Werkzeug, insbesondere Kopier-Drehmeissel
Die Erfindung betrifft ein Werkzeug, insbesondere einen Kopier-Drehmeissel, mit einem von einem Spannelement beaufschlagten, in einer Ausnehmung lösbar an einem Klemmhalter befestigten, nacheinander in Schneidstellung bringbare Schneiden aufweisenden, quaderähnlichen Schneidkörper, dessen beide Seitenflächen - abgesehen von der Anordnung je eines Freiwinkels im wesentlichen parallel zueinander stehen.
Aus der Patentschrift Nr. 496502 ist ein Werkzeug bekannt, dessen Schneidkörper speziell zu Einstichzwecken ausgebildet ist. Die Erfindung beruht nun auf der Erkenntnis, dass eine nur geringfügige Änderung an den Schneidkörpern und den diesen zugeordneten Klemmstahlhaltern nötig ist, um ein solches Werkzeug zu allgemeinen Zerspanungszwecken, insbesondere zu Kopierzwecken, verwendbar zu machen.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Umrissform der beiden Seitenflächen je aus einem langgestreckten, gleichschenkeligen Trapez und einem auf dessen längere Grundlinie aufgesetzten, gleichschenkeligen Dreieck zusammengesetzt ist, dass die kürzeren Grundlinien der trapezförmigen Deckflächenteile die Seitenlängskanten der Hauptschnittdruck-Abstützauflage und die beiden zwischen den einander gegenüber liegenden Schenkeln der Dreiecke liegenden Schneidkörperflächen je eine Spanfläche bilden, und dass der Schneidkörper von einem aufliegenden Spannbolzen im wesentlichen in vertikaler Richtung beaufschlagt ist.
Durch die Erfindung wird gegenüber bekannten Drehwerkzeugen, bestehend aus einem Klemmstahlhalter mit einem darin lösbar befestigten Wegwerf-Mehrschneiden-Schneidkörper, der Vorteil erzielt, dass der Klemmstahlhalter infolge der geringen Bauhöhe des Schneidkörpers eine sehr geringe Gesamtbauhöhe aufweist.
Der Erfindungsgegenstand wird anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die Seitenansicht eines Schneidkörpers,
Fig. 2 eine Seitenansicht des Schneidkörpers, welcher gegenüber der Darstellung in Fig. 1 um 1800 um eine Seitenkante seiner Hauptschnittdruck-Abstützfläche geschwenkt ist,
Fig. 3 die Seitenansicht des vorderen Teils eines Klemmstahlhalters mit eingespanntem Schneidkörper gemäss Fig. 1 und 2,
Fig. 4 Draufsicht auf den vorderen Teil des Klemmstahlhalters entsprechend des Pfeiles IV in Fig. 3,
Fig. 5 einen Schnitt entsprechend der Linie V-V in Fig. 3,
Fig. 6 die perspektivische Seitendarstellung einer modifizierten Ausführungsform des Schneidkörpers gemäss der Erfindung,
Fig. 7 einen Schnitt entsprechend der Linie Vil-Vil in Fig. 5,
Fig.
8 die perspektivische Seitendarstellung einer weiteren modifizierten Ausführungsform des Schneidkörpers gemäss Fig. 1,
Fig. 9 eine Seitenansicht des Vorderteils eines Klemmstahlhalters mit einem eingespannten Schneidkörper gemäss Fig. 8,
Fig. 10 einen Schnitt entsprechend der Linie X-X in Fig. 9,
Fig. 11 die Seitenansicht einer modifizierten Ausführungsform des Schneidkörpers gemäss Fig. 8,
Fig. 12 einen Schnitt entsprechend der Linie XII-XII in Fig. 11 mit der schematischen Darstellung des diesem Schneidkörper zugeordneten Spannbolzens in ungespannter Stellung.
Das Werkzeug, dessen Vorteil in Fig. 3 abgebildet ist, besteht aus dem Meisselhalter 1, dem insgesamt mit 2 bezeichneten Schneidkörper, dem Rückdruck Abstützteil 3 und dem Spannbolzen 4. Aus Fig. 5 ist ersichtlich, dass die Spannung des Spannbolzens 4 durch eine Druckschraube 5 erfolgt, deren Stirnfläche 6 die Oberfläche 7 einer im Spannbolzenschaft 8 angeordneten Kerbe 9 beaufschlagt. Das Werkzeug gemäss Fig. 3 bis 5 entspricht somit im wesentlichen dem Werkzeug gemäss Fig. 5 bis 11 der Patentschrift Nr. 496502 mit der Ausnahme, dass die eine seitliche Schneidkörperdeckfläche über ihre gesamte Länge abgestützt ist (Fig. 4).
Der Schneidkörper 2 lagert in einer am vorderen Ende des Meisselhalters 1 angeordneten Ausnehmung, die der Umrissform des Schneidkörpers 2 angepasst ist.
Die beiden seitlichen Deckflächen 10 des Schneidkörpers 2 weisen die Umrissform eines langgestreckten Trapezes 11 auf, auf dessen längere Grundlinie 12 ein gleichschenkliges Dreieck 13 mit seiner gleichlangen Grundlinie aufgesetzt ist. Die kürzeren Grundlinien 14 der beiden trapezförmigen Deckflächenteile (Trapeze 11) bilden die Seitenlängskanten der Hauptschnittdruck Abstützfläche 15 des Schneidkörpers.
Die beiden Deckflächen 10 des Schneidkörpers 2 sind in Schneidkörperlängsrichtung 16 um den Betrag 17 gegeneinander versetzt. Die Versetzungsrichtung ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 bis 5 so gewählt, dass ein linksschneidender Schneidkörper bzw.
ein linksschneidendes Werkzeug geschaffen wird. Erfolgt die gegenseitige Versetzung in entgegengesetzter Richtung, so wird ein rechtsschneidender Schneidkörper bzw. ein rechtsschneidendes Werkzeug geschaffen. Je nach der Grösse 17 der vorliegenden gegenseitigen Verschiebung der Deckflächen variiert der Winkel 18 zwischen den Spanflächen 19, 20 des Schneidkörpers 2 und der vertikalen Schneidkörper-Mittellängsebene 21.
Da die Kanten 22, 23 die beiden Schneidkanten des Schneidkörpers 2 sind, bestimmt also die Grösse 17 der gegenseitigen Längsverschiebung der Seitendeckflächen 10 in Längsrichtung 16 das Mass des Spanwinkels des Schneidkörpers. Die den Schneidkörperschneiden 22, 23 zugeordneten Schneidspitzen sind mit 24, 25 bezeichnet. Die vorderen Stirnflächen 26, 27 des Schneidkörpers 2 sind die Freiflächen der Nebenschneiden 28, 29. Die Grösse 17 der gegenseitigen Längsverschiebung der seitlichen Deckflächen 10 beeinflusst auch das Mass des Keilwinkels 29' bzw. 30 des Schneidkörpers.
Der Spannbolzen 4 stimmt in seiner Funktions- weise mit dem Spannbolzen gemäss Fig. 3 der Patentschrift Nr. 496 502 überein. Er ruht auch auf der jeweils in Ruhestellung befindlichen Spanfläche 19 des Schneidkörpers 2. Durch den Spanwinkel (analog Winkelstellung 18) der jeweils in Ruhestellung befindlichen Spanfläche 19 wird bei flächenförmiger Anlage des Kopfes des Spannbolzens 4 auf der in Ruhestellung be findlichen Schneid'körperseite ein Druck ausgeübt, welcher den Schneidkörper 2 keilförmig in den Winkel zwischen IIauptschnittdruck-Abfangflehe 31 und Vorschubdruck-Abstützfläche 32 drängt.
Mit 33 ist der Übergang des einen Teils 34 einer jeden Seitendeckfläche 10 in den anderen Teil 35 gekennzeichnet. Die mit 34 bezeichneten Teil-Seitendeckflächen sind die Freiflächen der Schneiden 22, 23. Da die Freiflächen einer jeden Schneide von der Vertikalen abweichen, um die sogenannten Freiwinkel zu bilden, weicht auch die Lage der Teil-Seitendeckflächen 34 des Schneidkörpers 2 in der aus Fig. 5 ersichtlichen Weise von der Vertikalen ab. Demgegen über verlaufen die Teil-Seitendeckflächen 35 parallel zur vertikalen Längsmitteebene 21 des Schneidkörpers.
Während bei dem Schneidkörper gemäss Fig. 1 bis 5 die Hauptschnittdruck-Abstützfläche eben ist, ist bei dem Schneidkörper nach Fig. 6 und 7 eine dachförmige Ausbildung der Hauptschnittdruck-Abstützfläche 37 vorgesehen, wie diese bereits Gegenstand des Schneidkörpers nach der Patentschrift Nr. 496 502 ist.
Der Schneidkörper gemäss Fig. 8 entspricht im wesentlichen dem Schneidkörper gemäss Fig. 5 und 6, unterscheidet sich von diesen jedoch dadurch, dass zwischen den beiden Schneidkörper-Spanflächen 19' bzw. 20' eine vorzugsweise konkave Ausnehmung 38 angeordnet ist, die zur Aufnahme des Querhauptes 39 einer dem Schneidkörper 40 gemäss Fig. 8 angepassten Ausführungsform des Spannbolzens 41 dient. Die Hauptschnittdruck-Abstützfläche 37' des Schneidkörpers 40 ist wiederum dachförmig ausgebildet. Die Abwinklung 39 des Spannbolzens 41 ist mit zwei Vorsprüngen 42 versehen, die seitlich an entsprechenden Anlageflächen 43 im Bereich der Seitendeckflächen des Schneidkörpers anliegen.
Der Schneidkörper 44 gemäss Fig. 11 unterscheidet sich vom Schneidkörper 40 gemäss Fig. 8 im wesentlichen lediglich dadurch, dass seine Hauptschnittdruck Abstützfläche 45 eben ausgebildet ist, während die Seitenbegrenzungskanten 48 der konkaven Ausnehmung 46 zur Anlage des Spannbolzens 47 als faskantenartige Schrägen ausgebildet sind.
Da der Gegenstand der Erfindung hier ein universelles Drehwerkzeug ist, reicht die Vorschubdruck Abstützfläche bis an die vordere Begrenzungskante der Freifläche der Nebenschneide des Schneidkörpers heran, wie dies aus der Draufsicht gemäss Fig. 4 ersichtlich ist, die hinsichtlich dieses Merkmales für sämtliche vier Ausführungsformen der Schneidkörper zutrifft.