-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf Pipettiereinrichtungen und
spezifischer auf Pipettiereinrichtungen mit Mikropumpen.
-
Mit
zunehmender Verbesserung der Herstellung von mikromechanischen Strukturen
können heutzutage
vielfältige
Vorrichtungen als Mikrostrukturvorrichtungen realisiert werden.
Eine solche Mikrostrukturvorrichtung umfaßt beispielsweise eine Mikropipettiereinrichtung
mit einer Mikropumpe.
-
1 zeigt
eine bekannte Pipettiereinrichtung, die eine erste und zweite Mikropumpe 100a und 100b aufweist,
die jeweils aus drei übereinander
angeordneten Pumpenkörperabschnitten 110, 112 und 114 aufgebaut
sind. Die Pumpenkörperabschnitte 110, 112 und 114 umfassen
jeweils eine flache Scheibe bzw. Wafer mit Mikrostrukturen, die
mittels geeigneter Ätzverfahren
erzeugt werden. Typischerweise weisen die Pumpenkörperabschnitte 110, 112 und 114 bei
einer solchen bekannten Mikropumpe ein Halbleitermaterial, wie beispielsweise
Silizium, auf. Jede der Mikropumpen 100a und 100b umfaßt eine Pumpenkammer 116,
die durch Begrenzungen der Pumpenkörperabschnitte 110 – 114 gebildet
wird. Die Pumpenkammer 116 weist eine Einlaßöffnung 118 auf,
die in dem unteren Pumpenkörperabschnitt 110 gebildet
ist. Über
der Einlaßöffnung 118 ist
ein erstes Klappenventil 120 angeordnet, das als passives Rückschlagventil
ausgebildet ist. Das Klappenventil 120 ist in dem mittleren
Pumpenkörperabschnitt 112 gebildet
und weist eine längliche
flexible Klappe 120a auf, die sich über die Einlaßöffnung 118 erstreckt.
-
Die
Pumpenkammer 116 weist ferner eine Auslaßöffnung 122 auf,
die durch ein zweites passives Klappenventil 124, das in
dem Pumpenkörperabschnitt 110 angeordnet
ist, verschlossen und geöffnet werden
kann. Das zweite Klappenventil 124 weist entsprechend zu
dem ersten Klappenventil 120 eine Klappe 124a mit
einer länglichen
flexiblen Form auf.
-
Ferner
weisen die Mikropumpen 100a und 100b ein piezoelektrisches
Betätigungselement 126 zum
Verändern
des Volumens der Pumpenkammer 116 auf. Das piezoelektrische
Betätigungselement 126 ist
als eine piezoelektrische Keramikschicht großflächig auf einer dünn ausgebildeten
Membran 128 angeordnet, die flexibel zwischen Halteelementen
angeordnet ist. Bei Anlegen einer geeigneten Spannung an das piezoelektrische
Betätigungselement 126 verformt
sich die Membran 128 und bewirkt, je nach Polarität der Spannung,
ein Vergrößern oder
Verkleinern des Volumens der Pumpenkammer 116.
-
Bei
einem Saugvorgang wird an das piezoelektrische Betätigungselement 126 eine
Spannung angelegt, die die Membran 128 derart verformt,
daß sich
eine Vergrößerung des
Volumens der Pumpenkammer 116 ergibt. Dabei wird in der
Pumpenkammer 116 ein Unterdruck erzeugt, der bewirkt, daß das Ventil 120 von
einem geschlossenen Zustand in einen geöffneten Zustand übergeht,
wohingegen das Ventil 124 durch den Unterdruck einen geschlossen Zustand
aufweist. Dadurch wird ein Fluid durch die Öffnung 118 in die
Pumpenkammer 116 gesaugt.
-
Bei
einem Pumpvorgang wird das Pumpkammervolumen durch ein Anlegen einer
elektrischen Spannung an das piezoelektrische Betätigungselement 116 verringert.
Der dabei entstehende Überdruck
bewirkt, daß auf
das Klappenventil 124 eine Kraft ausgeübt wird, die das Klappenventil 124 nach
unten bewegt. Dadurch wird die Öffnung 122 geöffnet, während die
Einlaßöffnung 118 durch
das Ventil 120 verschlossen wird. Durch den Überdruck
in der Pumpenkammer 116 wird das Fluid aus der Pumpenkammer 116 durch
die Öffnung 122 ausgestoßen.
-
In
der Pipettiereinrichtung ist die Mikropumpe 100a angeordnet,
so daß dieselbe
saugseitig, d.h. mit der Einlaßöffnung 118,
an den Pipettenkanal 132 einer Pipettierspitze 134 und
druckseitig, d.h. mit der Auslaßöffnung 122,
an die Umgebung angeschlossen ist. Dahingegen ist die Mikropumpe 100b entgegengesetzt
zu der Mikropumpe geschaltet, so daß dieselbe druckseitig an den
Pipettenkanal und saugseitig an die Umgebung angeschlossen ist.
-
Beim
Ansaugen eines zu dosierenden Mediums wird die saugseitig an den
Pipettenkanal angeschlossene Mikropumpe 100a betätigt, so
daß sich das
Volumen der Pumpenkammer vergrößert und Luft
aus dem Pipettenkanal in die Pumpenkammer gesaugt wird. Dabei wird
ein Luftpolster 136 in der Pipettenspitze 134 abgebaut
und ein Dosiermedium in die Pipettenspitze 134 angesaugt.
Die zweite Mikropumpe 100b, die druckseitig mit dem Pipettenkanal in
Verbindung steht, bleibt dabei ausgeschaltet.
-
Umgekehrt
wird bei einem Dosieren des angesaugten Mediums die Mikropumpe 100b betätigt, indem
das Volumen der Pumpenkammer derselben verringert wird, während die
Mikropumpe 100a ausgeschaltet bleibt. Die druckseitig mit
dem Pipettenkanal verbundene Mikropumpe 100b erzeugt dabei
einen Überdruck
in dem Pipettenkanal, was ein Aufbauen des Luftpolster 136 und
ein Ausstoßen
des Dosiermediums bewirkt.
-
Die
oben beschriebenen Mikropumpen 100a und 100b zeichnen
sich durch eine einfache Ansteuerung aus, da bei den Pump- und Saugvorgängen als einzigstes
aktives Element lediglich das piezoelektrische Betätigungselement 126 betätigt werden
muß. Ferner
besteht ein Vorteil der Mikropumpen 100a und 100b darin,
daß dieselben
kompakt herstellbar sind, dahingehend, daß auf einem Chip, auf dem die
Mikropumpen angeordnet sind, lediglich ein geringe Fläche verbraucht
wird. Darüber
hinaus liegt eine langjährige
Erfahrung für
derartige bekannte Mikropumpen mit Klappenventilen vor, so daß die Strukturen
der Mikropumpe mit einer hohen Genauigkeit erzeugt werden können.
-
Die
Verwendung von passiven Rückschlagventilen
bei den Mikropumpen 100a und 100b, die bei jeweiligem Über- bzw.
Unterdruck öffnen
oder schließen,
weist jedoch den Nachteil auf, daß ein Halten der Flüssigkeit
nicht immer gewährleistet
ist. Bereits ein geringer Überdruck
an der Einlaßöffnung 118 kann
bewirken, daß sich
die passiven Rückschlagventile
leicht öffnen,
wodurch ein Fluid in die Pumpenkammer 116 einströmen oder
ausströmen kann.
-
Bei
dem Einsatz der Mikropumpen 100a und 100b in der
oben beschriebenen Pipettiereinrichtung treten daher aufgrund des
oben beschriebenen unzureichenden Haltens der Dosierflüssigkeiten
bereits bei geringen Druckdifferenzen in Öffnungsrichtung Leckraten auf.
Insbesondere ein Halten von großen Flüssigkeitsmengen
ist aufgrund des hydrostatischen Drucks und der damit verbundenen
Leckraten nur eingeschränkt
möglich.
-
Ein
wesentlicher Nachteil der Mikropumpen 100a und 100b besteht
ferner darin, daß bei
hohen Druckpulsen ein sogenannter fluidischer Kurzschluß auftreten
kann. Wird während
des Ansaugens des Dosierfluids die Mikropumpe 100a betätigt, so
entsteht in dem Pipettenkanal 132 ein Druck p2, der geringer
als ein Druck p1 der Umgebung ist, die mit der Auslaßöffnung der
Mikropumpe 100a in Verbindung ist. Da der Pipettenkanal
jedoch mit der Auslaßöffnung der
Mikropumpe 100b und ferner die Umgebung mit der Einlaßöffnung der
Mikropumpe 100b in Verbindung steht, bewirkt der Druckunterschied,
daß sich
die Ventile der Mikropumpe 100b aufgrund des Druckunterschieds öffnen können, so
daß durch
die Mikropumpe 100b ein fluidischer Kurzschluß auftritt. Ferner
kann auch bei einem Ausstoßen
des Dosierfluids ein fluidischer Kurzschluß auftreten. In diesem Fall
wird durch das Betätigen
der Mikropumpe 100b in dem Pipettenkanal ein Druck p2 erzeugt,
der größer als
der Druck p1 der Umgebung ist, die mit der Einlaßöffnung der Mikropumpe 100b in
Verbindung steht. Durch den Druckunterschied zwischen der Umgebung
und dem Pipettenkanal können
sich die Ventile der Mikropumpe 100a öffnen, so daß bei dem Dosiervorgang
ein fluidischer Kurzschluß durch
die Mikropumpe 100a auftreten kann.
-
Bekannterweise
kann die Gefahr des fluidischen Kurzschlusses durch ein geeignetes
Ansteuern des piezoelektrischen Elements 126 verringert werden,
bei dem kurzeitige hohe Druckpulse vermieden werden. Das Ansteuern
des piezoelektrischen Elements 126 kann beispielsweise
mittels einer sinusförmigen
Signalform erfolgen. Das Erzeugen der Sinusform erfordert jedoch
einen zusätzlichen
Schaltungsaufwand, indem zusätzliche
Bauelemente und Schaltungsteile bereitgestellt werden müssen.
-
Ein
weiterer Nachteil der oben beschriebenen bekannten Pipettiereinrichtung
besteht darin, daß die
Herstellung derselben aufwendig ist. Die Mikropumpen 100a und 100b werden
aus drei Wafern gebildet, die nach einer Strukturierung übereinander angeordnet
werden. Das Anordnen der Wafer erfordert eine hohe Präzision,
damit die jeweils übereinander
angeordneten Strukturen der verschiedenen Wafer genau an der vorgesehenen
Position positioniert sind. Dabei erhöht sich der Aufwand mit jedem
zusätzlichen
Wafer.
-
Ferner
muß bei
den bekannten Mikropumpen 100a und 100b der mittlere
Pumpenkörperabschnitt 112 dünn ausgebildet
sein, um eine Gesamthöhe
der Pumpenkammer 116 gering zu halten, so daß ein hohes
Kompressionsvermögen
erreicht wird. Das Dünnen
des Wafers wird bekannterweise mittels eines Schleifens bzw. Grinden
durchgeführt.
Durch das Schleifen treten jedoch mechanische Belastungen auf, die
zu einer Beschädigung
der empfindlichen Mikrostrukturen oder zu einem Brechen des Wafers
führen
können.
-
Alternativ
kann bei der Herstellung des mittleren Pumpenkörperabschnitts auch ein dünner Wafer
als Ausgangswafer verwendet werden. Um die dünnen Wafer während des
Herstellungsprozesses geeignet zu transportieren und zu lagern,
sind jedoch aufwendige und speziell an die dünnen Wafer angepaßte Handhabungsvorrichtungen
erforderlich. Ferner besteht bei dem Umgang mit den dünnen Wafern die
Gefahr eines Bruchs des Wafers, wodurch bei einer Massenfertigung
die Ausschußrate
erhöht
wird und die Herstellungskosten steigen.
-
Ein
weiterer Nachteil, der sich bei den Mikropumpen 100a und 100b durch
die Verwendung von passiven Rückschlagventilen
ergibt, besteht darin, daß eine
einfache Fluidführung
nicht möglich
ist, da der Fluidstrom, bei einem Ein- und Ausströmen durch die
Klappen behindert wird. Insbesondere ist der Grad der Öffnung der
Klappen von dem Über-
bzw. Unterdruck in der Pumpenkammer abhängig, so daß sich je nach vorliegendem
Druck unterschiedliche Verläufe
des Fluids beim Einlassen bzw. Ausströmen ergeben. Dies muß bei einem
Entwurf der Mikropumpe berücksichtigt
werden.
-
Ferner
muß zum
Bilden des Auslaß-Klappenventils 124 ein
Auslaßkanal 130 in
dem Pumpenkörperabschnitt 110 aufgrund
der länglichen
Form der Ventilklappe 124a einen großen Durchmesser aufweisen.
Dadurch reduziert sich eine Außenfläche des
Pumpenkörperabschnitts 110,
wodurch ein Befestigen der Mikropumpe erschwert ist.
-
Darüber hinaus
besteht ein wesentlicher Nachteil der Pipettiereinrichtung gemäß 1 darin, daß zwei Mikropumpen 100a und 100b verwendet werden
müssen,
um ein Ansaugen und Dosieren zu erreichen, da die Mikropumpen 100a und 100b lediglich
mit einer Pumprichtung betrieben werden können. Dies erfordert einen
hohen Aufwand bei der Herstellung und einen zusätzlichen Platzverbrauch.
-
Eine
Pipettiereinrichtung, die entsprechend zu der unter Bezugnahme auf
1 beschriebenen Pipettiereinrichtung
zwei Mikropumpen mit passiven Klappenventilen umfaßt, ist
beispielsweise in der
DE 198
47 869 A1 beschrieben. Dies erfordert einen hohen Aufwand
bei der Herstellung und einen zusätzlichen Platzverbrauch.
-
Eine
Pipettiereinrichtung, die entsprechend zu der unter Bezugnahme auf
1 beschriebenen Pipettiereinrichtung
zwei Mikropumpen mit passiven Klappenventilen umfaßt, ist
beispielsweise in der
DE 198
47 869 A1 beschrieben.
-
Die
WO 99/10 099 A1 offenbart ein Mikrodosiersystem, das eine Mikromembranpumpe
und einen Freistrahldosierer umfaßt. Die Mikromembranpumpe ist
mittels eines Eingangs mit einem Reservoir verbunden und weist ferner
einen Ausgang auf, der mittels einer Leitung mit einem Eingang des
Freistrahldosierers verbunden ist. Am Eingang und Ausgang der Mikromembranpumpe
sind passive Rückschlagventile
vorgesehen, so dass eine Flüssigkeit von
dem Reservoir zu dem Freistrahldosierer gepumpt werden kann. Der
Freistrahldosierer umfaßt ferner
eine Druckkammer mit zwei Öffnungen,
die jeweils einen Eingang bzw. Ausgang des Freistrahldosierers bilden.
Die Mikromembranpumpe und der Freistrahldosierer umfassen ferner
jeweils eine Membran, um ein Volumen der Druckkammer zu verändern.
-
Die
DE 197 06 513 A1 zeigt
eine Mikrodosiervorrichtung, die eine Druckkammer aufweist, die über einen
Einlaß mit
einem Medienreservoir verbunden ist und ferner einen Auslaß zum Ausstoßen von Fluid
aufweist. Die Vorrichtung umfaßt
eine Membran mit einem Aktor, um das Volumen der Druckkammer zu
verändern.
Zum Verhindern einer Rückströmung durch
den mit dem Medienreservoir verbundenen Kanal ist zwischen der Druckkammer
und dem Medienreservoir ein Ventil angeordnet.
-
Das
Ventil ist mittels eines piezoelektrischen Antriebs betreibbar,
der eine bewegbare Membran zum Verschließen betätigt.
-
Die
EP 0 725 267 A2 offenbart
eine elektrisch steuerbare Mikro-Pipette, die eine Mikroejektionspumpe
umfaßt.
Die Mikroejektionspumpe umfaßt eine
Kammer mit einer Kammerwand, die mittels einer elektrisch ansteuerbaren
Aktuator-Vorrichtung steuerbar
ist. Im Betrieb wird die Pumpkammer der Mikroejektionspumpe mit
Fluid aus einem Vorrat befüllt
wird, und darauffolgend über
eine Auslaufkapillare abgegeben.
-
Die
EP 0 568 902 A2 zeigt
eine Mikropumpe mit einer Pumpkammer, die einen Einlaß und einen Auslaß aufweist,
die jeweils ein Ventil aufweisen, um dieselben zu verschließen. Die
Pumpkammer weist ferner eine Membran auf, die mittels einer Mikro-Betätigungsvorrichtung
betätigt
werden kann. Im Betrieb wird eine Verbiegung der Membran durchgeführt, wodurch
der Druck in der Pumpkammer verringert wird, so daß bei einem
Anheben des Einlaßventils
von seinem Sitz, während
das Auslaßventil
in einer geschlossenen Position verbleibt, Flüssigkeit durch den Einlaß in die
Pumpkammer eintritt und darauffolgend über das geöffnete Auslaßventil
ausgestoßen
wird.
-
Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Pipettiereinrichtung
zu schaffen, die ein sicheres und stabiles Dosieren eines Dosierfluids ermöglicht.
-
Diese
Aufgabe wird durch eine Pipettiereinrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst.
-
Die
vorliegende Erfindung schafft eine Pipettiereinrichtung mit den
Merkmalen des Patentanspruchs 1.
-
Die
vorliegende Erfindung basiert auf der Erkenntnis, daß eine Pipettiereinrichtung
mit einer Mikropumpe mit einem stabilen und sicheren Dosierverhalten
realisiert werden kann, indem von der Verwendung einer Mikropumpe
mit passiven Ventilen zum Öffnen
bzw. Schließen
von Öffnungen
einer Pumpenkammer Abstand genommen wird. Bei der erfindungsgemäßen Pipettiereinrichtung
wird eine Mikropumpe mit aktiven Ventilen zum Öffnen und Verschließen der
Pumpenkammeröffnungen
verwendet.
-
Dadurch
sind die Öffnungen
der Pumpenkammer selbst bei auftretenden Gegendrücken sicher verschließbar. Dies
verhindert einen fluidischen Kurzschluß bei hohen Druckpulsen und
vermeidet das Auftreten von Leckraten.
-
Die
Verwendung einer Mikropumpe mit aktiven Ventilen ermöglicht ein
Betreiben in zwei Pumprichtungen, so daß zum Ansaugen und Dosieren
lediglich eine Mikropumpe erforderlich ist.
-
Durch
die aktiven Ventile wird ferner eine einfache Fluidführung erreicht,
da der Verlauf des ein- oder ausströmenden Fluids im Gegensatz
zu den bekannten Mikropumpen mit Klappenventilen nicht durch die
Klappen behindert wird. Dadurch ergibt sich in Ein- und Auslaßkanälen, die
mit den Öffnungen
verbunden sind, ebenfalls eine einfache Fluidführung. Ferner können die Öffnungen
mit einer einfachen und symmetrischen Form gebildet werden. Dies
vereinfacht ein Strukturieren der Öffnungen bei der Herstellung
der Mikropumpe.
-
Darüberhinaus
ist bei der Pipettiereinrichtung ein Herstellungsprozess einfach
gehalten, da daß kritische
Erzeugen von dünnen
flexiblen Klappen nicht erforderlich ist.
-
Im
Gegensatz zu der bekannten Pipettiereinrichtung mit einer Mikropumpe
mit passiven Klappenventilen ist es bei der erfindungsgemäßen Pipettiereinrichtung
mit einer Mikropumpe mit aktiven Ventilen nicht erforderlich, eine
längliche
Ventilklappe in einem großdimensionierten
Auslaßkanal
eines Pumpenkörpers
anzuordnen. Dadurch kann eine äußere Oberfläche des
Pumpenkörpers
eine große
Befestigungsfläche
zum Befestigen der Mikropumpe an einem Träger aufweisen, so daß eine einfache
und sichere Befestigung der Mikropumpe möglich ist.
-
Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Pipettiereinrichtung umfaßt
eine Mikropumpe, bei der die aktiven Ventile als piezoelektrische
Ventile vorliegen. Ferner weist die Einrichtung zum Verändern des Volumens
der Pumpenkammer vorzugsweise eine Pumpenmembran auf, die mit einer
piezoelektrischen Betätigungseinrichtung
zum Verändern
des Volumens betätigbar
ist. Die piezoelektrische Betätigungseinrichtung
umfaßt
vorzugsweise eine dünne piezo-aktive
Schicht, die auf einer äußeren Seite
der Pumpenmembran aufgebracht ist.
-
Die
Pumpenmembran ist vorzugsweise zwischen Halteelementen angeordnet,
die ein Verbiegen der Membran ermöglichen, ohne daß nachteilige Auswirkungen
auf die aktiven Ventile in Kauf genommen werden müssen.
-
Die
Mikropumpe der Pipettiereinrichtung wird bevorzugt mit einer Schichtstruktur
aus zwei strukturierten flachen Scheiben, die übereinander angeordnet sind,
gebildet. Dadurch wird die Herstellung der Mikropumpe einfach und
kostengünstig
gehalten. Vorzugsweise wird als Material der Scheiben ein Halbleitermaterial
und besonders bevorzugt ein Siliziummaterial verwendet.
-
Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Pipettiereinrichtung wird nachfolgend Bezug nehmend auf die
beiliegenden Zeichnungen näher
erläutert.
Es zeigen:
-
1 eine
Querschnittsdarstellung einer bekannten Pipettiereinrichtung, die
zwei Mikropumpen mit pas siven Klappenventilen aufweist (Stand der Technik);
-
2 eine
schematische Querschnittsdarstellung eines Ausführungsbeispiels einer Mikropumpe,
die bei der Pipettiereinrichtung verwendet wird; und
-
3 eine
schematische Querschnittsdarstellung eines Ausführungsbeispiels der Pipettiereinrichtung
mit einer Mikropumpe.
-
Im
folgenden wird unter Bezugnahme auf 2 eine Mikropumpe 200 erklärt, die
bei einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung eingesetzt wird.
-
Gemäß 2 weist
die Mikropumpe 200 einen Pumpenkörper 210 auf, der
vorzugsweise aus einem scheibenförmigen
ersten Pumpenkörperabschnitt 212 und
einem scheibenförmigen
zweiten Pumpenkörperabschnitt 214 gebildet
ist. Die Pumpenkörperabschnitte 212 und 214 sind
in vertikaler Richtung (y-Achse) übereinander
angeordnet und an Randbereichen derselben über Verbindungsstrukturen miteinander
verbunden. Die Pumpenkörperabschnitte 212 und 214 umfassen
vorzugsweise Scheiben aus einem Halbleitermaterial und besonders
bevorzugt aus Silizium. Der Pumpenkörper 210 kann jedoch
bei anderen Ausführungsbeispielen
jedes andere mikrostrukturierbare Material aufweisen. Die scheibenförmige Pumpenkörperabschnitte 212 und 214 werden
vorzugsweise mittels bekannter Lithographie- und Ätztechniken
strukturiert und mittels bekannter Verbindungstechniken zum Bilden
des Pumpenkörpers 210 verbunden.
-
Eine
länglich
ausgebildete Pumpenkammer 216 ist in der Mikropumpe 200 durch
eine Ausnehmung 218 in dem unteren Pumpenkörperabschnitt 212 und
eine wannenförmige
Ausnehmung 220 in dem oberen Pumpenkörperabschnitt 214 gebildet. Die
in Richtung des Pumpenkörper
weisenden Ausnehmungen 218 und 220 sind in horizontaler
Richtung (x-Achse) vorzugsweise mittig angeordnet, um eine symmetrische
Struktur zur Erreichen. Vorzugsweise ist die Pumpenkammer mit einer
geringen Höhe
gebildet, um ein hohes Kompressionsverhältnis zu erreichen.
-
Die
Mikropumpe 200 weist ferner zwei Öffnungen 222 und 224 zum
Ein- oder Auslassen eines Fluids in die Pumpenkammer 216 auf,
die jeweils an gegenüberliegenden
Seiten der Pumpenkammer 216 in dem unteren Pumpenkörperabschnitt 212 gebildet sind.
Die Öffnungen 222 und 224 erstrecken
sich jeweils in der Form eines Kegelstumpfs von einer bezüglich des
Pumpenkörpers 210 auswärts gewandten
Oberfläche
zu einer nach innen gewandten Oberfläche des unteren Pumpenkörperabschnitts 212.
Die Öffnungen
können
jedoch auch mit anderen Formen, wie beispielsweise einer Zylinder-Form
gebildet sein. Vorzugsweise weisen die Öffnungen 222 und 224 eine
symmetrische Form auf, um eine Herstellung derselben zu vereinfachen.
-
Über der Öffnung 222 ist
ein erstes aktives Ventil 226 zum Schließen und Öffnen der Öffnung 222 angeordnet.
Das erste aktive Ventil 226 umfaßt ein Verschlußelement 228,
das auf einer bezüglich des
Pumpenkörpers 210 inneren
Oberfläche
des zweiten Pumpenkörperabschnitts 214 gebildet
ist. Das Verschlußelement 228 ist
derart gebildet, daß es in
einem geöffneten
Zustand des ersten aktiven Ventils 226 in vertikaler Richtung
von der Öffnung 222 beabstandet
ist.
-
Das
Verschlußelement 228 weist
eine flache Verschluß-Oberfläche auf,
die sich in horizontaler Richtung über seitlich der Öffnung 222 angeordnete Ventilsitz-Strukturen 222a und 222b erstreckt,
so daß die Öffnung 222 in
einem geschlossenen Zustand des Ventils 226 von dem Verschlußelement 228 vollständig verschlossen
wird. Die Ventilsitz-Strukturen 222a und 222b sind
vorzugsweise derart ausgebildet, daß bei einem Verschließen des
Ventils 226 die Auflagefläche des Verschlußelements 228 geringgehalten
ist. Die geringe Auflagefläche
bewirkt ein sicheres Verschließen durch
das Verschlußelement 228,
da die Gefahr eines undichten Verschlusses, beispielsweise durch
Unebenheiten in den Ventilsitz-Strukturen 222a und 222b,
mit abnehmender Auflagefläche
minimiert ist.
-
Das
Verschlußelement 228 ist
jeweils seitlich durch dünne
Stege mit Halteelementen 232 und 234 verbunden.
Dadurch ist das Verschlußelement 228 flexibel
bezüglich
den Halteelementen 232 und 234 angeordnet und
kann von einem geöffneten
Zustand in einen geschlossenen Zustand gebracht werden, bei dem
das Verschlußelement 228 mit
einer Verschluß-Oberfläche auf
den Ventilsitz-Strukturen 222a und 222b aufsitzt
und die Öffnung 222 verschließt.
-
Um
das Öffnen
und Schließen
des ersten aktiven Ventils zu bewirken, ist auf einer der Verschluß-Oberfläche gegenüberliegenden
Oberfläche des
Verschlußelements 228 ein
erstes piezoelektrisches Betätigungselement 230 angeordnet.
Das erste piezoelektrische Betätigungselement 230 umfaßt vorzugsweise
eine dünne
Schicht eines piezoelektrischen Materials, wie beispielsweise Quarz.
-
Das
erste piezoelektrische Betätigungselement 230 ist über elektrische
Anschlüsse
(nicht gezeigt) mit einer Steuereinrichtung (nicht gezeigt) verbindbar,
um durch ein Anlegen einer elektrischen Spannung eine Kontraktion
oder Expansion des ersten piezoelektrischen Betätigungselements 230 zu erreichen,
die jeweils vertikale Verschiebungen des Verschlußelements 228 bewirken.
-
Über der Öffnung 224 ist
ferner ein zweites aktives Ventil 236 gebildet, das vorzugsweise
entsprechend zu dem ersten Ventil 226 ausgebildet ist. Genauer
gesagt, weist das zweite aktive Ventil 236 ein über der Öffnung 224 angeordnetes
Verschlußelement 238 auf,
das über
seitlich angeordnete Stege mit Halteelementen 242 und 244 verbunden
ist. Ebenso umfaßt
das zweite aktive Ventil 236 ein zweites piezoelektrisches
Betätigungselement 240 zum Ermöglichen
der verti kalen Bewegung des Verschlußelement 238. Ferner
sind entsprechend zu dem ersten Ventil seitlich der Öffnung 222 jeweils
Ventilsitz-Strukturen 224a und 224b gebildet.
-
Wie
es später
genauer erklärt
wird, bewirken die piezoelektrischen Elemente 230 und 240 durch ein
Anlegen einer entsprechenden elektrischen Spannung ein Öffnen und
Verschließen
der Öffnungen 222 bzw. 224,
so daß die
Pumpenkammer 216 zum Einlassen oder Auslassen eines Pumpmediums durch
die Öffnungen 222 bzw. 224 geschlossen
oder geöffnet
werden kann.
-
Zum
Verändern
des Volumens der Pumpenkammer weist die Pumpenkammer 216 eine
dünne Membran 246 auf,
die zwischen den Halteelementen 234 und 244 angeordnet
ist. Dadurch ist die dünne Membran 246 zwischen
den Halteelementen 234 und 244 flexibel biegbar,
so daß durch
ein Betätigen der
Membran das Volumen der Pumpenkammer 216 veränderbar
ist. Die massiv ausgebildeten Halteelemente 234 und 244 verhindern,
daß sich
bei einer Betätigung
der Membran 246 eine Bewegung auf die Verschlußelemente 228 und 238 überträgt, so daß eine nachteilige
Beeinflussung der aktiven Ventile durch die Bewegung der Membran 246,
was beispielsweise zu einem Öffnen
eines verschlossenen Ventils führen
kann, verhindert ist. Ferner dienen die Halteelemente 234 und 244 auch
als Befestigungseinrichtungen, die ein Befestigen der Mikropumpe 200 an
einem Träger
ermöglichen.
-
Auf
einer dem Pumpenkörper 210 abgewandten
Seite der Membran 246 ist ferner ein piezoelektrisches
Membran-Betätigungselement 250 zum Betätigen der
Membran 246 angeordnet. Das piezoelektrische Membran-Betätigungselement 250 weist, wie
die piezoelektrischen Betätigungselemente 230 und 240,
vorzugsweise eine dünne
Schicht aus einem piezoelektrischem Material auf. Ferner ist das piezoelektrische
Membran-Betätigungselement 250 über elektrische
Anschlüsse
(nicht gezeigt) mit einer Steuereinrichtung verbindbar, um ein Anlegen
einer elektrischen Spannung zu ermöglichen.
-
Bei
der Pumpe 200 handelt es sich um eine Pumpe nach dem Peristaltik-Prinzip,
bei dem die Betätigungselemente 230, 240 und 250 in
vorbestimmten Reihenfolgen aufeinanderfolgend betätigt werden.
-
Ein
Betreiben der Mikropumpe 200 nach diesem Prinzip wird nachfolgend
näher erklärt.
-
Im
folgenden wird zunächst
eine erste Pumprichtung erläutert,
bei der ein Fluid von der Öffnung 222 zu
der Öffnung 224 gepumpt
wird.
-
Bei
einem Ansaugvorgang wird zunächst das
zweite Ventil 236 betätigt,
um die Öffnung 224 zu schließen. Das
Betätigen
des zweiten Ventils 236 erfolgt durch ein Anlegen einer
elektrischen Spannung an das zweite piezoelektrische Element 240,
die bewirkt, daß das
Verschlußelement 238 zum
Schließen der Öffnung 224 in
horizontaler Richtung nach unten bewegt wird. Daraufhin wird das
erste piezoelektrische Element 230 betätigt, um die Öffnung 222 zu öffnen.
-
Nachfolgend
wird an das piezoelektrische Membran-Betätigungselement 250 eine
Spannung angelegt, um eine Verformung der Membran 246 zu bewirken,
so daß sich
das Volumen der Pumpenkammer 216 vergrößert. Dadurch entsteht in der
Pumpenkammer 216 ein Unterdruck, wodurch ein Fluid von
der Öffnung 222 in
die Pumpenkammer 216 angesaugt wird. Nach dem Beenden des
Ansaugvorgangs wird das erste Ventil 226 geschlossen.
-
Zum
Auspumpen des in der vergrößerten Pumpenkammer 216 gespeicherten
Fluids wird daraufhin das zweite Ventil 236 durch Anlegen
einer elektrischen Spannung an das zweite piezoelektrische Betätigungselement 240 betätigt, um
die Öffnung 224 zu öffnen. Nach
dem Öffnen
wird an das piezoelektrische Membran-Betätigungselement 250 eine
Spannung angelegt, die bewirkt, daß sich das Volumen der Pumpenkam mer 216 verkleinert.
Dies bewirkt, daß das
Fluid aus der Pumpenkammer 216 heraus und durch die Öffnung 224 gedrückt wird.
-
Vorzugsweise
ist die Öffnung 222 bei
dem Betrieb der Mikropumpe 200 mit einem ersten Fluidreservoir
in Verbindung, während
die Öffnung 224 mit einem
zweiten Fluidreservoir in Verbindung steht. Dies bewirkt, daß bei dem
oben beschriebenen Pumpvorgang Fluid von dem ersten Fluidreservoir
in das zweite Fluidreservoir gepumpt wird. Das erste und zweite
Fluidreservoir können
beispielsweise Umgebungsluft oder ein Behälter mit Flüssigkeit oder Gas sein.
-
Nach
dem Durchführen
des oben beschriebenen Pumptaktes kann der Pumpvorgang ein oder mehrere
Male wiederholt werden, um eine gewünschte Fluid-Menge von dem
ersten Reservoir zu dem zweiten Reservoir zu pumpen.
-
Zum
Pumpen der Mikropumpe 200 mit einer zweiten Pumprichtung,
bei der ein Fluid von der Öffnung 224 zu
der Öffnung 222 gepumpt
wird, werden die aktiven Ventile 226 und 236 bezogen
auf die obigen Erklärungen
entsprechend vertauscht betrieben.
-
Genauer
gesagt, wird bei der zweiten Pumprichtung in einem Ansaugvorgang
zunächst das
erste Ventil 226 geschlossen, das zweite Ventil 236 geöffnet und
daraufhin die Membran zum Vergrößern des
Pumpenkammervolumens betätigt.
Dadurch wird ein Fluid von der Öffnung 224 in
die Pumpenkammer 216 angesaugt. Daraufhin verschließt das zweite
Ventil 236 die Öffnung 224,
während
das erste Ventil 226 die Öffnung 222 öffnet. Nachfolgend wird
die Membran 246 zum Verkleinern des Pumpenkammervolumens
betätigt,
wodurch das in der Pumpenkammer 216 befindliche Fluid durch
die Öffnung 222 ausgestoßen wird.
-
Im
folgenden wird unter Bezugnahme auf 3 ein Ausführungsbeispiel
einer Pipettiereinrichtung 252 erklärt, bei der die unter Bezugnahme
auf 2 erklärte
Mikropumpe 200 zum Dosieren des Dosiermediums verwendet
wird.
-
Gemäß 3 ist
bei der Pipettiereinrichtung 252 die Mikropumpe 200 auf
einem Trägerelement 254 angeordnet,
wobei ein in dem Trägerelement 254 ausgebildeter
Pipettenkanal 256 mit der Öffnung 224 der Mikropumpe
verbunden ist.
-
Die
Pipettiereinrichtung 252 weist ferner eine Pipettenspitze 258 auf,
die an einem vorderseitigen Ende eine Öffnung zum Ansaugen und Ausstoßen einer
Dosierflüssigkeit
aufweist. An einem rückseitigen Ende
weist die Pipettenspitze 258 ein Verbindungselement 260 auf,
das ausgebildet ist, um den Pipettenkanal 256 mit dem Innenraum
der Pipettenspitze 258 zu verbinden. Vorzugsweise ist das
Verbindungselement 260 auf eine wieder lösbare Weise
in den Pipettenkanal 256 eingeführt, um ein Austauschen der
Pipettenspitze 258 zu ermöglichen.
-
Das
Trägerelement 254 umfaßt ferner
einen Kanal 262, der an einem ersten Ende desselben mit der Öffnung 222 der
Mikropumpe 200 verbunden ist. Ein zweites Ende des Kanals 262,
das seitlich an dem Trägerelement
angeordnet ist, steht in Berührung
mit einer Umgebung, die beispielsweise Luft aufweist.
-
Die
Pipettiereinrichtung 252 kann, wie es in 3 gezeigt
ist, zwischen dem zweiten Ende des Kanals 262 und der mit
dem Kanal verbundenen Umgebung einen Filter 264 aufweisen,
der über
ein Verbindungselement 266a mit dem Kanal 262 verbunden
ist.
-
Typischerweise
umfaßt
die Umgebung Luft als Medium, so daß der Filter vorzugsweise als
Luftfilter ausgebildet ist. Der Filter 264 kann sämtliche bekannten
Filterarten, wie beispielsweise Partikelfilter, chemisch selektiv
absorbierende Filter oder elektrostatische Filter, umfassen.
-
Das
Filtern der Luft verhindert eine Kontamination des Dosiermediums
durch Partikel oder chemische Verunreinigungen der Luft. Ferner
wird verhindert, daß sich
an den aktiven Ventilen Verunreinigungen ablagern, die ein dichtes
Verschließen
der Öffnungen
verhindern können.
Der Filter 264 kann ferner ein äußeres Anschlußelement 266b aufweisen,
um eine Verbindung zu einer außerhalb
des Trägerelements 252 angeordneten
Ansaugleitung zu ermöglichen.
-
Im
folgenden wird nun ein Betrieb der Pipettiereinrichtung 252 näher erläutert.
-
Zum
Ansaugen eines Dosiermediums, das vorzugsweise eine Flüssigkeit
umfaßt,
wird die Mikropumpe 200 zunächst mit einer Pumprichtung
betrieben, bei der ein Arbeitsmedium, das beispielsweise Luft oder
ein anderes gasförmiges
Medium ist, über die Öffnung 224 aus
dem Pipettenkanal 256 angesaugt, in die Pumpenkammer 216 und über die Öffnung 222 in
eine mit dem Kanal 262 verbundene Umgebung gepumpt wird.
Diese Pumprichtung entspricht der unter Bezugnahme auf 2 erklärten zweiten
Pumprichtung, so daß eine
Darstellung der zugeordneten Arbeitsabläufe der Mikropumpe den entsprechenden
obigen Erklärungen
entnommen werden kann.
-
Der
Pumpvorgang zum Ansaugen bewirkt, daß im Inneren der Pipettenspitze 258 ein
Unterdruck entsteht, wodurch das Dosiermittel in das Innere der Pipettenspitze 258 gesaugt
wird. Der Pumpvorgang zum Ansaugen des Dosiermittels 268 kann
so oft wiederholt werden, bis die gewünschte Menge des Dosiermittels 268 in
die Pipettenspitze 258 angesaugt ist. Während des Ansaugvorgangs wird
die sich als ein gasförmiges
Polster 270 in der Pipettenspitze 258 befindliche
Arbeitsmedium zunehmend durch das Dosiermittel 268 verdrängt. Das
gasförmige
Polster 270 bewirkt, daß der Pipettenkanal nicht in eine
Berührung
mit dem Dosiermedium kommt. Dies verhindert, daß bei einem Austausch der Pipettenspitze 258 zum
Dosieren eines anderen Dosiermittels das Dosiermittel durch in dem
Kanal vorhandene Dosiermittelreste des vorhergehenden Dosiermittel verschmutzt
wird.
-
Nachdem
die gewünschte
Dosiermittelmenge angesaugt ist, wird das Ventil zum Schließen betätigt, um
ein Halten des Dosiermittels in der Pipettenspitze 258 zu
erreichen.
-
Bei
einem darauffolgenden Dosiervorgang wird die Mikropumpe 200 mit
der umgekehrten Pumprichtung betrieben, bei der über die Öffnung 222 das Arbeitsmedium
der Mikropumpe 200 aus der Umgebung angesaugt wird und über die Öffnung 224 in
den Pipettenkanal 256 gepumpt wird.
-
Diese
Pumprichtung entspricht der unter Bezugnahme auf 2 erklärten ersten
Pumprichtung, so daß hinsichtlich
einer genauen Beschreibung der Pumpvorgänge auf die entsprechenden
Erklärungen verwiesen
wird.
-
Das
Pumpen des Arbeitsmediums aus der Umgebung in den Pipettenkanal 256 erzeugt
in dem Pipettenkanal 256 und in dem gasförmigen Polster 270 einen Überdruck,
so daß das
Dosiermittel 264 durch das expandierende Luftpolster aus
der Pipettenspitze 258 gedrängt bzw. gestoßen wird.
Der Pumpvorgang kann so oft wiederholt werden, bis eine gewünschte Dosiermittelmenge
aus der Pipettenspitze 258 ausgebracht wurde.
-
Wie
es bereits vorhergehend erwähnt
wurde, wird durch die aktiven Ventile 226 und 236 ein
dichtes Schließen
unabhängig
von einem auftretenden Gegendruck erreicht. Dies wirkt sich bei
der Pipettiereinrichtung 252 vorteilhaft aus, da ein fluidischer
Kurzschluß,
wie er bei bekannten Mikropumpen mit Klappenventilen auftreten kann,
verhindert wird. Die Pipettiereinrichtung 252 erreicht
daher eine hohe Dosiergenauigkeit.
-
Ebenso
wird ein ungewolltes Ablösen
des Dosiermediums beim Halten desselben in der Pipettenspitze durch
die geringe Leckraten der aktiven Ventile erreicht.
-
Obwohl
bei den beschriebenen Ausführungsbeispielen
die aktiven Ventile der Mikropumpe 200 als piezoelektrische
Ventile ausgebildet sind, können
andere Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung andere aktiv betätigbare Ventil-Typen, wie beispielsweise
mechanisch betätigbare
Ventile, elektrostatische Ventile oder elektromagnetische Ventile,
umfassen.
-
Zum
Betätigen
der Membran kann anstelle der beschriebenen piezoelektrischen Betätigungseinrichtung
jede andere bekannte Betätigungseinrichtung
zum Betätigen
der Membran, wie beispielsweise eine elektrostatische Betätigungseinrichtung, verwendet
werden.
-
Ferner
kann bei anderen Ausführungsbeispielen
jede bekannte Einrichtung verwendet werden, die ein Verändern des
Pumpenkammervolumens ermöglicht.
Solche Einrichtungen können
beispielsweise drehbare Elemente zum Komprimieren und Dekomprimieren
eines Fluids in der Pumpenkammer umfassen.
-
Obwohl
bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel
die Pumpenkammer lediglich zwei Öffnungen
aufweist, kann dieselbe bei alternativen Ausführungsbeispielen auch mehr
als zwei Öffnungen mit
entsprechend zugeordneten aktiven Ventilen aufweisen. Dies ermöglicht ein
selektives Pumpen, bei dem beispielsweise verschiedene Fluide aus
verschiedenen Reservoiren abwechselnd in die Pumpenkammer gepumpt
werden können
und daraufhin über
selektiv ausgewählte Öffnungen
in vorbestimmte andere Reservoire gepumpt werden können. Bei diesem
Ausführungsbeispiel
kann ein selektives Mischen verschiedener Fluide in der Pumpenkammer durchgeführt werden,
wobei ein Mischungsverhältnis durch
ein Steuern der aktive Ventile einstellbar ist. Die dadurch erreichte
Verwendung der Pumpenkammer als „Mischreaktor" weist ferner den
Vor teil auf, daß durch
die hohen Drücke
in der Pumpenkammer ein gute Durchmischung erreicht wird.
-
Ferner
ist die Pipettiereinrichtung mit einer Mikropumpe gemäß der vorliegenden
Erfindung nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiels einer Luftpolster-Pipettiereinrichtung
beschränkt.
Andere Ausführungsbeispiele
können
beispielsweise eine Pipettiereinrichtung nach dem Direktverdränger-Prinzip oder eine
Mikrotiter-Pipettiereinrichtung umfassen, bei denen jeweils die
erfindungsgemäße Mikropumpe
zum Dosieren des Dosiermittels verwendet wird.