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Vorrichtung zur Wärmebehandlung bei der Herstellung von Einscheiben-Sicherheitsglas
Die Erfindung bezieht sich auf Vorrichtungen zur Wärmebehandlung von Glas mit einem
Blasrahmen und Mitteln, mit denen eine Glasscheibe in der Nähe des Rahmens gehalten
wird, wobei der Rahmen eine Mehrzahl von parallel und im Abstand voneinander liegenden
Luftzuführrohren aufweist, die je mit einer Mehrzahl von durch eine Wandung des
Rohres verlaufenden Kanälen versehen sind, die Luftstrahlen gegen die Glasscheibe
richten.
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Nach einer bekannten Ausführung wird die Verwendung von Blasrahmen
empfohlen, bei denen die die Düsen darstellenden Kanäle derart angeordnet sind,
daß die aus den Düsen austretenden Luftstrahlen auf die angrenzende Glasfläche in
einem Muster auftreffen, das im wesentlichen gleichförmig über die Oberfläche verteilt
ist. Dieses Muster erlaubt weiterhin ein leichtes Entweichen der erhitzten Luft
von der Glasscheibe zwischen den Luftrohren hindurch, in denen die Düsenkanäle liegen.
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Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, bei solchen Vorrichtungen
zur Wärmebehandlung das Muster der auftreffenden Strahlen weiterhin zu verbessern.
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Gemäß der Erfindung sind bei einer Vorrichtung zur Wärmebehandlung,
die einen Blasrahmen sowie Mittel aufweist, mit denen eine Glasscheibe in der Nähe
des Rahmens gehalten wird und bei der der Rahmen eine Mehrzahl von parallelen, gegenseitig
im Abstand voneinander liegenden Luftzuführrohren besitzt, die je mit einer Mehrzahl
von durch eine Wand verlaufenden Kanälen versehen sind, die die Luftstrahlen gegen
die Glasscheibe richten, die Kanäle so gerichtet und längs jedes Rohres so angeordnet,
daß die Luft in einem Muster gegen die Scheibe gerichtet wird, das im wesentlichen
zwischen zwei abstandgleichen Sinuslinien liegt, deren mittlere Richtung parallel
zur Längsachse des Rohres liegt, wobei Mittel vorgesehen sind, die wenigstens in
Richtung parallel zur Längsachse der Rohre eine Oszillation des Rahmens relativ
zu den Haltemitteln für das Glas hervorrufen.
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In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
beispielsweise und schematisch dargestellt, die im folgenden im einzelnen erläutert
werden.
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Fig. 1 zeigt schematisch das theoretische Auftreffmuster der Luftstrahlen
auf eine Glasoberfläche einer bekannten Ausführung, wobei die Darstellung so abgewandelt
ist, daß ein Nachteil dieses Musters erkennbar wird; Fig. 2 ist in vergrößertem
Maßstab eine Teilansicht eines Luftrohres des Blasrahmens gemäß der vorliegenden
Erfindung; Fig. 3 ist eine Seitenansicht des in Fig. 2 dargestellten Luftrohres;
Fig. 4 zeigt einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3 ; Fig. 5 ist ein Schnitt
nach der Linie V-V der Fig. 3 ; Fig. 6 ist ein Schnitt nach der Linie VI-VI der
Fig. 3 ; Fig. 7 zeigt schematisch eine Darstellung des theoretischen Auftreffmusters
der Luftstrahlen auf eine Glasoberfläche, die mit einer Mehrzahl von Luftrohren
gemäß den Fig. 2 bis 6 erhalten wird; Fig. 8 ist eine der Fig. 7 entsprechende Darstellung,
die den Zustand zeigt, wenn das mittlere der drei dargestellten Luftrohre falsch
ausgerichtet ist; Fig.9 ist eine weitere schematische Darstellung, die die Wirkung
einer linearen Oszillationsbewegung des Rahmens relativ zur Glasscheibe bei dem
in Fig. 8 dargestellten Zustand erkennen läßt ; Fig. 10 zeigt schematisch, wie durch
eine lineare Oszillationsbewegung in Verbindung mit der besonderen Strahlausbildung
nach den Fig. 2 bis 6 ein vergrößerter Abstand zwischen den Luftrohren ermöglicht
wird; Fig. 11 läßt schematisch die Wirkung einer elliptischen Oszillationsbewegung
des Rahmens relativ zur Glasscheibe bei dem Zustand nach Fig. 10 erkennen;
Fig.
12 zeigt schematisch die Wirkung einer kreisförmigen Oszillationsbewegung des Rahmens
relativ zur Glasscheibe bei dem Zustand nach Fig. 10;
Fig. 13 ist eine Teildraufsicht
auf eine andere Ausführungsform eines Luftrohres gemäß der Erfindung; Fig. 14 ist
ein Schnitt =nach der- Linie XIV-XIV der Fig. 13;
Fig. 15 ist ein Schnitt
nach der Linie XV-XV der Fig. 13;
Fig. 16 zeigt schematisch das theoretische
Auftreffmuster der Luftstrahlen auf eine Glasoberfläche, das sich mit einer Mehrzahl
von Luftrohren gemäß den Fig. 13 bis 15 ergibt.
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In Fig. 1 ist ein Muster von auftreffenden Luftstrahlen dargestellt,
wie es sich bei Verwendung einer bekannten Vorrichtung ergibt. Das obere Rohr 10
ergibt auf der Glasscheibe A Überdeckungsflächen, die jeweils einen der Mittelpunkte
71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 71 a, 72 a, 74 a, 77 a und 78
a umgeben und drei parallele Rohre 10 erkennen läßt. Zum besseren Verständnis der
Vorteile der vorliegenden Erfindung wurde dabei angenommen, daß das mittlere der
in Fig. 1 dargestellten Luftrohre 10 etwas in falscher Richtung liegt, d. h. daß
dieses Rohr um seine eigene Achse etwas aus der richtigen Lage herausgedreht ist,
so daß das gesamte Auftreffgebiet der aus diesem Rohr austretenden Luftstrahlen
etwas nach unten verschoben wird. Dabei überlappen die Überdeckungsflächen, die
den Mittelpunkt 76 umgeben und auf beiden Seiten davon liegen, im wesentlichen die
die Mittelpunkte 71 a und 77 a umgebenden Überdeckungsflächen. In
gleicher Weise liegen die Überdeckungsflächen, die den Mittelpunkt 75 umgeben und
auf beiden Seiten davon liegen, von den die Mittelpunkte 72 und 78 umgebenden überdekkungsflächen
entfernt, so daß ein beträchtlicher Spalt G zwischen dem Teil des Musters, der von
dem obersten Rohr 10 erzeugt wird, und dem von dem falsch eingestellten mittleren
Rohr 10 erzeugten Muster entsteht.
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Die erläuterte Figur zeigt, wie ein derartiger Spalt entstehen kann.
Es erübrigt sich, zu sagen, daß dieses für die richtige Wärmebehandlung des Glases
schädlich ist. Weiterhin liegt der Fig. 1 die Annahme zugrunde, daß der Rahmen relativ
zum Glas keinerlei Oszillationsbewegung ausführt. Aber wenn auch diese Überdeckungsflächen
verkleinert und dafür eine Oszillationsbewegung verwendet würde, würde sich bei
falscher Einstellung eines der Rohre ein ähnlicher Spalt ergeben. Um bei dem schon
beschriebenen Muster zu verhindern, daß durch eine Falscheinstellung ein Spalt gebildet
wird, wäre es erforderlich, sowohl eine kreisförmige Oszillationsbewegung als auch
eine große, bei feststehenden Rohren erzeugte überdeckungsfläche, im folgenden als
»statische« Überdeckungsfläche bezeichnet, zu verwenden, was jedoch einen unnötigen
Verbrauch an Luft bedeutet und in jenen Bereichen vollkommen unnötig ist, in denen
die Luftrohre richtig eingestellt sind. Das gilt üblicherweise für den größten Teil
des Rahmens. Ein derartiges Vorgehen könnte auch schädlich sein, da dabei zuviel
Luft gegen die Glasscheibe gerichtet wird und somit eine Polsterbildung der Luft
begünstigt wird. Bei der Polsterbildung kann die warme Luft, nachdem sie die Scheibe
gekühlt hat, nicht mehr von der Glasoberfläche entweichen.
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Es ist klar, daß die in Fig. 1 angenommene Falscheinstellung des Rohres
keine Verschiebung in irgendeiner Richtung, sondern vielmehr eine Verdrehung um
die eigene Längsachse ist. Sämtliche Rohre sind vorzugsweise so angebracht, daß
sie um ihre eigenen Längsachsen schwenkbar sind. Diese Bauart hat den Vorteil, daß
eine leichte Einstellung und eine schnelle Anpassung der Vorrichtung an verschiedene
Glasformen möglich wird, ohne daß eine bauliche Veränderung der Einrichtung vorgenommen
werden muß. Dieser Vorteil der Anpassungsfähigkeit bringt es jedoch mit sich, daß
sich ein Luftrohr mit größerer Wahrscheinlichkeit während der Einstellung oder auch
während des Betriebes verstellt, und zwar insbesondere dann, wenn der Rahmenden
mechanischen Beanspruchungen der Oszillationsbewegung ausgesetzt ist.
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Ein Ziel der vorliegenden Erfindung liegt darin, ein Auftreffmuster
der Luftstrahlen zu schaffen, das hinsichtlich dieser Schwierigkeiten eine Verbesserung
bringt.
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Es soll nun eine Möglichkeit beschrieben werden, wie dieses Ziel erreicht
werden kann. In den Fig. 2 bis 6 ist die Ausbildung eines Luftzuführrohres dargestellt,
das zusammen mit gleichartig ausgebildeten Rohren ein Auftreffmuster erzeugt, welches
insbesondere hinsichtlich der oben geschilderten Schwierigkeiten Vorteile bringt.
Dann wird an Hand der Fig. 7 bis 10 das Auftreffmuster der Luftstrahlen beschrieben,
das sich bei Verwendung einer Mehrzahl von Rohren, wie sie in den Fig. 2 bis 6 dargestellt
sind, erreichen läßt.
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Die Fig. 2 bis 6 zeigen ein Luftrohr 310, das mit einer Anzahl von
Düsen 340 a bis 340 f versehen ist. Diese Düsen sind
als kleine Gewindebolzen ausgeführt, die sechseckige Köpfe und mit Gewinde versehene
Schäfte aufweisen, welche in das Rohr 310 eingeschraubt sind. Diese Düsen sind entlang
dem Rohr in Gruppen angeordnet, wobei zu jeder Gruppe zwei Düsen gehören und die
Gruppen entlang dem Rohr im Abstand voneinander liegen. Das gewünschte Auftreffmuster
der Luftstrahlen wird durch die Neigungen der einzelnen Düsen hervorgerufen. Die
Düsen 340 a und 340 b einer ersten Gruppe, die in Fig.
4 dargestellt sind, sind beide etwas nach einer Seite des Rohres geneigt, wobei
aber die Düse 340a, die auf der Seite liegt, nach der beide Düsen geneigt sind,
unter einem größeren Winkel geneigt angeordnet ist als die zugehörige Düse 340 b.
Mit anderen Worten: Die beiden Düsen dieser Gruppe divergieren gegeneinander. Die
stärker geneigte Düse 340a erzeugt einen Luftstrahl, dessen Mittellinie mit
N bezeichnet ist. Die Düse 340 b erzeugt einen Luftstrahl mit einer Mittellinie
O. Die Ebene durch den Mittelpunkt des Rohres und normal zur Glasoberfläche ist
mit Y bezeichnet. Die Düsen 340 c und 340 d der nächsten
Gruppe, die in Fig. 5 dargestellt sind, sind gegeneinander divergierend symmetrisch
zur Ebene Y angeordnet und erzeugen Luftstrahlen mit den Mittellinien P und Q. Die
Düsen 340 e und 340 f der nächsten Gruppe, die in Fig.6 zu erkennen sind, sind gegenüber
den Düsen 340 a und 340 b zur anderen Seite des Rohres
310 geneigt angeordnet und besitzen Strahhnittellinien R und T, die gegeneinander
divergieren. Diese Anordnung wiederholt sich zyklisch, so daß als nächste Gruppe
zwei Düsen entsprechend den Düsen 340 c und 340 d verwendet werden, die wie in Fig.
5 geneigt angeordnet sind. Die aus den Düsen 340 a und 340
b bestehenden Gruppen bilden somit eine erste Schar von Gruppen, deren
mittlere
Luftstrahlrichtung eine erste Ebene V festlegt, die nach einer Seite von der Ebene
Y divergiert.
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Die aus den Düsen 340 e und 340 f bestehenden Gruppen
bilden eine zweite Schar von Gruppen, deren mittlere Luftstrahlrichtung eine zweite
Ebene W festlegt, die nach der anderen Seite von der Normalebene divergiert. Die
aus den Düsen 340 c und 340 d bestehenden Gruppen stellen schließlich eine dritte
Schar von Gruppen dar, deren mittlere Luftstrahlrichtung eine dritte Ebene festlegt,
die zwischen den Ebenen V und W liegt und in diesem Fall mit der Ebene Y zusammenfällt.
Die Gruppen der ersten und zweiten Schar sind entlang dem Rohr abwechselnd angeordnet,
wobei die Gruppen der dritten Schar immer abwechselnd mit den Gruppen der ersten
und zweiten Schar angeordnet sind.
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Das theoretische Auftreffmuster, das von den drei parallel und im
Abstand voneinander liegenden Rohren 310 austretenden Luftstrahlen auf einer Glasscheibe
A hervorgerufen wird, ist in Fig. 7 dargestellt. Die Mittelpunkte der aus dem oberen
Rohr 310 austretenden Luftstrahlen sind bei 341 a, 341 b, 341 c, 341d,
341e und 341f dargestellt, wobei die Buchstabenbezeichnung der Bezeichnung
der Düsen entspricht. Jeder dieser Punkte ist der Mittelpunkt einer statischen überdeckungsfläche,
die als Kreis um den entsprechenden Mittelpunkt dargestellt ist,. wie z. B. die
um den Punkt 341 c herum liegende Fläche 342 c. Die im wesentlichen sinusförmige
Ausbildung des Musters der aus dem oberen Rohr 310 austretenden Luftstrahlen ist
in Fig. 7 zu erkennen. Das nächste Rohr 310, das wiederum ein sinusförmiges Muster
erzeugt, ist so angeordnet, daß seine Düsen in einer Richtung mit den entsprechenden
Düsen des oberen Rohres liegen, so daß die Auftreffmuster der beiden Rohre ineinandergreifen.
Es erschien nicht erforderlich, die übrigen Mittelpunkte und überdeckungsflächen
noch mit Bezugszeichen zu versehen. Um das Verständnis zu erleichtern, sind die
zu den drei Rohren gehörenden Muster der statischen überdeckungsflächen verschiedenartig
angelegt.
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Die gestrichelten Linien; die die Mittelpunkte 341 a, 341b,
341c und 341d verbinden, lassen erkennen, daß die bekannte Anordnung der
Mittelpunkte auf gleichseitigen Dreiecken auch hier erhalten bleibt, obwohl sie
insofern von der in Fig. 1 gezeigten Anordnung abweicht, da.ß keine Seite der Dreiecke
mehr parallel zu den Längsachsen der Rohre liegt. Dagegen liegen nunmehr einige
Seiten senkrecht zu den Längsachsen.
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Bei Fig. 7 wurde angenommen, daß sämtliche drei Rohre 310 richtig
eingestellt und ausgerichtet sind. Fig. 8 zeigt nun die Veränderung, wenn bei dem
Auftreffmuster gemäß Fig.7 das mittlere Rohr in gleicher Weise wie in Fig. 1 falsch
eingestellt wird. Das von dem mittleren Rohr 310 erzeugte Auftreffmuster,
bei dem zwei überdeckungsflächen mit 354 und 355 bezeichnet sind, wird von dem vom
oberen Rohr 310 erzeugten Muster wegbewegt, zu dem die Überdeckungsflächen 356 und
357 gehören. Gleichzeitig wird das Muster des unteren Rohres von dem unteren Teil
des Auftreffmusters des mittleren Rohres überlappt. Dadurch entsteht in der gleichen
Weise wie bei Fig. 1 auf der Glasoberfläche A zwischen den beiden Auftreffmustern
ein Spalt G'. Dieser Spalt weicht insofern vom Spalt G nach Fig. 1 ab, als er im
wesentlichen sinusförmige Gestalt besitzt. Damit ist aber die Möglichkeit gegeben,
den Spalt durch eine lineare Oszillationsbewegung des Rahmens relativ zum Glas zu
schließen. Bei Fig. 1 hätte eine line@ are Oszillationsbewegung in Querrichtung
der Glasscheibe, d. h. in Richtung der Längserstreckung der Rohre, keinerlei Einfluß
auf den Spalt G. Wenn dagegen bei einem Auftreffmuster, wie es in Fig. 8 dargestellt
ist, eine lineare Oszillationsbewegung angewendet wird, ergibt sich die in Fig.9
dargestellte Wirkung. Hier ist dargestellt, daß sich eine obere statische überdeckungsfläche
ergibt, die von zwei Sinuskurven 358 und 359 begrenzt wird, während die mittlere
überdeckungsfläche in gleicher Weise zwischen zwei Sinuslinien 360 und 361 liegt.
Wenn nun eine lineare Oszillationsbewegung hinzutritt, wie es durch die Pfeile F
angedeutet ist, ergibt sich eine ;dynamische« Überdeckungsfläche oder Umhüllende
einer überdeckungsfläche, die rechteckige Gestalt besitzt und von den Linien 362,
363 und 364 begrenzt wird, wobei die muldenförmigen Bereiche 365, 366, 367, 368,
369 und 370 in dem sinusförmigen Muster ausgefüllt werden. Obwohl diese Flächen
der Glasscheibe, die durch die muldenförmigen Bereiche dargestellt werden, nicht
kontinuierlich mit Luft beaufschlagt werden, wie es bei den Mittelteilen der sinusförmigen
Umhüllenden der Fall ist, erhalten sie normalerweise eine genügende Luftmenge, die
für eine richtige Wärmebehandlung ausreicht. Bei den Fig. 8 und 9 wurde angenommen,
daß die Größe des Spaltes G' gerade der Tiefe der muldenförmigen Bereiche des sinusförmigen
Musters entspricht. Wenn die Falscheinstellung jedoch größer sein sollte als dieser
Wert, bleibt ein dauernder Spalt bestehen. Es ist jedoch zu erkennen, daß das Auftreffrnuster
nach Fig. 7 eine beträchtliche Falscheinstellung zuläßt, ohne daß dabei irgendein
Teil der Glasoberfläche A überhaupt nicht von Luft betroffen wird.
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Dieser Vorteil wird allerdings auf Kosten des Abstandes der Rohre
erkauft. Der Rohrabstand S und der Rohrdurchmesser D in Fig. 1 sind die gleichen
wie in der bekannten Ausführung. Ein Vergleich zwischen den Werten S in Fig. 1 und
dem entsprechenden Wert S1 in Fig. 7 läßt eine Verkleinerung um etwa 40 % erkennen.
Wenn dieser verringerte Abstand nicht zugelassen werden kann, läßt er sich auf die
in Fig. 10 dargestellte Weise vergrößern. In Fig. 10 sind drei gleichartige Rohre
310 dargestellt, die um den Abstand S2 auseinanderliegen, der etwa 40'°/o
größer ist als S. Bei diesem größeren Abstand besteht dauernd ein Snalt zwischen
den statischen sinusförmigen Mustern, jedoch wird dieser Spalt wirksam dadurch beseitigt,
daß die muldenförmigen Bereiche durch eine lineare Oszillationsbewegung ausgefüllt
werden, wie es bereits bei Fig. 9 beschrieben wurde. Dabei kann natürlich keine
Falscheinstellung mehr zugelassen werden. Jegliche Falscheinstellung würde bei einer
Anordnung nach Fig. 1.0 einen dauernden Spalt hervorrufen.
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Man hat also die Wahl, eine maximal zulässige Falscheinstellung bei
verhältnismäßig kleinem Rohrabstand (Fig. 7), einen größeren Rohrabstand ohne jede
zulässige Falscheinstellung (Fig. 10) oder aber irgendeine Zwischenstufe anzuwenden,
bei der eine gewisse Falscheinstellung zulässig ist und sich hinsichtlich des Rohrabstandes
einige Verbesserungen ergeben. Auf jeden Fall hat aber das vorgeschlagene Auftreffmuster,
gleichgültig, welche Wahl man trifft, einige Vorteile gegenüber der Anordnung nach
der bekannten Ausführung. Weiterhin ergibt sich der
Vorteil, daß
der Fachmann hinsichtlich der Wahl des Rohrabstandes und der zulässigen Falscheinstellung
eine größere Freizügigkeit walten lassen kann als bei der bekannten Anordnung.
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Wenn der in Fig. 10 dargestellte größere Rohrabstand verwendet wird,
ist es nicht mehr erforderlich, die statischen überdeckungsflächen in einer Richtung
liegend anzuordnen, da sie nicht mehr ineinander eingreifen. Jedes Auftreffmuster
kann also in Längsrichtung gegenüber dem angrenzenden Muster beliebig verschoben
werden, ohne daß dabei das sich einstellende dynamische Auftreffmuster beeinflußt
wird.
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Es ist klar, daß das Auftreffmuster gemäß der vorliegenden Erfindung
auch bei einem Blasrahnten verwendet werden kann, der so ausgebildet ist, daß er
an Stelle einer linearen eine annähernd lineare Oszillationsbewegung ausführt. Als
»annähernd lineare« Oszillationsbewegung soll dabei eine zusammengesetzte Bewegung
verstanden werden, bei der die Amplitude in einer Richtung beträchtlich größer ist
als die in der anderen Richtung. Bei Anwendung einer derartigen Bewegung werden
die Vorteile der annähernd linearen Oszillation mit denen eines sinusförmigen Auftreffmusters
kombiniert, und es wird eine weitere Vergrößerung der zulässigen Falscheinstellung
oder eine zusätzliche Verbesserung beim Rohrabstand ermöglicht.
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Die Wirkung einer elliptischen, annähernd linearen Oszillationsbewegung
auf das Auftreffmuster nach Fig. 7 ist in Fig. 11 dargestellt, die einen Vergleich
zwischen der statischen Umhüllungslinie 359, der mit einer linearen Oszillationsbewegung
erhaltenen dynamischen Umhüllungslinie 363 und der dynamischen Umhüllungslinie
371 zeigt, die mit einer elliptischen Oszillationsbewegung erhalten wird,
bei der das Verhältnis der Haupt- zur Nebenachse 2:1 beträgt. Es ist zu erkennen,
daß die Umhüllende 371 für die elliptische Oszillation gegenüber der Umhüllenden
363 für die lineare Oszillation noch weiter über die statische Umhüllende 359 hinausreicht,
obwohl einige flache Mulden 372 auftreten. Wenn diese Mulden nicht in Übereinstimmung
mit den Mulden gelegt werden, die sich bei der dynamischen Umhüllenden des angrenzenden
Rohres ergeben, kann eine weitere Vergrößerung des Rohrabstandes S3 erreicht werden,
oder es kann andererseits eine größere Falscheinstellung zugelassen werden, wie
es bereits erläutert wurde. Die Werte von S, S1 .und S2 sind im gleichen Maßstab
auf der rechten Seite der Fig. 11 zum Vergleich eingetragen. Diese Vorteile wurden
nur durch die elliptische Oszillationsbewegung erreicht. Die Nachteile der elliptischen
Oszillationsbewegung sind verhältnismäßig gering im Vergleich mit denen einer kreisförmigen
Oszillationsbewegung. Fig. 12 zeigt die dynamische Umhüllende 373, die sich bei
einer kreisförmigen Oszillationsbewegung ergibt. Dabei ergibt sich nur ein Rohrabstand
S4, der etwas schlechter ist als der Abstand S3, der mit der elliptischen Oszillationsbewegung
erhalten wurde. Dementsprechend ist die elliptische der kreisförmigen Oszillationsbewegung
vorzuziehen.
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Die Fig. 13, 14 und 15 sind Ansichten und Schnitte eines abgeänderten
Luftrohres 380 gemäß der Erfindung. Fig. 16 zeigt das statische Auftreffmuster,
das mit zwei Rohren nach der Fig. 13 erhalten wird. In Fig. 13 ist die Anordnung
der Düsen zu erkennen. Die Düsen sind dreieckförmig in Gruppen angeordnet, die Rücken
an Rücken liegen. Eine erste Gruppe ist aus den Düsen 381 a, 381
b und 381 c zusammengesetzt, aus denen Luftstrahlen austreten, die gegeneinander
divergieren. Die Gruppe als Ganzes ist nach einer Seite des Rohres hin geneigt,
so daß sich Strahlmittellinien 382 a, 382 b und 382 c sowie auf der
Glasscheibe die Mittelpunkte 383 a, 383 b und 383 c ergeben (Fig.
16). Die Düsen 381d, 381e und 381f der nächsten Gruppe sind wiederum
gegeneinander divergierend angeordnet und sind als Gruppe zur anderen Seite des
Rohres hin geneigt, so daß sich Strahlmittellinien 382 d, 382 e und 382 f
sowie Mittelpunkte 383 d,
383e und 383f ergeben. Das Muster wird dann mit
einer weiteren Düsengruppe 381 a, 381 b und
381 c wiederholt, an die sich eine weitere Gruppe 381d, 38l e und
381f anschließt, usw.
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Bei dieser abgeänderten Form werden also nur zwei Scharen von Düsengruppen
verwendet, von denen die eine gegenüber der Normalen zur einen Seite und die andere
zur anderen Seite gerichtet ist. Die dritte Schar von dazwischenliegenden Düsengruppen
ist nicht erforderlich.
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Das sich ergebende Auftreffmuster entspricht in gewisser Weise dem
Muster der Fig. 1 insofern, als bei den gleichseitigen Dreiecken im Gegensatz zu
Fig. 7 wieder Seiten parallel zu den Längsachsen der Rohre liegen. Andererseits
ist jedoch auch das Merkmal des sinusförmigen Musters wie bei Fig. 7 vorhanden,
so daß die Vorteile der sinusförmigen Ausbildung gewahrt bleiben und die Nachteile
der Verringerung des Rohrabstandes von S auf S1 vermieden werden. Der Abstand zwischen
den Rohren ist bei Fig. 16 S5, dessen Wert größer als S1 und sogar noch größer als
S ist, das auf der rechten Seite der Fig. 16 eingetragen ist, wobei aber die zulässige
Falscheinstellung nicht verringert wird.