-
Betätigungseinrichtung für eine mechanisch betätigte Innenbackenbremse
für Fahrzeugnaben, insbesondere von Zweiradfahrzeugen Bei mechanisch betätigten
Innenbackenbremsen für Fahrzeugnaben, insbesondere von Zweiradfahrzeugen, muß nach
allgemeiner Erfahrung der Bremszug, der über den Bremshebel und die Bremsknebelwelle
den Bremsknebel betätigt, in Drehrichtung des abzubremsenden Laufrades erfolgen.
Ist dies nicht der Fall, so treten unkontrollierbare Blockier- und Rattererscheinungen
auf, die von einem Bremsbacken ausgehen. Diese gefährlichen und unangenehmen Erscheinungen
werden auf eine Selbstverstärkung der Bremswirkung zurückgeführt, die dadurch entsteht,
daß die Bremsknebelkante den Druck auf einen Bremsbacken, und zwar auf denjenigen,
bei dem die Servowirkung an sich schon vorhanden ist, erheblich verstärkt. Dieser
Nachteil tritt also auf, wenn der Bremszug entgegengesetzt zum Drehsinn des Laufrades
erfolgt. Es ist jedoch konstruktiv nicht immer möglich, die Bremse so einzubauen,
daß der Bremszug in Drehrichtung des Laufrades wirkt. Oft ergeben sich hierbei Schwierigkeiten,
besonders bei verkleideten Vorder- und Hintergabeln von Zweiradfahrzeugen.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, den Bremszug auch bei solchen Anordnungen,
bei denen es nicht möglich ist, den Bremszug in Drehrichtung des Laufrades anzuordnen,
im Sinne der Drehrichtung des Laufrades auf den Bremsknebel wirken zu lassen.
-
Dies wird erfindungsgemäß ermöglicht durch die Anbringung eines Zwischengliedes
an der Bremsbetätigung, das den Drehsinn der Knebelachse umkehrt. Es ist also der
Drehsinn der Knebelachse entgegengesetzt zu demjenigen der Bremshebelachse. Damit
kann also auch bei diesen Einbaufällen niemals eine zusätzliche Bremskraft durch
die Bremsknebelkante bei demjenigen Bremsbacken, bei dem die Servowirkung erfolgt,
eintreten.
-
Das Zwischenglied bietet außerdem die Möglichkeit, die Übersetzung
der Bremse und damit die Bremswirkung nach Bedarf entweder zu verstärken oder zu
verringern.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in Fig.
5 dargestellt und in seiner Wirkung an Hand bekannter Innenbackenbremsen nach Fig.
1 bis 4 näher erläutert. Im einzelnen zeigt Fig. 1 die Ansicht einer Innenbackenbremse
von außen, bei welcher der Bremszug im Sinne der Drehrichtung des Laufrades erfolgt,
und Fig. 2 einen Schnitt senkrecht zur Radachse dieser Innenbackenbremse; Fig. 3
zeigt die Ansicht einer Innenbackenbremse von außen, bei welcher der Bremszug entgegengesetzt
zur Drehrichtung des Laufrades wirkt, Fig. 4 einen Schnitt senkrecht zur Radachse
und Fig. 5 eine Ansicht dieser Ausführung mit dem erfindungsgemäß vorgesehenen Zwischenglied.
In Fig. 1 und 2 wirkt am Bremshebel 1 der Bremszug 2 in Richtung der Drehrichtung
des Laufrades. Der Bremsknebel 3, der durch die Bremsknebelachse 4 vom Bremshebel
1 gedreht wird, wirkt mit seiner Kante 5 auf den Bremsbacken 6. Die Druckrichtung
der Kante 5 erfolgt dabei in Pfeilrichtung, bleibt also innerhalb des Bremsbackens
6. Der Bremsbacken 6 ist bei der angezeigten Drehrichtung einer Servowirkung unterworfen,
die durch die Druckrichtung der Bremsknebelachse 5 nicht in ungünstiger Weise verstärkt
wird.
-
Fig. 3 und 4 zeigen die Ausführung einer Innenbackenbremse, wie sie
bei verkleideten Vorder- oder Hintergabeln von Zweiradfahrzeugen verwendet werden
muß. Der Zug 7 des Bremshebels 8 wirkt entgegengesetzt zur Drehrichtung des Laufrades.
Demgemäß wird der Bremsknebel 3 durch die Bremsknebelachse 4 in einem Drehsinn gedreht,
daß der Druck der Bremsknebelkante 9 auf den Bremsbacken 6 derart einwirkt, daß
dieser Bremsbacken gewissermaßen aufgebogen und von seinem Drehpunkt bei Einleitung
der Bremswirkung abgehoben wird. Da am Bremsbacken 6 schon eine Servowirkung bei
dem eingezeichneten Drehsinn des Rades entsteht, wird diese Servowirkung durch den
Bremsknebelkantendruck erheblich verstärkt. Es treten in diesem Fall Blockier- und
Rattererscheinungen an der Bremse auf.
-
Die in Fig.5 dargestellte Ausführung vermeidet diese unangenehmen
Auswirkungen. Der Bremshebel 10 wirkt nicht unmittelbar auf die Bremsknebelachse
13, sondern auf ein fest auf der Bremsknebelachse 13 sitzendes Zwischenglied 14
beispielsweise über eine am Bremshebel 10 ausgebildete Verzahnung 11. Der Drehsinn
der Bremshebelachse 12 und der Bremsknebelachse 13 wird dadurch entgegengesetzt.
Es wird dadurch erreicht,
daß bei den Einbaufällen gemäß Fig. 3
und 4 -bei denen der am Bremshebel wirkende Zug entgegen der Drehrichtung des Laufrades
wirkt - die günstige Druckrichtung der Bremsknebelkante gemäß Fig. 2 geschaffen
wird. Damit ist es möglich, auch bei einem Bremszug entgegengesetzt zur Drehrichtung
des Laufrades (gemäß Fig. 3) die günstigsten Betriebsverhältnisse der Bremse gemäß
Fig. 1 zu schaffen.