-
TECHNISCHES GEBIET
-
Die vorliegende Erfindung betrifft ein System und ein Verfahren zum Positionieren eines Fahrzeugsitzes.
-
HINTERGRUND
-
Es bestehen verschiedene Systeme und Verfahren zum Einstellen oder andersartigen Bewegen eines Sitzes in einem Fahrzeug zu einer gewünschten Position basierend auf dem Auftreten eines oder mehrerer Ereignisse wie etwa eines Zusammenstoßes mit einem anderen Fahrzeug. Beispiele für derartige Systeme und Verfahren können in den folgenden Referenzen gefunden werden:
DE102011102088A1 ,
DE102011122384A1 und
US9266487B2 .
-
ZUSAMMENFASSUNG
-
Wenigstens einige der hier beschriebenen Ausführungsformen können ein Verfahren zum Positionieren einer oder mehrerer Sitzanordnungen in einem Fahrzeug mit einer vorderen Sitzanordnung und einer hinteren Sitzanordnung enthalten. Das Verfahren umfasst das Vergrößern eines Trennungsabstands zwischen der vorderen Sitzanordnung und der hinteren Sitzanordnung, wenn die hintere Sitzanordnung besetzt ist und wenigstens ein Kriterium eine Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls gegen das Fahrzeug von hinter dem Fahrzeug angibt, und wobei das Vergrößern des Trennungsabstands das Bewegen der hinteren Sitzanordnung nach hinten relativ zu dem Fahrzeug umfasst.
-
Wenigstens einige der hier beschriebenen Ausführungsformen können ein Verfahren zum Positionieren einer oder mehrerer Sitzanordnungen in einem Fahrzeug mit einer vorderen Sitzanordnung und einer hinteren Sitzanordnung enthalten. Das Verfahren umfasst das Bewegen der hinteren Sitzanordnung nach hinten relativ zu dem Fahrzeug, wenn eine Vielzahl von Kriterien erfüllt werden. Die Kriterien umfassen wenigstens ein Kriterium in Bezug auf die Besetzung der hinteren Sitzanordnung und wenigstens ein Kriterium in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls gegen das Fahrzeug von hinter dem Fahrzeug. Das Verfahren umfasst das nicht-Bewegen der hinteren Sitzanordnung nach hinten relativ zu dem Fahrzeug, wenn wenigstens eines der Kriterien nicht erfüllt wird.
-
Wenigstens einige der hier beschriebenen Ausführungsformen können ein System zum Positionieren einer oder mehrerer Sitzanordnungen in einem Fahrzeug mit einer vorderen Sitzanordnung und einer hinteren Sitzanordnung enthalten. Das System kann ein Steuersystem umfassen, das wenigstens eine Steuereinrichtung umfasst und konfiguriert ist zum Steuern der relativen Position der vorderen Sitzanordnung zu der hinteren Sitzanordnung basierend auf einer Vielzahl von Eingaben. Die Steuerung der relativen Position der vorderen Sitzanordnung zu der hinteren Sitzanordnung umfasst das Bewegen der hinteren Sitzanordnung nach hinten relativ zu dem Fahrzeug basierend auf wenigstens einer Eingabe, die die Besetzung der hinteren Sitzanordnung angibt, und wenigstens einer Eingabe, die eine Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls gegen das Fahrzeug von hinter dem Fahrzeug angibt.
-
Figurenliste
-
- 1 zeigt ein Zielfahrzeug mit einem System zum Positionieren einer Sitzanordnung gemäß den hier beschriebenen Ausführungsformen sowie ein sich näherndes Fahrzeug, das sich dem Zielfahrzeug von hinten nähert.
- 2 zeigt das Zielfahrzeug im Detail.
- 3 ist ein Flussdiagramm, das ein Verfahren gemäß den hier beschriebenen Ausführungsformen zeigt.
- 4A-4C sind schematische Ansichten eines Fahrzeugs mit Sitzen mit jeweils verschiedenen Ausrichtungen, die gemäß den hier beschriebenen Ausführungsformen gesteuert werden.
- 5 ist eine schematische Ansicht eines Fahrzeugs mit Sitzen, die gemäß den hier beschriebenen Ausführungsformen gesteuert werden, wobei eine Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls gegen das Fahrzeug von der Seite gegeben ist.
-
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG
-
Gemäß den Anforderungen werden im Folgenden Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung ausführlich beschrieben, wobei jedoch zu beachten ist, dass die hier beschriebenen Ausführungsformen lediglich beispielhaft für die Erfindung sind, die auch durch verschiedene andere Ausführungsformen realisiert werden kann. Die Figuren sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu, wobei einige Teile übertrieben groß oder klein dargestellt sein können, um Details bestimmter Komponenten zu verdeutlichen. Die hier beschriebenen und gezeigten Details des Aufbaus und der Funktion sind nicht einschränkend aufzufassen, sondern lediglich als repräsentative Basis für den Fachmann, der die Erfindung umsetzen möchte.
-
1 zeigt ein Zielfahrzeug 10 und ein sich näherndes Fahrzeug 11, das sich dem Fahrzeug 10 von hinten nähert. In Abhängigkeit von den relativen Geschwindigkeiten der Fahrzeuge 10, 11 kann das Fahrzeug 11 gegen das Fahrzeug 10 von hinten aufprallen. Das Fahrzeug 10 enthält ein System 12 zum Positionieren einer oder mehrerer Sitzanordnungen gemäß den hier beschriebenen Ausführungsformen. Das System 12 kann eine Anzahl von Komponenten umfassen, die zusammenwirken, um Informationen zu analysieren und spezifische Aktionen durchzuführen. Zum Beispiel enthält in der Ausführungsform von 1 das System 12 eine Sensoranordnung 14, die zu der hinteren Seite 16 des Fahrzeugs 10 angeordnet ist. Die Sensoranordnung 14 kann ein oder mehrere Sensorsysteme wie etwa einen Radar, Laserdistanzmesssysteme wie etwa LIDAR, Kameras oder andere Sensorsysteme enthalten, die Informationen in Bezug auf die Bedingungen um das Fahrzeug 10 herum wie etwa hinter oder seitlich von dem Fahrzeug bereitstellen.
-
Das Fahrzeug 10 ist in 2 im größeren Detail gezeigt, wobei das gezeigte System 12 ein Steuersystem 17 umfasst, das Steuereinrichtungen 18, 19 aufweist, die in entsprechenden vorderen und hinteren Sitzanordnungen eingebettet sind, die in dieser Ausführungsform einen vorderen Sitz 20 und einen hinteren Sitz 22 umfassen. Die Steuereinrichtungen 18, 19 können einen oder mehrere Prozessoren, einen Speicher und einen unterstützenden Schaltungsaufbau zum Empfangen von Eingaben und zum Senden von Ausgabesignalen gemäß den hier beschriebenen Ausführungsformen aufweisen. Die Steuereinrichtungen 18, 19 können Speichermodule sein, wie sie für das Speichern von Sitzpositionspräferenzen für Insassen verwendet werden, oder sie können dedizierte Steuereinrichtungen sein. In der in 1 und 2 gezeigten Ausführungsform werden Signale von der Sensoranordnung 14 mit dem Steuersystem 17 und insbesondere mit den Steuereinrichtungen 18, 19 kommuniziert, wobei die Sensoranordnung 14 und/oder die Steuereinrichtungen 18, 19 mit anderen Steuereinrichtungen oder Steuersystemen in dem Fahrzeug 10 wie etwa Fahrzeugsystem-Steuereinrichtungen über ein Kommunikationsnetzwerk wie etwa ein CAN (Controller Area Network) kommunizieren können. Zusätzlich zu der Steuereinrichtung 14 können andere Sensoren und Sensorsysteme des Systems 12 alleine oder in Verbindung mit der Sensoranordnung 14 und den Steuereinrichtungen 18, 19 arbeiten. Anstelle von separaten Steuereinrichtungen 18, 19, die mit den vorderen und hinteren Sitzen 20, 22 assoziiert sind, können die hier beschriebenen Ausführungsformen auch ein Steuersystem mit einer einzelnen, zentralen Steuereinrichtung, die für das Steuern des Betriebs der beiden Sitze 20, 22 konfiguriert ist, umfassen.
-
In Fig. 1 nähert sich ein Objekt und insbesondere ein Fahrzeug
11 dem Fahrzeug
10 von hinten. Basierend auf Eingaben von der Sensoranordnung
14 kann das Steuersystem
17 alleine oder in Verbindung mit einem größeren Steuersystem bestimmen, dass das sich nähernde Fahrzeug
11 eine Aufprallzone erreicht hat. Die tatsächliche Distanz zu dem hinteren Ende
16 des Fahrzeugs
10 kann für eine Aufprallzone in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren variieren, wie etwa der Geschwindigkeit des sich nähernden Fahrzeugs
11 relativ zu der Geschwindigkeit des Fahrzeugs
10, ob eines oder beide der Fahrzeuge
10,
11 beschleunigt wird und ob sich allgemein die Distanz zwischen dem Fahrzeug
10 und dem Fahrzeug
11 vergrößert oder verkleinert. In wenigstens einigen Ausführungsformen kann eine Aufprallzone basierend auf der „Zeit-bis-zum-Aufprall“ definiert werden und kann zum Beispiel 1200 Millisekunden (ms) betragen. In den hier beschriebenen Ausführungsformen können bestimmte Aktionen durchgeführt werden, wenn sich ein sich näherndes Fahrzeug in einer Aufprallzone befindet, wobei mehrere Aufprallzonen definiert sein können, in denen verschiedene Aktionen in abhängig davon, in welche Aufprallzone das sich nähernde Fahrzeug eingetreten ist, durchgeführt werden. Eine Beschreibung von mehreren Aufprallzonen und verschiedenen durchführbaren Aktionen ist zum Beispiel in der
US-Patentanmeldung Nr. 15/383,361 mit dem Titel System and Method for Positioning a Vehicle Seat zu finden, die am 19. Dezember
2016 eingereicht wurde und hier unter Bezugnahme eingeschlossen Ist.
-
Das Steuersystem 17 kann bestimmte Aktionen basierend auf verschiedenen Eingaben durchführen, zu denen auch Eingaben von der Sensoranordnung 14 gehören. Weitere Eingaben können zum Beispiel Eingaben von in dem Vordersitz 20 oder einer anderen Sitzanordnung wie etwa einem Rücksitz 22 eingebetteten Sensoren sein. Die Sitzsensoren können angeben, ob der entsprechende Sitz 20, 22 besetzt Ist und/oder in welcher Position er sich befindet. Was die Position angeht, können die Sitzsensoren eine Längsposition des gesamten Sitzes wie etwa des Vordersitzes 20 oder des Rücksitzes 22 angeben oder eine Winkelposition einer Sitzlehne relativ zu einem Sitzpolster angeben - siehe z.B. die Sitzlehne 24 und das Sitzpolster 26 des Vordersitzes 20 und die Sitzlehne 28 und das Sitzpolster 30 des Rücksitzes 22. Zusätzlich zu oder anstelle des Empfangens von Eingaben von in den Sitzen 20, 22 eingebetteten Sensoren kann das Steuersystem 17 Eingaben von Lasern, Kameras oder anderen Sensorsystemen empfangen, die Informationen dazu vorsehen, ob eine oder beide Sitze 20, 22 besetzt sind. Dabei kann ein Sitz durch eine auf dem Sitzpolster sitzende Person „besetzt“ sein, wobei er aber auch durch ein Kind in einem Kindertragesitz, ein auf einem Kindersitz sitzendes Kind oder auch durch ein oder mehrere Objekte, die einen Raum relativ zu dem Sitzpolster und der Sitzlehne einnehmen, besetzt sein kann. In wenigstens einigen Ausführungsformen kann das System auf der Annahme, dass ein Sitz wie etwa der Rücksitz 22 besetzt ist, fortschreiten.
-
In der Ausführungsform von 1 und 2 befindet sich der Rücksitz 22 direkt hinter dem Vordersitz 20, wobei Informationen zu der Besetzung eines oder beider Sitze 20, 22 als ein Teil des Systems und des Verfahrens für eine Sitzpositionierung gemäß den hier beschriebenen Ausführungsformen verwendet werden können. Unter „direkt hinter“ in Bezug auf vordere und hintere Sitze ist hier nicht nur zu verstehen, dass ein hinterer Sitz an dem davon angeordneten Sitz zentriert ist, sondern auch dass die Sitze etwas zueinander versetzt sein können, wie etwa im Fall eines mittleren, hinteren Sitzes, dessen Insasse teilweise einer nach hinten gerichteten Bewegung eines Fahrersitzes oder Beifahrersitzes in der davor angeordneten Reihe ausgesetzt sein kann.
-
Während eines Aufpralls von hinten kann es unvorteilhaft sein, wenn ein vorderer Sitz wie etwa der Vordersitz 20 nahe an dem direkt dahinter befindlichen Sitz wie etwa dem Rücksitz 22 positioniert ist. Deshalb sehen die hier beschriebenen Ausführungsformen ein System und ein Verfahren zum Positionieren von einer oder mehreren Sitzanordnungen an einer vorteilhafteren Position vor. Zum Beispiel kann der Trennungsabstand 32 (siehe 2) zwischen dem Vordersitz 20 und dem Rücksitz 22 als unvorteilhaft nahe bestimmt werden, wenn bestimmt wird, dass sich ein sich näherndes Fahrzeug wie etwa das Fahrzeug 11 in einer Aufprallzone befindet. Obwohl in diesem Beispiel ein Sitz 20 einer ersten Reihe und ein Sitz 22 einer zweiten Reihe vorgesehen sind, können in den hier beschriebenen Ausführungsformen allgemein Systeme und Verfahren für zwei beliebige Sitze, die vor bzw. hinter einander angeordnet sind, verwendet werden, wobei es sich zum Beispiel auch um einen Sitz einer zweiten Reihe handeln kann, der vor einem Sitz einer dritten Reihe angeordnet ist. In den Ausführungsformen von 1 und 2 sind das System 12 und insbesondere das Steuersystem 17 konfiguriert, um die Position des Vordersitzes 20 und des Rücksitzes 22 in Antwort auf eine Anzahl von Eingaben zu steuern. Diese Eingaben sehen eine Anzahl von Kriterien vor, die verwendet werden, um Entscheidungen dazu zu treffen, wie ein durch das Steuersystem 17 implementiertes Verfahren fortschreitet.
-
In 1 wird bestimmt, dass sich das sich nähernde Fahrzeug in einer Aufprallzone befindet. Dies ist ein Beispiel für ein Kriterium, das eine Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls des sich nähernden Fahrzeugs 11 von hinten gegen das Fahrzeug 10 angibt. In der Ausführungsform von 1 ist dieses einzelne Kriterium nicht ausreichend für das Steuersystem 17, um den Vordersitz 20 oder den Rücksitz 22 neu zu positionieren. In dieser Ausführungsform wird eine andere Eingabe für das Steuersystem 17 von einem In dem Rücksitz 22 eingebetteten Sitzsensor 34 vorgesehen. Wenn die durch das Steuersystem 17 empfangenen Informationen angeben, dass sich das sich nähernde Fahrzeug 11 in einer Aufprallzone befindet und dass der Rücksitz 22 besetzt ist, werden zwei Kriterien erfüllt und schreitet das Steuersystem 17 fort, um wenigstens den Rücksitz 22 neu zu positionieren. In einigen Ausführungsformen kann diese Neupositionierung das Bewegen des Rücksitzes 22 in der Längsrichtung nach hinten relativ zu dem Fahrzeug 10 wie durch den Richtungspfeil 35 von 2 angegeben umfassen. Wie weiter oben beschrieben, können einige Ausführungsformen ein Steuersystem umfassen, das derart programmiert ist, dass es von vornherein annimmt, dass der Rücksitz besetzt ist, sodass die Bestimmung also automatisch erfolgt und dieses Kriterium immer erfüllt wird.
-
In der in Verbindung mit 1 und 2 beschriebenen Ausführungsform müssen beide Kriterien erfüllt werden, bevor der Rücksitz 22 nach hinten bewegt wird, um den Trennungsabstand 32 zwischen diesem und dem Vordersitz 20 zu vergrößern. Wenn eines der zwei Kriterien nicht erfüllt wird, wird der Rücksitz 22 nicht nach hinten bewegt, auch wenn das andere Kriterium erfüllt wird. In einigen Ausführungsformen kann die nach hinten gerichtete Bewegung des Rücksitzes 22 der Strecke der Neupositionierung entsprechen, die durchgeführt wird, wenn ein Steuersystem ein vorprogrammiertes Verfahren ausführt. In dieser Ausführungsform werden jedoch zusätzliche Schritte durchgeführt. Zum Beispiel können bestimmte mechanische Funktionen des Rücksitzes 22 eingestellt werden wie etwa Luftblasen, Lendenstützen oder andere Halteaufbauten, um sicherzustellen, dass sich der Rücksitz 22 und seine Halteaufbauten alle an gewünschten Positionen befinden. Insbesondere kann ein Sitzgurt 36 des Rücksitzes 22 automatisch festgezogen werden, um dabei zu helfen, sicherzustellen, dass der Insasse sicher in dem Rücksitz 22 sitzt, wenn dieser abrupt nach vorne bewegt wird.
-
Zusätzlich dazu, dass der Rücksitz 22 nach hinten bewegt wird, wenn die Kriterien erfüllt werden, sehen die hier beschriebenen Ausführungsformen auch vor, dass der Vordersitz 20 nach vorne relativ zu dem Fahrzeug 10 bewegt wird, um den Trennungsabstand 32 weiter zu vergrößern. Das Bewegen des Vordersitzes 20 nach vorne kann das Bewegen der Sitzlehne 24 und des Sitzpolsters 26 zusammen in der Längsrichtung wie durch den Richtungspfeil 37 angegeben umfassen oder kann das Bewegen der Sitzlehne 24 nur durch das Schwenken desselben relativ zu dem Sitzpolster 26 umfassen, wobei es sich in einigen Ausführungsformen auch um Längs- und Schwenkbewegungen handeln kann. Wenn innerhalb einer vorbestimmten Zeitdauer bestimmt wird, dass das sich nähernde Fahrzeug 11 etwas von dem berechneten Aufprall mit dem Fahrzeug 10 abgewichen ist, kann der Vordersitz 20 nicht nach vorne bewegt werden und kann der Rücksitz 22 nicht nach hinten bewegt werden. Und wenn umgekehrt, der Vordersitz 20 und/oder der Rücksitz 22 bereits bewegt wurden, um den Trennungsabstand 32 zu vergrößern, kann das Steuersystem 17 sie wieder zu ihren ursprünglichen Positionen zurückversetzen, nachdem bestimmt wurde, dass das sich nähernde Fahrzeug 11 nicht mehr gegen das Fahrzeug 10 aufprallen wird.
-
Wenn eine Sitzlehne wie etwa die Sitzlehne 24 nach vorne geschwenkt wird, muss nicht die gesamte Sitzlehne 24 geschwenkt werden. Das nach vorne gerichtete Schwenken einer Sitzlehne wie hier beschrieben kann das Schwenken nur eines Teils der Sitzlehne nach vorne umfassen, wobei z.B. nur ein Brust- und Kopfstützenteil geschwenkt wird, während ein Lendenteil stationär bleibt. Wie in 1 und 2 gezeigt, fällt die Vorwärtsrichtung der Sitze 20, 22 mit der Vorwärtsrichtung des Fahrzeugs 10 zusammen, wobei in den hier beschriebenen Ausführungsformen auch Anordnungen verwendet werden können, in denen ein Sitz nicht einer Vorderseite des Fahrzeugs zugewandt ist, siehe z.B. die weiter unten in Verbindung mit Fig. 4B und 4C und 5 gegebene Beschreibung.
-
In der Ausführungsform von 2 wird der Vordersitz 20 um eine vorbestimmte Strecke nach vorne bewegt, die wenigstens teilweise auf der Körpergröße des Insassen des Vordersitzes 20 und/oder der aktuellen Position des Vordersitzes 20, insbesondere in Bezug auf einen Airbag 38 an einer Lenkradsäule 40 basieren kann. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien kann der Vordersitz 20 um eine vorbestimmte Strecke nach vorne bewegt werden, die in bestimmten Situationen kleiner und in anderen Situationen größer sein kann. Zum Beispiel kann die vorbestimmte Strecke der nach vorne gerichteten Bewegung des Vordersitzes 20 reduziert werden, wenn der Insasse des Vordersitzes 20 besonders groß ist oder wenn der Vordersitz 20 nahe an dem Airbag 38 bzw. im Fall eines Beifahrersitzes sehr nahe an dem Armaturenbrett positioniert ist. Und wenn der Trennungsabstand 32 bereits wesentlich ist, kann die Bewegungsstrecke des Vordersitzes 20 nach vorne und des Rücksitzes 22 nach hinten relativ klein sein. In wenigstens einigen Ausführungsformen wird ein Gaspedal 41 gelöst, wenn die Vordersitzlehne 20 nach vorne bewegt wird. Das Steuersystem 17 kann mit einer Fahrzeugsystem-Steuereinrichtung oder einer anderen Steuereinrichtung kommunizieren, um die Lösung zu bewerkstelligen.
-
3 zeigt ein Flussdiagramm 42, das Schritte eines Verfahrens gemäß den hier beschriebenen Ausführungsformen zeigt. Die Verfahrensschritte können zum Beispiel automatisch durch ein Steuersystem wie etwa das Steuersystem 17 durchgeführt werden, wobei wenigstens einige Ausführungsformen auch eine Handbetätigungseinrichtung zum wahlweisen Ein- und Ausschalten der automatischen Ausführung der in dem Flussdiagramm 42 gezeigten Schritte umfassen können. Der Einfachheit halber wird für die Beschreibung der in dem Flussdiagramm 42 gezeigten Schritte auf die in den 1 und 2 gezeigten Elemente Bezug genommen. In Schritt 44 wird bestimmt, ob der Rücksitz 22 besetzt ist. Wie weiter oben beschrieben, können diese Informationen von einem Sensor wie etwa dem Sitzsensor 34 oder von anderen Typen von Sensoren kommen, wobei in einigen Ausführungsformen die Besetzung des Rücksitzes vorausgesetzt wird, sodass die Bestimmung automatisch ist. Wenn der Rücksitz 22 besetzt ist, geht das Verfahren zu Schritt 46, in dem die Geschwindigkeit des sich nähernden Fahrzeugs 11 beobachtet wird. Basierend auf dieser Geschwindigkeit und der Geschwindigkeit des Zielfahrzeugs 10 wird in Schritt 48 eine verbleibende Distanz berechnet. In dem Entscheidungsblock 50 wird bestimmt, ob die verbleibende Distanz kleiner als ein vorbestimmter Wert ist. Das Flussdiagramm 42 bestimmt die Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls anhand der verbleibenden Distanz relativ zu einem vorbestimmten Wert, wobei diese Parameter aber auch wie weiter oben beschrieben anhand der Zeit-bis-zum-Aufprall bestimmt werden können.
-
Wenn in Schritt 50 bestimmt wird, dass die verbleibende Distanz nicht kleiner als der vorbestimmte Wert ist, wenn mit anderen Worten bestimmt wird, dass keine vernünftige Wahrscheinlichkeit für einen Aufprall besteht, kehrt das Verfahren zu Schritt 46 zurück und wird die Geschwindigkeit des sich nähernden Fahrzeugs 11 erneut beobachtet. Die Schritte 46-50 werden wiederholt, bis bestimmt wird, dass eine Wahrscheinlichkeit für einen Aufprall gegeben ist, d.h. die verbleibende Distanz kleiner als der vorbestimmte Wert ist. Dann geht das Verfahren zu Schritt 52, in dem der Rücksitz 22 schnell nach hinten relativ zu dem Fahrzeug 10 bewegt wird. Optional kann der Sitzgurt 36 festgezogen werden und können andere unterstützende Funktionen des Rücksitzes wie oben beschrieben eingestellt werden.
-
Dann wird bestimmt, ob zusätzlich der Vordersitz 20 nach vorne bewegt werden sollte, um den Trennungsabstand 32 zu vergrößern. In dem Entscheidungsblock 54 wird bestimmt, ob der Vordersitz 20 zu nahe an dem Airbag 38 ist. Wenn dies der Fall ist, kann das Steuersystem 17 in Schritt 56 veranlassen, dass eine Nachricht für das Warnen des Insassen darüber, dass der Vordersitz 20 zu nahe an dem Airbag 38 ist, vorgesehen wird. In Schritt 58 können alternative Lösungen ergriffen werden, wobei zum Beispiel die vorbestimmte Strecke, um die der Vordersitz 20 nach vorne bewegt wird, wegen der Nähe zu dem Airbag 38 reduziert werden kann. In Schritt 60 wird die Sitzlehne 24 des Vordersitzes 20 schnell um eine vorbestimmte Strecke nach vorne bewegt, die wenigstens teilweise auf der Nähe des Vordersitzes 20 zu dem Airbag 38 basieren kann. In Schritt 62 wird die Routine beendet, was auch der Fall ist, wenn nach dem anfänglichen Schritt 44 bestimmt wird, dass der Rücksitz 22 nicht besetzt ist.
-
Wenn zu dem Entscheidungsblock 54 zurückkehrend bestimmt wird, dass der Vordersitz 20 nicht zu nahe an dem Airbag 38 ist, geht das Verfahren zu Schritt 64, in dem der Vordersitz 20 schnell nach vorne bewegt wird. Wie in dem Flussdiagramm 42 gezeigt, können in Schritt 64 verschiedene Eingaben vorgesehen werden, um dem Steuersystem 17 dabei zu helfen, den Vordersitz 20 korrekt nach vorne zu bewegen. Zum Beispiel sieht die Eingabe 66 Informationen zu der Position des Insassen des Vordersitzes 20 vor. Eine Eingabe 68 sieht Informationen zu dem Körper des Insassen des Vordersitzes 20 vor, und eine Eingabe 70 sieht Informationen zu der Position der Sitzlehne 24 des Vordersitzes 20 vor. Ein Steuersystem wie etwa das Steuersystem 17 kann mit einer Entscheidungshierarchie, Nachschlagetabelle oder anderen Daten und Algorithmen vorprogrammiert werden, die Informationen vorsehen, auf denen der Schritt 64 basiert. Die nach vorne gerichtete Bewegung des Vordersitzes 20 kann also auf einer beliebigen Anzahl von Kriterien basieren, die als relevant für eine korrekte Positionierung betrachtet werden, weil der Trennungsabstand 32 gesteuert wird.
-
Die in 1 und 2 gezeigte Ausführungsform zeigt eine Situation, in welcher sich die Sitze 20, 22 in einer Standardausrichtung relativ zu dem Fahrzeug 10 befinden, sodass also beide Sitze 20, 22 nach vorne zu einem vorderen Ende 72 des Fahrzeugs 10 gewandt sind. In dieser Situation entspricht das Bewegen eines Sitzes nach vorne oder hinten relativ zu dem Fahrzeug dem Bewegen des Sitzes nach vorne oder hinten relativ zu dem Sitz selbst. Es handelt sich um die gleiche Ausrichtung wie In 4A gezeigt. In 4A ist ein Fahrzeug 74 gezeigt, das einen vorderen beifahrerseitigen Sitz 76, einen vorderen fahrerseitigen Sitz 78 und einen hinteren fahrerseitigen Sitz 80 umfasst. Die Positionen und Ausrichtungen der Sitze 76, 78, 80 werden durch durchgezogene Kreise und Pfeile angegeben. In dieser Darstellung ist jeder der Sitze 76, 78, 80 einem vorderen Ende 81 des Fahrzeugs 74 zugewandt, das sich in einer Vorwärtsrichtung wie durch den Richtungspfeil 82 bewegt. Dies ist die oben mit Bezug auf 1 und 2 beschriebene Ausrichtung, wobei Ausführungsformen der oben beschriebenen Systeme und Verfahren für den Fall eines Aufpralls am hinteren Ende 83 des Fahrzeugs 74 wie durch den Richtungspfeil 84 angegeben implementiert werden können.
-
Wie in 4A gezeigt, bewegen die hier beschriebenen Systeme und Verfahren den hinteren Sitz 80 nach hinten und den vorderen Sitz 78 nach vorne jeweils relativ zu dem Sitz 10 und den Sitzen 78, 80 selbst, um einen Trennungsabstand zwischen diesen zu vergrößern. Die neue Position der Sitze wird durch die Pfeile und Kreise in Strichlinien wiedergegeben, die unter Verwendung von mit einem Oberstrich (') erweiterte Bezugszeichen angegeben werden. Wie in 4A gezeigt, wird der anfängliche Trennungsabstand zwischen dem Vordersitz 78 und dem Rücksitz 80 durch S1 angegeben. Nach einer Implementierung eines Systems und eines Verfahrens zum Positionieren der Sitze wie hier beschrieben, ist der Trennungsabstand wie durch S2 angegeben größer. Es ist zu beachten, dass die in den Zeichnungen der 4A-4C wiedergegebene relative Vergrößerung des Trennungsabstands zur Verdeutlichung übertrieben groß dargestellt wird.
-
Die hier beschriebenen Ausführungsformen können auch In Fahrzeugen verwendet werden, die nicht-standardmäßige Sitzausrichtungen verwenden, wie es etwa in selbstfahrenden Fahrzeugen oder auch in durch einen Chauffeur gefahrenen Fahrzeugen der Fall ist, in denen ein Insasse die Sitzausrichtung zu einer nicht nach vorne gerichteten Ausrichtung ändern kann. 4B und 4C sowie 5 zeigen Anwendungen der hier beschriebenen Systeme und Verfahren auf ein Fahrzeug mit wenigstens einem Sitz in einer nicht-standardmäßigen Ausrichtung. In diesen Situationen können die Angaben „nach vorne“ und „nach hinten“ in Abhängigkeit davon, ob der Bezugspunkt das Fahrzeug oder der Sitz ist, verschiedene Bedeutungen haben. 4B zeigt ein Fahrzeug 86, das einen vorderen Beifahrersitz 88, einen vorderen Fahrersitz 90 und einen hinteren fahrerseitigen Sitz 92 umfasst. Wie in 4B gezeigt, sind der Sitz 88 und der Sitz 92 beide zum vorderen Ende 94 des Fahrzeugs 86 gerichtet, das wie durch den Richtungspfeil 96 angegeben in einer Vorwärtsrichtung fährt. Im Gegensatz dazu ist der vordere Fahrersitz 90 mit 180° zu der standardmäßigen Ausrichtung ausgerichtet, sodass er der hinteren Seite 98 des Fahrzeugs 86 zugewandt Ist. Wenn ein Aufprall am hinteren Ende 98 des Fahrzeugs 86 wie durch den Richtungspfeil 100 angegeben stattfindet, können die Systeme und Verfahren der hier beschriebenen Ausführungsform implementiert werden, um den Rücksitz 92 nach hinten und den Vordersitz 90 auf der Fahrerseite nach vorne jeweils relativ zu dem Fahrzeug 86 zu bewegen, obwohl der Sitz 90 zu der hinteren Seite 98 des Fahrzeugs 86 gewandt ist. Die Zielsetzung dabei ist die gleiche wie in der anderen Konfiguration und besteht darin, den Trennungsabstand zwischen den Sitzen 90, 92 zu vergrößern. Wie in 4B gezeigt, wird dies erzielt, da der Trennungsabstand zu Beginn gleich S3 ist und mit der Neupositionierung der Sitze 90, 92 zu S4 vergrößert wird.
-
4C zeigt ein Fahrzeug 102, das einen vorderen beifahrerseitigen Sitz 104, einen vorderen fahrerseitigen Sitz 106 und einen hinteren fahrerseitigen Sitz 108 enthält. Wie in 4C gezeigt, sind der Sitz 104 und der Sitz 106 einander zugewandt und zu entsprechenden Seiten 110, 112 des Fahrzeugs 102 ausgerichtet. Im Gegensatz dazu ist der Sitz 108 einem vorderen Ende 114 des Fahrzeugs 102 zugewandt, das in einer Vorwärtsrichtung wie durch den Richtungspfeil 116 angegeben fährt. Wenn ein Aufprall am hinteren Ende 118 des Fahrzeugs 102 wie durch den Richtungspfeil 120 angegeben stattfindet, können die Systeme und Verfahren der hier beschriebenen Ausführungsformen Implementiert werden, um den Rücksitz 108 relativ zu dem Fahrzeug zu bewegen und dadurch den Trennungsabstand von S5 zu S6 zu vergrößern. Weil der vordere fahrerseitige Sitz 106 zu einer Seite 112 des Fahrzeugs 102 ausgerichtet ist, können die hier beschriebenen Ausführungsformen seine Bewegung zu einer vorderen Seite 114 des Fahrzeugs 102 verhindern. Alternativ dazu kann der Sitz 106 nach vorne bewegt werden (siehe das Bezugszeichen 106').
-
In dieser Situation wird der vordere Sitz 106 relativ zu dem Fahrzeug 102 nach vorne bewegt, wobei er jedoch auch lateral relativ zu dem Sitz 106 selbst bewegt werden kann. Allgemein wird er in einer Richtung bewegt, in welcher der Trennungsabstand zwischen ihm und dem Sitz 108 vergrößert wird. Wie in 4C gezeigt, wird auch ohne eine nach vorne gerichtete Bewegung des Vordersitzes 106 der Trennungsabstand zwischen den Sitzen 106, 108 von S5 zu S6 vergrößert, wobei jedoch durch eine Bewegung beider Sitze 106, 108 voneinander weg der Trennungsabstand weiter zu S7 vergrößert wird. Obwohl nicht in 4A-4C gezeigt, können die hinteren beifahrerseitigen Sitze ähnlich wie die hinteren fahrerseitigen Sitze 80, 92, 108 wie oben beschrieben gesteuert werden, wobei sie auch gemeinsam mit den entsprechenden vorderen beifahrerseitigen Sitzen 76, 88, 104 gesteuert werden können.
-
4A-4C zeigen verschiedene Sitzausrichtungen und Implementierungen der hier beschriebenen Ausführungsformen für diese. Die hier beschriebenen Systeme und Verfahren zum Vergrößern eines Trennungsabstands zwischen vorderen und hinteren Sitzanordnungen können auch angewendet werden, wenn ein hinterer Sitz in einer anderen Richtung als zu dem vorderen Ende des Fahrzeugs ausgerichtet ist. Zum Beispiel können die in 4A-4C gezeigten Beispiele auch implementiert werden, wenn ein Rücksitz wie etwa einer der Rücksitze 80, 92, 108 einem hinteren beifahrerseitigen Sitz oder allgemein der Beifahrerseite des Fahrzeugs zugewandt ist. Ähnlich wie bei der Bewegung des in 4C gezeigten Sitzes 106 kann ein mit einem Winkel relativ zu der vorderen Seite des Fahrzeugs ausgerichteter Sitz nach hinten relativ zu dem Fahrzeug in einem System und Verfahren zum Vergrößern des Abstands zwischen den vorderen und hinteren Sitzen bewegt werden. Dies kann jedoch davon abhängen, ob der Drehmechanismus für den Rücksitz konfiguriert ist, um eine derartige Bewegung zu gestatten, wobei der Drehmechanismus zum Beispiel unter Umständen derart beschaffen sein muss, dass die Sitzschienen mit einer Vorne-Hinten-Ausrichtung relativ zu dem Fahrzeug ausgerichtet bleiben.
-
Zusätzlich zu dem Vergrößern eines Trennungsabstands zwischen vorderen und hinteren Sitzen können wenigstens einige der hier beschriebenen Ausführungsformen auch einen Trennungsabstand zwischen Sitzen auf gegenüberliegenden Seiten eines Fahrzeugs in der gleichen Reihe vergrößern, wenn ein Aufprall von der Seite stattfindet. 5 zeigt ein Fahrzeug 122 mit einem vorderen Ende 124, einem hinteren Ende 126, einer ersten Seite 128 und einer zweiten Seite 130. Das Fahrzeug bewegt sich nach vorne wie durch den Richtungspfeil 132 angegeben, wobei die erste Seite 128 die Fahrerseite ist und die zweite Seite 130 die Beifahrerseite ist. Das Fahrzeug 122 enthält eine erste Sitzanordnung, die in dieser Ausführungsform ein vorderer fahrerseitiger Sitz 134 ist, und eine zweite Sitzanordnung, die in dieser Ausführungsform ein vorderer beifahrerseitiger Sitz 136 ist. Beide Sitze 134, 136 gehören zu einer ersten Sitzreihe des Fahrzeugs 122, wobei es sich aber auch um zum Beispiel eine zweite oder dritte Sitzreihe handeln könnte. In der Ausführungsform von 5 enthält das Fahrzeug 122 auch einen hinteren fahrerseitigen Sitz 138 und einen hinteren beifahrerseitigen Sitz 140, die sich beide in der zweiten Reihe befinden.
-
Wie in 5 gezeigt, besteht die Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls gegen das Fahrzeug 122 von der ersten Seite bzw. Fahrerseite wie durch den Richtungspfeil 142 angegeben. In einer Situation, in welcher der Sitz 134 und der Sitz 136 beide besetzt sind und wenigstens ein Kriterium eine Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls gegen eine Seite des Fahrzeugs (in diesem Fall gegen die Fahrerseite) angibt, können die hier beschriebenen Systeme und Verfahren einen Trennungsabstand zwischen dem Sitz 134 und dem Sitz 136 vergrößern. Wie weiter oben beschrieben, kann eine Sensoranordnung wie etwa die Sensoranordnung 14 von 1 konfiguriert sein, um bestimmte Bedingungen um das Fahrzeug 122 herum einschließlich der vorderen, hinteren oder seitlichen Seiten des Fahrzeugs zu erfassen. Eine derartige Sensoranordnung kann mit einem Steuersystem an dem Fahrzeug 122, das den oben beschriebenen Steuersystemen ähnlich ist, kommunizieren, um die Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls eines sich nähernden Fahrzeugs in diesem Beispiel von der Fahrerseite anzugeben.
-
Der Trennungsabstand zwischen dem fahrerseitigen Sitz 134 und dem Beifahrersitz 136 kann auf verschiedene Weise vergrößert werden, zum Beispiel durch das Bewegen eines oder beider Sitze weiter weg voneinander. In der Ausführungsform von 5 wird ein anfänglicher Trennungsabstand durch S8 wiedergegeben und wird ein endgültig vergrößerter Trennungsabstand durch S9 wiedergegeben. In dieser Ausführungsform wird nur der beifahrerseitige Sitz 136 bewegt. Insbesondere wird er zu der zweiten Seite 130 des Fahrzeugs 122 bewegt, weil der mögliche Aufprall an der ersten Seite 128 stattfindet. Obwohl der Sitz 136 zu einer Seite 130 des Fahrzeugs 122 bewegt wird, wird er relativ zu sich selbst bewegt. Diese Bewegung hilft, die Wahrscheinlichkeit eines Eindringens des Insassen oder Sitzes 136 in den Raum des Insassen des Sitzes 134 während des Aufpralls zu vermindern.
-
Obwohl der Trennungsabstand zwischen dem Sitz 134, 136 weiter vergrößert werden könnte, indem der Sitz 134 zu der ersten Seite 128 des Fahrzeugs 122 bewegt wird, können die hier beschriebenen Systeme und Verfahren eine derartige Bewegung behindern, well die Bewegung zu der Richtung des Aufpralls wie durch den Richtungspfeil 142 erfolgen würde. Obwohl ein Sitz in einigen Situationen wie zum Beispiel bei einem Aufprall von hinten gegen das Fahrzeug und einer Bewegung eines Rücksitzes nach hinten zu der Richtung des Aufpralls bewegt werden kann, kann in anderen Situationen eine Bewegung des Sitzes zu dem Aufprall verhindert werden. Allgemein können bei einer Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls gegen ein Fahrzeug die hier beschriebenen Ausführungsformen von Systemen und Verfahren einen Trennungsabstand zwischen zwei benachbarten (z.B. in der Vorne-Hinten-Richtung oder In der seitlichen Richtung) und in einer Linie mit der Richtung des Aufpralls angeordneten Sitzen vergrößern, indem sie einen von diesen oder beide voneinander weg bewegen, wobei jedoch unter bestimmten Umständen eine Bewegung eines Sitzes zu dem Aufprall verhindert wird.
-
Vorstehend wurden beispielhafte Ausführungsformen beschrieben, wobei die Erfindung jedoch nicht auf die hier beschriebenen Ausführungsformen beschränkt ist. Die Beschreibung ist beispielhaft und nicht einschränkend zu verstehen, wobei verschiedene Änderungen an den hier beschriebenen Ausführungsformen vorgenommen werden können, ohne dass deshalb der Erfindungsumfang verlassen wird. Außerdem können Merkmale verschiedener Ausführungsformen miteinander kombiniert werden, um weitere Ausführungsformen der Erfindung zu bilden.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- DE 102011102088 A1 [0002]
- DE 102011122384 A1 [0002]
- US 9266487 B2 [0002]
- US 15383361 [0009]