CH337490A - Verfahren zur Herstellung einer wässrigen Chlordioxydlösung unter Verwendung von Natriumchlorat und Salzsäure - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer wässrigen Chlordioxydlösung unter Verwendung von Natriumchlorat und SalzsäureInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung einer wässrigen Chlordioxydlösung unter Verwendung von Natriumehlorat und Salzsäure Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel lung einer wässrigen Chlordioxydlösung unter Verwen dung von Natriumchlorat und Salzsäure. Es ist bekannt, dass man aus Natriumchlorat (NaC103) und Salzsäure (HCl) Chlordioxyd (C102) erhalten kann, wobei die Reaktion prinzipiell so ver läuft: NaC103 -f- 2 HCl = C102 -f- Cl + NaCI -1-- H20 Es ist aber gefährlich, diese Reaktion mit festem Natriumchlorat und konzentrierter Salzsäure auszu führen, weil sich dabei Explosionen ergeben. Die Erfindung ermöglicht, diese Gefahr zu ver meiden. Das Verfahren nach der Erfindung ist dadurch ge kennzeichnet, dass man eine wässrige Natriumchlorat- lösung und verdünnte Salzsäure mittels Zerstäuber düsen in ein Reaktionsgefäss einführt, so dass diese Lösungen in fein verteiltem Zustande in einer über wiegend aus Sauerstoff und Stickstoff bestehenden Atmosphäre miteinander in Kontakt kommen. Anhand der beiliegenden Zeichnung wird nach folgend eine Ausführungsform des Verfahrens nach der Erfindung dargelegt. In das Reaktionsgefäss 1 wird durch die Leitung 2 eine wässrige Natriumchloratlösung eingeführt, die vor zugsweise etwa 350 g Natriumchlorat pro Liter enthält, während durch die Leitung 3 demselben Gefäss eine etwa 32%ige Salzsäurelösung zugeführt wird. Beide Lösungen werden durch Zerstäuberdüsen 4 und 5 zerstäubt, so dass sie in fein verteiltem Zustande miteinander in Berührung kommen. Durch eine Lei tung 6 wird Luft in die resultierende Lösung einge blasen, deren Niveau mit 7 bezeichnet ist. Diese Luft verursacht eine intensive Bewegung der Lösung, wobei sie sich mit dem nach der eingangs erwähnten Reak- tion entstehenden Chlordioxyd mischt. Das ebenfalls entstehende Natriumchlorid und das Chlor bleiben im wesentlichen in der Lösung. Vorzugsweise wird die Luft in solcher Menge zu geführt, dass in der Atmosphäre, in welche die Lösun gen zerstäubt werden, der Partialdruck der Luft min destens 85% des Gesamtdrucks beträgt. Unter diesen Umständen ist die Explosionsgefahr praktisch ver mieden. Das Luft-Chlordioxyd-Gemisch wird durch die Leitung 8 einer nicht dargestellten Trennkolonne an sich bekannter Art zugeführt, wo sich das Chlordioxyd in im Gegenstrom fliessendem Wasser löst. Die Lösung enthält z. B. 3-8 g Chlordioxyd pro Liter. Vom untern Teil des Reaktionsgefässes 1 führt ein Tauchrohr 9 zunächst nach oben zur Leitung 10, die in ein zweites Reaktionsgefäss 11 führt. Durch das Tauchrohr wird die Flüssigkeit gezwungen, länger im Reaktionsgefäss 1 zu bleiben, wie wenn sie durch eine Offnung in der Höhe des Niveaus 7 abfliessen könnte, was die Ausbeute an Chlordioxyd erhöht. In das Gefäss 11 wird durch die Leitung 12 wieder Luft eingeführt und durch die Leitung 13 ein Luft- Chlordioxyd-Gemisch zur erwähnten Trennkolonne ab geführt. Das Tauchrohr 14 hat dieselbe Funktion wie das Tauchrohr 9; es ist über die Leitung 15 mit einem Durchlauferhitzer 16 verbunden, in welchem die Lö sung indirekt (also nicht durch Beimischung eines heissen Fluidums) auf<B>100'</B> C erhitzt wird. Die heisse Lösung kommt nun in ein drittes Reak tionsgefäss 17, in welchem sich derselbe Vorgang ab spielt wie in den beiden andern, aber bei höherer Temperatur. Die Luft wird durch die Leitung 18 ein geführt. Das Luft-Chlordioxyd-Gemisch durchströmt nun das Gasfilter 19, das verhindert, dass die heisse Flüssigkeit vom Gasgemisch weiter mitgerissen wird. Hinter dem Filter durchströmt das Gemisch die Schlange 20 eines Kühlers 21, wo es durch das bei 22 in den Kühler einströmende und denselben bei 23 ver lassende Kühlwasser auf<B>25-30'</B> C abgekühlt wird. Von da aus strömt das Gemisch durch die Leitung 24 ebenfalls in die Trennkolonne, wobei vorzugsweise die Leitungen 8, 13 und 24 in eine einzige Leitung zu sammengeführt werden. Durch das Einbringen in das zweite und dann in das dritte Reaktionsgefäss wird die Ausbeute an C102 bedeutend erhöht. Der Rückstand der Lösung wird bei 25 aus dem dritten Reaktionsgefäss entnommen und dann auf be kannte Weise (elektrolytisch) wieder zu Natrium chloratlösung aufgearbeitet. Das Reaktionsgefäss 1 ist mit einer Photozelle 26 versehen, deren wirksame Öffnung nach innen in das Gefäss gerichtet ist. Wenn die Reaktion zu intensiv stattfindet, so entsteht zunächst, und lange bevor eine Explosion stattfinden kann, eine Lichterscheinung. Diese Lichterscheinung wird von der Photozelle wahr genommen, die auf bekannte Art entweder ein Alarm zeichen auslösen oder automatisch Gegenmassnahmen treffen kann. So kann z. B. die Zufuhr der Lösungen durch die Leitungen 2 und 3 gedrosselt werden und sofort Wasser durch die Leitung 27 in das Gefäss ein geführt werden. Auch beim Gefäss 11 kann vorteilhafterweise eine Wasserzuführungsleitung 28 vorgesehen sein. Alle wichtigen Grössen, wie z. B. die Mengen der reagieren den Lösungen, der Luft, des Luft-Chlordioxyd-Ge- misches, die Temperaturen usw., können automatisch gemessen und gesteuert werden. Das beschriebene Ver fahren ist mit relativ geringen Anlage- und Betriebs kosten durchführbar und gewährleistet grösste Sicher heit gegen Explosionen. Die wässrige Chlordioxyd lösung kann z. B. in der Textil- oder in der Zellulose industrie in bekannter Weise verwendet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung einer wässrigen Chlor dioxydlösung unter Verwendung von Natriumchlorat und Salzsäure, dadurch gekennzeichnet, dass man eine wässrige Natriumchloratlösung und verdünnte Salz säure mittels Zerstäuberdüsen in ein Reaktionsgefäss einführt, so dass diese Lösungen in fein verteiltem Zustande in einer überwiegend aus Sauerstoff und Stickstoff bestehenden Atmosphäre miteinander in Kontakt kommen. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass man in die durch Vermischen der Na triumchloratlösung mit der Salzsäure im Reaktions gefäss gebildete Lösung Luft einbläst und das sich bildende Luft-Chlordioxyd-Gemisch einer Trennko lonne zuführt, in welcher eine wässrige Chlordioxyd lösung entsteht. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass man die im Reaktionsgefäss gebil dete Lösung vom untern Teil des Reaktionsgefässes mittels eines Tauchrohres zunächst nach oben und dann in ein zweites Reaktionsgefäss leitet, in welches ebenfalls Luft eingeblasen wird und von welchem ebenfalls ein Luft-Chlordioxyd-Gemisch der genann ten Trennkolonne zugeführt wird. 3.Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Lösung dem zweiten Reak tionsgefäss ebenfalls mittels eines Tauchrohres ent nimmt, dieselbe indirekt auf 100' C erhitzt und dann in ein drittes Reaktionsgefäss einführt, in welches eben falls Luft eingeblasen wird und von welchem ebenfalls ein Luft-Chlordioxyd-Gemisch der genannten Trenn- kolonn6zzugeführt wird. 4.Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch ge kennzeichnet, dass man das aus dem dritten Reaktions gefäss abgeführte Luft-Chlordioxyd-Gemisch über ein Gasfilter einem Kühler zuführt, in welchem man es auf 25-300 C abkühlt, und dass man hierauf dieses Gemisch in die genannte Trennkolonne leitet. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Reaktion im genannten Gefäss mittels einer Photozelle überwacht, zwecks Ver meidung von Explosionen. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man eine Natriumchloratlösung, die etwa 350 g Natriumchlorat pro Liter enthält, und etwa 32%ige Salzsäure verwendet. 7.Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass man so viel Luft einbläst, dass der Partialdruck der Luft in der genannten Atmosphäre mindestens 85% des Gesamtdrucks beträgt.
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