Streckwerk, insbesondere für Spinnrahmen und Feinlunten Die vorliegende Erfindung betrifft ein Streckwerk, insbesondere für Spinnrahmen und Feinlunten, be stehend aus einer doppelten Litzenband-Steuervorrich- tung, bei welcher die obenliegende Bandwalze an Seitenteilen eines mit einem Spanner ausgerüsteten Gestells gelagert ist, während in der Schlaufe des untenliegenden Bandes eine untere Bandantriebsrolle,
ein Bandtisch und eine Bandspannwalze untergebracht sind, wobei die Seitenteile in Ausnehmungen des Tisches eingreifende Vorsprünge aufweisen.
Das Steckwerk ist erfindungsgemäss dadurch ge kennzeichnet, dass die Wände der Ausnehmungen mit den Vorsprüngen zusammenwirken, um eine seit liche Bewegung des Gestells bezüglich des Tisches zu verhindern.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine beispiels weise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch ein Streckwerk, Fig.2 eine Draufsicht auf das Streckwerk der Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie 3-3 in Fig. 1, Fig.4 ein Detail des Streckwerkes der Fig. 1 im Schnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 1 und Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie 5-5 der Fig. 4.
Das dargestellte Streckwerk besitzt ein Paar Zu führwalzen, einen Steuermechanismus für die Zufuhr und für die Steuerung einer Litze diskontinuierlicher Fasern, beispielsweise eines Baumwollvorgespinstes oder eines Streckbandes, und diesem Steuermechanis mus nachgeschaltet ein Paar Haltewalzen. Der Faser steuermechanismus selbst weist als untere Einheit ein endloses Transportband 20 auf, in dessen Schlaufe eine untere Antriebswalze 22, dieser vorgeschaltet ein Tisch 24 sowie unterhalb dieses Tisches 24 und der Antriebswalze 22 eine Spannwalze 28 unter gebracht sind.
Die obere Einheit des Mechanismus schliesst ein Gestell mit Seitenteilen 40 und einem Spanner 42 ein, der als Träger und zum Führen einer oberen Walze und eines oberen kurzen Trans portbandes 30, welches diese Walze und den Spanner umschlingt, dient.
Die untere Zuführwalze 12, die untere Haltewalze 16 und die untere Antriebswalze 22 erstrecken sich über die gesamte Länge des Spinn rahmens und sind von einem am Ende desselben angeordneten Getriebe aus angetrieben. Die obere Zuführwalze, die obere Haltewalze und die obere Steuerwalze sind je als Streckwalzen ausgebildet, bei welchen zwei Walzentafeln drehbar auf einer nor malerweise nicht drehenden Spindel angeordnet sind.
Die obere Zuführwalze weist Walzentafeln 14 und eine Spindel 15 auf und die obere Haltewalze besitzt Walzentafeln 18 und eine Spindel 19. Die Walzen tafeln 34 der oberen Steuerwalze sind auf einer Spindel angeordnet, die ihrerseits an ihren Enden in Vertiefungen 44 der Seitenteile 40 geführt ist. Zwischen den Walzentafeln und den Spindeln. jeder oberen Walze sind geeignete Lager angeordnet.
Das obere kurze Transportband 30 erstreckt sich über das untere Band 20 und arbeitet mit diesem in der Weise zusammen, dass sie ein zwischen ihnen durchgeführ tes Faserband steuern, wobei beide Bänder zusam mengepresst werden.
Die Seitenteile 40 weisen zwischen sich einen Abstand auf, so dass sie, seitlich einer Walzentafel 34 angeordnet, seitliche Bewegungen der Walze begrenzen, während der Spanner 42 eine abgerundete vordere Kante besitzt, welche im vorderen Teil des Gestells innerhalb der Schlaufe des oberen Trans portbandes 30 zwischen diese Seitenteile ragt. In seiner normalen Stellung liegt der Spanner 42 ober- halb des Tisches 24, und er bildet das einzige quer zwischen den Seitenteilen verlaufende Organ. Das Gestell trägt und führt zusammen mit einer Walzen tafel 34 das obere Transportband 30, wobei die Seitenteile 40 als seitliche Führungen für das Band 30 zur Verhinderung seitlicher Bewegungen desselben dienen.
Die Ausnehmungen 44 in der hinteren Kante der Seitenteile 40 umschliessen die drehbar angeord nete Spindel 36 der oberen Walze, während das obere Band 30, welches die Walzentafel 34 und den Spanner 42 einschliesst, Gestell und Walze starr, doch lösbar, zusammenhält.
Dadurch ist ein Gestell geschaffen, das, was seine Führung und Träger eigenschaften für das Band anbetrifft, in jeder Be ziehung 'befriedigt und das weiter in grossem Masse selbstreinigend ist, da es, hauptsächlich infolge Feh- lens von Querteilen ausserhalb der Bandschlaufe ausserordentlich wenig Flugteile aufnimmt.
Die Spindeln 15 und 19 der vorderen bzw. hin teren obern Walzen werden durch entsprechende vor dere und hintere, obere Bügel in Lage gehalten, die ihrerseits ausschliesslich durch das Transportband gestell ausgerichtet und getragen werden. Das Trans portbandgestell selber wird durch Mittel abgestützt und ausgerichtet, die mit dem Tisch 24 zusammen wirken. An jedem Seitenteil 40 sind Arme 46 ange ordnet, die nach aussen von der inneren Fläche der Seitenteile abstehen, um einen freien seitlichen Raum für das obere und das untere Transportband zu schaffen.
Die Arme 46 erstrecken sich von den Seitenteilen 40 abwärts und werden von einem Paar miteinander zusammenwirkender Ausnehmungen 26 in der hinteren Fläche des Tisches 24 aufgenommen, um eine genau bestimmte seitliche Lagerung des Gestelles zum Tisch zu gewährleisten.
Gleichzeitig wird dadurch die Möglichkeit gegeben, das Gestell leicht zu entfernen, indem es nach rückwärts ge hoben wird gleichzeitig mit dem Transportband 30 und der oberen Walze. Zum Abstützen des vorderen Endes des Gestelles und zur Bildung eines Zwischen raumes zwischen dem Spanner 42 und dem Tisch 24 ist im Spanner 42 zwischen den Walzentafeln eine Schraube 48, mit dem Schraubenkopf nach unten gerichtet, befestigt. Zum Befestigen der Bügel ist ein Arm 50 starr zwischen den Walzentafeln 34 und der oberen Steuerwalze auf dem Spanner 42 befestigt.
Dieser Arm ragt von diesem Spanner abwärts über die Spindel 36, und sein freies Ende 50a liegt zwi schen den Spindeln 36 und 19 der mittleren oberen Walze bzw. der mittleren hinteren Walze. Eine seit lich verlaufende Stellschraube 52 ist an diesem freien Ende<I>50a</I> angebracht, und die Enden dieser Schraube verlaufen nach aussen beidseits des Teiles 50a. Eine Öffnung 54 mit leicht gehobener hinterer Kante 56 ist etwas vor der Achse der oberen Spindel 36 im Arm 50 vorgesehen.
Der hintere Sattel oder Bügel 60 ist von U-för- migem Querschnitt, wobei die Schenkel des U nach unten gerichtet sind, und er besitzt Ausnehmungen 62 für die Spindel 19 der hinteren, oberen Walze. Eine Feder 63 hält die Spindel in diesen Ausneh- mungen. An seinem vorderen Ende ist der Sattel 60 mit einer abwärts gerichteten Zunge 64 versehen, welche durch die Öffnung 54 im Arm 50 ragt, wobei das obere Ende dieser Zunge einen Lagerungspunkt für die hintere Kante 56 des Armes 50 'bildet.
Die Länge der Stellschraube 52 ist derart, dass sie zwi schen die nach unten gerichteten Schenkel des hin teren Sattels 60 ragt, um eine seitliche Einstellung dieses Sattels bezüglich des Armes 50 durch Einstel lung der Schraube in ihrer Bohrung zu ermöglichen. Hierzu wird die Schraube gedreht, bis die gewünschte Ausrichtung erzielt ist. Der hintere Sattel 60 ist somit seitlich starr getragen und bezüglich des Trans portbandgestelles mittels der Stellschraube 52 und der Zunge 64 ausgerichtet. Der vordere Sattel besitzt einen vorderen Teil 66 und einen hinteren Teil 68, wobei der letztere über einen Stützteil 69 auf dem Sattel 60 drehbar ist. Zu diesem Zweck ist ein Stütz teil 69 am hinteren Sattel 60 um einen Gelenkstift 71 drehbar, welcher senkrecht zur oberen Fläche des Sattels steht.
Der vordere Sattel ist seinerseits über einen horizontalen Gelenkstift 70 am Stützteil 69 gelagert, und die ganze schwenkbare Einheit ist zwischen der hinteren Walzenspindel 19 und der Kante 56 nach vorne ragend untergebracht. Der vordere Teil 66 dieses Sattels kann über einen Schlitz 72 und eine Stellschraube 74 bezüglich des hin teren Teiles eingestellt werden und besitzt Ausneh- mungen 76 zur Aufnahme der Spindel 15 der vor deren, oberen Walze, welche durch eine Feder 78 in diesen Ausnehmungen gehalten ist.
Die oberen Walzen werden durch einen Bela stungshaken 58 belastet. Dieser Haken 58 ist mit dem vorderen Sattel über Laschen 59 verbunden, die in Ausnehmungen der nach unten gerichteten Seiten des Teiles 68 des vorderen Sattels ragen. Die Mittel, über welche der Haken 58 belastet wird, sind üblicher Art und daher nicht dargestellt. Durch diese Anordnung werden das Transportbandgestell sowie die vordere und die hintere der oberen Walzen nach abwärts gedrückt und die Schraube 48 in Be rührung mit dem Tisch 24 gehalten. Weiter berührt jede der oberen Walzen 14 und 18 die mit ihr zusammenwirkende untere Walze, wobei die obere Walze 14 infolge der schwenkbaren Anordnung des vorderen Sattels in der Schwenkeinheit 70 selbstaus richtend ist.
Der Belastungshaken ist so angeordnet, dass er leicht entfernt werden kann, so dass beide Sättel und dieser Haken ohne weiteres abgehoben und damit auch die oberen Walzen entfernt werden können. Nach Entfernung des Sattels und des Belastungs hakens kann die gesamte obere Transportbandein- heit, die obere Steuerwalze, das Transportband 30, dessen Gestell sowie die vordere und die hintere der oberen Walzen vom Rahmen abgehoben werden.
Hierauf kann diese abgehobene Einheit zerlegt wer den, indem zuerst das Transportband 30 so weit gespannt wird, dass die Spindel 36 aus ihren Aus- nehmungen 44 austritt, worauf das Gestell und das Transportband längs der oberen Walze über die Wal zentafel 34 in Längsrichtung verschoben werden, um Transportband und Gestell von der Walze zu ent fernen. Schliesslich kann das Gestell aus der Band schleife herausgeschoben werden. Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, wobei die Span nung des Transportbandes allein den erforderlichen Zusammenhalt vermittelt.
Die gesamte Einheit des oberen Transportbandes kann leicht und in einfacher Weise aus dem Rahmen gehoben werden, um die Reinigung und das Aus wechseln des Transportbandes ohne Stillsetzung an derer Teile des Spinnrahmens zu ermöglichen. Weiter können mit einer solchen Anordnung bestehende Streckwerke mit unterem Transportband schnell und leicht in Doppelbandstreckwerke umgewandelt wer den, indem die dort vorhandenen oberen Walzen entfernt und an deren Stelle eine obere Walze, ein Transportband sowie ein Gestell mit Abstandshaltern und -armen zur Lagerung auf dem bestehenden Trans portbandtisch, nachdem dieser mit den entsprechen den Bohrungen versehen wurde, angeordnet werden.
Die dargestellte Einrichtung löst das Problem, die oberen Streckwalzen stets parallel ausgerichtet mit den zusammenwirkenden unteren Walzen zu hal ten. Ist die parallele Relativlage zwischen die sen Walzen in dem Sinne gestört, dass die Achse einer oberen und einer unteren Walze nicht mehr in einer gemeinsamen Ebene liegen, wird die Be rührungslinie zwischen den beiden Walzen verkürzt und die Streckwirkung unzuverlässig und meist auch ungenügend.
Dies ist besonders bei solchen Streck werken nachteilig, bei welchen zur Lagerung der oberen Streckwalzen Oberwalzenführungen verwen det werden, da die Parallelität der Walzen verloren geht, sobald die Lagerschlitze der Oberwalzenfüh- rung ausgeleiert sind oder wenn die Spitzen der Oberwalzenführungen falsch eingestellt sind.
Bei der beschriebenen Konstruktion können die oberen Streckwalzen 14 und 18 sich so weit frei verschwenken, dass sie sich selbst bezüglich der damit zusammenwirkenden unteren Walzen ausrichten.
Die beschriebene Einrichtung kann ohne weiteres bei Spinnrahmen oder Feinlunten angewendet werden, welche ein langes unteres Transportband mit einem Tisch besitzen, der die Ausrichtung und die Ab stützung der oberen Walzen gewährleistet, so dass die Vorteile des Selbstausrichtens insbesondere der vorderen Walzen erhalten werden.