Doppelampulle
Gegenstand der Erfindung ist eine Doppelampulle, bei welcher die erste Ampulle in der zweiten Ampulle verschiebbar angeordnet ist.
Man kennt schon eine Doppelampulle der obenerwähnten Gattung sowie verschiedene andere, ähnlichen Zwecken dienende Doppelampullen, mit deren Ausbildung bezweckt wird, eine Vermischung von zwei Komponenten, meist Pulver und einer Lösungsflüssigkeit, mit nachfolgender Injektion verhältnismässig einfach zu erzielen. Die bisher bekannten Doppelampullen sind aber durchwegs recht kompliziert in ihrer Konstruktion und schwierig zu benutzen.
Zweck der Erfindung ist es, eine Doppelampulle der obenerwähnten Gattung zu schaffen, die in ihrer Gestaltung einfach sowie leicht zu bedienen ist. Erfindungsgemäss besitzt die erste Ampulle durchstechbare Endwände an beiden Enden zum Durchstechen mittels einer durchgehenden Kanüle und am einen Ende Dichtungsorgane zum Zusammenwirken mit der beim Gegeneinanderverschieben als Führung dienenden Wand der zweiten Ampulle.
Die Bedienung einer solchen Doppelampulle ist später an Hand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert. Es lässt sich eine sehr einfache Bedienung gewährleisten, wobei es auch leicht ist, für völlige Sterilität zu sorgen. Auch kann leicht dafür gesorgt werden, dass die Hohlräume der beiden Ampullen während der Aufbewahrung völlig voneinander abgesperrt gehalten werden, was von wesentlicher Bedeutung ist, weil z. B. das mit der Flüssigkeit zu vermengende Pulver in der Regel sehr hygroskopisch ist. Die Ausbildung der Doppelampulle ist ausserdem sehr einfach, so dass die Herstellung verhältnismässig billig ist. Auch ist das Füllen der Ampulle leicht durchführbar.
In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen der erfindungsgemässen Doppelampulle beispielsweise dargestellt, und zwar zeigen:
Fig. 1 die Doppelampulle in Seitenansicht mit einer darin angebrachten Kanüle,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch die eine Ampulle,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch die zweite Ausführungsform,
Fig. 4 einen Schnitt durch den der ersten Ampulle zugehörenden Dichtungskörper in einem grösseren Massstab und
Fig. 5 einen schematischen Längsschnitt durch eine Doppelampulle der anderen Ausführungsform.
Die eine Ampulle besteht in der Hauptsache aus einer Glasröhre 1, die sich an dem einen Ende zu einem Hals 2 verjüngt, auf welchem eine als Endwand 3 dienende Kautschukdichtung angeordnet ist, die mittels einer Metallkapsel 4 festgehalten ist. In der Mitte der Metallkapsel 4 ist ein Führungsloch 5 vorgesehen, wogegen die Endwand 3 selbst nicht durchbrochen ist.
Am anderen Ende ist die Glasröhre 1 zu einem Hals 6 verjüngt, der aussen schwach konisch ist, z. B. mit einem Konuswinkel von etwa 30, und zwar mit dem kleinsten Durchmesser am äusseren Ende. Die Innenbohrung des Halses 6 ist stärker konisch; sie bildet einen konischen Führungskanal 7 mit dem kleinsten Durchmesser am äusseren Ende. Am Hals 6 ist eine Metallkapsel 8 befestigt, die einen als Verankerungsorgan 9 dienenden, seitwärts ausragenden Flansch besitzt. Die Befestigung der Kapsel 8 erfolgt mittels eines Klebemittels, das zugleich eine zuverlässig dichtende Versiegelung bildet, z. B. mittels eines sogenannten Zweikomponenben-Kunststoffleimes (Markenprodukt Araldit).
Die Seitenwand der Kapsel 8 kann eine Konizität aufweisen, die der Konizität der Aussenseite des Halses 6 entspricht, damit durch axiales Festdrücken der Kapsel 8 ein ganz sicherer Halt leicht erzielt werden kann, und zur weiteren Sicherung desselben ist die Kapsel 8 so bemessen, dass sie sich in der Regel nicht so hoch am Hals 6 hochdrücken lässt, dass deren Boden mit der Stirnfläche des Halses 6 in Berührung tritt. Die Kapsel 8 ist aus dünnem Material hergestellt, das mit einer Kanüle verhältnismässig leicht perforiert werden kann.
An der Kapsel 8 und dem Hals 6 ist ein Dichtungsorgan 10 aus Kautschuk oder anderem elastischem Material, z. B. Kunststoff, angebracht. Das Dichtungsorgan 10 hat im wesentlichen zylindrische Form mit ringsumlaufenden Dichtungsrippen 11 an der Aussenseite. Der Dichtungskörper hat ein axial durchgehendes Loch, von dem ein oberer Teil 12 dazu ausgebildet ist, die Kapsel 8 zu umschliessen, und hat eine ringsumlaufende Rille 13, die zu dem als Flansch ausgebildeten Verankerungsorgan 9 passt. Unterhalb des oberen Teiles 12 der Ausnehmung ist ein kurzer zylindrischer Teil 14 vorgesehen, der durch Ausstanzen gebildet ist und daher einen genauen Durchmesser hat. Unterhalb dieses Teiles 14 ist ein Bereich 15 vorgesehen, in dem sich die Ausnehmung abwärts konisch ausdehnt. Die untere Stirnseite des Dichtungskörpers ist ein wenig einwärts gewölbt.
Die zweite Ampulle besteht aus einem zylindrischen Glasbehälter mit Mantel 16 und Boden 17. Der Mantel 16 hat in der Nähe seines oberen Endes eine ringsumlaufende Einpressung 18. Der Durchmesser der zweiten Ampulle 16, 17 ist dem Dichtungsorgan 10 derart angepasst, dass sich dieses Dichtungsorgan 10 verhältnismässig leicht in der Ampulle 16, 17 verschieben lässt; die Einpressung 18 passt dichtend und straff um den Dichtungskörper 10.
Die Ampulle 1 lässt sich vorteilhaft zur Aufnahme einer Lösungsflüssigkeit verwenden, während die Ampulle 16, 17 zur Aufnahme des Pulvers benutzt werden kann. Die Flüssigkeit wird in die Ampulle 1 gefüllt, bevor die als Kautschukdichtung ausgebildete Endwand 3 und die Kapsel 4 aufgesetzt werden. Das Pulver wird in die Ampulle 16, 17 gefüllt, und das auf der Ampulle 1 befestigte Dichtungsorgan 10 wird von oben her in die Ampulle 16, 17 bis zu einer Stellung eingeschoben, bei der die Einpressung 18 das Dichtungsorgan 10 fest umschliesst.
Die Flüssigkeit und das Pulver sind dann tatsächlich einwandfrei voneinander getrennt eingeschlossen. Die Vorgänge zum Abfüllen der beiden Ampullen erfolgen steril. Die hiedurch gebildete Doppelampulle kann in einem nicht gezeigten versiegelten Behälter aufbewahrt und versandt werden.
Zur Anwendung der Doppelampulle gehört eine Kanüle, wie sie in der Fig. 1 gezeigt ist. Eine lange Kanüle 19 ist an beiden Enden geschärft und in einem Kunststoffbehälter 20 befestigt, der mit einem abwärts einseitig offenen Hohlraum zum Umschliessen des oberen Endes der Ampulle 1 ausgebildet ist. Bei Anwendung der Doppelampulle wird das untere Ende 19a der Kanüle 19 durch den Bereich 15 der Ausnehmung des Dichtungsorganes 10 geführt, dessen Durchmesser nur ganz wenig grösser ist als der Aussendurchmesser der Kanüle. Die Kanüle 19 wird zuerst zum Perforieren der als Endwand 3 dienenden Kautschukdichtung benutzt und wird weiter in die Ampulle 1 eingeführt. Am unteren Ende der Ampulle 1 wird die untere Spitze der Kanüle 19 durch das Führungsloch 7 aus der Ampulle 1 herausgeführt.
Dabei wird die Spitze der Kanüle 19 eine zentrale Perforierung der Kapsel 8 bewirken; die Spitze der Kanüle 19 wird weiter durch die Teile 14 und 15 der Ausnehmung des Dichtungsorganes 10 geführt, und zwar so, dass sie ein wenig unterhalb des Dichtungsorganes 10 ausragt, wie dies in der Fig. 4 angedeutet ist. Die Kanüle 19 muss also eine so grosse Länge haben, dass sie sich ganz durch die Ampulle 1 erstrecken kann, bevor die Bewegung durch den Anschlag des Behälters 20 gegen das obere Ende der Ampulle 1 beendet wird.
Sobald die Kanüle 19 in die genannte Stellung gelangt ist, vermittelt sie eine Verbindung vom Hohlraum der Ampulle 16, 17 zum Freien. Die Ampulle 1 wird zusammen mit der Kanüle 19 abwärts in die Ampulle
16, 17 eingeführt, wodurch die Luft in der letzteren durch die Kanülenröhre 19 ausgeblasen wird. Wenn das Dichtungsorgan 10 dadurch zu dem Pulver in der Ampulle 16, 17 gelangt ist, wird die Kanüle 19 etwas aufwärts zu einer Stellung hinaufgezogen, bei welcher deren untere Spitze frei in der Ampulle 1 liegt. Hiedurch ist zwischen den Hohlräumen der beiden Ampullen 1 bzw. 16, 17 eine Verbindung geschaffen. Die Ampulle 1 wird hienach in bezug zur Ampulle 16, 17 aufwärtsgezogen. Hiedurch entsteht ein Unterdruck in der Ampulle 16, 17 und die Flüssigkeit in der Ampulle 1 wird in die Ampulle 16, 17 eingesaugt.
Wenn so alle Flüssigkeit in die Ampulle 16, 17 gelangt ist, wird die Doppelampulle zwecks Auflösung des Pulvers geschüttelt. Das Dichtungsorgan 10 befindet sich dann in einer oberen Stellung in der Nähe der Einpressung 18. Dann wird die Kanüle 19 abwärts geführt, so dass sie wieder die in Fig. 4 angedeutete Stellung einnimmt, und zwar mit der Spitze aus dem Dichtungskörper 10 ausragend.
Die Doppelampulle ist nunmehr zur Injektion bereit, und diese erfolgt dadurch, dass die Ampulle 16, 17 in Richtung gegen die Ampulle 1 gepresst wird. Dabei wird das Dichtungsorgan 10 als Kolben wirksam, wodurch die Lösung aus der Ampulle 16, 17 durch die Kanüle 19 ausgepresst wird. Es ist dabei von wesentlicher Bedeutung, dass die Ausnehmung 14 satt auf die Kanüle 19 passt, weil man sonst riskieren würde, dass die Lösung in die Ampulle 1 eingepresst wird.
Während des Injektionsvorganges ist die Kanüle 19 vom Loch 5 und von dem in der Kapsel 8 gebildeten Loch geführt. Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass das Dichtungsorgan 10 mit der Kapsel 8 und deren als Flansch ausgebildetem Verankerungsorgan 9 zusammenwirkt. Es ist nämlich schwierig, die Glasteile mit feinen Toleranzen geliefert zu bekommen. Dagegen kann die Kapsel 8 leicht mit sehr feinen Toleranzen hergestellt werden, und dasselbe trifft im wesentlichen auch auf das Abdichtungsorgan 10 zu, so dass durch die genannte gemeinsame Wirkung der Abdichtung 10 und der Kapsel 8 gewährleistet ist, dass der Aussendurchmesser des Dichtungsorganes 10 in montiertem Zustand nicht viel von einer bestimmten Abmessung abweicht.
Auf dem aufwärtsragenden Ende der Kanüle 19 ist eine Haube 21 aus Kunststoff angebracht. Dieselbe hat vorwiegend zylindrische Form mit einem Innendurchmesser, der etwas grösser ist als der Aussendurchmesser der Kanüle 19. Am unteren Ende hat aber die Haube 21 eine ringsumlaufende Einpressung 22, deren Innenseite die Kanüle 19 dicht umschliesst. Am oberen Ende hat die Haube 21 eine Öffnung 23, die von einer dichtschliessenden Schutzhaube 24 aus Kunststoff abgedeckt ist. Vor der Bereitstellung der Doppelampulle wird die Schutzhaube 23 abgenommen. Falls während der Vorbereitungen zur Bereitstellung der Doppelampulle etwas Flüssigkeit durch die Kanüle 19 ausgepresst wird, wird dieselbe sich in der Haube 21 sammeln, so dass sie nicht über die Doppelampulle aussen herunterrinnt.
Wenn die Doppelampulle zur Injektion bereitgestellt ist, wird die Haube 21 von der Kanüle 19 abgezogen, und die Einpressung 22 wird dabei Flüssigkeit von der Kanüle 19 abstreichen.
In der dargestellten Ausführungsform bestehen die Ampullen aus Glas und zum Dichten der ersten Ampulle 1 wurden Metallkapseln angewendet. Ein wesentlicher Teil der Einzelheiten der beschriebenen Ausführungsform ist in dieser Hersteilung aus Glas begründet.
Bei Ausführung aus Kunststoff liessen sich bedeutende bauliche Vereinfachungen erzielen, indem z. B. die Teile 6, 8, 9 und 10 in einem einzigen Stück mit der Ampulle 1 angefertigt werden könnten. Es hat sich aber erwiesen, dass die üblicherweise angewendeten Kunststoffe in bezug auf Wasser nicht ganz undurchlässig sind; Wasser wird jedoch oft als Lösungsflüssigkeit in der Ampulle 1 benutzt.
Die in der Fig. 5 gezeigte Doppelampulle weist einen zylindrischen Behälter 25 aus Glas oder Kunststoff auf. Die eine Endwand 26 besteht aus einer Metallkapsel mit Kautschukdichtung, wogegen die andere Endwand 27 durch einen Dichtungskörper aus nachgiebigem Material, z. B. Kautschuk oder Kunststoff, abgeschlossen ist. In dem Dichtungskörper 27 ist an der Unterseite eine zentrale Vertiefung 28 ausgebildet.
Die Doppelampulle umfasst weiters einen zylindrischen Behälter 29 mit einem Boden 30, der einen ausragenden Flansch 31 aufweist. Eine lange Kanüle 32 ist an beiden Enden geschärft und hat in der Nähe ihres einen Endes eine Öffnung 33.
Im Behälter 29 befindet sich beispielsweise Pulver, wogegen im Behälter 25 beispielsweise Wasser zur Auflösung des Pulvers eingefüllt ist. Der Behälter 25 ist nach der Füllung mittels des Dichtungskörpers 27 und der als Endwand 26 dienenden Kapsel dicht geschlossen. Der Behälter 25 ist mit dem unteren Ende in den Behälter 29 eingeschoben und der Dichtungskörper 27 bildet die Dichtung für den Inhalt des Behälters 29. Erst wenn die Doppelampulle angewendet werden soll, wird die Kanüle 32 durch die Kapsel 26 eingeführt, die zu diesem Zweck durchstechbar sein muss, und zwar bis zu der in der Fig. 5 gezeigten Stellung und von dort weiter unter Durchstechen des Dichtungskörpers 27 im Bereich der Vertiefung 28. Die Bedienung dieser Doppelampulle ist im wesentlichen die gleiche wie bei der in den Fig. 1 bis 4 gezeigten Doppelampulle.