Vorrichtung zur Einstellung der Anzeigeorgane eines Kreiselkompasses
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Einstellung der Anzeigeorgane eines Kreiselkompasses.
Die allseits beweglich gelagerten Kreiselgeräte zur Schaffung eines unveränderlichen Azimut-Bezugswertes an Bord von Flugzeu- gon sind normalerweise mit einem Getriebe am Kardanring versehen, der in seiner Azi mutstellung durch die räumliche Stabilität des Kreiselrotors festgehalten ist, während ein im äussern (tTehäuse drehbar gelagertes muldenförmiges Zahnrad mit dem Kardangetriebe in Eingriff steht, von diesem verdreht wird und seinerseits eine Skala oder einen Zeiger verstellt, sobald das Flugzeug seine Azimutlage relativ zur Drehachse des Kreiselrotors ändert.
Bei jeder Inbetriebnalime des Instrumentes müssen die Kreiselachse und der Zeiger in die richtige Azimutstellung gebracht werden und auch während des Betriebes kann eine Neueinstellung zum Ausgleich einer Kreiselabweichung erforderlich werden. Bei jener Bauart derartiger In strumente, bei denen ein Azimutzeiger einer in bezug auf ihm festen Skalenscheibe zuge- ordnet ist, wird häufig eine Möglichkeit zur Winkelverstelltmg sowohl des Zeigers als auch der Skalenscheibe vorgesehen, so dass eine erwünsehte Azimut-oder Kursanzeige den Zeiger jeweils in eine bevorzugte Lage, beispie] sweise in senkrechte Stellmg bringt, die vom Beobachter gut feststellbar ist, womit dieser mit einem Blick erkennen kann,
ob das Flugzeug den richtigen Kurs hält.
Da ein allseits beweglich gelagerter Kreisel selbst auf kleinste Drehmomente an den beiden Kardantragachsen mit einer enormen Präzession des Rotorgebildes aus seiner rich- tigen räumlichen Stellung reagiert, ist es von Wichtigkeit, dass die zur Verstellung oder Einjustierung der Zeiger oder Skalenscheiben dienenden Einrichtungen keinerlei Drehmoment auf den Kreiselmechanismus ausüben. Ferner müssen die einstellbaren Anzeigeorgane in der Lage sein, die allerkleinsten mechanischen Kreiselreaktionen in eine genaue und richtige Azimutanzeige zu verwandeln, was erforderlich macht, dass die An zeigeorgane stabil sind und exakt arbeiten.
Bisher ist es üblich, einen käfigartigen Mecha nismus vorzusehen, der Bewegtmgen des Kompasskreisels um die Horizontal-oder Hilfsachse mechanisch verhindert, während der Hauptkardanring samt den mit ihm unlösbar gekuppelten Anzeigeorganen mittels einer von Hand betätigten Vorrichtung in eine gewünschte Winkelrichtung gebracht wird.
Auch eine Relativbewegung zwischen den Anzeigeorganen und dem Kreiselmechanis- mus ist meist vorgesehen und wird durch eine Reibungskupplung zwisehen beiden Teilen erzielt, was eine weitere Einstellmöglichkeit für die Anzeigeorgane gewährleistet. Jedoch bringen diese Verstell-und Justiereinrich- tlmgen ausgesprochene Nachteile mit sich, nämlich die schädliche Lagerbeanspruchung bei Inanspruchnahme des käfigartigen Mecha nismus, die Entstehung höchst unerwünschter Präzessionskräfte beim Lösen dieses Me chanismus, wd die Forderung das Lösen desselben nur während eines Geradeausfluges in unveränderlicher-Lage vorzunehmen.
Die hemtigen gesteigerten Anforderungen an Genauigkeit und leichte Bedienbarkeit derarti- ger Instrumente werden durch Kreiselgeräte mit diesem üblichen Anzeigemechanismus nicht mehr erfüllt.
Durch die vorliegende Erfindlmg sollen die vorgenannten Nachteile vermieden werden. Die Anzeigevorrichtung soll während der Verstellung oder Einjustierung vom Krei selkompass vollständig entkuppelbar sein, so dass der Kreiselmechanismus nicht festgehalten werden muss, sondern stets seine Funktion als Kreiselgerät beibehält.
Gemäss einem Ausführungsbeispiel kann die Bedienmg seitens zweier handbetätigter DrehgTiffe erfolgen, von denen mittels des einen der Anzeigemechanismus vom Kreisel entkuppelt und ein Zeiger alleine verstellt werden kann, während mittels des andern ebenfalls der Anzeigemechanismus vom Kreisel entkuppel- bar ist, wobei ein Zeiger mit einer zugehöri- gen Skalenseheibe gekuppelt wird und beide gleichzeitig verstellt werden.
Zur Kupplung und Entkupplung der Anzeige-und Kreiselmechanismen können magnetische Kuppelvorrichtungen verwendet werden, die keine wesentliche Drehmomentrückwirkung auf den Kreisel ausüben und von denen ein Teil auch zur Kupplung und Entkupplmg von Zeiger und Skalenscheibe, ebenfalls ohne jede wesentliche Drehmomentbeeinflussung, dienen kann. Ausserdem können besondere rückwir- kungsfreie Verbindungsglieder zwischen dem Kreisel und den Magnetkupplungen und zwischen dem Zeiger und dem Zeigereinstellgriff vorgesehen werden, wodurch die trotzdem entstehenden störenden Drehmomente auf einen sehr kleinen Wert reduziert, also die Präzessionsfehler des Kreisels weitgehend verringert werden.
Demnach betrifft die vorliegende Erfin dung eine Vorrichtung zur Einstellung der Anzeigeorgane eines Kreiselkompasses, bei welcher dieselben vor der Verbindung mit clen Einstellmitteln vom Kreiselmechanismus getrennt werden. Kennzeichnend für die er findungsgemässe Einrichtung ist, dass ein in axialer Richttmg unbewegliches Kupplungs- teil mit einem Anzeigeorgan verbunden ist, dass ein axial bewegliches Kupplungsorgan für ein Zusammenwirken mit dem axial unbeweglichen Kupplungsteil vorgesehen ist, dass das axial bewegliche Kupplungsorgan durch ein nachgiebiges Federglied in Richtung auf den axial feststehenden Kupplungsteil gedrückt und mit diesem in gegen Verdrehung gesicherten Eingriff kommt,
und dass mit dem axial beweglichen Kupplungsorgan eine Entkupplungsscheibe vereinigt, aber gegen über demselben ungehemmt verdrehbar ist.
Die Erfindung ist nachstehend in einem Ausführungsbeispiel an Hand der Fig. 1 bis 3 näher erläutert.
Hierbei zeigt :
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Kreisel kompassgerätes,
Fig. 2 einen Grundri¯ der Anzeigevorrichtung des Kreiselkompassgerätes nach Fig. 1,
Fig. 3 einen Teil der Fig. 2 in anderer Lage der Kupplungsorgane.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 zeigt einen Kreiselkompass mit einer Kreiselrotoreinheit 1, in welcher der Rotor mit hoher Drehzahl um eine normalerweise hori- zontale Kreiselachse 3 rotiert. Die Rotorein- heit 1 ist, samt ihren elektrischen Antriebsmitteln (nicht gezeichnet), in den Lagern 5 und 6 im Kardanring 7 drehbar um eine horizontale Hilfsachse 4-4 gelagert, wÏhrend der vertikale Kardanring 7 um eine vertikale Hauptachse 8-8 drehbar ist und in den Lagern 9 und 10 des Instrumentrahmens 11 ruht. Die dargestellte Rotoreinheit entspricht derjenigen des Patentes Nr. 323956, jedoch kann an deren Stelle auch jede andere Rotorkonstruktion verwendet werden.
Das übliche Kardanzahnrad 12 ist fest am Kardanring 7 angebracht und steht im Eingriff mit dem von ihm mit dem Übersetzungsverhältnis 1 : 1 angetriebenen napfartig geformten Zahnrad 13, das in dem seitens der Stützen 15 getragenen Auge 14 drehbar gelagert ist. Die Achse 16 des Zahnrades 13 verdreht sich also in ihren Kugellagern 17 um Winkelbeträge, die der Winkelversfellung des äussern Rahmens 11 gegenüber dem Kardanring 7 entsprechen, der seinerseits in der einmal eingestellten Azimutlage durch die Kreiselkräfte des Rotors 1 starr festgehalten wird.
Der stirnseitig angeordnete, einstellbare Anzeigemechanismus des Instrumentes verwandelt die Winkellagen der Kreiselabtriebs- welle 16 in Winkelstellungen eines Azimutzeigers 18, gegenüber den Azimutwerten auf einer Skalenscheibe 19. Der Frontring 20 dient zur gleichzeitigen. Halter mg eines Glasfensters 21, das die Betrachtung der Skalenscheibe und des Zeigers ermöglicht, und einer Frontplatte 22 mit Lagern für den drehbaren Zeiger 18 und die verstellbare Skalenscheibe 19.
Die beiden handbedienbaren Drehgriffe 23 und 24 ragen aus dem Frontring 20 heraus nach vorn und sind für eine Axialverschiebung und Verdrehung eingerichtet, um die Entkupplung und Einjustierung durchzuführen.
Mit dem Drehgriff 23 erfolgt eine gleichzeitige Verstellung des Zeigers 18 und der Skalenscheibe 19, so dass der dem Kurs des Flugzeuges entsprechende Azimutwert in eine vom Beobaehtenden gewünschte bevor zugte Lage gebracht werden kann. Wie weiter unten noch erläutert wird, kann diese 13in- stellung erst dann erfolgen, wenn der Drehgriff 23 in axialer Richtung in das Instru- ment hineingedrückt wird, wobei diese Axialbewegung die Verbindung zwischen dem Kreisel und den Anzeigeorganen vollständig löst, also bei der Verstellung von Skalenseheibe und Zeiger kein zu Präzessionsfehlern Anlass gebendes Drehmoment auf den Kreisel ausgeübt werden kann.
Der Drehgriff 24 dient zur Winkeleinstellung und Justierung des Zeigers 18 alleine, was auch nur dann erfolgen kann, wenn der Drehgriff 24 in axialer Richtung in das Instrument hineingedrüekt wird, was zur Entkupplung des Zeigers und des Kreisels fiihrt.
Der Anzeigemechanismus besteht aus Teilen, die miteinander im Eingriff stehen und einander verdecken, weshalb bei der nachstehenden Beschreibung gleichzeitig auf Fig. 1 und 2 Bezug genommen wird, wobei entsprechende Teile jeweils die gleiche Bezugsnummer aufweisen.
Es sei zuerst erwähnt, dass die Zeigerachse 25, die mit dem Zeiger 18 fest zusam menhängt, an ihrem rückwärtigen Ende an einer Permanentmagnetscheibe 26 befestigt ist. Diese Magnetseheibe 26 dient als Doppel k-upplungsglied, indem einerseits seine Rück- seite am Kreiselkupplungsorgan 27 festhän- gen und anderseits seine Vorderseite am Skalenscheibenkupplungsorgan 28 anliegen kann.
Die Zeigerachse 25 ist im Kugellager 29 der Büchse 30 drehbar gelagert, die ihrerseits in der Frontscheibe 22 befestigt ist. Die Skalenscheibe 19 und das zugehörige Einstellzahnrad 31 sind beidseits der Frontplatte 22 an der Büchse 30 befestigt, wobei eine zwischen dem Einstellzahnrad 31 und der Frontplatte 22 angeordnete Federscheibe 32 eine Bremsung für eine Verdrehung der Skalenscheibe 19 samt Büchse 30 und Einstellzahnrad 31 gegenüber der Frontplatte 22 bewirkt. Normalerweise ist, infolge dieser Federscheibe 32, die Skalenscheibe 19 samt Einstellzahnrad 31 unbeweglich, und nur der Zeiger 18 dreht sich in seinem Lager 29 konzentrisch gegenüber der Skala.
Solange die magnetisierte Kupplungsscheibe 26 am Kreiselkupplungsorgan 27 hängt, verstellt sich der Zeiger 18 zusammen mit der Kreiselabtriebswelle. 16 und zeigt den Azimut des den Kreiselkompass mit sich führenden Flugzeuges an. Diese Lage der Kupplung ist in den Fig. 1 und 2 dargestellt, wobei ersichtlich ist, dass das Kreiselkupplungsorgan 27 mit der Kreiselabtriebswelle 16 mittels einer zweiseitigen Flachdrahtfeder 33 verbunden ist, die an der Welle 34 der Magnetscheibe 26 befestigt ist und beidseits durch je einen schmalen Radialschlitz in einer Kupplungs- glocke 35 hindurcllragt, die ihrerseits an der Kreiselabtriebswelle 16 festsitzt.
Eine Verlängerung 36 der Magnetscheibenwelle 34 ragt in eine Bohrung 37 in der Kreiselab triebswelle 16 und ermöglicht eine Axialverschiebung der beiden Wellen 34 und 16 gegeneinander, gewährleistet aber eine exakte Ausrichtung derselben sowie der Zeigerachse 25 aufeinander.
Von der Welle 34 ragt ein Fiihrungsstift 38 in eine etwas breitere Bohrung 39 in der Zeigerwelle 34 hinein, damit die beiden Wellen auch dann aufeinander ausgerichtet bleiben, wenn eine Entkupp lung stattgefunden hat.. Jedoch ragt zweck- mässigerweise der Führungsstift 38 in die Bohrung 39 ohne direkte Beriihrvmg von deren Wandungen, so dass keine merkliche Reibung zwischen den beiden Teilen auftritt, wenn die Magnetscheibe 26 und das Kreisel kupplungsorgan 27 entkuppelt werden. Diese Entkupplung erfolgt durch eine Entkupp ltmgsscheibe 40, die auf dem Kreiselkupp- Imgsorgan 27 mittels der Kugellager 41 gelagert ist.
Wird diese Entkupplungsscheibe 40 nach rückwärts gedrückt, so bewirkt sie die Loslosung des Kreiselkupplungsorgans 27 von der Magnetkupplmgsscheibe 26 und schiebt dieselbe in axialer Richtung gegen die Wirkung der Federdrahte 33.
Dabei verschieben sich die Federdrähte 33 in den RadiaIschlitzen der Kupplumgsglocke 35 und der Wellenfortsatz 36 dringt tiefer in die Bohrung 37 ein, dabei die Amsrichtung aller Achsen gewährleistend. Das Kugellager 41 ermöglicht eine Verdrehung der Kreiselab triebswelle 16 gegenüber der Entkupplungs- scheibe 40, wobei dieses Kugellager ein derart geringes Drehmoment auf den Kreiselmecha nismus ausübt, dass der Kreiselbetrieb wäh- rend der Entkupplungsintervalle ungestört weitergeht.
Sobald diese Entkupplung erfolgt ist, kann entweder der Zeiger 18 alleine oder zusammen mit der Skalenscheibe 19 verdreht und eingestellt werden, ohne dass der Kreiselmechanismus beeinflusst wird.
Die Magnetkupplungsseheibe 26 und das Kreiselkupplungsorgan 27 haften nach er folgter Beriihrwg fest aneinander, und es ist von wesentlichem Vorteil, dass kein tangentiales Spiel zwischen diesen magnetisch gekuppelten Teilen möglich ist. Die einander zugekehrten Oberflächen der Teile 26 und 27 können etwas aufgerauht werden, beispielsweise durch Sandstrahlen, um eine weitere Sicherheit gegen Schlupf zu erhalten. Ein weiteres Mittel zur Vermeidung jeglichen Spiels besteht in der in axialer Richtung- elastischen, aber in tangentialer Richtung starren Verbindung aus den Flachdraht- federn 33 und der Kupplungsglocke 35.
Die Radialschlitze in der Kupplungsglocke 35 besitzen praktisch die gleiche Breite wie die durch sie hindurchgleitenden Federn 33, so dass die beiden Teile stets im Eingriff miteinander stehen und seitliche Bewegungen relativ zueinander unmöglich sind.
Als zweite Magnetkupplmg ist die Verbindung zwischen der Skalenscheibe 19 und dem Zeiger 18 vorhanden. Hierbei haftet die Vorderfläche der Magnetkupplungs- scheibe 26 mit der Rückseite des Skalenscheibenkupplungsorgans 28, sobald dasselbe, wie noch beschrieben wird, nach rückwärts gedrückt wird. Die Axialverschiebung zur Durchführung der Kupplung und Entkupplung der Teile 28 und 26 wird durch die Fiihrung des Skalenscheibenkupplungsorgans 28 gegenüber der Hülse 30 mittels eines in einem Längsschlitz in der Hülse 30 längsverschiebbaren Stiftes 42.
Diese Fiihrung ge währleistet die erforderliche bestimmte Winkellage zwischen dem Kupplungsorgan 28 und der Skalenscheibe 19, so dass eine Drehung der Skalenscheibe 19 eine entsprechende Drehung der Büchse 30 des Kupphmgsorgans 28 und-sobald die Kupplvmg im Eingriff steht-des Zeigers 18 bewirkt.
Die gleichzeitige Winkelverstellung von Skalenscheibe 19 und Zeiger 18 erfolgt mittels des Drehgriffes 23. Die am Drehgriff 23 angebrachte Stange 43 ist in axialer Richtung unbeweglich, aber drehbar mit einer (4leitbüchse 44 verbunden, die ihrerseits in einem Haltebock 45 längsverschiebbar gela gert, abpr gegen Verdrehung durch eine Längsrippe 46 und eine passende Nut im Haltebock 45 gesichert ist. Normalerweise ist die'Stange 43 mit dem Knopf 23 durch eine federvorgespannte Kugel 47, die in eine von zwei Einbuchtungen in der Gleitbüchse 44 eingerastet ist, in der in Fig. 2 angedeuteten Lage festgehalten.
Jedoch ermöglicht der IIaltebock 45 der Stange 43 und der Gleitb chse 44 eine Axialversehiebung, falls der Drehgriff 23 in das Instrument hineinge Irückt wird, bis die Kugel 47 in die zweite Einbuchtung 48 der Gleitbüchse 44 einrastet.
Beim Hineindrücken des Griffes 43 spielen sich zwei verschiedene Vorgänge ab. Einerseits bewegt sich ein gegabelter zweizinkiger Kupplungsarm 49, der an der Gleitbüchse 44 starr befestigt ist, nach rückwärts und drückt mit seiner einen Zinke 50 auf die Entkupplungsseheibe 40, während die andere Zinke 51 an die Wandung eines passenden Kanals in : ier Büchse 30 stosst.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich, wird durch den Kupplungsarm 49 in seiner Endstellung das Kreiselkupplungs c) gan 27 vollständig von der Magnetscheibe 26 gelost und gleichzeitig das Skalenscheiben- kupplungsorgan 28 mit der Vorderfläche der Magnetscheibe 26 in Berührlmg gebracht, an welcher dasselbe fest haften bleibt, so dass sich nunmehr Zeiger 18 und Skalenscheibe 1 9 zusammen bewegen.
Anderseits wird das an der Stange 43 angebrachte Betätigungs- xahnrad 52 mit einem Zwischenrad 53 in Eingriff gebracht, das mit einem in dauerndem Eingriff mit dem Skalenscheibenzahnrad 31 stehenden Zahnrad 54 verbunden ist.
Des lialb wird eine Drehung des Griffes 23 von Hand auf die Zahnräder 52, 53, 54 und 31 übertragen, sowie auf die Skalenscheibe 19, die Biichse 30, die Magnetscheibe 26 und den Zeiger 18. Diese gleichzeitige Winkeleinstel Lung der Skalenscheibe und des Zeigers kann des Kreiselkompassmechanismus nicht beein- flussen, da nach der Entkupplung des Kreiselkupplungsorgans 27 von der Magnetscheibe M die Ereiselabtriebswelle völlig frei rotieren kann, entspreehend den Azimutbewegungen des den Kreiselkompa¯ mit sich fúhrenden Flugzeuges.
Die einzige, aber minimale Rei bang, die auf den Kreiselmechanismus wirkt, ist diejenige des Kugellagers 41 der Ent kupplungsseheibe 40, da diese Scheibe selbst durch die Zinke 50 des Kupplungsarmes 49 gebremst wird. Sobald die gemeinsame Winkeleinstellung der Skalenscheibe 19 und des Zeigers 18 erfolgt ist, muss der Drehgriff 23 nur in seine frühere Stellung herausgezogen werden, wobei sich der Kupplungsarm 49 nach vorn bewegt und die Zahnräder 52 und 53 ausser Eingriff kommen.
Diese Bewegung des Kupplungsarmes 49 bewirkt ein Vor wärtssehieben des Skalenscheibenkupplungs- organs 28 seitens der Zinke 51, so dass dasselbe von der Magnetscheibe 26 entkuppelt wird, also der Zeiger 18 frei gegenüber der Skalenscheibe 19 beweglich ist. Gleichzeitig gibt die Zinke 50 die Entkupplungsseheibe 40 frei, woraufhin die Federn 33 das Kreisel kupplungsorgan 27 nach vorwärts bewegen, bis es die Magnetseheibe 26 beriihrt vmd dort haften bleibt-bei welchem Vorgang kein Spiel auftritt-nnd damit den Kreisel alleine mit dem Zeiger 18 verbindet.
Der andere Drehgriff 24 dient zur Entkupplung und Winkeleinstellung des Zeigers 18 alleine. Der Drehgriff 24 ist mit einer Stange 55 versehen, auf der sich eine drehbare, aber nicht längsverschiebbare Gleitbüehse 56 befindet. Im I3altebock 57 ist die Gleitbiichse 56 gelagert, gegen Verdrehung durch die Längsrippe 58 gesichert, aber längs- beweglich, wobei eine federvorgespannte Kugel 59 in eine der beiden Vertiefungen der Gleithülse 56 einrastet, so dass die Stange 55 zwei Raststellungen einnehmen kann, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist. Am rüekwärtigen Ende der Stange 55 ist ein Kegelzahnrad 60 angebracht, das sich mit der Stange 55 zusammen dreht und in dauerndem Eingriff mit einem zweiten Kegelzahnrad 61 an einer Zeigereinstellwelle 62 steht.
Die Welle 62 weist Schräglage gegenüber den andern Instrumentwellen auf und ist in einer Haltelasche 63 gelagert, die ihrerseits an dem von der-Gleithülse 56 getragenen Kuppl-Lingsarm 64 starr befestigt ist, bewegt sich also zusammen mit der Stange 55-in axialer Richtung.
Die Welle 62 trägt am andern Ende ein Antriebsrad 65, wobei die Schräglage der Welle 62 derart gewählt ist, dass bei einer Rüek wärtsbewegung des Kupplungsarmes 64 durch den Drehgriff 24 das Antriebsrad 65 mit der kegelstumpfartig abgeschrägten Fläche der Magnetscheibe 26 reibungsgekuppelt wird.
Das Antriebsrad 65 besteht vorzugsweise aus einem etwas nachgiebigen Material, um eine sichere Reibungskupplung mit derMagnet- scheibe 26 zu gewährleisten und ein Spiel zu vermeiden, wie es bei einem stark verformbaren Material vielleicht auftreten kann.
Die gleiche, eine Reibimgskupplmg zwischen dem Antriebsrad 65 und der Magnetscheibe 26 zu- stande bringende Rückwärtsbewegung drückt den Kupplungsarm 64 gegen die Entkupp kmgsscheibe 40 und löst das Kreiselkupp- lungsorgan 27 von der Magnetscheibe 26, welcher Vorgang den Kreiselmechanismus vom Zeiger 18 entkllppelt lund beendet ist, bevor die Kupplung desselben mit dem Drehgriff 24 stattfindet.
Die Kegelräder 60 und 61 bleiben bei einer Rüekwärtsbewegung des Drehgriffes 24 im Eingriff miteinander, so dass eine Verdrehung des Griffes 24 von Hand auf diese Kegelräder, die Welle 62, das Antriebsrad 65, die Magnetscheibe 26 und den Zeiger 18 übertragen wird. Nach erfolgter Einstellung des Zeigers auf den richtigen Azimut wird der Drehgriff 24 wieder nach vorn gezogen, was zuerst ein Abheben des Antriebsrades 65 von der Magnetscheibe 26 zur Folge hat und dann eine Freigabe der Entkupp lungsscheibe 40 bewirkt, woraufhin die Fe dern 33 das Kreiselkupplungsorgan bis zur Magnetscheibe 26 schieben, wo dasselbe haften bleibt.
Der Zeiger 18 ist dann wieder ausschliesslich vom Kreiselmeehanismus abhän- gig, aber durch die Entkupplung und Kupp- lung der beiden Teile wird keinerlei Präzessionsfehler oder Spiel verursacht.
Falls erwiinscht, kann auch die Zeigerachse 25 längs ihrer ganzen Ausdehnung durchbohrt sein, also. die in Fig. 2 ersicht liehe Bohrung 39 nach vorn verlängert werden. Dann kann der Füllrungsstift 38 der illagnetscheibenwelle 34 ebenfalls verlängert werden, bis er aus dem von aussen sichtbaren Ende der Zeigeraehse 25 herausragt, und dort mit einem Anzeigeglied, etwa einem Pfeil, versehen werden. Dieser Pfeil befindet sich dann stets in einer bestimmten unveränder- lichen Winkellage gegenüber der Kreiselabtriebswelle 16 und liefert daher eine Anzeige für die Lage der Kreiseldrehachse.
Wahlweise kann auch das Zentrum des Zeigers 18 etwas grosser ausgebildet und mit einer muldenartigen Vertiefmg versehen werden, in welcher die Nadel auf dem verlängerten Führungs- stift 38 Platz findet und relativ zum Zeiger 18 sich drehen kann.
Bei manchen Ausführungsbeispielen ist die Einstellung nur eines Zeigers alleine oder nur einer Skalenscheibe gegenüber einem Zeiger erforderlich, wobei dann die zur gemein- samen Einstellung dienenden Bauteile, wie Drehgriff 23, Skalenscheibenzahnrad 31, Ska lenscheibenkupplimgsorgan 28 und Kupplungsarm 49, lmnötig sind. Bei andern Aus- führnngsbeispielen, insbesondere beim Ersatz eines Zeigers 18 durch eine Skalenscheibe, kann eine verdrehbare Ablesemarke die Skalenscheibe 19 ersetzen, aber der Aufbau im übrigen beibehalten werden.
Es besteht, falls erwünscht, auch die Mög lichkeit, eine Reibungskupplung an Stelle der magnetischen Kupplungseinrichtung zu verwenden. In diesem Falle werden stärkere Federn 33 verwendet als bei der Magnetkupplung, und zwischen dem Skalenscheibenkupplungsorgan 28 und der Büchse 30 wird eine weitere Feder vorgesehen, um den bei einer Reibvmgskupplung erforderlichen Auflagedruck des Kupplungsorgans 28 auf der Reibungsscheibe 27 zu erhalten. Obwohl die beschriebenen Federn 33 zur Vermeidung eines Spiels zusammen mit der Kupplungs- glocke 35 besonders geeignet sind, können natiirlich auch andere Federn und Brems- organe zur Vermeidung tangentialer Bewegungen an deren Stelle verwendet werden.