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Technisches Gebiet
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Kontrolle eines Blickfelds.
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Technischer Hintergrund
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Beim Fahren eines Fahrzeugs blickt ein Fahrer durch die Frontscheibe, um die Lage außerhalb des Fahrzeugs zu erfassen. In der ungeprüften
japanischen Patentveröffentlichung Nr. 2016-37201 wird eine Vorrichtung, die eine visuelle Modifizierung des Rahmens einer Frontscheibe ermöglicht, offenbart. Genau genommen kann die visuelle Modifizierung dadurch erfolgen, dass ein Randbereich der Frontscheibe mit einem Bereich versehen wird, in dem das Blickfeld mit Hilfe von beispielsweise Flüssigkristall so modifiziert wird, dass das Blickfeld entweder eingeschränkt wird oder nicht. Dabei kann der Rahmen der Frontscheibe visuell modifiziert werden, indem das Blickfeld abhängig von dem Fahrzustand des Fahrzeugs, der Verkehrslage oder der Lage um das Fahrzeug herum stellenweise eingeschränkt wird.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Wenn der Blick einer Person eine bestimmte Stelle mit einer hohen Anzahl von visuellen Merkmalen – die als „visuelle Salienz” bezeichnet werden – streift (starke visuelle Salienz), neigt der Blick der Person dazu, von dieser bestimmten Stelle angezogen zu werden. Unter dem Begriff „visuelle Salienz” versteht man auffällige visuelle Merkmale, die sich durch Farbe, Leuchtdichte, die Neigung von Kanten oder Bewegung fortwährend verändern. Das heißt, wenn ein Fahrer eines Fahrzeugs durch die Frontscheibe auf die Lage vor dem Fahrzeug blickt, neigt der Blick Fahrers dazu, spontan (unterbewusst) in eine Richtung geleitet zu werden, in der eine starke visuelle Salienz vorherrscht.
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Wenn ein Fahrer beim Fahren eines Fahrzeugs durch die Frontscheibe, die sein Blickfeld ist, auf die vor ihm liegende Verkehrslage blickt, kommt es häufig vor, dass die Blickrichtung des Fahrers stark von einem visuellen Ziel abweicht, welches der Aufmerksamkeit des Fahrers bedarf. So kann es beim Geradeausfahren beispielsweise leicht passieren, dass der Fahrer seinen Blick unterbewusst auf ein auffälliges Objekt (wie etwa eine große Leuchtreklame) am linken oder rechten Straßenrand richtet.
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In Anbetracht dieser Sachlage liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Blickfeldkontrolle bereitzustellen, die es erlaubt, den Blick einer Person in eine gewünschte Richtung zu leiten.
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Lösung des Problems
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Die vorliegende Erfindung geht die vorstehend genannte Aufgabe mithilfe des folgenden Lösungsansatzes an.
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Eine Vorrichtung zur Blickfeldkontrolle, bei der ein äußerer Rand eines Blickfeldbereichs durch einen Rahmen definiert ist, umfasst:
einen Salienz-Modifikator, der visuelle Salienz in einem Randbereich des Blickfeldbereichs so modifiziert, dass die visuelle Salienz verstärkt wird; und
einen Kontroller, der den Salienz-Modifikator auf Grundlage von vorbestimmten Bedingungen so kontrolliert, dass der Salienz-Modifikator die visuelle Salienz in einem vorgegebenen Bereich des Randbereichs des Blickfelds verstärkt.
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Da sich der Blick einer Person leicht auf eine Stelle mit einer starken visuellen Salienz leiten lasst, kann gemäß dem oben genannten Lösungsansatz das Prinzip der visuellen Salienz effektiv zur (unterbewussten und moderaten) Blickleitung in eine gewünschte Richtung eingesetzt werden. Darüber hinaus ist der oben genannte Lösungsansatz insofern vorteilhaft, als die Blickleitung erfolgt ohne dabei Irritation oder ein befremdliches Gefühl zu verursachen.
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Bevorzugte Ausführungsformen des vorstehenden Lösungsansatzes werden nachfolgend beschrieben.
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In einer Ausführungsform kann der Salienz-Modifikator die visuelle Salienz in mindestens drei Bereichen des Blickfelds verstärken, nämlich an einem linken Rand, an einem rechten Rand und an einem oberen Rand.
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Der Kontroller kontrolliert den Salienz-Modifikator, sodass der Salienz-Modifikator die visuelle Salienz wahlweise in zumindest einem der drei Bereiche verstärkt. Diese Ausführungsform ist insofern vorteilhaft, als der Blick einer Person der jeweiligen Situation angemessen nach links, nach rechts oder weit nach vorne geleitet werden kann.
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In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Vorrichtung ferner:
einen Blickrichtungsdetektor, der eine Blickrichtung einer Person, die durch das Blickfeld auf Randbedingungen blickt, erfasst; und
einen Zieldetektor, der ein visuelles Ziel, welches durch eine Person bemerkt werden muss, innerhalb des Blickfeldbereichs ermittelt.
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Wenn eine durch den Blickrichtungsdetektor ermittelte Blickrichtung von einem durch den Zieldetektor ermittelten visuellen Ziel abweicht, kann der Kontroller den Salienz-Modifikator so kontrollieren, dass die visuelle Salienz in einem sich in Richtung des visuellen Ziels befindenden Randbereich des Blickfeldbereichs erhöht wird. Dies ist insofern vorteilhaft, als der Blick einer Person zu einem visuellen Ziel geleitet werden kann, welches der Aufmerksamkeit der Person bedarf, sodass der Blick der Person nicht länger von dem visuellen Ziel abgewendet ist.
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In einer anderen Ausführungsform kann der Blickfeldbereich als eine Frontscheibe eines sich bewegenden Objekts definiert sein. Da der Blickfeldbereich, also die Frontscheibe, groß ist, besteht stark die Tendenz, dass ein Fahrer, der das sich bewegende Objekt steuert, seinen Blick von einem visuellen Ziel abwendet, welches seiner Aufmerksamkeit bedarf. Dank dieser Ausführungsform kann in diesem Fall der Blick des Fahrers durch die Frontscheibe in eine gewünschte Richtung geleitet werden.
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In noch einer anderen Ausführungsform kann der Kontroller den Salienz-Modifikator so kontrollieren, dass der Salienz-Modifikator die visuelle Salienz an einem oberen Rand der Frontscheibe verstärkt, wenn sich das sich bewegende Objekt geradeaus bewegt. In diesem Fall kann der Blick einer Person weit nach vorne geleitet werden.
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Wenn das sich bewegende Objekt abbiegt, kann der Kontroller gemäß noch einer anderen Ausführungsform den Salienz-Modifikator so kontrollieren, dass der Salienz-Modifikator die visuelle Salienz an einem rechten oder linken Rand der Frontscheibe verstärkt, je nachdem in welche Richtung das sich bewegende Objekt abbiegt. In diesem Fall kann der Blick einer Person in eine Richtung, in die das sich bewegende Objekt abbiegt, geleitet werden.
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In einer weiteren Ausführungsform kann es sich bei dem bewegenden Objekt um ein Fahrzeug handeln.
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Wenn das Fahrzeug am Straßenrand fährt, kann der Kontroller den Salienz-Modifikator so kontrollieren, dass der Salienz-Modifikator die visuelle Salienz am rechten oder linken Rand der Frontscheibe verstärkt, je nachdem auf welcher Seite das Fahrzeug am Straßenrand fährt. In diesem Fall kann der Blick einer Person zu dem Straßenrand, an dem das Fahrzeug fährt, geleitet werden.
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In noch einer weiteren Ausführungsform kann es sich bei dem Blickfeldbereich um einen zu dem sich bewegenden Objekt gehörenden Rückspiegel, Seitenspiegel oder Bildschirm, der eine bestimmte Richtung zeigt, handeln. In diesem Fall kann der Blick einer Person in eine gewünschte Richtung innerhalb eines indirekten Blickfeldbereichs geleitet werden.
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In einer anderen Ausführungsform ist der Salienz-Modifikator so konfiguriert, dass er einen Leuchtdichteunterschied in Bezug auf einen Hintergrund innerhalb des Blickfeldbereichs erhöhen kann. Da das menschliche Auge Leuchtdichteunterschiede leicht ausmachen kann, kann der Blick einer Person sehr effektiv geleitet werden, indem die visuelle Salienz durch eine Erhöhung des Leuchtdichteunterschieds verstärkt wird.
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In wieder einer anderen Ausführungsform kann der Salienz-Modifikator so konfiguriert sein, dass er Farbe modifizieren kann. In diesem Fall werden auch Farben verwendet, um die visuelle Salienz zu erhöhen. Das ist insofern vorteilhaft, als dadurch der Blick einer Person sogar noch effektiver geleitet werden kann.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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In 1 ist eine Frontscheibe, die als ein Blickfeldbereich definiert ist, dargestellt.
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In 2 ist ein Beispiel dargestellt, wie ein Bereich, in dem visuelle Salienz verstärkt werden kann, auf einer Frontscheibe konfiguriert werden kann.
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In 3 ist ein Zustand dargestellt, in dem die visuelle Salienz an den Seitenrändern einer Frontscheibe verstärkt wird.
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In 4 ist ein Zustand dargestellt, in dem die visuelle Salienz an einem oberen Rand der Frontscheibe verstärkt wird.
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In 5 ist ein Beispiel eines erfindungsgemäßen Kontrollsystems dargestellt.
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6 zeigt ein Ablaufdiagramm, in dem ein Beispiel eines erfindungsgemäßen Kontrollverfahrens dargestellt ist.
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7 zeigt ein Ablaufdiagramm, in dem ein anderes Beispiel eines erfindungsgemäßen Kontrollverfahrens dargestellt ist.
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In 8 ist ein Zustand dargestellt, in dem die visuelle Salienz an einem oberen Rand eines Bildschirms, der eine Rücksicht zeigt, verstärkt wird.
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In 9 ist ein von dem in 8 gezeigten Zustand abweichender Zustand dargestellt, in dem eine Stelle, an der die visuelle Salienz verstärkt wird, modifiziert worden ist.
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Beschreibung von Ausführungsformen
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In 1 bezeichnet das Bezugszeichen „1” die Frontscheibe eines Kraftfahrzeugs (Fahrzeugs). Die Frontscheibe 1 hat einen Außenrand, d. h. einen Rahmen, dessen Form durch zwei A-Säulen 2 (eine links und eine rechts), ein Dach 3 und ein Armaturenbrett 4 definiert wird. In 1 bezeichnet das Bezugszeichen „5” einen Rückspiegel, das Bezugszeichen „6” einen Seitenspiegel und das Bezugszeichen „7” einen Bildschirm eines Navigationssystems. Der Bildschirm 7 zeigt gewöhnlich Karteninformationen. Sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird, schaltet der Bildschirm 7 jedoch automatisch auf Rücksicht um und zeigt ein durch eine Rückfahrkamera aufgenommenes Bild. Ferner werden in dieser Ausführungsform die in dem Rückspiegel 5 und in dem Seitenspiegel 6 gespiegelten indirekten Blickfelder in den Spiegeln selbst gezeigt. Alternativ könnten die indirekten Blickfelder jedoch ebenso gut mit einer Kamera aufgenommen und auf einer elektronischen Anzeige (d. h. auf einem Bildschirm) gezeigt werden.
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Wie in
2 dargestellt, ist die Frontscheibe
1 mit einem Modifikationsbereich S11 versehen. In dem Modifikationsbereich S11 kann die visuelle Salienz im gesamten Randbereich der Frontscheibe
1 verstärkt werden. Wie in der ungeprüften
japanischen Patentveröffentlichung Nr. 2016-37201 offenbart ist, wird der Modifikationsbereich S11 mit Hilfe eines Flüssigkristallfilms oder durch Projektionsmapping implementiert. Dadurch kann die visuelle Salienz in einem beliebigen Teil des Modifikationsbereichs S11 verstärkt werden.
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In dem Modifikationsbereich S11 wird die visuelle Salienz verstärkt, indem der Leuchtdichteunterschied in Bezug auf einen Hintergrund erhöht wird. Dabei sind mit „Hintergrund” die durch die Frontscheibe 1 sichtbaren Randbedingungen (insbesondere die Verteilung visueller auffälliger Merkmale, die die Randbedingungen definieren) und Elemente, die sich in der Nähe des Randbereichs der Frontscheibe 1 befinden, gemeint. Zudem kann auch Farbe modifiziert werden. Wenn der Hintergrund beispielsweise überwiegend Grau- und Schwarztöne aufweist, wird eine lebhafte Farbe (zum Beispiel Gelb), die die Leuchtdichte erhöht, in dem Modifikationsbereich S11 angezeigt. Dies erhöht die Leuchtdichte in dem Modifikationsbereich S11. Es sei angemerkt, dass abgesehen von Projektionsmapping oder dem Auftragen eines Flüssigkristallfilms auch ein anderes Verfahren zur Verstärkung der visuellen Salienz im Randbereich der Frontscheibe 1 eingesetzt werden kann. Ein alternatives geeignetes Verfahren ist beispielsweise die Installation von LED-Lampen am vorderen Rand des Daches 3, an Innenrändern der A-Säulen 2 in Fahrzeugquerrichtung und am vorderen Rand des Armaturenbretts 4.
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In 3 ist ein Zustand dargestellt, in dem der Modifikationsbereich S11 so kontrolliert wird, dass am rechten Rand der Frontscheibe 1 ein Bereich HR1 mit einer verstärkten visuellen Salienz (visuellen Auffälligkeit) konfiguriert wird. Der Blick des Fahrers wird zu dem Bereich HR1 geleitet, in dem eine starke visuelle Salienz vorherrscht. In anderen Worten, durch die Konfiguration des Bereichs HR1 mit der verstärkten visuellen Salienz wird der Blick des Fahrers nach rechts geleitet. Das ist beispielsweise vorteilhaft, wenn der Fahrer nach rechts abbiegt. Wenn der Fahrer nach links abbiegt, ist es vorteilhaft, am linken Rand der Frontscheibe 1 einen Bereich HL1 mit einer verstärkten visuellen Salienz zu konfigurieren, wie durch die Strichpunktlinie in 3 angedeutet. Die Blickleitung nach links oder rechts ist nicht nur beim Abbiegen von Vorteil, sondern beispielsweise auch wenn das Fahrzeug dicht am Straßenrand fährt. In diesem Fall wird die visuelle Salienz auf der jeweiligen Seite, auf der das Fahrzeug am Straßenrand fährt, verstärkt.
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In einer Situation, in der der Fahrer nicht nach rechts blickt, obwohl sich auf der rechten Seite ein visuelles Ziel befindet, welches der Aufmerksamkeit des Fahrers bedarf, kann der Bereich HR1 mit einer starken visuellen Salienz eingerichtet werden. Umgekehrt kann in einer Situation, in der der Fahrer nicht nach links blickt, obwohl sich auf der linken Seite ein visuelles Ziel befindet, welches der Aufmerksamkeit des Fahrers bedarf, der Bereich HL1 mit einer starken visuellen Salienz eingerichtet werden.
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In 4 ist ein Zustand dargestellt, in dem der Modifikationsbereich S11 so kontrolliert wird, dass am oberen Rand der Frontscheibe 1 ein Bereich HU mit einer starken visuellen Salienz konfiguriert wird. Da der Bereich HU eine starke visuelle Salienz aufweist, wird der Blick des Fahrers zu dem oberen Rand der Frontscheibe 1 geleitet, d. h. der Fahrer blickt weit nach vorne. Eine Konfiguration wie die, die in 4 gezeigt ist, ist beim Geradeausfahren – insbesondere beim Geradeausfahren auf Schnellstraßen (inklusive Kraftfahrstraßen) – von Vorteil. Beim Fahren auf einer durch eine Vielzahl von am Straßenrand angeordneten Straßenlaternen beleuchtete Schnellstraße ist diese Konfiguration besonders vorteilhaft, da sie den Blick des Fahrers weit nach vorne leitet, sodass der Fahrer nicht durch die Straßenlaternen an den beiden Straßenrändern abgelenkt ist.
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5 zeigt ein Beispiel eines Kontrollsystems, bei dem ein Blickfeld mit Hilfe des Modifikationsbereichs S11 kontrolliert wird. In 5 bezeichnet das Bezugszeichen „U” einen Kontroller (eine Kontrolleinheit), in dem ein Mikrocomputer eingesetzt wird. In die Kontrolleinheit U werden Signale von allen möglichen Sensoren und anderen Geräten (S1 bis S5) eingegeben. S1 ist ein Geschwindigkeitssensor, der die Fahrzeuggeschwindigkeit ermittelt. S2 ist ein Lenkwinkelsensor, der einen Lenkwinkel ermittelt. S3 ist ein Navigationssystem, welches Informationen zur Fahrzeugposition (GPS) und Karteninformationen abruft. S4 ist eine Augenkamera, die beispielsweise am vorderen Rand des Daches 3 angeordnet ist und die Blickrichtung des Fahrers ermittelt. S5 ist eine externe Kamera außerhalb des Fahrzeugs, welche die Lage vor dem Fahrzeug aufnimmt. Zudem ermittelt die externe Kamera S5 auch auffällige Merkmale (visuelle Salienz) in den aufgenommenen Bildern.
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Der Kontroller U kontrolliert außer dem oben beschriebenen Modifikationsbereich S11 (also beispielsweise dem den Modifikationsbereich S11 bildenden Flüssigkristallfilm) auch einen Lautsprecher S12. Wenn der Fahrer ein visuelles Ziel, welches seiner Aufmerksamkeit bedarf, nicht bemerkt, gibt der Lautsprecher S12 einen Warnton aus.
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Der Kontroller U hat zwei Datenbanken D1 und D2. Jede der beiden Datenbanken D1 und D2 umfasst jeweils einen Flash-Speicher und eine Festplatte mit einer großen Speicherkapazität. Die Datenbank D1 speichert eine große Menge an Daten, die sich auf visuelle Ziele, die unter den auffälligen Merkmalen zu finden sind und der Aufmerksamkeit des Fahrers bedürfen, beziehen. Zum Beispiel werden Daten, die sich auf Bremsleuchten vorausfahrender Fahrzeuge, Ampelanzeigen, Verkehrsschilder (insbesondere beleuchtete Verkehrsschilder), entgegenkommende Fahrzeuge, Zweiräder und Fußgänger beziehen, als visuelle Ziele gespeichert.
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Andererseits wird in der Datenbank D2 eine große Menge an Daten bezüglich auffälliger Merkmale, die keine visuellen Ziele sind, gespeichert. Als auffällige visuelle Merkmale, die nicht als visuelle Ziele des Fahrers interpretiert werden und keiner besonderen Aufmerksamkeit bedürfen, gelten beispielsweise Leuchtreklamen am Straßenrand, Straßenlampen, Straßenlaternen, aus Gebäudefenstern strömendes Licht, Straßenbäume, die Sonne, der Mond und die Sterne. Es sei angemerkt, dass die in den Datenbanken D1 und D2 gespeicherten Erinnerungen in alle möglichen Fahrszenarien (z. B. Geradeausfahren, Abbiegen, Fahren in Stadtgebieten, Fahren auf der Autobahn usw.) unterteilt werden.
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Der Kontroller U extrahiert auffällige Merkmale aus den durch die externe Kamera S5 aufgenommenen Bildern, ordnet die extrahierten auffälligen Merkmale den Datenbanken D1 und D2 zu und unterteilt sie in visuelle Ziele, die der Aufmerksamkeit des Fahrers bedürfen, und Objekte, die keiner Aufmerksamkeit bedürfen. Gemäß dieser Unterteilung werden visuelle Ziele, die der Aufmerksamkeit des Fahrers bedürfen, je nach Fahrszenario bestimmt.
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Als nächstes wird ein Beispiel eines Kontrollverfahrens, bei dem der Kontroller U das Blickfeld einschränkt, unter Bezugnahme auf die in 6 und 7 dargestellten Ablaufdiagramme erläutert. Es sei angemerkt, dass in der nachfolgenden Beschreibung das Bezugszeichen „Q” Schritte bezeichnet. Zunächst werden in dem in 6 gezeigten Schritt Q1 Signale von allen Sensoren und anderen Geräten (S1 bis S5) in den Kontroller U eingegeben. In dem darauffolgenden Schritt Q2 wird die Blickrichtung des Fahrers auf Grundlage von durch die Augenkamera S4 ermittelten Ergebnissen berechnet.
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Nach Schritt Q2 wird in Schritt Q3 die visuelle Salienz berechnet. Schritt Q3 umfasst einen Prozess, bei dem visuelle Ziele, die der Aufmerksamkeit des Fahrers bedürfen, ermittelt werden. Dies geschieht indem – wie bevorstehend beschrieben – die auffälligen Merkmale in den durch die externe Kamera S5 aufgenommenen Bildern in visuelle Ziele, die der Aufmerksamkeit des Fahrers bedürfen, und Objekte, die keiner Aufmerksamkeit bedürfen, unterteilt werden. Darüber hinaus werden in diesem Prozess die Positionen (d. h. Positionen innerhalb des Blickfeldbereichs der Frontscheibe 1 entsprechend der Blickrichtung) der visuellen Ziele, die der Aufmerksamkeit des Fahrers bedürfen, ermittelt.
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Als nächstes wird in Schritt Q4 das Fahrszenario ermittelt. Schritt Q4 umfasst einen Prozess, bei dem die aktuelle Fahrsituation des Fahrzeugs ermittelt wird. In dieser Ausführungsform wird mindestens ermittelt, ob das Fahrzeug geradeaus fährt oder abbiegt (eine Kurve fährt). Es sei angemerkt, dass das Fahrszenario mit Hilfe einer geeigneten bekannten Methode ermittelt werden kann. Des Weiteren kann das Fahrszenario ermittelt werden, indem der Betriebsstatus von Sensoren und Schaltern, die nicht in 5 gezeigt sind, hinzugefügt und eingegeben wird.
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Darauffolgend wird in Schritt Q5 eine Blickrichtung, in die der Fahrer zu blicken hat, ermittelt. Schritt Q5 umfasst einen Prozess, bei dem eine Richtung bestimmt wird, die zu einem in dem Prozess in Schritt Q3 ermittelten visuellen Ziel, das der Aufmerksamkeit des Fahrers bedarf, führt. Wenn es mehr als ein visuelles Ziel gibt, wird der Blick des Fahrers zu dem visuellen Ziel, welches der größten Aufmerksamkeit bedarf, geleitet.
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Als nächstes wird in Schritt Q6 beurteilt, ob die in Schritt Q2 ermittelte Blickrichtung des Fahrers ungefähr mit der zu dem visuellen Ziel, das der Aufmerksamkeit des Fahrers bedarf, führenden Blickrichtung zusammenfallt, die in Schritt Q5 bestimmt worden ist. Wenn die in Schritt Q6 erfolgte Beurteilung „Ja” ergibt, interpretiert der Kontroller U, dass es kein Problem mit der visuellen Aufmerksamkeit des Fahrers gibt, und das Kontrollverfahren beginnt wieder bei Schritt Q1 (ohne dass die visuelle Salienz verstärkt worden ist).
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Wenn die in Schritt Q6 erfolgte Beurteilung „Nein” ergibt, geht das Kontrollverfahren zu Schritt Q7 über, in dem die visuelle Salienz in einem Bereich des auf der Frontscheibe 1 angeordneten Modifikationsbereichs S11 verstärkt wird, der in eine zu dem visuellen Ziel führende Richtung angeordnet ist. Dadurch wird der Blick des Fahrers zu einem visuellen Ziel geleitet. Es sei angemerkt, dass bei der Ausführung des Kontrollverfahrens zur Verstärkung der visuellen Salienz der Lautsprecher S12 einen Warnton ausgeben kann, wenn die Blickrichtung des Fahrers völlig von der Richtung abweicht, die zu einem visuellen Ziel führt, welches besonderer Aufmerksamkeit bedarf.
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7 zeigt ein Variationsbeispiel des in 6 dargestellten Schrittes Q7: Unabhängig davon, ob der Fahrer in eine zu einem visuellen Ziel führende Richtung blickt oder nicht, wird der Blick des Fahrers dem Fahrszenario entsprechend in eine vorteilhafte Richtung geleitet. Genau genommen wird in Schritt Q11 in 7 bestimmt, ob das Fahrzeug geradeaus fährt. Wenn die in Schritt Q6 erfolgte Beurteilung „Ja” ergibt, geht das Kontrollverfahren zu Schritt Q12 über, in dem – wie in 4 gezeigt ist – die visuelle Salienz des oberen Rands der Frontscheibe 1 verstärkt wird und der Blick des Fahrers weit nach vorne geleitet wird.
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Wenn die in Schritt Q11 erfolgte Beurteilung „Nein” ergibt oder wenn Schritt Q12 abgeschlossen ist, geht das Kontrollverfahren zu Schritt Q13 über, in dem bestimmt wird, ob das Fahrzeug abbiegt oder nicht. Wenn die in Schritt Q13 erfolgte Beurteilung „Ja” ergibt, geht das Kontrollverfahren zu Schritt Q14 über, in dem – wie in 3 gezeigt – die visuelle Salienz an einem rechten oder linken Rand der Frontscheibe 1 verstärkt wird, je nachdem in welche Richtung das Fahrzeug abbiegt.
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Wenn bei der Ausführung eines Kontrollverfahrens wie dem, welches in 7 dargestellt ist, die Blickrichtung des Fahrers völlig von der Richtung abweicht, die zu einem visuellen Ziel fährt, welches besonderer Aufmerksamkeit bedarf, kann das Kontrollverfahren in Verbindung mit einem Kontrollverfahren, bei dem die visuelle Salienz so verstärkt wird, dass der Blick des Fahrers in eine zu diesem visuellen Ziel führende Richtung geleitet wird, durchgeführt werden. Konkret kann beispielsweise in einer Situation, in der die visuelle Salienz am oberen Rand der Frontscheibe 1 verstärkt wird, da das Fahrzeug geradeaus fährt, die visuelle Salienz am rechten Rand der Frontscheibe 1 erhöht werden, wenn der Fahrer nach links blickt. Wenn die visuelle Salienz am rechten Rand verstärkt worden ist, kann in diesem Fall die Verstärkung der visuellen Salienz am oberen Rand zeitweilig unterbrochen werden.
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In 8 und 9 ist ein Beispielfall dargestellt, in dem ein Kontrollverfahren zur Verstärkung der visuellen Salienz in einer Rücksicht (in einem indirekten Blickfeld, bei dem es sich um ein durch die Rückfahrkamera aufgenommenes Bild handelt), die beim Einlegen des Rückwärtsgangs auf dem Bildschirm 7 angezeigt wird, durchgeführt wird. Genau genommen ist in 8 ein Fall dargestellt, in dem, wenn das Fahrzeug rückwärts auf Hindernisse 21 zufährt, ein großer Abstand zwischen dem Fahrzeug und den Hindernissen 21 besteht. In diesem Fall muss der Blick des Fahrers zu den weit entfernten Hindernissen 21 geleitet werden. Deshalb wird am oberen Rand des Bildschirms 7 ein Bereich HD1 konfiguriert, in dem die visuelle Salienz verstärkt ist. Wenn sich das Fahrzeug den Hindernissen 21 nähert, muss der Blick des Fahrers – wie in 9 gezeigt – zu den Hindernissen 21 geleitet werden, die sich nun näher an dem Fahrzeug befinden. Deshalb wird am unteren Rand des Bildschirms 7 ein Bereich HD2 konfiguriert, in dem die visuelle Salienz verstärkt ist.
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Die vorliegende Erfindung beschränkt sich nicht auf die oben beschriebenen Ausführungsformen. Entsprechende Änderungen können vorgenommen werden ohne dabei vom Schutzumfang der Ansprüche abzuweichen. Das Ausmaß, in dem die visuelle Salienz verstärkt wird, kann so modifiziert werden, dass in Bezug auf den Hintergrund (Randbedingungen) innerhalb des Blickfeldbereichs ein Leuchtdichteunterschied von einem bestimmten Grad erreicht wird. Die visuelle Salienz kann auch an einem unteren Rand eines Blickfeldbereichs (z. B. der Frontscheibe 1) verstärkt werden (zum Beispiel um den Blick des Fahrers beim Fahren in einem Stadtgebiet, in dem sich viele Fußgänger und Zweiräder in Fahrzeugnähe befinden, zu der unmittelbaren Umgebung des Fahrzeugs zu leiten). Gleichermaßen kann ein Kontrollverfahren durchgeführt werden, um die visuelle Salienz in Randbereichen indirekter Blickfelder, wie etwa des Rückspiegels 5 oder des Seitenspiegels 6, zu verstärken. Zusätzlich zum Schaffen eines Unterschieds in Leuchtdichte und Farbe kann auch eine andere angemessene Methode, wie beispielsweise das Erzeugen von „Bewegung”, verwendet werden, um die visuelle Salienz zu erhöhen. In dem Randbereich der Frontscheibe 1 kann ein teilweise aufgehellter Bereich so konfiguriert werden, dass er sich hin und her bewegt oder blinkt.
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Darüber hinaus kann die visuelle Salienz in vielen verschiedenen Bereichen verstärkt werden. Zum Beispiel kann die visuelle Salienz statt über die Gesamtlänge des Seitenrands der Frontscheibe 1 (also des Blickfelds) nur in einem Abschnitt des Seitenrands verstärkt werden, wie etwa in einem vertikal mittleren Abschnitt, an einem oberen Ende oder an einem unteren Ende. Dasselbe gilt für den oberen und unteren Rand: Die visuelle Salienz kann statt über die Gesamtlänge des oberen beziehungsweise unteren Rands lediglich in einem Abschnitt des oberen beziehungsweise unteren Rands verstärkt werden, wie etwa in einem lateral mittleren Abschnitt, an einem linken Ende oder an einem rechten Ende. Wenn man die Frontscheibe 1 als Beispiel betrachtet, kann des Weiteren der Blick des Fahrers diagonal nach links oben geleitet werden, wenn die visuelle Salienz an einem linken Ende des oberen Rands in Fahrzeugquerrichtung und gleichzeitig an einem oberen Ende des linken Rands verstärkt wird. Umgekehrt kann der Blick des Fahrers diagonal nach rechts oben geleitet werden, wenn die visuelle Salienz an einem rechten Ende des oberen Rands in Fahrzeugquerrichtung und gleichzeitig an einem oberen Ende des rechten Rands verstärkt wird. Auf dieselbe Weise kann der Blick des Fahrers diagonal nach links unten geleitet werden, wenn die visuelle Salienz an einem linken Ende des unteren Rands in Fahrzeugquerrichtung und gleichzeitig an einem unteren Ende des linken Rands verstärkt wird. Umgekehrt kann der Blick des Fahrers diagonal nach rechts unten geleitet werden, wenn die visuelle Salienz an einem rechten Ende des unteren Rands in Fahrzeugquerrichtung und gleichzeitig an einem unteren Ende des rechten Rands verstärkt wird.
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Die vorliegende Erfindung ist außer in Kraftfahrzeugen auch in anderen Arten von Fahrzeugen (Flugzeugen, Schiffen, Zügen usw.) auf dieselbe oder eine ähnliche Weise anwendbar. Darüber hinaus kann die vorliegende Erfindung außer in Fahrzeugen auch beispielsweise in Bezug auf einen Blickfeldbereich bei der visuellen Überwachung eines festen Standorts auf eine ähnliche Weise Anwendung finden. Selbstverständlich ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung nicht darauf beschränkt, was in der vorliegenden Beschreibung aufgeführt ist. Die vorliegende Erfindung hat auch implizit zur Aufgabe, ein mit einem wünschenswerten oder vorteilhaften Design versehenes Objekt bereitzustellen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- JP 2016-37201 [0002, 0032]