DD242557A1 - Defoliationsmittel - Google Patents

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DD242557A1
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defoliation
defoliants
dicyclohexylcarbodiimide
leaf
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DD28278685A
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Inventor
Hans-Juergen Michel
Barbara Dittrich
Margrit Grabarse
Werner Kochmann
Lisa Kranz
Sieghard Lang
Frank Schulze
Walter Steinke
Hartmut Wozniak
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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft neue Defoliationsmittel, die in der Landwirtschaft und im Gartenbau zur gezielten Entblaetterung von Kulturpflanzen angewendet werden koennen. Als Wirkstoff enthalten sie Dicyclohexylcarbodiimid.

Description

Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Im Bemühen, eine Ernteerleichterung und Reifebeschleunigung bei landwirtschaftlichen, gärtnerischen und ggf. auch forstwirtschaftlichen Kulturen zu erreichen, kommt einer gezielten Entblätterung wachsende Bedeutung zu. Dabei hat sich die Verwendung von Dipyridiliumverbindungen (GB-PS 785732), wie beispielsweise Reglone, sowie von phosphororganischen Verbindungen (Buminafos) teilweise in der Praxis eingebürgert. Weitere für diese Zwecke vorgeschlagene Lösungen betreffen 1,2,3-Thiadiazolylhamstoffe (DD-PS 123855) und aliphatischeThiophosphate (US-PS 2965467). Nachteile dieser bekannten Mittel sind aufwendige Synthesen, geringe Ökonomie und teils unbefriedigende Wirkungen. Auch ist die Anwendung von Dipyridiliumverbindungen mit gewissen toxikologischen Vorbehalten verbunden.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, neue Defoliationsmittel zu entwickeln, dieleicht herstellbar sind und sich durch eine hohe. Anwendungssicherheit auszeichnen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Defoliationsmittel neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff Dicyclohexylcarbodiimid
N = C=N-
enthalten.
Die erfindungsgemäßen Mittel zeichnen sich durch eine gute defolierende Wirkung auch bei niedrigen Aufwandmengen aus und sind in der Anwendung problemlos und toxikologisch unbedenklich.
Die Herstellung des Wirkstoffes Dicyclohexylcarbodiimid kann nach den allgemein bekannten Methoden, wie z. B.
— Dehydratisierung von Harnstoffen oder
— Desulfurierung von 1,3-disubstituierten Thioharnstoffen mit Schwermetalloxid,
erfolgen (Lit.: Houben-Weyl „Methoden der organischen Chemie", Band8/E4, S.888,890; Herausgeber: H. Hagemann, Georg Thieme Verlag Stuttgart/New York 1983).
Beider Applikation betragen die Aufwandmengen 10 bis 0,05 kg Aktivsubstanz pro Hektar, vorzugsweise 4 bis 0,1 kg AS/ha. Die Anwendung erfolgt in den für Defolianten üblichen Zubereitungs- bzw. Ausbringungsformen, wie Lösungen, Emulsionen, Suspensionen und Konzentraten. Diese Formulierungen werden unter Verwendung der üblichen Hilfsstoffe, wie Lösungsmittel, Trägerstoffe, Emulgier- und Dispergiermittel, hergestellt.
Ausführungsbeispiele
Die Beispiele sollen die defolierende Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel näher erläutern. Der Wirkstoff Dicyclohexylcarbodiimid wird dabei in den Tabellen mit DCC abgekürzt.
Beispiel 1:
In den Gewächshausversuchen werden Baumwollpflanzen nach voller Entfaltung des ersten Laubblattpaares mit den Kotyledonen in Testlösungen unterschiedlicher Konzentration getaucht. Die Auswertung erfolgt 14Tage nach der Applikation durch das Auszählen der abgefallenen Keimblätter und/oder Einschätzung der sikkierten Blattfläche der an den Pflanzen verbliebenen Keimblätter. Die Ergebnisse in Tabelle I verdeutlichen eindrucksvoll die defolierende Wirkung des .erfindungsgemäßen Mittels. .
Tabelle I: Defoliation/Sikkation bei Baumwolle im Gewächshaus (relativ zur unbehandelten Kontrolle, Kontrolle = 0%)
Wirkstoff
Ethephon
DCC
Beispiel 2:
In einer Sanddornsämlingspopulation werden einzelne Zweige mit Wirkstofflösung unterschiedlicher Konzentration und jeweils 0,01 % Netzmittel Wolfen E besprüht. Zur Auswertung nach 10 Tagen wird der Blattfall im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle ermittelt. Die Ergebnisse in Tabelle Il weisen die sehr gute defolierende Wirkung des erfindungsgemäßen Mittels aus.
Tabelle II: Defoliation bei Sanddorn im Freiland (relativ zur unbehandelten Kontrolle, Kontrolfe = 0%) ·
Aufwandmenge Anzahl derab- sikkierte
(kgAS/ha) gefallenen Blattfläche
Keimblätter (in %) (in %)
6 85 100
0,6 100 0
0,06 10 0
6 100 0
0,6 100 0
0,06 45 0
Aufwandmenge Blattfall
Wirkstoff (kgAS/ha) (in%)
Kaliumiodid 9 100
4,5 80
DCC 9 100
4,5 100
Beispiel 3:
In einer Intensivanlage werden etwa 14 Tage vor Erntebeginn Sanddornsträucher der Sorte Leikora mit Wirkstofflösung unterschiedlicher Konzentration und jeweils 0,01 % Netzmittel Wolfen E behandelt. Der Blattfall wird im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle bonitiert.
Dabei fand folgende Boniturskala Verwendung:
Boniturnote 1 = vollständiger Blattfall * ·
Boniturnote 2 = >80% Blattfall
Boniturnote 3 = >50% Blattfall · .
Boniturnote 4 = <50% Blattfall
Boniturnote 5 = wie unbehandelt .
Die Ergebnisse in Tabelle III zeigen eine gegenüber dem Kaliumjodid verbesserte Wirkung.
Tabelle III: Defoliation bei Sanddorn im Freiland
Aufwandmenge Blattfall
Wirkstoff (kgAS/ha) (BN)
Kaliumjodid 6 1
3 2
DDC 6 1
3 1

Claims (1)

  1. Erfindungsanspruch:
    Defoliationsmittel, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff Dicyclohexylcarbodiimid der Formel
    -N = C = N-enthalten.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung kann in der Landwirtschaft und im Gartenbau zur gezielten Entblätterung von Kulturpflanzen angewendet werden.
DD28278685A 1985-11-13 1985-11-13 Defoliationsmittel DD242557A1 (de)

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