Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist es, ein Pflaster bereit zu stellen, das bei minimaler kosmetischen
Beeinträchtigung
einen optimalen Halt auf der Haut sowie einen Licht- und Sichtschutz
der Wunde ermöglicht.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung
ist es, ein Pflaster bereit zu stellen, dessen Herstellung kosten- und
zeitsparend und vor allem einfach durchzuführen ist. Des weiteren ist
es die Aufgabe eine Pflaster bereit zu stellen, das den Stand der
Technik bereichert. Insbesondere ist es die Aufgabe der vorliegenden
Erfindung ein Pflaster bereit zu stellen, dessen Bedruckung ein
Durchscheinen der Wunde vermeidet und gleichzeitig den ästhetischen
Ansprüchen
vollauf genügt.
Gelöst wird diese Aufgabe durch
ein Pflaster entsprechend den Anspruch 1.
Dementsprechend umfasst das Pflaster
eine transparente auf der Haut klebende Fixierfolie und eine Wundauflage,
die auf der wundabgewandten Seite eine Bedruckung aufweist, wobei
- a) die Wundauflage direkt bedruckt ist oder
- b) eine Hilfsfolie bedruckt ist, die auf der unbedruckten Seite
mit der Wundauflage verbunden ist oder
- c) eine transparente Folie spiegelverkehrt bedruckt ist, die
mit der bedruckten Seite mit der Wundauflage verbunden ist, und
die
Wundauflage so mit der Fixierfolie verbunden ist, dass die Bedruckung
durch die Fixierfolie hindurch erkennbar ist und die Fixierfolie
auf mindestens zwei Seiten oder allseitig über die Wundauflage hinaus
steht.
Das erfindungsgemäße Pflaster hat folgende Vorteile:
- 1) Durch die Verwendung einer insgesamt klebenden,
transparenten Fixierfolie, die darunter liegende Haut durchscheinen
lässt,
kann diese ausreichend groß gewählt und
ggf. geeignet segmentiert werden, um einen optimalen Halt des Pflasters
zu gewährleisten,
ohne optisch hervorzutreten.
- 2) Die für
die kosmetische Beeinträchtigung überwiegend
ausschlaggebende Wundauflage kann bis auf die Größe der Wunde reduziert werden.
- 3) Die Wundauflage, die wesentlich die Erscheinungsform des
Pflasters ausmacht, kann individuell bedruckt und geformt werden,
wodurch bei prinzipiell gleicher Herstellungstechnik auf sehr einfache
Weise Pflaster mit sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen hergestellt
werden können.
Insbesondere kann die ein- oder mehrfarbig bedruckte Wundauflage
in Formen ausgestanzt werden, die im einfachsten Fall Rechtecke,
Vielecke oder Ellipsen sind. Die Formgebung der Wundauflagen kann
aber auch anspruchsvolleren Konturen folgen und sich insbesondere
auch an den Konturen aufgedruckter Motive orientieren.
- 4) Die Bedruckung der Wundauflage hat gegenüber der bisher bei dieser Pflasterart üblichen
Einfärbung der
Wundauflage folgende Vorteile:
a) Der unansehnliche Austritt
von Blut, Exsudat u.ä.
wird, im Gegensatz zu Wundauflagen, die mit Pigmenten eingefärbt sind,
auch dann noch vollständig
durch den Aufdruck verdeckt, wenn die Wundauflage mit diesen Körperflüssigkeiten
ganz vollgesogen ist.
b) Ebenso werden unansehnlich gefärbte Arznei-
oder Zusatzstoffe, die ggf. in die Wundauflage eingearbeitet worden
sind, durch das Bedrucken der Wundauflage vollständig überdeckt.
c) Eine oberflächlich auf
der wundabgewandten Seite der Wundauflage aufgebrachte Bedruckung
schließt Interaktionen
des Einfärbemateriales
mit der Wunde aus.
d) Die Bedruckung ausschließlich der
Wundauflage in Hautfarbe, ggf. abgestuft auf verschiedene Brauntöne, reduziert
die kosmetische Beeinträchtigung
des Pflasters auf ein Minimum.
e) Das farbige Bedrucken der
Wundauflage bzw. das Bedrucken mit Motiven kann zu räumlich eng
begrenzten, modischen Wundverbänden
führen,
was die Akzeptanz z.B. bei Kindern erhöhen kann.
f) Da die Bedruckung
nur auf der Wundauflage erfolgt, die unter der transparenten Fixierfolie
liegt, herstellungsbedingt ggf. in noch tieferen Schichten, ist
die Bedruckung im Vergleich zu Pflastern, bei denen die Bedruckung
auf der äußeren Schicht
aufgebracht ist gegenüber
mechanischem Abrieb und chemischen Einflüssen (Seife, Lösungsmittel
etc.) deutlich beständiger,
wodurch der Gesamteindruck des Pflasters länger ansehnlich bleibt.
In einer bevorzugten Ausführungsform
besteht die Wundauflage des erfindungsgemäßen Pflasters aus Hydrocolloiden
bzw. Hydrogelen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
besteht die Wundauflage aus einer Polyurethanmischung und ist dadurch
insbesondere für
die feuchte Wundheilung geeignet. Zusätzlich lassen sich in derartigen
Hydro- bzw. Xerogelen Arzneimittel, Wundbehandlungsmittel und sonstige geeignete
Materialien, wie z.B. Absorbermaterialien, z.B. teilneutralisierte
Polyacrylsäure,
einarbeiten, die zu einer verbesserten Wundheilung beitragen können.
Die Stärke der PU-Wundauflage wird
den Erfordernissen des Pflasters, wie Polsterung, Saugfähigkeit und
kosmetischer Auffälligkeit,
angepasst und beträgt
bevorzugt 0,2 mm bis 10 mm und besonders bevorzugt 0,5 bis 1 mm.
In einer bevorzugten Ausführung, bei
der die Bedruckung auf eine Trägerfolie
zwischen Fixierfolie und Wundauflage aufgetragen wird, kann diese
zusätzlich
mit einem Verschnittlack oder einer dünnen Folienschicht, in einer,
wegen ihrer Wasserdampfdurchlässigkeit
bevorzugten Ausführungsform,
mit PU-Folie, abgedeckt werden. Durch diese Maßnahme werden wechselweise
Interaktionen von Materialien der Klebeschicht respektive der Wundauflage
mit den Druckfarben verhindert.
Die hier als Trägerfolie bezeichnte Folie ist
erfindungsgemäße der Wundauflage
zuzurechnen.
Für
die Fixierfolie ist prinzipiell jedes transparente Folienmaterialien,
ggf. auch in der Form einer Verbundfolie, geeignet. Bevorzugte Folienmaterialien
sind Polyethylen, Polyethylenterephthalat, Polypropylen, Polyurethan,
Polyvinylchlorid und/oder Polyetherester.
Das transparente Fixierfolienmaterial
ist auf der wundzugewandten Seite mit einem transparenten Klebstoff
versehen, der einerseits für
die Fixierung des Pflasters auf der Haut zum anderen für die Fixierung der
Wundauflage auf der Fixierfolie sorgt.
Die Klebeschicht kann neben Produkten
auf Acrylat-Basis aus verschiedenen anderen, insbesondere unter
dem Gesichtspunkt der Hautverträglichkeit
geeigneten, vorzugsweise transparenten Materialien beschaffen sein.
Bevorzugte Klebemassen sind Hotmelts oder lösungsmittelbasierte Klebemassen
auf Basis von Naturkautschuk, Synthesekautschuk, Polyurethan und/oder
Acrylate.
In einer bevorzugten Ausführungsform
besteht die Fixierfolie aus einer Polyurethanschicht von 0,02–0,1 mm
Dicke auf die eine hautverträgliche
transparente Klebstoffschicht auf Basis vernetzter Polyacrylsäurederivate
von 0,02–0,08
mm Dicke aufgetragen ist.
Die Klebstoffschicht ist _ mit silikonisiertem
Trennpapier oder anderen geeigneten gewährleistet ist, bis zur Verwendung
des Pflasters geschützt.
Das Materialien, die so angebracht
sind, dass ein einfaches Entfernen bei der Applikation Pflaster kann
in Kombination mit geeigneten Verpackungen auch sterilisierbar hergestellt
sein.
Für
die Anwendung in der Klinik kann die Wundauflage zwar unbedruckt
bleiben, was, bei transparenter Ausführung der Wundauflage, für die Beobachtung
des Heilungsprozesses von Vorteil sein kann aber nicht den ästhetischen
genügt.
Die Herstellung der beschriebenen
Pflaster erfolgt im wesentlichen in folgenden Schritten:
- 1. Herstellen einer Wundauflage ggf. mit Arzneistoffen
dotiert
- 2. Aufbringen einer Bedruckung auf die Wundauflage
- 3. Formgebung der Wundauflage
- 4. Herstellen der transparenten Fixierfolie
- 5. Aufbringen einer Klebeschicht auf die Fixierfolie
- 6. Verbinden der Wundauflage mit der Fixierfolie
- 7. Abdecken der Klebeschichten
- 8. Verpacken des fertigen Pflasters
- 9. ggf. Sterilisieren
Die Abfolge der Schritte kann je
nach Herstellungsverfahren in seiner Reihenfolge variieren, ggf.
können
mehrere Schritte in einem einzigen Herstellungsprozess erfolgen.
zu 1) Die Herstellung von Wundauflagen
sowie ggf. deren Imprägnierung
bzw. Dotierung mit Arzneistoffen erfolgt nach den gängigen Methoden.
Eine bevorzugte Ausführungsform
der Wundauflage aus Polyurethan kann ebenfalls mit Arzneistoffen imprägniert werden,
wie es beispielsweise in
EP
1 104 679 A2 beschrieben ist.
Die Polyurethanmasse kann ungeschäumt, geschäumt, ungefüllt oder
mit zusätzlichen
Füllstoffen,
wie beispielsweise Superabsorbern, Titandioxid, Zinkoxid, Weichmachern,
Farbstoffen etc. eingesetzt werden. Für Anwendungen im Bereich transdermaler
Pflastersysteme ist es auch möglich,
die Polyurethanmasse in der zentralen Zone mit Wirkstoffen zu dotieren.
Weiterhin können
auch Hydrogele in halbfester bis fester Form mit aktiven Bestandteilen
für die
zentrale Zone verwendet werden.
Geeignete Polyurethane für die Wundauflage
sind Gegenstand der
DE
196 18 825 A1 , in der hydrophile, selbstklebende Polyurethan-Gele
offenbart werden, diese bestehen aus:
- a) 2
bis 6 Hydroxylgruppen aufweisenden Polyetherpolyolen mit OH-Zahlen
von 20 bis 112 und einem Ethylenoxid (EO)-Gehalt von ≥ 10 Gew.-%,
- b) Antioxidantien,
- c) in den Polyolen a) löslichen
Wismut-(III)-Carboxylaten auf Basis von Carbonsäuren mit 2 bis 18 C-Atomen
als Katalysatoren sowie
- d) Hexamethylendüsocyanat,
mit
einem Produkt der Funktionalitäten
der Polyurethan-bildenden Komponenten a) und d) von mindestens 5,2,
wobei die Katalysatormenge c) 0,005 bis 0,25 Gew.-%, bezogen auf
das Polyol a) beträgt,
die Menge an Antioxidantien b) im Bereich von 0,1 bis 1,0 Gew.-%,
bezogen auf Polyol a) liegt und ein Verhältnis von freien NCO-Gruppen
der Komponente d) zu den freien OH-Gruppen der Komponente a) (Isocyanatkennzahl)
im Bereich von 0,30 bis 0,70 gewählt
wird.
Es werden bevorzugt 3 bis 4, ganz
besonders bevorzugt 4-Hydroxylgruppen aufweisende Polyetherpolyole
eingesetzt mit einer OH-Zahl im Bereich von 20 bis 112, bevorzugt
30 bis 56. Der Ethylenoxidgehalt liegt bei den erfindungsgemäß eingesetzten
Polyetherpolyolen bei vorzugsweise ≥ 20 Gew.-%.
Die Polyetherpolyole sind als solche
an sich bekannt und werden zum Beispiel durch Polymerisation von
Epoxiden, wie Ethylenoxid, Propylenoxid, Butylenoxid oder Tetrahydrofuran,
mit sich selbst oder durch Anlagerung dieser Epoxide, vorzugsweise
von Ethylenoxid und Propylenoxid – gegebenenfalls im Gemisch
untereinander oder separat nacheinander – an Starterkomponenten mit
mindestens zwei reaktionsfähigen
Wasserstoffatomen, wie Wasser, Ethylenglykol, Propylenglykol, Diethylenglykol,
Dipropylenglykol, Glyzerin, Trimethylolpropan, Pentaerythrit, Sorbit
oder Succrose, hergestellt. Vertreter der genannten, zu verwendenden
höhermolekularen
Polyhydroxylverbindungen sind zum Beispiel in High Polymers, Vol.
XVI, „Polyurethanes,
Chemistry and Technology" (Saunders-Frisch,
Interscience Publishers, New York, Bd 1, 1962, S. 32–42) aufgeführt.
Als Isocyanatkomponente wird monomeres
oder trimerisiertes Hexamethylendüsocyanat oder durch Biuret-,
Uretdion-, Allophanatgruppen oder durch Prepolymerisierung mit Polyetherpolyolen
oder Mischungen von Polyetherpolyolen auf Basis der bekannten Starterkomponenten
mit 2 oder > 2 reaktionsfähigen H-Atomen und
Epoxiden, wie Ethy lenoxid oder Propylenoxid einer OH-Zahl von ≤ 850, bevorzugt
100 bis 600, modifiziertes Hexamethylendüsocyanat eingesetzt. Bevorzugt
ist der Einsatz von modifiziertem Hexamethylendüsocyanat, insbesondere durch
Prepolymerisierung mit Polyetherdiolen der OH-Zahl 200 bis 600 modifiziertes Hexamethylendüsocyanat.
Ganz besonders bevorzugt sind Modifizierungen des Hexamethylendüsocyanats
mit Polyetherdiolen der OH-Zahl 200–600, deren Restgehalt an monomeren
Hexamethylendüsocyanat
unter 0,5 Gew.-% liegt.
Als Katalysatoren kommen für die erfindungsgemäßen Polyurethangele
in den wasserfreien Polyetherpolyolen a) lösliche Wismut(III)-Carboxylate
auf Basis linearer, verzweigter, gesättigter oder ungesättigter Carbonsäuren mit
2 bis 18, vorzugsweise 6 bis 18 C-Atomen in Frage. Bevorzugt sind
Bi(III)Salze verzweigter gesättigter
Carbonsäuren
mit tertiären
Carboxylgruppen, wie der 2,2-Dimethyl-Octansäure (zum Beispiel Versatic-Säuren, Shell).
Gut geeignet sind Zubereitungen dieser Bi (III) Salze in überschüssigen Anteilen
dieser Carbonsäuren.
Hervorragend bewährt
hat sich eine Lösung
von 1 mol des Bi(III)Salzes der Versatic 10-Säure (2,2-Dimethyloctansäure) in
einem Überschuß von 3
mol dieser Säure
mit einem Bi-Gehalt von ca. 17%.
Es werden die Katalysatoren bevorzugt
in Mengen von 0,03 bis 0,1 Gew.-%, bezogen auf das Polyol a), eingesetzt:
Als
Antioxidantien kommen für
die erfindungsgemäßen Polyurethan-Gele
insbesondere sterisch gehinderte phenolische Stabilisatoren, wie
BHT (2,6-Di-tert.butyl-4-methylphenol), Vulkanox BKF (2,2 min -Methylen-bis-(6-tert.-butyl-4-methyl
phenol) (Bayer AG), Irganox 1010 (Pentaerythrityl-tetrakis-[3-(3,5-ditert.-butyl-4-hydroxyphenyl)-propionat]),
Irganox 1076 (Octadecyl-3-(3,5-ditert.-butyl-4-hydroxyphenyl)-propionat) (Ciba-Geigy)
oder Tocopherol (Vitamin E) in Betracht. Bevorzugt werden solche
vom Typ des α-Tocopherols eingesetzt.
Die Antioxidantien werden bevorzugt
in Mengen von 0,15 bis 0,5 Gew.-%, bezogen auf das Polyol a), eingesetzt.
Die Isocyanatkennzahl (Verhältnis der
bei der Reaktion eingesetzten freien NCO-Gruppen zu den freien OH-Gruppen)
der erfindungsgemäßen Polyurethan-Gelmassen
liegt je nach der Funktionalität
der eingesetzten Isocyanat- und Polyolkomponenten im Bereich von
0,30 bis 0,70, bevorzugt im Bereich von 0,45 bis 0,60. Die für eine Gelbildung
erforderliche Isocyanatkennzahl kann sehr einfach nach der folgenden
Formel abgeschätzt
werden:
Je nach angestrebter Klebrigkeit
oder Elastizität
des Gels kann die tatsächlich
zu verwendende Isocyanatkennzahl um bis zu ± 20% von dem berechneten
Wert abweichen.
Die erfindungsgemäßen Polyurethan-Gelmassen werden
hergestellt nach üblichen
Verfahren, wie sie beispielsweise beschrieben sind in Becker/Braun,
Kunststoff- Handbuch, Bd. 7, Polyurethane, S. 121 ft, Carl-Hauser,
1983.
Weiter kommen vorzugsweise Polyurethane
zum Einsatz, wie sie in der
EP
0 665 856 B1 offenbart sind.
Die hydrophilen Polyurethangelschäume sind
demnach erhältlich
aus:
- 1. einem Polyurethangel, welches
(A) 25–62 Gew.-%,
vorzugsweise 30–60
Gew.-%, besonders bevorzugt 40–57
Gew.-%, bezogen auf die Summe aus (A) und (B), eines kovalent vernetzten
Polyurethans als hochmolekulare Matrix und
(B) 75–38 Gew.-%,
vorzugsweise 70–40
Gew.-%, besonders bevorzugt 60–43
Gew.-%, bezogen auf die Summe aus (A) und (B) einer oder mehrerer
in der Matrix durch Nebenvalenzkräfte fest gebundenen Polyhydroxylverbindungen
mit einem mittleren Molekulargewicht zwischen 1000 und 12000, vorzugsweise
zwischen 1500 und 8000, besonders bevorzugt zwischen 2000 und 6000,
und einer mittleren OH-Zahl zwischen 20 und 112, vorzugsweise zwischen
25 und 84, besonders bevorzugt zwischen 28 und 56, als flüssigem Dispersionsmittel,
wobei das Dispersionsmittel im wesentlichen frei ist an Hydroxylverbindungen
mit einem Molekulargewicht unter 800, vorzugsweise unter 1000, besonders
bevorzugt unter 1500, sowie gegebenenfalls
(C) 0 bis 100 Gew.-%,
bezogen auf die Summe aus (A) und (B), an Füll- und/oder Zusatzstoffen
enthält, und
welches erhältlich
ist durch Umsetzung einer Mischung von
a) einem oder mehreren
Polyisocyanaten,
b) einer oder mehreren Polyhydroxylverbindungen
mit einem mittleren Molekulargewicht zwischen 1000 und 12000, und
einer mittleren ON-Zahl zwischen 20 und 112,
c) gegebenenfalls
Katalysatoren oder Beschleunigern für die Reaktion zwischen Isocyanat-
und Hydroxylgruppen sowie gegebenenfalls
d) aus der Polyurethanchemie
an sich bekannten Füll-
und Zusatzstoffen, wobei diese Mischung im wesentlichen frei ist
von Hydroxylverbindungen mit einem Molekulargewicht unter 800, die
mittlere Funktionalität der
Polyisocyanate (F1) zwischen 2 und 4 liegt,
die mittlere Funktionalität
der Polyhydroxylverbindung (FP) zwischen
3 und 6 beträgt
und die Isocyanatkennzahl (K) der Formel gehorcht, in welcher X ≤ 120, vorzugsweise
X s 100, besonders bevorzugt X ≤ 90
ist und die Kennzahl K bei Werten zwischen 15 und 70 liegt, wobei
die angegebenen Mittelwerte von Molekulargewicht und OH-Zahl als
Zahlenmittel zu verstehen sind,
- 2. einem Wasser absorbierenden Material und
- 3. einem nicht wässrigen
Schäumungsmittel.
Die Polyurethangele können aus
den an sich aus der Polyurethanchemie bekannten Ausgangsverbindungen
nach an sich bekannten Verfahren hergestellt werden, wie sie zum
Beispiel in
DE 31 03
499 A1 ,
DE 31
03 500 A1 und
EP
0 147 588 A1 beschrieben werden. Wesentlich für die selbstklebende
Eigenschaft der Wundauflage ist jedoch, dass bei der Auswahl der
gelbildenden Komponenten die oben definierten Bedingungen eingehalten
werden, da sonst anstelle von selbsthaftenden Gelen klebfreie, elastische
Gele erhalten werden, die die Haftung des Pflasters insgesamt verringern.
Sollen jeoch Wundauflagen erfindungsgemäß verwendet
werden, die nicht selbstklebend sind, ist dies ohne zusätzlichen
Aufwand möglich,
diese entsprechend dem Stand der Technik bereit zu stellen.
Bevorzugte Polyhydroxylverbindungen
sind Polyetherpolyole, wie sie in den oben genannten Offenlegungsschriften
ausführlich
genannt sind.
Als Polyisocyanatkomponenten sind
sowohl (cyclo)aliphatische als auch aromatische Isocyanate geeignet.
Bevorzugte (cyclo)aliphatische Polyisocyanate sind 1,6-Hexa methylen-diisocyanat
sowie dessen Biurete und Trimerisate beziehungsweise hydrierte Diphenylmethandiisocyanat
("MDI")-Typen. Bevorzugte
aromatischen Polyisocyanate sind solche, die durch Destillation
erhalten werden, wie MDI-Gemische aus 4,4'- und 2,4'-Isomeren
oder 4,4'-MDI, sowie
Toluylendüsocyanat
("TDI")-Typen.
Die Diisocyanate können insbesondere
zum Beispiel aus der Gruppe der unmodifizierten aromatischen oder
aliphatischen Diisocyanate oder aber aus durch Prepolymerisierung
mit Aminen, Polyolen oder Polyetherpolyolen gebildeten modifizierten
Produkten gewählt
werden.
Die Polyurethan-Gele können gegebenenfalls
aus der Polyurethan-Chemie an sich bekannte Zusatzstoffe enthalten,
wie zum Beispiel Füllstoffe
und Kurzfasern auf anorganischer oder organischer Basis, Metallpigmente,
oberflächenaktive
Substanzen oder flüssige
Streckmittel wie Substanzen mit einem Siedepunkt von über 150°C.
Als anorganische Füllstoffe
seien beispielsweise Schwerspat, Kreide, Gips, Kieserit, Soda, Titandioxid,
Ceroxid, Quarzsand, Kaolin, Russ und Mikrohohlkugeln genannt An
organischen Füllstoffen
können
zum Beispiel Pulver auf Basis von Polystyrol, Polyvinylchlorid,
Harnstoff-Formaldehyd und Polyhydrazodicarbonamid eingesetzt werden.
Als oberflächenaktive Substanzen seien
zum Beispiel Cellulosepulver, Aktivkohle und Kieselsäurepräparate genannt.
Zur Modifizierung der Hafteigenschaften
der Gele können
gegebenenfalls Zusätze
von polymeren Vinylverbindungen, Polyacrylaten und sonstigen in
der Klebstoff-Technik üblichen
Copolymeren beziehungsweise auch Klebemittel auf Naturstoffbasis
bis zu einem Gehalt von 10 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Gelmasse,
zugegeben werden.
Bevorzugte Wasser absorbierende Materialien
sind als Superabsorber bekannte Wasser absorbierende Salze von Polyacrylaten
und deren Copolymeren, insbesondere die Natrium- oder Kaliumsalze. Sie können unvernetzt
oder vernetzt sein und sind auch als Handelsprodukte erhältlich.
Insbesondere sind solche Produkte geeignet, wie sie in der
DE 37 13 601 A1 offenbart
werden und auch Superabsorber der neuen Generation mit nur noch
geringen Anteilen an austrockenbarem Wasser und hohem Quellvermögen unter
Druck.
Bevorzugte Produkte sind schwach
vernetzte Polymerisate auf der Basis Acrylsäure/Natriumacrylat. Solche
Natrium-polyacrylate sind als Favor® (Chemische
Fabrik Stockhausen GmbH, Deutschland) erhältlich.
Weitere Absorber, zum Beispiel Carboxymethylcellulose
und Karaya-Gummi, sind ebenfalls geeignet.
Das Aufschäumen der Wundauflage kann entweder
durch die Dispersionsmethode (mechanische Einarbeitung von Gasen)
oder durch die Kondensationsmethode (Verwendung chemischer Schaumbildner)
vor Verfestigung des Folienmateriales realisiert werden. Der Schäumungsgrad
lässt sich
in weiten Grenzen variieren.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
wird diese PU-Wundauflage direkt auf die, wie unter Punkt 2c beschrieben,
bedruckte PU-Folie, aufgetragen.
Zu 2)
- a) Im
einfachsten Fall wird die Wundauflage mit einer geeigneten Technik
direkt so bedruckt, dass die später
wundabgewandte Seite farbig und/oder mit einem Motiv versehen ist.
- b) Kann das Wundauflagematerial nicht unmittelbar bedruckt werden,
wird es durch Imprägnierung
mit einem geeigneten Trägermaterial
(Lack, zum Beispiel Impranil®-Typen, etc.) bedruckbar gemacht.
- c) Kann die nicht direkt bedruckbare Wundauflage auch nicht,
wie unter b) beschrieben wurde, bedruckbar gemacht werden, wird
die Wundauflage in geeigneter Weise mit einer Folie verbunden, vorzugsweise
verklebt, die ihrerseits vor oder nach dem Aufbringen auf die Wundauflage
von der wundabgewandten Seite bedruckt wird.
- d) In einer bevorzugten Ausführungsform
wird auf eine Trägerfolie,
vorzugsweise eine oberflächengeprägte PE-Folie,
eine PU-Dispersion (z.B. Impranil-Typen, Fa. Bayer) gegossen und über geeignete
Verfahren (siehe z.B. EP
1 203 572 A2 ) zur Folie ausgestrichen und getrocknet. Diese
transparente PU-Schicht wird von der Seite, die der PE-Folie abgewandt
ist in spiegelverkehrter Weise bedruckt, so dass später in der Aufsicht
auf das Pflaster ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild erscheint.
Die Bedruckung kann ggf. durch einen Schutzlack oder weitere dünne PU-Schichten
geschützt
werden bevor in einem nächsten
Arbeitsschritt die unter Punkt 1 der Herstellung beschriebene Wundauflage
in Form mehrerer dünner
Schichten, in einer besonders bevorzugten Ausführungsform in Form einer dicken
Schicht, aufgetragen wird. Die PE-Folie dient ausschließlich als
Hilfsfolie für
den Herstellungsprozess und wird vor dem Aufbringen der Wundauflage
auf die Fixierfolie wieder entfernt.
Im Falle der Herstellung nach 2c,
2d und 2e entsteht ein Verbund aus einer Folie und Wundauflage, bei
der die Folie im Fall von 2c auf der wundabgewandten Seite ist,
im Fall von 2d die transparente Folie auf der wundzugewandten Seite
und bei 2e zwischen 2 Folien angeordnet ist. Diese feste Einheit
aus bedruckter Folie und Wundauflage wird zur sprachlichen Vereinfachung
im Rahmen dieser Patentanmeldung, ebenso wie die nach 2a und 2b
direkt bedruckten Wundauflagen, als bedruckte Wundauflage angesprochen.
Zu 3) Die in einem der oben beschriebenen
Verfahren hergestellte und bedruckte Wundauflage wird in einem weiteren
Arbeitsschritt durch eine geeignete Technik, vorzugsweise durch
Ausstanzen oder Ausschneiden, eine Form gegeben, die im einfachsten
Fall rechteckig oder ellipsoid ist.
In einer bevorzugten neuen Ausführungsform
wird die einfarbig oder bunt bedruckte Wundauflage in anspruchsvolleren
Formen wie Sterne, Herzen, Glücksschweine,
Sternzeichen, Symbole etc. ausgestanzt.
Bei einer besonders bevorzugte und
neuen Ausführungsform
wird die Wundauflage unter Berücksichtigung
der Konturen der aufgedruckten Motive (Figuren, Blumen, etc.) ausgestanzt.
Dieses konturierte Ausstanzen der
bedruckten Wundauflage ermöglicht
gegenüber
der bisher üblichen
Bedruckung der gesamten Oberfläche
eines Pflasters auf einfache Weise die räumliche Begrenzung des in Augenschein
tretenden Bereiches auf ausschließlich die Wundauflage. Durch
Bedruckung dieses Bereiches in Hautfarbe tritt das gesamte Pflaster
nur minimal ins Auge.
Insbesondere bei Pflastern für Kinder,
Jugendliche und modisch orientierte Personen kann die Wundauflage
durch geeignete Form- und Farbgebung sehr dezent und/oder variantenreich
in Erscheinung treten. Bei Kinderpflastern kann durch Beschränkung einer
beispielweise aufgedruckten und ausgestanzten (Comic-)Figur ein
enger Bezug zwischen Figur und der Wunde hergestellt werden.
Zu 4) Zur Herstellung geeigneter
transparenter Fixierfolien werden Verfahren angewendet, die aus dem
Stand der Technik bekannt sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform
zur Herstellung eines Pflasters zur feuchten Wundheilung wird auf
eine PE-Folie, eine nicht klebende transparente PU-Dispersion (z.B.
Impranil-Typen, Fa. Bayer) gegossen, über Walzen zur Folie geformt
und getrocknet. Zur genauen Beschreibung dieser Herstellung siehe
auch
DE 196 18 825 und
EP 1203 572 A2 .
Die PE-Folie ist eine Hilfsfolie, die für den Herstellungsprozess notwendig ist.
Sie wird am Ende des Herstellungsprozesses wieder entfernt.
Die PU-Folie hat den Vorteil von
außen
für Wasser
undurchlässig
zu sein, gleichzeitig aber für
Wasserdampf (Schweiß)
und Sauerstoff durchlässig
zu sein, wodurch die Hautatmung und somit der Tragekomfort verbessert
wird.
Die Stärke der PU-Fixierfolie wird
den Erfordernissen der mechanischen Beanspruchung des Pflasters angepasst
und beträgt
20–100
g/m2 bevorzugt 40–70 g/m2 und
besonders bevorzugt 60 g/m2.
Zu 5) Die transparente Fixierfolie
wird auf der später
wundzugewandten Seite vollflächig
oder partiell, gleichmäßig oder über die
Fläche
unterschiedlich dicht (zum Beispiel Kalotten, Raster- Siebstruktur)
mit einer transparenten Klebemasse, beispielsweise einem Polyacrylatklebstoff,
eingestrichen.
Zu 6) Die Wundauflage wird mit der
bedruckten Seite, vorzugsweise zentriert, auf die einseitig mit Klebstoff
bestrichene Fixierfolie geklebt.
Ggf. wird die Fixierfolie in dem
für die
Haftung auf der Haut verantwortlichen Klebebereich so eingeschnitten,
dass sie auch an Problemzonen (z.B. zwischen Zehen, auf Fingerkuppen
etc.) optimal fixiert werden kann.
Zu 7) Der über die Wundauflage überstehende
Klebebereich wird vorzugsweise mit silikonisiertem Papier in einer
Weise abgedeckt, die ein leichtes Entfernen dieser Schicht beim
Aufbringen des Pflasters auf die Wunde ermöglicht.
In einer bevorzugten Ausführungsform
wird die Klebeschicht mit zwei Streifen von silikonisiertem Papier
so abgedeckt, dass die Streifen parallel, etwa zentriert über der
Mitte der Wundauflage wenige Millimeter überlappend, sonst formgleich
mit dem Pflaster angebracht werden.
1 verdeutlicht
den prinzipiellen Aufbau des erfindungsgemäßen Pflasters in der Ausführungsform,
das eine Barriereschicht (3), die Bestandteil der Wundauflage
(4) ist, bedruckt ist.
Die Fixierfolie (1) ist über die
Klebeschicht (2) mit der Wundauflage (4) verbunden.
Die Wundauflage (4) besitzt in dieser Ausführungsform
zur Fixierfolie hin eine Barriereschicht (3), die auf der
Oberseite bedruckt ist. Die Bedruckung ist von oben durch die Fixierfolie
hindurch sichtbar (5).
Die einfachste Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Pflasters
weist die Barriereschicht (3) nicht auf, so dass die Wundauflage
(4) auf der wundabgewandten Seite direkt bedruckt ist.