendigen Ausstattungen und Einrichtungen entfernt
sind, so daß sie gegen eine Beschädigung geschützt sind und sich ein Maximum an
Frachtraum erzielen läßt.
-
Obgleich in dem dargestellten Ausführungsbeispiel die Sitzeinheiten
keine Deckenpaneele besitzen, können solche, falls gewünscht, vorgesehen werden.
Die Deckenpaneele können dann von den oberen Enden der Paneele 25 getragen
werden und sich horizontal oberhalb der Sitze 17 in den Raum erstrecken.
Ebenso wie die Wandpaneele würden sich dann die Deckenpaneele mit ihren Kanten aneinanderlegen,
wenn die Sitzeinheiten in dem Flugzeug angeordnet sind, so daß sich eine durchlaufende
falsche Decke ergibt. Die Deckenpaneele können, falls sie vorgesehen werden, sich
so weit zum Inneren hin erstrecken, daß sich die Deckenpaneele der beiden Sitzreihen
zu beiden Seiten des Mittelganges in der Mitte des Flugzeugraumes berühren. Andererseits
können die Deckenpaneele die Sitzeinheiten mit einem festen Deckenstreifen, der
sict auf der Mitte des Raumes entlang erstreckt, berühren Wie im Falle des falschen
Fußbodens und der Wandpaneele können die Deckenpaneele mit irgendwelchen überzügen
oder irgendwelcher Ausstattung versehen sein und mit Einrichtungen, die dem Wohlbehagen
und der Bequemlichkeit der Passagiere des Flugzeuges dienen. Die Deckenpaneele können
mit Beleuchtungskörpern versehen sein, im allgemeinen mag es jedoch günstiger sein,
feste Deckenlampen, wie die Lampen 30, zu benutzen und entsprechende Öffnungen
in der falschen Decke vorzusehen, weil dadurch keine elektrischen Leitungen angeschlossen
und unterbrochen zu werden brauchen, wenn die Sitzeinheiten eingebau-oder entfernt
werden.
-
Die Sitzeinheiten können so ausgestaltet sein, daß sie sich umklappen
lassen, wenn sie nicht benutzt werden. In ähnlicher Weise können auch die Deckenpaneele,
wenn derartige angeordnet sind, so ausgestaltet sein, daß sie sich an der Verbindungsstelle
mi: der oberen Stelle der Wandpaneele umfalten oder umklappen lassen und in ihrer
Gebrauchslage durch Befestigung an der festen Decke des Raumes des Flugzeugs befestigt
werden, wenn die Sitze in Benutzung sind. Dadurch wird vermieden, daß auf die Decke
und die Wandpaneele eine Spannung ausgeübt wird, wenn die Deckenpaneele armartig
von den Wandpaneeleil getragen werden. Durch dieses Zusammenfalten läßt sich auch
eine kompaktere Einheit erhalten, wenn sie aus dem Flugzeug ausgebaut ist. Ein Vorteil,
der
durch die Anordnung von Deckenpaneelen erhalten wird, ist der,
daß für die Sitze und die anderen Einheiten, die auf den Paletten befestigt sind,
ein gewisser Schutz gewährleistet ist, wenn die Einheiten nicht benutzt werden.
Die zusammenklappbare Ausgestaltung der Einheiten vergrößert diesen Schutz beträchtlich.
Die Wandpaneele und die Deckenpaneele als auch der falsche Fußboden können mit schallschluckendem
Material versehen werden. In dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die Wandpaneele mit kreisfönnigen öffnungen 26 versehen, die den Fensteröffnungen
27 entsprechen. Es können aber auch andere Ausgestaltungen getroffen werden,
und Fenster- oder Ventilatoröffnungen können von jeder gewünschten Gestalt in den
Wandpaneelen oder auch in den Deckenpaneelen vorgesehen sein.
-
In dem dargestellten Beispiel ist der Boden des Mittelganges
13 der tatsächliche feste Boden des Frachtraumes des Flugzeugs, und der falsche
Boden, auf dem die Sitze befestigt sind, liegt etwas höher. Diese Ausgestaltung
erweist sich jedoch oft als zweckmäßiR. Falls jedoch die obere Fläche
23 der Palette ausgedehnt werden kann, so daß sie sich in der Mitte des Raumes
mit der anderen Seite trifft, liegt der Boden des Mittelganges auf der gleichen
Höhe wie der Boden der Sitze.
-
Obgleich die Erfindung an einem Frachtflugzeug beschrieben ist, dessen
Frachtraum mit Transportbändern und Führungsschienen für Palettenfrachten ausgestattet
ist, so braucht der Boden des Flugzeuges doch nicht mit derartigen Einrichtungen
ausgestattet zu sein, um die Erfindung verwirklichen zu können. Fehlen auf dem Fußboden
des Frachtraumes Transporteinrichtungen, so können Paletten verwendet werden, die
ihre eigenen Rollen oder Räder besitzen, die in die Führungsteile auf dem Boden
des Flugzeuges, falls solche vorhanden sind, eingreifen. Tatsächlich kann die Erfindung
ganz allgemein auf Frachtflugzeuge angewandt werden, in denen ausreichender Raum
zum Passagierflug vorhanden ist. Zur normalen Ausstattung eines Frachtflugzeuges
gehören, selbst wenn keine Transporteinrichtung und Führungsschienen vorhanden sind,
Verankerungspunkte, um die Fracht an derartigen Verankerungspunkten auf einfache
Art und Weise befestigen zu können. Derartige Befestigungspunkte lassen sich zur
Befestigung der die Sitze tragenden Paletten verwenden. Obgleich wünschenswert,
ist es doch nicht erforderlich, daß Wandpaneele an den die Sitze tragenden Paletten
befestigt sind, um die festen Wände des Flugzeugs zu verkleiden.
-
Wenn auf dem Boden des Flugzeugs Palettenführungsschienen befestigt
sind, so können diese von einer anderen Art sein als jene, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel
beschrieben worden sind. Zum Beispiel können an Stelle von Schienen mit einem oberen
horizontal liegenden Flansch, um die Paletten festzuhalten, die gegen diese Schienen
stoßen, Schienen verwendet werden, die einfach aus einem nach oben ragenden Flansch
oder Steg bestehen, der in eine Nut auf der Unterseite der Palette eingreift. Die
Befestigung der Sitzeinheiten kann dann dadurch erfolgen, daß Bolzen horizontal
durch entsprechende Löcher in den Schienen hindurchgesteckt werden. Es ist leicht
zu erkennen, daß derartige Verankerungsbolzen die Paletten sowohl gegen eine vertikale
als auch gegen eine in Längsrichtung verlaufende Bewegung sichern. Auf diese Art
und Weise können die weiter oben beschriebenen Endbefestigungen weggelassen werden.
Die Befestigungsbolzen können federbelastet sein und durch einen entsprechend ausgestalteten
Hebel auf der Seite der Palette betätigt werden.
-
Schließlich braucht nicht der gesamte Frachtraum des Flugzeugs zum
Transport von Passagieren umgewandelt zu werden. Es wäre auch möglich, teilweise
Passagiere und teilweise Fracht zu befördern, indem nur so viel Sitzeinheiten verwendet
werden, daß eine teilweise Umwandlung stattfindet. Zur Vervollständigung der Ausgestaltung
der Passagierkabine ist es möglich, weitere palettenartige Einheiten zu verwenden,
die als Küche, Bar, Gepäckabteil u. dgl. ausgestaltet sind, und es können eine oder
mehrere Trennwände auf diese Art und Weise hergestellt werden, um den Innenraum
des Flugzeugs in sich aufzuteilen.