Vorrichtung mit elektrischer Messschaltung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung mit elektrischer Messschaltung zur Messung von Grössen, insbesondere von in der Zeit veränderlichen Grössen, die die Kapazität eines Kondensators mitbestimmen, der in einem Zweig einer Generatorschaltung liegt und bei einer Kapazitätsänderung einen Einfluss auf die Generatorwirkung ausübt.
Die gemessene Grösse kann irgendeine die Kapazität beeinflussende Eigenschaft eines, z. B. in einem fabrikmässigen Verfahren hergestellten, Artikels sein, und die Reaktion der Generatorschaltung kann zum Registrieren dieser Grösse, zum Signalisieren von Abweichungen und auch, bei einer zu grossen Abweichung von dem gewünschten Wert der betreffenden Grösse, für den Eingriff in irgendeinen Prozess verwendet werden.
Die Vorrichtung nach dieser Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Generatorschaltung zwei Röhren enthält, die so miteinander verbunden sind, dass das Potential eines jeden Kontrollgitters dem Potential der Anode der anderen Röhre folgt und zumindest ein Messkondensator in den Rückkopplungskreis aufgenommen ist.
Bei einer verhältnismässig geringen Änderung in der Kapazität des Messkondensators kann in dieser Schaltung schon eine erhebliche Änderung in der Amplitude der Wechselspannung auftreten.
Zudem kann die Schaltung der Vorrichtung ohne L-C-Schwingungskreise und damit besonders einfach aufgebaut werden, und die Einstellung der Werte der verschiedenen Parameter ist wenig kritisch. Der Generator wird vorzugsweise so eingestellt, dass die Amplitude der erregten Wechselspannung sehr empfindlich ist für Änderungen in dem Rückkopplungskreis.
Besonders geeignet für die Vorrichtung nach der Erfindung ist eine Schaltung, bei der die Anoden der beiden Röhren mit den Enden der einen Diagonale und die Kontrollgitter mit den Enden der zweiten Diagonale einer aus vier Zweigen zusammengesetzten, z.B. kapazitiven Brücke verbunden sind. Diese Schaltung kann nur dann generatorisch wirken, wenn die Brücke nicht im Gleichgewicht ist.
Die Erfindung ist besonders anwendbar bei der Kontrolle oder bei der Säuberung von Textilgarnen.
In der Folge werden mehrere diesbezügliche Ausführungsbeispiele beschrieben werden. Eines der wichtigsten Probleme beim Spinnen von Garnen ist die Herstellung eines gleichmässigen Garnes, unter dem hier ein Garn zu verstehen ist, in dem keine extremen Variationen hinsichtlich der Masse vorkommen. Es ist bekannt, diese Masse dadurch zu messen, dass man das Garn zwischen den Elektroden eines in einem Generatorzweig liegenden Messkondens ators hindurchführt.
Jede Abweichung von der mittleren Masse veranlasst dann eine Änderung in der erzeugten Wechselspannung. Es kann vorkommen, dass ein Bruch entsteht. In diesem Falle ist es erwünscht, dass dieser registriert wird oder eines oder beide der Garnenden festgehalten werden. Auch wenn noch kein Bruch da ist, aber der Faden eine derart dünne Stelle aufweist, dass sich bei der späteren Verarbeitung eine Bruchgefahr ergeben würde, ist es erwünscht, dass diese dünne Stelle als Bruch behandelt wird. In diesem Falle kann ein Fadenendgreifer verwendet werden, der in Tätigkeit gesetzt wird, wenn eine zu starke Verminderung der Fadenmasse eintritt, z.B. dadurch, dass ein Thyratron, das zündet, durch die bei der Reaktion der Generatorschaltung auftretenden Spannungs- oder Stromimpulse ein Relais in Tätigkeit setzt, das einen Greifmechanismus für die Fadenenden bedient.
Die beigefügte Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel, das zur Verwendung bei der Messung der Masse von Textilgarnen und beim Feststellen eines Fadenbruches und dünner Stellen, die entfernt werden sollen, geeignet ist.
Die Erfindung ist weiter insbesondere verwendbar beim Signalisieren und beim Fangen von dicken Stellen, sogenannten Noppen, in Textilfäden oder -garnen. In der Folge werden auch diesbezügliche Ausführungsbeispiele eines Noppenfängers beschrieben werden.
Das Garn wird dabei, gleich wie beim Feststellen von Brüchen und dünnen Stellen, durch einen Messkondensator hindurchgeführt, der in einem Zweig der Generatorschaltung liegt.
Die Kapazität des Messkondensators wechselt mit der Masse des im Kondensator befindlichen Garnes und diese Anderungen führen eine Amplitudenänderung in den Schwingungen des Generators herbei, weiche Änderung beim Überschreiten eines gewissen Wertes zur Erregung eines Relais verwendet werden kann, das eine Vorrichtung betätigt, die den Faden festklemmen oder durchschneiden kann.
Die dicke Stelle wird danach entfernt, die losen Enden werden zusammengeknüpft und das Garn wird wieder in den Kondensator zurückgelegt.
Anhand der beigefügten Zeichnung werden einige Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Vorrichtung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 das Schema einer Generatorschaltung der Vorrichtung,
Fig. 2 die Generatorschaltung bei Verwendung einer automatischen Regelung für die erzeugte Wechselspannungsamplitude,
Fig. 3 ein Schaltschema der Vorrichtung zum Feststellen und Fangen von dünnen Stellen, mit einem Thyratron, das von der Ausgangsspannung der Generatorschaltung gesteuert wird und das Relais, das den Fadenendgreifer in Tätigkeit setzt, erregen kann,
Fig. 4 ein Schaltschema zur Darstellung, in welcher Weise die Ausgangsspannung zum Messen und Registrieren abgenommen werden kann, Fig. 5 ein Schaltschema der Vorrichtung zum Fangen von dicken Stellen, auch mit einem Thyratron und einem Relaisstromkreis,
Fig.
6 ein anderes Schaltschema für das Thyratron, das ein Relais erregen kann,
Fig. 7 ein Prinzipschema einer Noppenfängerschaltung, in der eine diskontinuierlich belastungsabhängige Impedanz mit einem der Kondensatoren der Generatorschaltung parallel geschaltet ist,
Fig. 8 eine mehr ausgearbeitete Schaltung nach dem Prinzip der Fig. 7, die sich für die sofortige praktische Verwendung eignet.
In der Schaltung nach der Fig. 1 sind 1 und 2 zwei Röhren desselben Typs, z. B. die beiden Hälften einer Doppeltriode.
Die Anode einer jeden Röhre ist mittels eines Kondensators Cm mit dem Gitter der anderen Röhre verbunden. Mit Cag werden die kapazitiven Impedanzen zwischen Anode und Gitter bezeichnet. Die kapazitiven Impedanzen Cag und die Kondensatoren Cm bilden zusammen eine kapazitive Brücke. Die Anoden sind mit den Enden der einen und die Gitter mit den Enden der anderen Diagonale der Brücke verbunden.
In den Kathodenleitungen können die Widerstände Rk liegen, die eine Stromrückkopplung herbeiführen, womit eine Erhöhung der Stabilität des Generators bezweckt wird. Die Gitter der Röhren 1 und 2 sind über Gitterableitwiderstände Rg mit dem negativen Pol einer Anodenstromquelle verbunden. Der positive Pol der Anodenstromquelle ist über die Widerstände R1 mit den Röhren 1 und 2 verbunden.
Statt der Widerstände Rl können auch Selbstinduktionsspulen oder andere Elemente verwendet werden.
Die in der Figur dargestellte Schaltung kann als Generator arbeiten, wenn das mittlere Verhältnis Cm/Cag von beiden Zweigen der Brücke in genügendem Masse grösser ist als 1. Der Wert dieses Verhältnisses wird vorzugsweise so gewählt, dass die Amplitude der erregten Wechselspannung sehr empfindlich ist für eine Anderung im Wert der Kapazität Cm.
In Fig. 2 und den folgenden Figuren ist dieselbe Generatorschaltung angewandt und die entsprechenden Elemente der Schaltung sind mit denselben Buchstaben und Nummern bezeichnet.
Eine der Anoden ist hier über einen Kondensator und die Parallelschaltung der Diode 5 und des Widerstandes 6 mit dem negativen Pol der Anodenstromquelle verbunden. Die Gitter der Röhren 1 und 2 sind über Gitterwiderstände Rg mit einer der Klemmen des Kondensators 4 verbunden, dessen andere Klemme mit dem negativen Pol der Anodenstromquelle verbunden ist. Dieser Kondensator ist über den Widerstand 7 mit dem Verbindungspunkt des Kondensators und der Parallelschaltung 5, 6 verbunden. Die Elemente 3, 4, 5, 6 und 7 liefern eine automatische Regelung der erzeugten Wechselspannung. Am Widerstand 6 tritt beim Arbeiten der Schaltung als Generator ein Spannungsabfall auf und dieser Spannungsabfall wird durch das Filter 7, 4 als negative Gitterspannung zu den Gittern der beiden Röhren geführt.
In der Fig. 3 ist parallel zu der Widerstand/Diode Kombination 6, 5 noch ein aus einem Widerstand 8 in Serienschaltung mit einem Kondensator 9 bestehendes Filter geschaltet. Der Kondensator 9 ist parallel geschaltet mit der Gitterkathodenstrecke des Thyratrons 10, in dessen Anodenkreis eine Relaisspule 12 geschaltet ist, deren beweglicher Anker den Faden festklemmen kann, wenn die Spule erregt wird.
Der aus den Elementen 3, 5, 6, 7 und 4 bestehende Teil der Schaltung ist auch eine Rückkopplung insofern, als bei einer Zunahme der Amplitude der erzeugten Wechselspannung die negative Gittervorspannung automatisch vergrössert wird, wo durch eine automatische Regelung der Wechselstromamplitude erreicht wird.
Das Filter 7, 4 hat eine grosse Zeitkonstante, so dass schnelle Anderungen in der Wechselspannungsamplitude nahezu keinen Einfluss auf die Gittervorspannung haben. Langsamen änderungen folgt die automatische negative Gitterspannung aber wohl.
Das Siebfilter 8, 9 hat eine erheblich kleinere Zeitkonstante, und zwar solcher Art, dass bei der Geschwindigkeit, mit der das Garn durch den Messkondensator geführt wird, von den Unebenheiten des Garnes Spannungsimpulse verursacht werden, die die Gittervorspannung des Thyratrons ändern und bei genügender Stärke das Gitter auf eine derartige Spannung bringen, dass das Thyratron zündet. Dabei wird die Relaisspule 12 erregt, die den Fadenendgreifer in Gang setzt.
Der Schalter 11 wird z. B. ebenfalls von der Spule 12 gesteuert, so dass das Thyratron wieder erlischt.
Dieser Schalter ist so eingerichtet, dass er nach einiger Zeit wieder in die ursprüngliche Stellung zurückkehrt, so dass die Anode des Thyratrons wieder mit der Anodenstromquelle verbunden ist.
Damit das Thyratron zündet, muss der Spannungsimpuls am Gitter im allgemeinen positiv sein.
Dies ist der Fall beim Passieren einer dünnen Stelle des Garnes, da die Kapazität des Messkondensators dann abnimmt, wodurch die Generatoramplitude schwächer wird. Es ist sehr wahrscheinlich, dass, nachdem der Fadenendgreifer funktioniert hat, sich keine Garnmasse im Messkondensator befindet, und wenn der Anodenstromkreis des Thyratrons wieder geschlossen wird, würde dieses wieder zünden, wenn die Amplitude der Wechselspannung denselben oder einen noch kleineren Wert haben würde als beim Passieren der dünnen Stelle. Durch entsprechende Wahl der Zeitkonstanten des Filters 7, 4 kann man aber dafür sorgen, dass die Amplitude der automatischen Gittervorspannungsregelung Inzwischen wieder eine genügende Zunahme der Wechselspannung herbeiführt, damit der Neuzündung des Thyratrons vorgebeugt werden kann.
Bei einer richtigen Wahl der Werte der zu der automatischen Regelung gehörenden Schaltelemente kann man die sich bei einer beliebigen, nahezu konstanten Garnmasse ergebende Wechselspannungsamplitude, und deshalb auch die Vorspannung des Thyratrons, nahezu ganz von dieser Masse unabhängig machen. Die automatische Regelung macht den Stromkreis auch unempfindlich für Schwankungen in der Netzspannung. Will man die Anderungen in der Garnmasse nur messen oder registrieren, so kann man die Generatorwechselspannung zwischen den beiden Anoden abnehmen und diese Spannung, die in der Amplitude moduliert ist, auf bekannte Weise zu Mess- oder Registrierzwecken verwenden.
Eine andere Methode für die Abnahme der Spannung ist in der Fig. 4 dargestellt.
Die Anodenwiderstände R1 der Fig. 1 und 2 sind hier in zwei Teile R2 und R8 getrennt und zwischen den Verbindungspunkten dieser Widerstände ist eine doppelphasige, aus vier Dioden gebildete Gleichrichterkombination mit einem Kondensator 13 geschaltet, von dem die Ausgangsspannung abgenommen wird. Die Widerstände R3 verhindern, dass der Gleichrichterstromkreis unmittelbar mit der kapazitiven Brücke zwischen den Gittern und den Anoden, die das Rückkopplungsglied bildet, verbunden wird.
Obwohl die Werte der kapazitiven Impedanzen und der sonstigen elektrischen Grössen für die Erfindung nicht von prinzipieller Bedeutung sind, soll hier ein Satz Werte angegeben werden, die sich in der Praxis als befriedigend erwiesen haben.
Rt = 30 000 Ohm
Cm = 5 Mikro-mikrofarad
3 = 15 Mikro-mikrofarad
4 = 0,3 Mikrofarad
6 = 180 000 Ohm
9 = 5000 Mikro-mikrofarad
Rk = 1000 Ohm
Anfangssteilheit der benutzten Röhren 6 mA/Volt.
Die Noppenfängerschaltung der Fig. 5 verwendet dieselbe Oszillatorschaltung, zusätzlich sind aber die kapazitiven Impedanzen 41 und 44 mit den kapazitiven Gitter/Anode-Impedanzen der Röhren 1 und 2 parallel geschaltet. In Serienschaltung mit dem Messkondensator Cm befindet sich der Trennungskondensator 40, der die Gleichspannung der Anode der Röhre 2 blockiert. Die Kondensatoren 42 und 43 dienen zur Einstellung der Brücke, während der regelbare Widerstand 31 ermöglicht, die Röhre 1 auf die gewünschte effektive Steilheit einzustellen.
Die Gitter der Röhre 1 und 2 sind über Gitterableitungen Rg mit dem negativen Pol der Spannungsquelle verbunden, die selber mit der Masse verbunden ist. Die Anode der Röhre 2 ist über die Widerstände 32 und 33 und den Kondensator 45 mit dem Gitter des Thyratrons verbunden. Das Gitter des Thyratrons 10 bekommt eine negative Vorspannung, die über den Widerstand 34 dem zentralen Hochspannungsapparat entnommen wird und einstellbar ist. Der Kondensator 46 bildet in Kombination mit dem Widerstand 33 ein Hochfrequenzfilter, das das vom Oszillator kommende hochfrequente Signal nach Erde abführt und vom Gitter des Thyratrons abhält.
Um das Thyratron zünden zu lassen, muss der niederfrequente Spannungsimpuls am Gitter im allgemeinen positiv sein. Dies ist der Fall beim Passieren einer dicken Stelle des Garnes, da die Kapazität des Messkondensators dann zunimmt und die Generatorwirkung ebenfalls zunimmt. Die Röhren 1 und 2 stellen sich auf einen anderen Arbeitspunkt ihrer Kennlinie ein, da sie jede für sich mit einem Gitterableitungswiderstand versehen sind, der mit der Masse verbunden ist und in dem ein grösserer Gitterstrom zu fliessen anfängt. Hierdurch fallen die Anodenströme und steigen die Anodenspannungen der Röhren 1 und 2. Dadurch, dass bei der Röhre 1 der Widerstand 31 eine Gleichstromrückkopplung ergibt, ist der Effekt bei der Röhre 2 am stärksten, was auch erwünscht ist, weil gerade hier das Signal abgenommen wird.
Der positive Spannungsimpuls, der von dieser letztgenannten Röhre kommt, wird zum Gitter des Thyratrons weitergeführt, dieses zündet und das Relais 12, das eine Vorrichtung bedient, die einen Faden festklemmen oder durchschneiden kann, wird erregt.
In der Figur ist ein Messer 75 zum Durchschneiden des Fadens schematisch dargestellt.
Das Thyratron für sich und die Röhren 1 und 2 zusammen werden aus gesonderten Anodenspannungsquellen 65 und 66 gespeist.
Die beiden Spannungsquellen sind von üblichem Typ und brauchen deswegen nicht im Detail beschrieben zu werden. Sie bilden auch keinen Teil der Erfindung. In der britischen Patentschrift Nr. 771499 werden sie ausführlich beschrieben.
Ausserdem wird die Wirkung des Relais 68, das mit einem Kontakt 69 versehen und von einem Kondensator 70 überbrückt ist, eingehend erörtert.
Die Anodenspannungsquelle und der Gleichrichterstromkreis für die negative Vorspannung, welche mit der Nummer 67 bezeichnet wird, können in ein Gehäuse aufgenommen und zur Speisung einer grossen Anzahl Noppenfänger der obengenannten Sorte verwendet werden.
Die Noppenfängerschaltungen, die zwei Trioden oder eine Doppeltriode und ein Thyratron enthalten, können in kleine, vorzugsweise staubdichte Gehäuse aufgenommen werden, die in der Nähe der Spindel, auf die der Faden gewunden werden soll, angebracht sind.
Sobald daher eine Noppe in den Messkondensator eintritt, ändert sich die Spannung am Gitter des Thyratrons 10, das Thyratron leitet und das Relais 12, das mit Hilfe des Messers 75 den Faden durchschneidet, wird erregt.
Damit der normale Zustand wieder herbeigeführt werde, so dass sämtliche an den Netzteil 66 angeschlossene Thyratrons nicht leitfähig sind, wird der Anodenstrom vom Relais 68, das seinen Kontakt 69 öffnet, unterbrochen. Das Relais 68 ist derart von einem Überbrückungskondensator 70 verzögert, dass es sich erst in Tätigkeit setzt, nachdem das Messer gewirkt hat.
Sobald das Thyratron, das eine Noppe gefangen hat, wieder erloschen ist, fällt die Erregung des Relais 68 weg und das Relais schliesst wieder seinen Kontakt 69.
Obwohl auch hier die Werte der kapazitiven
Impedanzen und der anderen elektrischen Grössen für die Erfindung nicht von grundsätzlicher Bedeu tung sind, wird hier ein Satz Werte angegeben, die sich in der Praxis als befriedigend erwiesen haben.
Tabelle: Thyratron Röhre 5696
Röhre (Zwillingstriode) 6201 Rj = 100 000 Ohm Rg = 1 000000 Ohm
31 = 2000 Ohm, variabel
32 = 220 000 Ohm
33 = 6800000 Ohm
34 = 1 000000 Ohm
40 = 120 Mikro-mikrofarad
41 = 4,7 Mikro-mikrofarad
42 = 18 Mikro-mikrofarad
43 = 30 Mikro-mikrofarad variabel
44 = 6,8 Mikro-mikrofarad
45 = 47 000 Mikro-mikrofarad
46 = 1 200 Mikro-mikrofarad
Cm = etwa 1 Mikro-mikrofarad
In Fig. 6 ist eine andere Schaltung für das Thyratron 10, das das Relais 12 erregen kann, dargestellt.
Hierbei ist ein Extra-Widerstand 35 in Serienschaltung mit dem Thyratron und dem Relais 12 in den Anodenstromkreis des Thyratrons aufgenommen. Ein Kondensator 47 ist einerseits mit dem Verbindungspunkt des Widerstandes 35 und des Relais 12 und anderseits mit dem Schleifkontakt eines kleinen Widerstandes verbunden, der den Heizfaden des Thyratrons mit Erde verbindet.
Bei Verwendung von modernen hochempfindlichen Thyratrons kann es vorkommen, dass das Thyratron selbst, nachdem der Kondensator 47 grösstenteils entladen worden ist, über den Widerstand 35 leitend bleibt. Mittels des Kondensators 47 wird der Anode des Thyratrons eine kleine Wechselspannung zugeführt, wodurch das Thyratron erlischt, sobald der Kondensator 47 genügend entladen ist.
Bei Verwendung einer derartigen Schaltung kann das Relais 68 in dem Netzteil wegfallen.
In Fig. 7 sind 1 und 2 einander nahezu gleiche Trioden, z. B. die beiden Hälften einer Doppeltriode.
Die Anode der Röhre 1 ist mittels eines Kondensators 52 in Serienschaltung mit dem Kondensator 53 mit dem Gitter der Röhre 2 verbunden. Parallel zu dem Kondensator 53 ist eine Neonröhre 54 geschaltet, die einerseits über den Ableitungswiderstand Rg mit dem negativen Pol der Anodenspannungsquelle und anderseits über den Widerstand 55 mit einem Punkt von positivem Potential verbunden ist. Die Anode der Röhre 2 ist über den Kondensator Cm mit dem Gitter der ersten Röhre verbunden und die Anode/Gitter-Kapazitäten der beiden Röhren sind mit Cag bezeichnet. Diese beiden kapazitiven Impedanzen bilden mit dem Messkondensator und den Kondensatoren 52 und 53 eine kapazitive Brücke. In den Anodenzuführungen der beiden Trioden befinden sich zwei ungefähr gleiche Spulen 50 und 51, die einen gemeinsamen Eisenkern besitzen.
Beim Passieren einer dicken Stelle im Faden wird die Amplitude der erregten Schwingungen zunehmen. Diese grössere Amplitude macht, dass die Neonröhre 54 zündet, wodurch der Stromkreis plötzlich ganz asymmetrisch wird. Die unmittelbare Folge dieser Zündung ist nämlich, dass das Potential des Gitters der Röhre 2 stark zunimmt. Zu gleicher Zeit wird das Gitterpotential der Röhre 1 stark negativ werden, so dass die Stromstärkc in der Spule 50 abnimmt und diejenige in der Spule 51 zunimmt. Das bestehende Gleichgewicht wird hierdurch gestört, und der Stromstoss in der Spule 51 setzt die Relaisarmatur in Gang.
Das Stärker-Negativ-Werden des Gitters der Röhre 1 wird von einem Strom im Ableitungswiderstand Rg der Röhre 1 verursacht, der als Folge einer Entladung des Kondensators Cm auftritt, die von einer vom Steigen des Gitterpotentials der Röhre 2 verursachten Zunahme des Anodenstroms der Röhre 2 und von dem sich hieraus ergebenden Abfallen der Anodenspannung herbeigeführt wird. Nach einiger Zeit wird diese Gleichgewichtsstörung abklingen.
Die Gitterspannung der Röhre 1 muss somit nach einiger Zeit wieder steigen.
Das Anodenpotential wird dann sinken, so dass auch das Potential des Verbindungspunktes der Kondensatoren 52 und 53 sinkt. Die Neonröhre erlischt und der Stromkreis fängt wieder an zu schwingen.
In Fig. 8 ist eine für praktische Zwecke besser geeignete Ausführungsform dargestellt, wobei die Neonröhre eine nur wenig geänderte Schaltung aufweist.
Weiter ist die Schaltung verschieden unter anderem von der Schaltung der Fig. 7, dadurch, dass zwischen der Anode der Röhre 2 und dem negativen Pol der Anodenstromquelle ein Gleichrichterstromkreis liegt, der von dem unmittelbar mit dieser Anode verbundenen Kondensator 61, der Diode 60, dem Widerstand 59 und dem Widerstand 58 gebildet wird, der von einem elektrolytischen Kondensator 62 überbrückt wird.
Weiter sind die beiden Kathoden der Röhren 1 und 2 über einen gemeinsamen Kathodenwiderstand Rk mit dem negativen Pol der Anodenstromquelle verbunden.
Diese Gleichrichterkombination verursacht eine negative Gittervorspannung, deren Grösse abhängig ist von der Amplitude des erzeugten Wechselstromes.
Sie wirkt als automatischer Amplitudenregler und dient, ebenso wie Rk, zur Erhöhung der Stabilität des Stromkreises. Die Neonröhre 54 ist auch hier über einen Hochohmwiderstand 55 mit einem Punkt von positivem Potential und anderseits mit der unteren Seite des Ableitungswiderstandes Rg der Röhre 2 verbunden, welcher Punkt wieder über einen Widerstand 57 mit der unteren Seite des Ableitungswiderstandes Rg der Röhre 1 verbunden ist. Die Anode der Röhre 1 ist weiter über einen Kondensator 57 mit der dem Punkte positiver Spannung zugekehrten Klemme der Neonröhre verbunden, und die andere Klemme der Neonröhre ist über einen Kondensator 56 mit dem negativen Pol der Anodenstromquelle verbunden.
Bei einer Zunahme der Amplitude der erregten Schwingungen zündet die Neonröhre und ebenso wie in der Fig. 7 wird der Stromkreis asymmetrisch, so dass in der Spule 51 ein Stromstoss auftritt, der das Messer oder die Klemmvorrichtung in Gang setzt. Nach kurzer Zeit erlischt die Neonröhre wieder und der Stromkreis kann wieder anfangen zu schwingen.