Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Rohrbogen, Rohrschlangen und dergleichen mittels eines Dornes. Bei der Herstellung von Rohrbogen mit tels eines Dornes durch exzentrisches Aufwei- ten des Rohres werden bis jetzt für die hier bei erforderliche Erwärmung von Hand ge steuerte, lose Gasbrenner und gegebenenfalls ein nach oben offenes Schutzgehäuse für die Flammen verwendet. Für die Neubeschickung der Dornstange ist es dabei erforderlich, je weils den Dorn von der Dornstange abzu schrauben, der hierzu aus der Erwärmungs zone der Brenner entfernt werden muss und jedesmal abkühlt.
Demgegenüber ermöglicht es die Erfin dung, eine möglichst kontinuierliche Herstel lung von Rohrbogen unter Aufrechterhaltung einer im wesentlichen gleichbleibenden Er wärmung des Dornes herbeizuführen. Hierzu ordnet man, und darin besteht das erfindungs gemässe Verfahren zur Herstellung von Rohr bogen, Rohrschlangen und dergleichen, den Dorn in einem geschlossenen Ofen an und bringt man die Rohrabschnitte an dem vom Dorn abgewendeten, ausserhalb des Ofens be- f'indlichen Ende auf die Dornstange und schickt sie über die Dornstange und unter Er hitzung über den nach unten gerichteten Dorn vor, wobei die aus den einzelnen Rohrabschnit ten fertig gebogenen Werkstücke vom Dorn nach unten abfallen.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist so eingerichtet, dass der den Dorn aufnehmende Erwärmungsofen in einem Abstand von der Antriebsvorrichtung für die vorzuschiebenden Rohrabschnitte angeordnet ist.
Im nachfolgenden wird ein Ausführungs beispiel des Verfahrens gemäss der Erfindung erläutert Am Bett einer Vorschubvorrichtung ist leicht lösbar das Hinterende einer horizontal liegenden Dornstange befestigt, welche an ihrem Vorderende einen nach abwärts gerich teten Dorn trägt. Die Dornstange durchsetzt mit ihrem Dorn eine den zu verarbeitenden Rohrabschnitten entsprechende Öffnung (bei spielsweise von 10 cm) in einen geschlossenen Ofen derart, dass sich der Dorn im Ofen be findet. Unterhalb des abwärts gekrümmten Dornes hat der Erwärmungsofen eine schräge Bodenfläche, an deren tiefstem Punkt sich eine Austragsöffnung anschliesst.
Ausser der Durchtrittsöffnung für die Dornstange und die Rohrabschnitte und der vorgenannten Austragsöffnung ist der Ofen allseitig ge schlossen.
Zum Bearbeiten von Rohrabschnitten wird die Rohrstange an ihrem vom Dorn abgelege nen Ende von der Vorschubvorrichtung gelöst und dann werden auf die Dornstange.vorzugs- weise mehrere gerade rohrförmige Vorwerk stücke bildende Rohrabschnitte vorbestimm ter Länge aufgeschoben. Danach wird die Dornstange wirder mit der Vorschubvorrich- tung verbunden.
Während nun die Dorn stange in stationärem Zustand verbleibt, drük- ken konzentrisch einwirkende Antriebsmittel der N-orsehubvorrichtung die Rohrabsehnitte über die Dornstange hinweg in Richtung auf den Ofen und durch die genannte Öffnung in den Ofen hinein. Im Ofen werden die Rohr abschnitte dann auf Rotglut erhitzt und bei ihrem Weiterwandern über den gekrümmten Dorn verformt.
Die Zuführung der Wärme erfolgt durch in den Ofenwandungen eingebaute Brenner. Von diesen ist mindestens einer mit Flammen berührung auf die äussere Rohrkrümmung un mittelbar vor den Beginn der Verformung ge richtet.
Die Flammenriehtung der Brenner, die die äussere Rohrkrümmung erwärmen, steht ent gegengesetzt zur Vorschubrichtung der Rohr abschnitte, und die Plammenriehtung derjeni gen Brenner, die die innere Krümmungszone erwärmen, ist in der Vorschubrichtung ange ordnet.
Der Erwärmungsofen ist mit einer die Rohrabschnitte eng umschliessenden Zufüh rungsöffnung für die Dornstange und den Dorn versehen, und letzterer wird bei der Neu besehiekung der Dornstange im geschlossenen Glühraum des Ofens und bei gleichbleibender Arbeitstemperatur gehalten. Der Dorn kann auch von innen gekühlt werden.
Der in einem vorbestimmten Abstand von der Antriebsvorrichtung für die Rohr abschnitte angeordnete Ofen weist vorteilhaft eine innere Ausmauerung aus feuerfesten MTerkstoffen auf. Diese kann so bemessen sein, dass die innern Ofenwandungen bis nahe an das Werkstück heranreichen, was ferner da durch begünstigt wird, dass die Gasbrenner nicht aus der innern Ofenwandung heraus ragen.
Dieses gilt auch für die obere, geschlos sene Ofenseite; es können deshalb die ent gegengesetzt zur Vorschubrichtung eingestell ten Flammen des fest eingebauten Brenners sehr nahe an die Rohrzone herangebracht wer den, die unmittelbar vor dem Beginn der äussern Rohrkrümmung gelegen ist; diese wird so unmittelbar vor der zwangläufigen For mung mit Flammenberührung bestrichen. M'erden neben diesem Brenner zwei seitliche Brenner verwendet, so ist deren Flammenrich- tung entgegengesetzt, also in der Vorschub- riehtung, angeordnet.
Die Gasflammen dieser Brenner können damit die innere Krüm- rnungszone des Rohres mit günstigstem Wir kungsgrad berühren. Die Zuführungsöffnung des Ofens kann, sofern sie. das Rohr nicht eng genug umsehliesst, während des Vorschubes mit, einer Abdeekung versehen erden.
Ein solcher Ofen ermöglicht damit eine be sonders wärmewirtsehaftlich zweckmässige Durehführung des Verfahrens, da neben der Erwärmung durch die Flammenberührung auch die Strahlungswärme in ganz neuartiger Weise für die Aufrechterhaltung der notwen digen Arbeitstemperatur ausgenutzt werden kann. Dieses wird noch dadurch begünstigt, dass die fertig gebogenen Werkstücke unter halb der Ebene, in der die Dornstange liegt, unter der Wirkung ihres Eigengewiehtes fal lend abgeführt werden. Der Dorn ist also in Richtung auf das Ofenfundament. bzw. die Ofenstandfläche gekrümmt.
Sofern die Boden fläche des Erwärmungsofens geneigt angeord net ist, können die fertig gebogenen Rohr stücke unter ihrem Eigengewicht über die so gebildete schiefe Ebene aus dem Ofen heraus gleiten. Sollen Rohrschlangen hergestellt wer den, so führt man die vom Dorn abgefallenen Schlangen ebenfalls in Richtung auf das Ofen fundament ab bzw. seitlich aus dem Ofen her aus. so dass auch in diesem Fall die Ofen decke stets geschlossen bleibt.
Die Neubesehickung der Dornstange mit Rohren erfolgt an dem Ende der Dornstange, die entgegengesetzt zum Ofen liegt, ohne dass der Dorn aus dem Ofenraum entfernt zu wer den braucht.
Eine Anlage für die Durchführung des Verfahrens mit einem Erwärmungsofen, der in einem Abstand zur Antriebsvorrichtung für die R.obrabsehnitte steht, ermöglicht eine gedrängte Bauart, wobei auch Erwärmungs öfen mit verschieden -rossem Ofenraum für die gleiche Antriebsvorrichtung Verwendung finden können.
Das beschriebene Verfahren erlaubt die Herstellung von Rohrkrümmern, Rohrschlan- gen usw. ohne Beschränkung auf deren Durch messer, deren Querschnitt bzw. deren Wand stärke. Für bestimmte Rohrdurchmesser kann auch eine Kühlung des Dornes erfolgen, die zweckmässig als Umlaufkühlung unter Zufüh rung des Kühlmittels durch die Dornstange ausgebildet wird.
Die durch die wärmetechnischen Vorteile des beschriebenen Verfahrens erreichten Fort schritte wirken sich auch herstellungstech- niseh aus, indem sie die Anwendung höherer Vorschubgesehwindigkeiten zulassen. Werden als Vorwerkstücke der Länge der fertigen Krümmer entsprechende Rohrabschnitte ver arbeitet, so kann auf Grund der leicht und sicher einzuhaltenden Erwärmungstemperatu ren derjenigen Stellen der Rohrwand, die die stärkste Verformung erleiden, die sonst leicht auftretende ungleichmässige Ausweitung des Rohrquerschnittes vermieden werden.
Die Rohrkrümmer verlassen deshalb die Anlage in einbaufertigem Zustand, verlustbringende Abschnitte werden vermieden, und es erübrigt sieh eine Bearbeitung der Enden der Werk stücke.
Neben den Vorteilen, die das beschriebene Verfahren auf Grund der gesteigerten Ar beitsgeschwindigkeit erbringt, wird auch die Ersparung an Arbeitskräften ermöglicht, da sich deren Tätigkeit nur noch auf ein leichtes Nachschieben von Rohrstücken auf das freie Ende der Dornstange erstreckt. Die Bedie nung der Anlage wird nicht durch Hitze be hindert. Die gleichbleibende Erwärmung des Dories ermöglicht auch die Verarbeitung von hochwertigen Legierungen ohne besondere Vorsichtsmassnahmen, zumal die Einstellung der fest eingebauten Brenner mit grosser Ge nauigkeit erfolgen kann. Die Ofenbauart in Verbindung mit der genauen überwaehung der Erwärmung erbringt ferner eine erheb liche Gasersparnis.
Die Vorteile, die die Verwendung des be schriebenen Ofens erbringt, werden in Ver bindung mit einem mechanischen Antrieb für den Vorschub der Rohre und mechanischen Spannmitteln noch gesteigert, da die Regel- barkeit des mechanischen Vorschubes in wei ten Grenzen, die Abkürzung der Rücklaufzei ten und die sichere Regelbarkeit der Brenner in Anpassung hieran leicht aufeinander ab gestimmt werden können.
Die Beheizung des Ofens kann ausser mit Gas- und mit ölbrennern gegebenenfalls auch durch elektrische Energie erfolgen.