DD247828A1 - Mittel zur sikkation und defoliation - Google Patents

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DD247828A1
DD247828A1 DD25943684A DD25943684A DD247828A1 DD 247828 A1 DD247828 A1 DD 247828A1 DD 25943684 A DD25943684 A DD 25943684A DD 25943684 A DD25943684 A DD 25943684A DD 247828 A1 DD247828 A1 DD 247828A1
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sodium chlorate
salt
siccation
defoliation
combination
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DD25943684A
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Inventor
Harry Bergmann
Werner Kochmann
Wilfried Kramer
Eberhard Ludwig
Horst Lyr
Brigitte Radzuhn
Walter Steinke
Ulf Thust
Erhard Uhlemann
Gerhard Wolter
Dieter Zanke
Original Assignee
Adl Inst Pflanzenschutz
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Mittel zur Sikkation und Defoliation von Pflanzen, das besonders zur Sikkation von Kartoffelkraut, Koernerleguminosen, Raps und Samentraegerkulturen geeignet ist. Die Aufgabe besteht darin, eine vorteilhafte Mischung zur Sikkation auf der Basis von Natriumchlorat zu entwickeln, die eine verringerte Aufwandmenge an Natriumchlorat erlaubt und Schaeden an den Nachfolgekulturen vermindert. Erfindungsgemaess wird dazu eine Kombination von Natriumchlorat mit dem basischen Kupfer(II)-Salz der 2-Chlorethanphosphonsaeure mit den Mischungsverhaeltnissen in den Grenzen von 20:1 bis 1:1, vorzugsweise von 10:1 bis 2:1, verwendet.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine synergistisch wirkende Kombination herbizider Verbindungen zur Sikkation und Defoliation und ihre Anwendung in der Landwirtschaft.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Sikkation von Kulturpflanzenbeständen mit Hilfe chemischer Mittel ist eine bedeutsame Maßnahme im Rahmen moderner agrotechnischer Produktionsverfahren. Im Kartoffelanbau z. B. soll das Kartoffelkraut kurze Zeit vor der Ernte abgetötet und eingetrocknet werden, um den Einsatz der Erntetechnik zu erleichtern und ferner eine Infektion der Katoffelknollen mit Phytophthora infestanszu verhindern. Beim Anbau von Samenträgerbeständen soll vornehmlich unter feuchten Klimabedingungen in der Reifezeit mit Hilfe chemischer Mittel eine beschleunigte und gleichmäßige Abreife erreicht werden, um ebenfalls den Einsatz der Erntetechnik zu ermöglichen und um den großen Energieaufwand zu senken, der bei der Nachtrocknung der Samen vonnöten ist.
Verschiedene in die Praxis eingeführte Sikkationsmittel enthalten Natriumchlorat, das aber in der notwendigen Aufwandmenge wegen seiner hohen Persistenz Schäden an Nachfolgekulturen hervorruft.
2-Chlorethanphosphonsäure und ihre Salze wurden bisher vorwiegend als Wachstumsregulatoren bekannt (SA 6801036); vorgeschlagen wurde auch ein begrenzter Zusatz von Cu2+-lonen zur Wirkungsverstärkung (DD 142789). Weiterhin ist in der Literatur die Verwendung einer Kombination aus 2-Chlorethanphosphonsäure und Kupfer(ll)ionen zur Defoliation beschrieben (BASAK, A.; JANKIEWICZ, LS.; CYNCZYK, A.; Plant Growth Reg., Proc. Intern. Symp. 2nd 1975, 644-50).
Die bekannten Sikkationsmittel mit den genannten Wirkstoffen können vor allen auf Grund der notwendigen hohen Aufwandmengen und der damit verbundenen Persistenz nicht befriedigen.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung ist die Entwicklung eines verbesserten Sikkations- und Defoliationsmittels für den Einsatz in modernen agrotechnischen Produktionsverfahren.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die in der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, eine vorteilhafte Mischung zur Sikkation und Defoliation auf der Basis von Natriumchlorat aufzufinden, die eine Verringerung der Aufwandmenge an Natriumchlorat erlaubt und damit Schäden an den Nachfolgekulturen verhindert.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß eine Kombination von Natriumchlorat mit dem basischen Kupfer(ll)-SaIz der 2-Chlorethanphosphonsäure vorgeschlagen wird. Diese Mischung zeichnet sich durch eine wesentlich stärkere sikkierende und defolierende Wirkung aus, als die Summe der Einzelkomponenten es erwarten läßt (Synergismus).
Die Aufwandmenge an Natriumchlorat kann dadurch erheblich vermindert und der Stand der Technik um eine neue Lösungsvariante bereichert werden. Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Mittelkombination ist durch eine deutlich verringerte Persistenz und Residualwirkung gekennzeichnet.
Die vorgeschlagene Kombination eignet sich besonders zur Abtötung von Kartoffelkraut sowie zur Sikkation von Körnerleguminosen und Raps.
In der Kombination kann sich das Mischungsverhältnis von Natriumchlorat und dem basischen Kupfer(ll)-Salz der 2-Chlorethanphosphonsäurein den Grenzen von 20:1 bis 1:1, vorzugsweise von 10:1 bis 2:1, bewegen.
Es wurde weiterhin gefunden, daß eine zweckmäßige Ausführungsform des erfindungsgemäßen Mittels darin besteht, daß es Natriumchlorat und eine wäßrige Lösung der 2-Chlorethanphosphonsäure, versetzt mit solchen Mengen eines Kupfer(ll)-Salzes enthält, daß noch ein bis zu 50% betragender Überschuß an freier 2-Chlorethanphosphonsäure bestehen bleibt. Von der Wirkstoffkombination lassen sich Formulierungen, wie Lösungen, Emulsionskonzentrate,.Spritzpulver u.a. herstellen. Dazu wird sie in bekannter Weise mit den gebräuchlichen flüssigen Trägerstoffen, gegebenenfalls unter Verwendung von oberflächenaktiven Verbindungen, gelöst bzw. dispergiert oder mit festen Trägermaterialien gemischt oder nach anderen bekannten Verfahren formuliert. Die Formulierungen enthalten im allgemeinen zwischen 10 und 95Ma.-% Wirkstoff, vorzugsweise zwischen 20 und 90Ma.-%. Möglich ist auch die Anwendung der erfindungsgemäßen Kombination in Form einer Tankmischung. Die Applikation erfolgt in bekannter Weise, z. B. durch Gießen, Spritzen oder Sprühen. Im allgemeinen wird die entsprechende Anwendungsform dazu durch Verdünnen mit Wasser hergestellt. Die Aufwandmenge hängt vom spezifischen Anwendungszweck ab und beträgt zwischen 3 und 15kg/ha.
Ausführungsbeispiele
Herstellungsbeispiel
Basisches Kupfer(ll)-Salz der 2-Chlorethanphosphonsäure
29g einer ca. 50%igen stark sauren wäßrigen Lösung von 2-Chlorethanphosphonsäure (0,1 Mol) werden mit 17 g CuCI2 · 2H2O (0,1 Mol) versetzt und 4 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die Lösung enthält das gebildete basische Cu(II)-SaIz der 2-Chlorethanphosphonsäure und kann direkt zur Herstellung der Mischung verwendet werden.
Charakterisierung des basischen Cu(ll)-Salzes der 2-Chlorethanphosphonsäure: Dünnschichtchromatographie - Rf = 0,6; POLYGRAM-lonex-25 SB-Ac/UV 254; Laufmittel: 40 Teile Isopropanol, 20 Teile Isobutanol, 1 Teil Ammoniak (25%), 39 Teile Wasser.
Anwendungsbeispiele
Für die Sikkation des Kartoffelkrautes wurden Freiland-Parzellenversuche mit Solanumtoberosum, Sorte Adretta, durchgeführt. Pro geprüfter Variante wurden 4 χ 10 m2 dichter Pflanzenbestand behandelt. Die Wirkstoffapplikation erfolgte durch Besprühen mittels einer Rückenspritze. Die Brühe-Aufwandmenge betrug 60ml/m2. Die Bonitur der Wirkung erfolgte nach 4,14 und 21 Tagen, wobei der Grad der Abtötung der Pflanzen in Prozent, getrennt nach Blatt und Stengel, bewertet wurde. In den Beispielen sind jeweils die Endbonituren dargestellt. In analoger Weise wurde bei der Sikkation von Raps verfahren, bei der Bonitur der Stengelwirkung wurde nur das obere Drittel des Sprosses berücksichtigt.
Ackerbohnen der Sorte „Fribo" wurden unter Gewächshausbedingungen in Plastetöpfen angezogen und mit 30ml 20%iger Wopillösung je Topf gedüngt. Die Zusatzbeleuchtung erfolgte mit Hg-Hochdrucklampen. Pro Variante wurden 4 Pflanzen tropfnaß mit der Kombination besprüht. Zur Vermeidung des Eindringens der Mittel in den Boden wurde dieser abgedeckt. Die Berechnung des synergistischen Effektes erfolgte nach der Formel von COLBY
E = X + Y-X'Y
100
Die Bestimmung der Residualwirkung des Wirkstoffgemisches erfolgte mit Sommerweizen unter Gewächshausbedingungen bei gleichmäßiger Bewässerung. Pro Variante wurden 4 χ 30 Körner in monatlichen Abständen in Pflanzschalen in einer Mischung von 70% Komposterde und 30% Kies ausgesät. Vor der ersten Aussaat wurde der Boden mit der in den Beispielen angegebenen Wirkstoff-Aufwandmenge besprüht. Nach 36 Tagen erfolgte die Bonitur, wobei die Note 10 100% abgestorbene Pflanzen bedeutet.
Beispiel 1
Sikkative Wirkung einer Mischung von Natriumchlorat (I) mit dem basischen Kupfer(ll)-SaIz der 2-Chlorethanphosphonsäure (II) oder mit einer Mischung aus Ethephon und Kupfer(ll)-Chlorid (40% Ethephon-Überschuß) (III) an Solanum tuberosum, Sorte Adretta, im Freiland-Parzellenversuch Bewertung 21 Tage nach Mittelapplikation
sikkative Wirkung in % I Il 0,5 III I+ Il I+ III synergistischer Effekt n. COLBY l + ll I+ III
Konz. (%) 1,5 95 47 0,5
Blatt Stengel 70 2 82 35 100 91 100 95 42,9 58,7
Beispiel 2
Sikkative Wirkung einer Mischung von Natriumchlorat (I) mit dem basischen Kupfer(II)-Salz der 2-Chlorethanphosphonsäure (II) an Winterraps im Freiland-Parzellenversuch Bewertung 10 Tage nach Mittelapplikation
sikkative Wirkung in% synergistischer Effekt
I Il I+ Il n. COLBY
Konz.(%) 1,2 0,5
abgestorbene Pflanzenteile 30 40 100 42,2
Beispiel 3
Sikkative Wirkung einer Mischung von Natriumchlorat (I) mit dem basischen Kupfer(ll)-Salz der 2-Chlorethanphosphonsäure (II) an Raps im Freiland-Parzellenversuch Bewertung 14 Tage nach Mittelapplikation
sikkative Wirkung in % synergistischer Effekt
I Il I+ Il n. COLBY
Konz.(%) 1,5 0,5
Stengel 30 70 72 —
Frucht 25 40 95 40,0
Beispiel 4
SikkativeWirkUng einer Mischung von Natriumchlorat (I) mit dem basischen Kupfer(l I)-SaIz der 2-Chlorethanphosphonsäure (II) an Vicia faba L. im Ganzpflanzentest Bewertung 10 Tage nach Mittelapplikation
sikkativeWirkung in % I Il 0,1 I+ Il synergistischer Effekt n. COLBY
Konz.(%) 0,3 30 0
Blatt Stengel 11 0 0,3 70 5 32,3 5,0
Konz. (%) 0,3
Blatt 4 30 92 59,2
Stengel 2 0 5 3,0
Beispiel 5
Residualwirkung einer Mischung von Natriumchlorat (I) mit dem basischen Kupfer(ll)-Salz der 2-Chlorethanphosphonsäure (II) im Boden, beurteilt nach dem Grad der Schädigung der Blätter von Sommerweizen 36 Tage nach der Aussaat (als Vergleich wurde Natriumchlorat in die Untersuchungen einbezogen)
Wirkstoff bzw. Schädigung der Blätter Mittelapplikation 13
Wirkstoff mischung 36Tage nach Aussaat 9 0
(kg/ha) Aussaat (in Wochen) nach 0 2,8
1 5 1,0 0,3
unbehandelte Kontrolle 0,05 0 0
Natriumchlorat (15,0) 3,8 1,0
I+ Il (9,0+ 3,0) 0,3 0

Claims (4)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Mittel zur Sikkation und Defoliation von Pflanzen, gekennzeichnet dadurch, daß es neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen eine Kombination von N atrium cn I ο rat mit dem basischen Kupfer(ll)-Salz der 2-Chlorethanphosphonsäure enthält.
  2. 2. Mittel nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß sich in der Kombination das Masseverhältnis des Natriumchlorats und des basischen Kupfer(ll)-Salzes der2-Chlorethanphosphonsäure in den Grenzen von 20:1 bis 1:1, vorzugsweise von 10:1 bis 2:1, bewegt.
  3. 3. Mittel nach Punkt !,gekennzeichnet dadurch, daß es Natriumchlorat und eine wäßrige Lösung der 2-Chlorethanphosphonsäure, versetzt mit solchen Mengen eines Cu(ll)-Salzes enthält, daß noch ein bis zu 50% betragender Überschuß an freier 2-Chlorethanphosphonsäure bestehen bleibt.
  4. 4. Verwendung eines Mittels nach Punkt !,gekennzeichnet dadurch, daß es zur Sikkation und Defoliation von Pflanzen, insbesondere von Kartoffeln, Körnerleguminosen, Raps und Samenträgerkulturen zur Anwendung kommt.
DD25943684A 1984-01-17 1984-01-17 Mittel zur sikkation und defoliation DD247828A1 (de)

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