CH348232A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Garnes mit Kapillarfadenschlingen aus endlosen künstlichen Fäden - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Garnes mit Kapillarfadenschlingen aus endlosen künstlichen Fäden

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CH348232A
CH348232A CH348232DA CH348232A CH 348232 A CH348232 A CH 348232A CH 348232D A CH348232D A CH 348232DA CH 348232 A CH348232 A CH 348232A
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CH
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thread
channel
compressed gas
gas jet
diameter
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Inventor
Erich Loercher
Alfred Krabsch
Wilhelm Hausmann
Conrad Joseph Gonsalves
Original Assignee
Kunstseiden Ag
Onderzoekings Inst Res
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Publication of CH348232A publication Critical patent/CH348232A/de

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D02YARNS; MECHANICAL FINISHING OF YARNS OR ROPES; WARPING OR BEAMING
    • D02JFINISHING OR DRESSING OF FILAMENTS, YARNS, THREADS, CORDS, ROPES OR THE LIKE
    • D02J1/00Modifying the structure or properties resulting from a particular structure; Modifying, retaining, or restoring the physical form or cross-sectional shape, e.g. by use of dies or squeeze rollers
    • D02J1/08Interlacing constituent filaments without breakage thereof, e.g. by use of turbulent air streams

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Fluid Mechanics (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)

Description


  Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Garnes mit     Kapillarfadenschlingen     aus endlosen künstlichen Fäden    Zur Vergrösserung der wärmenden     Fülligkeit     künstlicher Fäden auf einen Grad, wie er Naturfasern  eigen ist, beschritt man bisher vornehmlich den Weg,  die endlosen Fäden zu stapeln und die erhaltenen  Fasern dann, wie die     entsprechenden    Naturfasern,  zu verspinnen und zu verzwirnen. Ein solches Verfah  ren erfordert jedoch zahlreiche Zwischenarbeitsgänge  und ist daher recht umständlich, zeitraubend und'  kostspielig.

   Man war daher schon lange Zeit be  strebt, einen Weg zu finden, die endlosen Fäden in  ihrem geordneten Aufbau beizubehalten, ihnen aber  beispielsweise durch Kräuseln eine den Naturfasern  entsprechende voluminösere     Gestalt    zu geben. Die  mittels diesem Verfahren gewonnenen Fäden befrie  digten nicht immer voll, weil der ganze Faden mit  all seinen Kapillaren jeweils gleichsinnig gekräuselt  war, wodurch seine Festigkeit in bezug zur Dehnung  wegen der bei Beanspruchung eintretenden grossen       Gestaltsänderung    sich in vielen Gebrauchsfällen un  günstig auswirken musste.  



  Ein anderer Weg ging davon aus, nicht den Ge  samtfaden zu kräuseln, sondern die den Gesamtfaden  bildenden einzelnen     Kapillarfäden    unregelmässig zu  lagern, beispielsweise einzeln zu kräuseln oder zu  schlingen, und den Fadenverband dadurch fülliger  zu gestalten, ohne die Elastizität allzu sehr zunehmen  zu lassen. Um derartige     Schlingenbildung    an den     Ka-          pillarfädchen    zu erreichen, leitete man Fäden mit  möglichst geringer Drehung in einen sich ausbreiten  den Luftstrom von hoher Turbulenz, welcher den  Faden trug und gleichzeitig den Fadenverband weit  gehend in seine Kapillaren auflöste, die sich dann  unter den wirbelnden Luftteilchen einzeln und un  regelmässig in Schlingen legen konnten.

   Der so auf-    gelockerte und in seiner Struktur veränderte Faden  wurde danach aus dem Luftstrom herausgenommen  und unmittelbar zur Fixierung der     Schlingenbildung     hochgedreht. Dieses Verfahren lieferte einen fülligen  und im wesentlichen auch festen Faden ähnlich den  aus Stapelfasern     gebildeten    natürlichen und künst  lichen Fäden.

   Nur wiesen die so erzeugten Fäden  zu grosse Unregelmässigkeiten auf, die darin bestan  den, dass der zur     Kapillarschlingenbildung    zu ver  anlassende Faden wegen der weitgehend     unverdreht     vorzunehmenden Verarbeitung leicht zu Beschädi  gungen an den Kapillaren neigte und weiterhin der  Faden als solcher in diesem Zustand äusserster Auf  lösung seines Festigkeitsverbandes schwer zu führen  und zu verarbeiten war, wobei insbesondere die       Schlingenbildung    an dem im freien Luftstrom     unver-          dreht    geführten Faden     hinsichtlich    Grösse der Schlin  gen und Verteilung derselben schwer zu beherrschen  war.

   Neben kleinen gab es bisweilen auch recht  grosse Schlingen und dann wiederum regelrechte       Schlingenverknotungen,    die später bei der Weiter  verarbeitung wegen der daraus resultierenden Un  regelmässigkeiten des Fadens leicht zu Fadenbrüchen  und unansehnlichen Geweben und Gewirken führten,  bei Ablaufen vom     Spulkörper    festklemmten und an  Unebenheiten hafteten.  



  Um die     Schlingenbildung    des nicht beherrsch  baren freien Luftstrahls besser in die Hand zu be  kommen, ging man dazu über, dem den Faden tra  genden Luftstrahl einen Drall aufzuzwingen, wodurch  das wilde Schleudern der Kapillaren auf der einen  Seite zwar vermieden wurde, auf der andern Seite  die Turbulenz der Strömung und die dadurch be  dingte, durch Flatterwirkung erzeugte Schlingen-           bildung    in den Kapillaren eingeschränkt wurde. Der  gedrehte Luftstrahl erbrachte einen zu mageren       Schlingeneffekt    und damit nicht die erhoffte     Füllig-          keit.     



  Unter     Kapillarfadenschlingen    versteht man die  Schlingen in den einzelnen Fädchen des     multifilen     Fadens.  



  Gegenstand des Patentes ist ein Verfahren zur  Herstellung eines Garnes mit     Kapillarfadenschlingen     aus endlosen     künstlichen    Fäden in kontinuierlichem  Arbeitsgang, bei dem der Faden zwischen einer Vor  rolle und einer zur Erreichung einer     Fadenkürzung     langsamer laufenden Nachrolle der Einwirkung eines       Pressgasstrahles    ausgesetzt wird.

   Dieses Verfahren  ist dadurch gekennzeichnet, dass der einfach gedrehte  Faden in einem Kanal mit einem mittleren Durch  messer vom 2- bis 15fachen Fadendurchmesser und  einer Länge von etwa 5fachem Kanaldurchmesser  einem auf halber Kanallänge eintretenden, aus einer       Pressgasquelle    von 1 bis 2 atü Druck gespeisten       Pressgasstrahl    ausgesetzt wird, der zur Fadenachse  nach derjenigen Seite versetzt auf den laufenden  Faden auftritt, auf der bei Betrachtung in Strömungs  richtung des Gasstrahles vor dessen Auftreffen die  Enden des sichtbaren Teils der     Drallwindungen    sich  befinden,

   wonach der Faden am Kanalende aus dem  mit ihm gemeinsam herauslaufenden     Pressgasstrahl     seitlich     herausgelenkt    und der Nachrolle zugeleitet  wird.  



  Bei einem Ausführungsbeispiel des     erfindungs-           emässen    Verfahrens werden die     Kapillarfadenschlin-          gen    im kontinuierlich ablaufenden Faden nicht  mehr im freien Luftstrom und     nicht    mehr an einem  wenig verzwirnten Faden, sondern an einem in einem  engen und kurzen Kanal geführten, einfach ge  drehten Faden gebildet. Der jeweils mit etwa 1 bis  10 Drehungen durch den Kanal geführte Faden wird  in der Mitte dieses Kanals einseitig von einem     Press-          gasstrahl    getroffen.

   Ein solcher     Pressgasstrahl    ent  spannt den vorher gespannt gewesenen Faden ganz  plötzlich und staucht ihn     Kapillarschlingen    bildend  an.  



  Ein entgegen der     Fadenlaufrichtung    umgelenkter  kleinerer     Teilstrahl    wird den Faden unmittelbar  vorher zusätzlich spannen und damit den Effekt der  folgenden Entspannung vergrössern.  



  Nach diesem     Verfahrensbeispiel    werden     also     nicht mehr die     Kapillarschlingen,    wie es bisher der  Fall war, durch den flatternden und ähnlich einer  Fahne schlagenden aufgelösten Faden im freien tur  bulenten Luftstrom selbst hervorgerufen, sondern  der Faden wird in einem engen und kurzen und  daher beherrschbaren Kanal unter der auftreffen-,  den Pressluft plötzlich entspannt und     angestaucht,     wobei die gerade entspannten und durch die Drehung  in ihrer Bewegungslage begrenzten     Kapillarfädchen     unter der noch     kurzzeitig    auf sie einwirkenden Press  luft zu     Schlingenbildung    gezwungen werden.

   Der  Faden selbst wird sobald als möglich aus dem     Press-          luftstrahl    entfernt, damit er von diesem nicht un-    nötig mitgenommen und beschleunigt werden kann,  wodurch die     Kapillarschlingenbildung    wiederum       verungleichmässigt    würde.

   Von besonderer Bedeu  tung für eine gleichmässig grosse und regelmässig ver  teilte     Schlingenbildung    ist die Führung des Fadens  im Augenblick des     Auftreffens    des     Pressgases.    Der  Faden muss immer so zum auftreffenden     Pressgas-          strahl    liegen, dass letzterer den gestauchten Fadenteil  aufzudrehen versucht, das heisst, der Strahl muss auf  der Seite der Fadenachse einwirken, die bei     Sicht     in Richtung des ablaufenden Fadens auf der Her  kunftsseite der Zwirndrehung liegt.

   Dies ist einmal  möglich, indem man den Faden im Kanal entspre  chend seitlich verschoben führt, oder zum andern,  indem man den     Pressgasstrahl    entsprechend seitlich  versetzt in den Kanal einleitet. Ersteres kann z. B.  durch entsprechend scharf umgelenkte Einführung  des Fadens in seinen Kanal, letzteres durch exzen  trische Einleitung des     Pressgaszuflusses    in den     Fa-          denführkanal    erreicht werden.  



  Durch leichtes Neigen des den Faden führenden  Kanals zur     Auftreffachse    des     Pressluftzuflusses,    wo  bei der Winkel zwischen dem     Zuführteil    des Faden  kanals und dem     Pressluftzufluss    kleiner als 90 , aber  nicht kleiner als 60  wird, kann z. B. erreicht wer  den, dass in     Fadenlaufrichtung    mehr Pressluft abfliesst  als entgegen derselben, und zwar so viel mehr, dass  der Faden plötzlich und völlig entspannt wird.

   Eine  entsprechende Wirkung kann auch dadurch erzielt  werden, dass man den Querschnitt der Kanalseite, in  die der Faden einläuft, gegenüber der Seite, aus  der der Faden austritt, verkleinert, sei es, dass man  den     Fadenlaufkanal    in     Fadenlaufrichtung        ejektor-          artig    erweitert oder am Einlaufende ein den Durch  messer verengendes Einsatzstück aufsetzt. Es ist  schliesslich auch möglich, alle drei Massnahmen zu  sammen zur Erzielung des günstigsten Effektes aus  zunutzen. Die     ejektorartige    Erweiterung hat zur  Folge, dass die     Pressgasgeschwindigkeit    zum Kanal  ausgang hin abnimmt, was zur Erhaltung der gebil  deten Schlingen beiträgt.  



  Die Länge des den Faden führenden Kanals ist  etwa gleich dem 5fachen Kanaldurchmesser zu  wählen, wobei der Kanaldurchmesser etwa dem     2-          bis    15fachen Fadendurchmesser entsprechen muss.  Das die Pressluft einleitende Kanalrohr erhält etwa  den gleichen Durchmesser wie der den Faden  führende Kanal. Der     Pressluftdruck    liegt im Bereich  zwischen 1-2     at.     



  Mittels des genannten Beispiels des erfindungs  gemässen Verfahrens werden die Nachteile der bisher  üblichen     Kapillarschlingen-Verfahren    hinsichtlich  der unterschiedlichen und absoluten Grösse der  Schlingen und der ungleichmässigen Verteilung der  selben sowie die Herstellung von in den Kapillaren  beschädigter und verknoteter Fäden behoben. Die  erzeugten Fäden zeichnen sich durch kleine und re  gelmässig verteilte     Kapillarschlingen    aus, die einen  Faden von hoher und gleichmässiger Fülle wie Qua-           lität    ergeben.

   Dies wird durch die Bildung der     Ka-          pillarschlingen    am gedrehten Faden erreicht, der  wegen seines Dralls die für die     Schlingenbildung    not  wendige     Kapillarlänge    begrenzt. Bei zu starker  Drehung kann daher eine Verringerung der     Schlin-          gengrösse    aber auch eine Verringerung der Schlingen  zahl - also ein zu magerer Effekt - und umge  kehrt bei zu schwacher Drehung eine Verschlechte  rung des     Schlingeneffektes    durch Bildung zu grosser  Schlingen erzielt werden.

   Als günstig erwiesen sich  zur Erzeugung des     Schlingeneffektes    Fäden mit S- und  Z-Drall mit einem Drehungskoeffizienten von etwa       a",    = 70. Es lassen sich derart künstliche Fäden  auf     Cellulose    - wie auch auf vollsynthetischer Basis  - verarbeiten.  



  Solche Ausführungsbeispiele des erfindungsge  mässen Verfahrens und der erfindungsgemässen Vor  richtung werden an Hand der Abbildungen näher  beschrieben. Es zeigen:       Fig.    1 die Anordnung der     Blasekanäle    in der       Spulmaschine    schematisch dargestellt,       Fig.    2 einen stark vergrösserten Schnitt durch  einen     Vorrichtungsteil    gemäss Linie     A-B    der     Fig.    3,       Fig.    3 einen Schnitt senkrecht zur     Pressluftzufluss-          leitung    gemäss Linie     C   <B>-D</B> der     Fig.    2.  



  Nach der     Fig.    1 wird der einfach gedrehte, end  lose, künstliche Faden 1 von der Lieferspule 2 über  den fest angeordneten Fadenführer 3 mit festgelegter  Geschwindigkeit von     dien    Vorwalzen 4 - hier als  Klemmwalzen dargestellt - abgezogen und dem       Blaskanalsystem    zugeführt.

   Dieses Kanalsystem be  steht aus einem     Fadenführkanal    5, in welchen auf  halber Kanallänge eine     Pressluftzuflussleitung    (etwa  gleichen Durchmessers) einmündet, durch welchen  in Pfeilrichtung 7 Pressluft oder     Pressgas    aus einer       Pressgasquelle    von 1 bis 2 atü Druck eingeleitet  wird, welches über den Kanal 5 vornehmlich in       Fadenlaufrichtung    austritt. Der mittlere Kanaldurch  messer ist das 2- bis 15fache des Fadendurchmessers  und die Kanallänge etwa das 5fache des Kanal  durchmessers an der     Einmündungsstelle.    Der Faden  selbst wird beim Eintritt in und Austritt aus dem  Kanal 5 um beispielsweise 90  umgelenkt.

   Es ist aber  auch möglich, mit geringerer Umlenkung zu arbeiten,  sofern der Faden aus dem mit ihm gemeinsam aus  dem Kanalende 16 herauslaufenden Strahl seitlich       herausgelenkt    wird. Der Faden wird also unmittelbar  am Austritt aus dem Kanal von dem     Pressgasstrahl     getrennt.

   Durch die Behandlung in dem     Blaskanal-          system,    dessen Ausbildung anhand der     Fig.    2 und 3  näher beschrieben wird, erfährt der Faden eine Zu  nahme seiner Fülligkeit durch     Kapillarschlingen-          bildung.    Der so behandelte Faden wird dann unter  sehr geringer Spannung von den gegenüber den     Vor-          walzen    4     etwa        10-30%    -     je        nach        gewünschter          Fülligkeitszunahme    und dadurch notwendiger Faden  kürzung - geringere 

  Umlaufgeschwindigkeit auf  weisenden Nachwalzen 8 aufgenommen, von welchen  er weiter über den festen Fadenführer 9 und den  auf der hin und her gehenden     Changierstange    10    angeordneten     Changierfadenführer    11 der     Aufwickel-          spule    12 in kontinuierlichem Arbeitsgang zuläuft.  



  Die     Fig.    2 und 3 zeigen eine     Blaskanalausfüh-          rung    in stark vergrössertem Massstab. Der zu     Ka-          pillarschlingenbildung    zu veranlassende Faden 1 läuft  in Pfeilrichtung 13 durch den Kanal 5 im     Vorrich-          tungskörper    14. Der Kanal 5 ist an seiner Faden  einführungsseite 15 und     Fadenaustrittsseite    16 abge  rundet und hier wie in seinem Innern mit möglichst  polierter Oberfläche ausgeführt, um jegliches Auf  rauhen des Fadens 1 zu vermeiden.

   Nahezu senk  recht zum     Fadenführungskanal    5, auf jeden Fall in  einem spitzen Winkel 17 von mehr als     60     geneigt,  ist der     Pressluftzufluss    6 angeordnet, der     etwa    auf  halbem Wege in den     Fadenführungskanal    5 eintritt.  Die durch diesen     Zufluss    in Pfeilrichtung 7 geführte  Pressluft strömt mit hoher Geschwindigkeit in den  Kanal 5     ein    und teilt sich dort     in    die zwei Abfluss  zweige in Richtung auf die     Fadeneingangsseite    15  und     Fadenausgangsseite    16 hin auf.

   Dabei trifft die  Pressluft auf den     im    Kanal 5 geführten Faden 1, den  sie nach der     Hauptabflussseite    - also Faden  ausgangsseite 16 - hin entspannt. Der Kanal 5 ist  im gezeichneten Beispiel nicht senkrecht zum Kanal  6, sondern mit kleinerem Winkel 17 angeordnet.  Dann wird in Richtung auf die     Fadenaustrittsseite     16 mehr Pressluft abströmen, als in Richtung auf die       Fadeneinführungsseite    15.

   Der Faden wird durch  die abströmende grössere     Pressluftmenge    selbst  tätig in Richtung auf die     Fadenaustrittsseite    16  transportiert und dabei entspannt und     angestaucht.     Anstelle oder zusammen mit der Neigung des Kanals  5 zum Kanal 6 ist es auch möglich, die gleiche Wir  kung dadurch zu erzielen, dass man auf der Faden  einführungsseite 15 des Kanals 5 einen hier nicht  näher gezeichneten     Einsatz    verwendet, der     den,     Durchmesser an dieser Stelle verengt oder überhaupt  den Kanalquerschnitt durchgehend von der Faden  einführungsseite 15 zur     Fadenaustrittsseite    16     ejek-          torartig    erweitert.  



  Durch die nach beiden Seiten hin abfliessende  Pressluft wird der Faden im Bereich der Einmündung  des     Pressgaszuflusses    6     in    den Kanal 5 seine höchste  Fadenspannung aufweisen, die im Kanal 5 nach den  Kanalenden hin abnimmt, und zwar um so mehr ab  nimmt, je stärker der Luftstrahl im betreffenden Ka  nalzweig ist. Durch die Neigung des Kanals 5 bzw.

    die entsprechend aufgeführten andern Mittel wird  nun ein so starker Luftstrahl in Richtung auf den  Fadenaustritt 16 erreicht, dass der Fadenspannungs  abfall nach dieser Seite im Kanal 5 bereits dicht  hinter dem     Auftreffpunkt    des     Pressgases    den Wert  Null erreicht und der Faden aus seiner höchsten  Spannung heraus plötzlich     angestaucht    wird, worauf  sich die gewünschten     Kapillarschlingen    zu bilden  vermögen.

   Der Luftstrahl in Richtung auf den Fa  deneintritt 15 ist wesentlich     geringer,    er wirkt aber  dennoch auf den Faden dahin ein, dass er die bereits  vorhandene Fadenspannung vom Kanaleintritt 15      bis zum Mündungsbereich des     Pressgaszuflusses    6  noch weiterhin erhöht. Es ist aber auch möglich,  ganz ohne diesen dem Faden entgegenlaufenden     Teil-          Luftstrom    auszukommen, zumal die     Umlenkung    des  Fadens beim Eintritt 15 in den Kanal 5 bereits eine  Spannungserhöhung einbringt.  



  Wesentlich für die regelmässige     Schlingenbildung     ist das ausreichende und immer gleichmässige Ein  dringen des     Pressluftstrahles    in den Faden im Augen  blick -des     Auftreffens    auf denselben.

   Dazu ist eine       bestimmte    Führung des Fadens gegenüber dem auf  treffenden     Pressluftstrahl        erforderlich.    Es hat sich als  notwendig erwiesen, dass der     Pressluftstrahl    nach der  Seite der Fadenachse versetzt angreifen muss, die     in          Fadenlaufrichtung    gesehen als Herkunftsseite der  Zwirndrehung gekennzeichnet ist, also bei einem ge  mäss     Fig.    3 verwendeten Z-Drall muss der     Pressluft-          strahl    vorwiegend links der Achse und bei einem       5-Drall    rechts derselben auftreffen.

   Hätte der Faden  die Möglichkeit, im Kanal so hin und her zu schlen  kern, dass er zeitweise rechts und dann wieder links  getroffen würde, so würde bei Auftreffen auf der  falschen Seite kein Effekt - der Faden würde mit  dem Strahl weit herausschiessen -, auf der andern  Seite hingegen ein überaus starker     Grossschlingen-          effekt    entstehen, wobei das übergeschossene Ende  kurzzeitig wieder     herausgekürzt    wird.  



  Der Strahl muss also auf den Faden nach der  jenigen Seite versetzt     auftreffen,    auf den bei Betrach  tung in Richtung des noch nicht aufgetroffenen  Strahles die Enden des sichtbaren Teiles der Drall  windungen sich befinden.  



  Die erforderliche     Führung    des Fadens gegenüber  dem     Pressluftstrahl    kann beispielsweise dadurch er  reicht werden, dass der Faden durch besondere im  Kanal 5 vor dem     Auftreffbereich    der Pressluft ein  gebaute, nicht     näher    gezeichnete     Führungsmittel,    die  ihn exzentrisch im Kanal an diesen     Auftreffpunkt     des     Pressgases        heranleiten,        geführt    wird.

   Bei ge  nauem zentrischem Auftreffen des     Pressluftzuflusses     auf die Kanalachse genügt es bereits, wenn der Fa  den bei 15 von der entsprechenden Seite her um 90   scharf umgelenkt in den Kanal 5 eingeleitet wird.  



  Dieselbe Wirkung erreicht man - wie in     Fig.    3  zusätzlich dargestellt - wenn man die     Pressluftzu-          flussleitung    6 etwas exzentrisch bis zu etwa     151/o     des Kanaldurchmessers in den Kanal 5 einmünden  lässt. Bei einer solchen Lösung müsste man natürlich  die Düsen bei Verarbeitung eines anders gedrehten  Garns     auswechseln.     



  Mittels     vorbeschriebener    Vorrichtung ist es     möb          lich,    feine und gleichmässig verteilte     Kapillarschlingen     einem einfach gedrehten Faden aufzuzwingen, wo-.  durch der Faden an Fülligkeit zunimmt und damit  als endloser Faden die Vorteile natürlicher Fäden  bzw. aus     Stapeln    gesponnener künstlicher Fäden er  reicht. Wesentlich ist das möglichst steile Auftreffen  eines Luft- oder Gasstromes auf den zu behandeln  den Faden, wobei der vorher gespannte Faden  plötzlich entspannt und     angestaucht    wird und damit    unter der Wirkung des Luftstromes     Kapillarschlin-          gen    zu bilden vermag.  



  <I>1. Beispiel</I>  In einer Vorrichtung entsprechend den Figuren  wurde ein Faden bearbeitet aus     E-Caprolactam    von  60 den., 18 Einzelfäden, einem     S-Drall    und einem  Drehungskoeffizienten a", = 70. Der Faden wurde  in einem konischen     Fadenführkanal    von am Ein  trittsende 1,2 und am Austrittsende 1,4 mm Durch  messer und einer Länge von 6,8 mm geführt. Der  Kanal war auf 60  gegen den     Luftzufluss    geneigt,  der mit einem Durchmesser von 1,2 mm um     =/10          exzentrisch    in     Fadenlaufrichtung    nach rechts ge  sehen versetzt in diesen einmündete.

   Der angelegte       Pressluftdruck    betrug 1,5     at.    Dabei ergab sich bei  einer     Fadendurchzuggeschwindigkeit    von 150     m/Min.          und        einer        Fadenkürzung        um        20        %        eine        Erhöhung     des     Fadentiters    auf 75 den. bei einer mittleren     Ka-          pillarschlingengrösse    von 0,3 mm.  



  <I>z. Beispiel</I>  In einer gleichen Vorrichtung wie in Beispiel 1  wurde ein Faden bearbeitet aus     Acetat-Reyon    von  300 den., 96     Einzelfäden,    einem     S-Drall    und einem  a", = 70. Dabei ergab sich bei einer     Fadendurch-          zuggeschwindigkeit    von 150     m/Min.    und einer     Fa-          denkürzung        um        17        %        eine        Erhöhung        des        Fadentiters     auf 360 den.

   bei einer mittleren     Kapillarschlingen-          grösse    von 0,5 mm. Mit den gleichen Düsen konnten  in andern Versuchen     Kapillarschlingen    an Fäden von  legalem     Titer        T,1    = 30 bis     T,1    = 1000 reproduzierbar  erzielt werden, wobei beim     Titer    30 die Schlingen  bildung noch bei nur sechs Einzelfäden also einem       Einzeltiter    5     gelingt.    In diesen Fällen wurde mit  einem Drehungskoeffizienten a", = 70 und einem       Pressluftdruck    1,5 atü gearbeitet. Wenn der Einzel  titer darüber hinaus gesteigert wird, so ist der Luft  druck zu erhöhen.

   So gelingt es, in einen Faden       7'd    = 300/30 - also mit     Einzeltiter    10 den. - bei  Drehung     a",    = 70 bei 2,5 atü in der gleichen Düse  gleichmässig verteilte Schlingen zu blasen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung eines Garnes mit Kapillarfadenschlingen aus endlosen künstlichen Fäden in kontinuierlichem Arbeitsgang, bei dem der Faden zwischen einer Vorrolle (4) und einer zur Er reichung einer Fadenkürzung langsamer laufenden Nachrolle (8) der Einwirkung eines Pressgasstrahles ausgesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der einfach gedrehte Faden (1) in einem Kanal (5) mit einem mittleren Durchmesser vom 2- bis 15fachen Fadendurchmesser und einer Länge von etwa 5- fachem Kanaldurchmesser einem auf halber Kanal länge eintretenden,
    aus einer Pressgasquelle von 1 bis 2 atü Druck gespeisten Pressgasstrahl (6) ausgesetzt wird, der zur Fadenachse nach derjenigen Seite ver setzt auf den laufenden Faden auftritt, auf der bei Betrachtung in Strömungsrichtung des Gasstrahles vor dessen Auftreffen die Enden des sichtbaren Teils der Drallwindungen sich befinden, wonach der Faden am Kanalende (16) aus dem mit ihm gemeinsam herauslaufenden Pressgasstrahl seitlich herausgelenkt und der Nachrolle (8) zugeleitet wird.
    II. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein den Faden (1) führender Kanal (5) mit abgerun deten Ein- und Austrittskanten vorgesehen ist, in den eine Pressgaszuflussleitung (6) etwa gleichen Durchmessers auf halber Kanallänge einmündet. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein Pressgastehstrahl durch ein Kanalstück entgegen der Laufrichtung des Fadens geleitet wird, um den Faden zu spannen. 2.
    Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden bei der Auftreffstelle des Pressgasstrahles (6) exzentrisch im Kanal (5) geführt wird, wobei die Fadenachse in Gasstrahl richtung betrachtet nach der Seite von der Kanal achse abweicht, die den Enden der sichtbaren Teile der Drallwindungen entgegen liegt. 3. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Pressgasstrahl (6) exzen trisch zur Kanalachse in den Kanal eingeleitet wird, wobei die Exzentrizität jeweils nach der Seite ge- wählt wird, auf der die Enden der sichtbaren Teile der Drallwindungen liegen. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch 1 und den Unteransprüchen 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden in winkliger Umlenkung in den Kanal (5) ein- und aus ihm ausgeführt wird, wobei die Ausführungsrichtung entgegengesetzt der Einfüh rungsrichtung gemacht wird. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal in Fadenlaufrichtung ejektorartig sich erweiternd ausgebildet ist. 6. Vorrichtung nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass am Einlaufende (15) des Ka nals (5) ein diesen verengendes Einsatzstück an geordnet ist. 7.
    Vorrichtung nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (17) zwischen der Einlaufseite des Kanals und der Pressgaszuflusslei- tung ein spitzer Winkel ist. B. Vorrichtung nach Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressgaszuflussleitung bis zu 15% des Kanaldurchmessers exzentrisch versetzt in den Kanal (5) einmündet.
CH348232D 1956-03-12 1956-10-30 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Garnes mit Kapillarfadenschlingen aus endlosen künstlichen Fäden CH348232A (de)

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