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Spritzgießmaschine, insbesondere für die Kunststoffverarbeitung, mit
einer Einrichtung zum Aufhalten der bewegbaren Formträgerplatte kurz vor der Schließung
der Formhälften Die Erfindung betrifft eine Spritzgießmaschine, insbesondere für
die Kunststoffverarbeitung, mit einer im wesentlichen feststehenden düsenseitigen
und mit einer relativ zu dieser bewegbaren Formträgerplatte und mit einer Einrichtung
zum Aufhalten der bewegbaren Formträgerplatte in einem für das Einlegen von mit
einzuspritzenden Stäben, Blechen od. dgl. von Hand oder durch eine Zuführungsvorrichtung
genügendem geringem Abstand, bei der ein an dieser Formträgerplatte angeordneter
elektrischer Endschalter ihre Antriebsbewegung vorübergehend unterbricht und diese
nach einer einstellbaren Zeit bis zum endgültigen Schließdruck der Formhälften wieder
einschaltet.
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Während man mit einzuspritzende Teile in vielen Fällen in die eine
Formhälfte schon vor Beginn ihrer Bewegung einbringen kann, ohne befürchten zu müssen,
daß sie beim ruckartig anfahrenden Werkzeug oder infolge sonstiger Erschütterungen
diesen Sitz verlassen, bezieht sich die Erfindung auf diese besonderen Fälle, in
denen die Beibehaltung der Lage der Teile während der Schließbewegung nicht gewährleistet
ist.
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Zur Lösung dieser Aufgabe hat man bisher die Schaltung an der Spritzgießmaschine
so ausgelegt, daß die bewegbare Formhalteplatte abgebremst und angehalten wird,
ehe die von ihr getragene Formhälfte auf die Formhälfte der düsenseitigen Formträgerplatte
gelangt. Das geschieht entweder bei mechanischen Maschinen durch einen Bremsmotor
oder bei hydraulischen bzw. pneumatischen Maschinen durch vorübergehende Abschaltung
der Ö1-, Wasser- oder Luftzufuhr durch Verstellung eines Umschaltschiebers. Die
Schaltung des Umschaltorgans erfolgt dabei durch eine an den beiden Formhalteplatten
angeordnete elektrische Endschaltereinrichtung, die einen Motor bzw. einen Elektromagneten
steuert, jedenfalls also die Antriebsbewegung der bewegten Formhalteplatte vorübergehend
unterbricht.
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Diese Einrichtungen arbeiten aber ungenau, weil der abgeschaltete
Antrieb noch weiter läuft, und gewährleisten daher nicht die genaue Einhaltung des
vorbestimmten Abstandes zwischen den beiden Stirnseiten der Formhälften, der in
der Praxis bei etwa 0,1 mm liegen kann. Wenn z. B. Drähte von einem Durchmesser
von 0,3 bis 0,4 mm eingeschoben werden sollen, so liegen deren über den Formraum
hinausragende Enden in je einem halbrunden Versenk, wobei die Abdichtung des Spritzraumes
durch die eingeschlossenen Drähte selbst erfolgt. Es genügt ein Zwischenraum von
0,1 mm, um diese Drähte ungehindert, aber doch so einführen zu können, daß sie nun
auch mit Sicherheit in der erforderlichen Lage in dem Hohlraum geringer Tiefe liegenbleiben,
gleichgültig,
ob sie von einer inneren Wandung des Formraumes aufgehalten werden
oder auch an dieser Stelle in einer gleichen Öffnung wieder austreten.
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Wenn auch in manchen Fällen diese Einführtätigkeit von Hand erfolgt,
so wird sie doch im überwiegenden Maße durch mechanische Zuführungsvorrichtungen
bewirkt, bei denen die Austrittsöffnungen genau in der Höhe liegen, in der die fast
völlig geschlossene Form aufnahmebereit ist. Die Abstandshaltung in so genauem Maß
muß daher unbedingt gewährleistet sein, was mit den bisherigen Mitteln nicht möglich
war.
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Dort mußte man die Zuführungsvorrichtung mit der Formträgerplatte
zusammen bewegen.
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Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß an beiden Formträgerplatten
an deren Seitenwänden frei vorspringend je ein Anschlag koaxial zueinander angeordnet
ist, von denen der eine zur Einstellung des Abstandes einstellbar, der andere aus
seiner Aufhaltestellung aus dem Bewegungsbereich des Anschlages entfernbar ist,
und daß an der den Endschalter tragenden Formträgerplatte gegenüberliegenden Formträgerplatte
eine Schaltstange von solcher Länge angebracht ist, daß sie im Augenblick des Aufeinanderstoßens
der Anschläge den Endschalter betätigt und nach Beendigung des Einlegevorganges
über ein Zeitrelais den Anschlag aus seiner Aufhaltestellung vorübergehend entfernt.
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Durch diese Gestaltung wird es ermöglicht, den vorbestimmten Abstand
der beiden Formhälften in jedem Anwendungsfalle ganz genau auf ein bestimmtes Maß
einzustellen. Dabei bleibt es gleichgültig, ob die Abschalteinrichtung ganz exakt
arbeitet, da der Weg bis zum gemeinsamen Auftreffen der beiden Anschläge eine Auffangmöglichkeit
für Schalt- oder Bremsdifferenzen darbietet. In diesem Zusammenhange können jetzt
auch horizontale Maschinen verwendet werden.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist der entfernbare Anschlag
als in einer Führung längsverschiebbarer Bolzen ausgebildet, der von einem an seinem
rückwärtigen Ende angelenkten Kniehebelsystem in dessen Strecklage in seiner Wirkungslage
gehalten und bis zum Ausknicken des Kniehebelsystems verriegelt ist. Vorteilhaft
wird der dem Anschlag abgewendete Hebel des Kniehebelsystems als Doppelhebel ausgebildet,
an dessen freiem Ende ein Druck-Zug-Organ angreift, das von Hand oder aber auch
durch ein hydraulisches System steuerbar ist. Als Druck-Zug-Organ kann dabei ein
Bowdenzug dienen, dessen freies Ende durch einen auf Führungen verstellbaren Schien
ber bedient wird, der seinerseits mit dem Kolben des hydraulischen Zylinders in
seiner Längsrichtung vor-und zurückverschiebbar ist.
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Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist der an der düsenseitigen
Formträgerplatte angebrachte entfernbare Anschlag als quer zu den Holmen gerichteter
Bolzen ausgebildet, der den vorderen Teil einer Kolbenstange eines in einem z. B.
hydraulischen Zylinder beweglichen Kolbens bildet und in der zurückbewegten Lage
hinter dem gegen ihn andrängenden beweglichen Anschlag zurücktritt.
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Wenn die Erfindung auch in ihrer Anwendung bei hydraulisch betriebenen
Spritzgießmaschinen erörtert worden ist, so versteht es sich doch von selbst, daß
sie auch bei solchen Spritzgießmaschinen anwendbar ist, bei denen der Antrieb pneumatisch,
elektromagnetisch oder mechanisch durchgeführt wird.
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In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
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F i g. 1 zeigt eine Seitenansicht auf den Formhaltebereich einer
Spritzgießmaschine, F i g. 2 eine Einzelheit in der anderen Stellung, F i g. 3 das
zweite abgeänderte Ausführungsbeispiel, Fig.4 eine Einzelheit und F i g. 5 die beiden
Formhälften in der durch die Anschläge offen gehaltenen Lage, in der die mit einzuspritzenden
Teile durch eine nicht dargestellte Zuführungsvorrichtung eingeführt werden (rechte
Hälfte), und in der geschlossenen Lage (linke Hälfte).
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Die Holme 1 der Spritzgießmaschine tragen die im Raume feststehende
Traverse 2, auf der der Massezylinder angebracht ist, durch eine Gegenmutter 32
einstellbare Verriegelungsanschläge 3, die düsenseitige Formtragerplatte 4, die
entgegen einer Federkraft um ein kurzes Stück x in Richtung auf den die Düse tragenden
Spritzzylinder 5 hin bewegbar ist und die schließseitige Formträgerplatte 6. An
den beiden Formtragerpiatten 4 und 6 sind in üblicher Weise die beiden Formhalften
72 und 7o befestigt.
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Beim ersten Ausführungsbeispiel (Fig. 1 und 2) ist an der Formträgerplatte
4 ein parallel zu den Holmen verlaufender Bolzen 8 als Anschlag angeordnet, der
in der Führung 82 eines Lagerkörpers 8b gleitet.
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Der Lagerkörper 8b besitzt einen Hohlraum8c mit einem ihn durchsetzenden
Bolzen 86, an dem sich ein Kniehebelsystem 86, 8t abstützt, dessen anderes freies
Ende am benachbarten Ende des Anschlagbolzens 8 angelenkt ist. Befindet sich das
Kniehebelsystem 8e, 8, in der gestreckten Lage (F i g. 1), so ist der Anschlagbolzen
8 verriegelt. Wird das Kniehebelsystem 8e, 8,, z. B. durch Verstellung des Kniegelenks,
eingeknickt, so kann die Stirnfläche des Anschlagbolzens 8 zurückweichen. Hier ist
der um den Bolzen 8 schwenkende Kniehebel82 als Doppelhebel ausgebildet, an dessen
freiem Ende w ein Druck-Zug-Organ 9 in Form eines
Bowdenzuges angreift, während dessen
anderes Ende an einem Schieber 10 befestigt ist, der auf den Führungsbolzen 10a
verstellbar ist. Der Schieber 10 ist mit dem gestrichelt dargestellten Kolben lla
eines hydraulischen Zylinders 11 verbunden. Diese Baueinheit ist an der feststehenden
Traverse 2 befestigt.
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Die bewegliche Formträgerplatte 6 trägt einen koaxialen Anschlagbolzen
12, der mit seinem kappenartigen vorderen Ende 12a die Stirnfläche des Anschlagbolzens
8 umgreift. Der Bolzen 12 ist mit Außengewinde in einem an der Formträgerplatte
6 befestigten Lagerkörper 12b in der Länge verschiebbar angeordnet und durch eine
Gegenmutter 12C feststellbar. Dadurch wird erreicht, daß die Stirnflächen der Formhälften
7a, 7b beim Aufeinanderstoßen der beiden Anschläge 8, 12 einen geringen Abstandy
bilden, der in der Größenordnung von z. B. 0,1 mm ausreicht, um Einlegeteile von
seitwärts in den Formraum einzuführen (F i g. 5).
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An der Formträgerplatte 4 seitlich und ebenso an der Formträgerplatte
6 ist eine Endschaltereinrichtung angebracht. Sie besteht hier aus einer Führungsstange
13, die längsverstellbar in einem Führungsvorsprung4a gelagert ist. Ihr freies Ende
132 gelangtbeim Zusammenfahren der beiden Formträgerplatten 4, 6 gegen einen an
der Formträgerplatte 6 in seinem Bewegungsbereich liegenden elektrischen Schalter
6a. Der Schalter 6a steuert den Stromkreis eines Elektromagneten, der üblicherweise
die Aufgabe hat, einen Schieber für das hydraulische Antriebssystem der Formträgerplatte
6 so zu verstellen, daß der Druck auf diese vorübergehend unterbrochen wird. Der
Schalter 6a ist so ausgebildet, daß es sich nach einem Zeitraum, der für das Einlegen
der Einlegeteile ausreicht, ohne Rücksicht auf die Stellung der Stange 13, 13a wieder
einschaltet, so daß die Formträgerplatte 6 erneut Antrieb erhält.
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Das kann durch Relais oder ein Hemmwerk oder einen Programmschalter
herbeigeführt werden.
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Das bewegliche Glied des Schalters 6a kann aber auch in irgendeiner
Weise verrastet werden, und die Entrastung kann in Abhängigkeit von der Anordnung
9 bis 11 erfolgen, wenn das Kniehebelgelenk8e, 8f eingeknickt ist und damit dem
beweglichen Anschlag 8 gestattet, vorübergehend in eine rückwärtige Lage zu gehen.
In gleicher Weise kann die Entrastung von dem nicht dargestellten Einführungsschieber
der Zuführungseinrichtung für die einzuschiebenden Teile abgeleitet werden. Die
Anbringung der Schaltstange 13 und des Schalters 62 an den beiden Formträgerplatten
4 und 6 kann auch vertauscht werden.
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Das Ausführungsbeispiel nach F i g. 3 und 4 unterscheidet sich von
dem oben erörterten im wesentlichen nur dadurch, daß hier der hydraulische Zylinder
11 mit dem Kolben lla an der düsenseitigen Formträgerplatte 4 befestigt ist. Hier
ist die Kolbenstange 11b an ihrem freien Ende als Anschlagbolzen 8 ausgebildet.
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Dieser Kolben ist also senkrecht zu den Holmen angeordnet und legt
sich vor den Anschlag 12, wenn er, in diese Wirklage vorgeschoben, zur Bildung des
Abstandesy zwischen den beiden Formhälften 72, 7b wirken soll, und wird später zur
Freigabe des Weges für den Anschlag 12 zurückgezogen. Damit die Kolbenstange llb,
8 sich in ihrer runden Führung des Befestigungskörpers 11b nicht zu verdrehen vermag,
ist eine Nut 8 vorgesehen, in die eine Sicherungsschraube 8 führend eingreift.
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Der hydraulische Antrieb kann durch andersartige Antriebe, wie z.
B. Zahnstange, Schnecke od. dgl., ersetzt werden.