Einrichtung zum Färben von Textilien. Einrichtungen, bei denen eine Textilbahn bzw. Garn wiederholt durch ein Färbbad ge führt wird, wobei die Ware nach jedem Durchgang auf eine Trommel aufgewickelt wird, sind bekannt. Nachteile dieser bekann ten Einrichtungen sind die niedrige Leistung und die ungleichmässige Farbstoffverteilung in der Ware.
Weiter sind Einrichtungen bekannt, in denen die Ware zuerst durch ein Färbbad und dann durch eine VorriehtunD, zum künst lichen Altern geführt wird, wobei die Zeit für die letztere Behandlung von einigen Sekunden bis zu einigen Minuten variiert. Eine solche Vorrichtung ist sehr kostspielig, Lind überdies ist die Zeit dieser Behandlung zu kurz, uni ein Färbgleichgewicht zu erzie len, das heisst man erhält nur eine niedrige aselleelitheit des Farbstoffes.
Wirtschaft lich gesehen ist, es ganz unmöglich., die Alte- rungsvorrichtung so zu dimensionieren, dass der Aufenthalt der Ware beträchtlich über die heute übliche Zeit hinaus verlängert. wer den könnte.
Die Einrichtung gemäss vorliegender Er findung gestattet, die Färbzeit so weit aus- z.adelinen, dass ein physikalisches und/oder chemisches Farbstoffgleichgewieht bei einer für das Färben geeigneten Temperatur ge währleistet ist, um so die Farbstoffe in hohem Grad waschecht zu machen.
Ferner ermöglicht sie auch eine ganz gleichmässige Verteilung der Farbstoffe mit nur kleinen Farbstoffverliusten. Weiter er laubt sie eine Herabsetzung der Kosten. der Behandlung und der dazu benötigten Maschi nen pro Ausstosseinheit gegenüber den heute gültigen Werten.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Einrichtung zum Färben von Texti lien, die gekennzeichnet ist durch eine dreh bare Trommel zum Aufwickeln. der mit Färb lösung imprägnierten Ware, eine verschliess bare Kammer mir Aufnahme dieser Trommel und zur Konstanthaltung des Flüssigkeitsge haltes der Ware, Mittel zum Rotieren der Trommel in der Kammer, Mittel zum Erwär men der Ware während des Aufwickelns auf der Trommel,
Mittel zum Erwärmen der Kam mer und Mittel zum Konstanthalten einer 'i'einperatur in der Kammer.
Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemässen Einrichtung wird. nach stehend unter Bezugnahme auf die beiliegende schematische Zeichnung an Hand ihrer Arbeitsweise beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch die Einrichtung nach der Linie 1-I der Fig. 3, Fig. 2 eine Vorrichtung, durch die die Ware vor Eintritt in den in Fig. 1 gezeigten Apparat läuft, und Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie III-III der Fig. 1.
Wie aus Fig. 1 Lind 3 ersichtlich, weist die Einrichtung eine Kammer 4 auf, die mit Dop pelwänden, einer doppelten. Decke und einem doppelten Boden versehen ist. In der einen Kanunerwand ist eine Doppeltür 5 vorgese lien. An einem untern Seitenrand der Kam mer ist eine horizontale niedrige öffnung 6 angebracht, deren Breite derjenigen von han delsüblichen Stoffbahnen entspricht.
Die Stoffbahn 7 -wird von aussen mittels einer Rolle 8 durch die öffnung 6 auf eine Rolle 1f, dann aufwärts auf die Rolle 10, horizontal zur Rolle 11, und abwärts zur Rolle 12 ge leitet, worauf sie dann auf einer - Trommel befestigt und aufgewickelt wird. Die Rollen 9 bis 12 Lund die Aufwickeltrommel befinden sich in der Kammer 4. Die Trommelwelle 13 ist auf einem mit Rädern 15 versehenen Bock a4 gelagert, der auf Schienen 16 fahrbar ist.
Der Antrieb der Trommelwelle 13 erfolgt über einen an ihr starr befestigten Kapp- limgsteil 17, der mit einem am einen i'nde einer Welle 19 starr befestigten Kupplungs- teil 18 in Eingriff steht. Die Welle 19 ist in zwei Lagern 20 und 21 gelagert, durchsetzt die Doppelwand der Kammer 4 und wird von einem Motor 22 über Keilriemen 23 ange trieben.
Beidseitig des vertikalen, zwischen den beiden Rollen 9, 10 gelegenen Bewegungs- u-eges der Stoffbahn 7 ist. eine Anzahl von Infrarotlampen 24 an Stehwänden 25 mon tiert: Weiter ist eine Anzahl Infrarotlainpen \@6 an einer horizontalen Platte 27 über dem horizontalen, zwischen den beiden Rollen 70, 11 gelegenen Bewegungsweg der Ware mon tiert. An einer Kammeraussenwand ist ein. Thermoregler 28 montiert, und dessen Fühler 29 durchsetzt die Doppelwand der Kammer.
Zum Heizen der Kammer 4 saugt ein Ge bläse 30 Luft aus dem Raum zwischen den Doppelwänden der Kammer durch einen init elektrischen Heizelementen 32 ausgerüsteten Kasten 31 und drückt die erhitzte Luft in den genannten Raum zurück. Der Thermoregler 28 dient zum Regeln der Temperatur in der Kammer 4 und arbeitet zu diesem Zweck mit tels eines nichtgezeigten Relais mit den Heiz- elementen 32 im Kasten 31 zusammen.
Der oben beschriebene Apparat funktio- niert wie folgt Von einem Stapel 33. wird die Stoffbahn 7 über Rollen 34-36 in ein Färbbad 37, und aus diesem zwischen zwei Druckwalzen 38, 39 geführt, welche die überschüssige Farbflüs sigkeit ausdrücken. Weiter läuft die Stoff bahn über eine Rolle 40 und die Rolle ä in die Kammer 4.
Nachdem das vordere Ende der Stoffbahn 7 auf der im Rahmen. 14 mon tierten Trommel befestigt worden ist, wird letztere rotiert, iun die Stoffbahn aufzuwik- keln. Um.
ein Strecken. der auf die Trommel aufgewickelten Ware zu verhindern, mass die Drehgeschwindigkeit der Welle 19 so verän dert werden, dass die Umfangsgeschwindig keit des Wickelkörpers 41 immer konstant bleibt, ungeachtet des ständig zunehmendem Durchmessers dieses Wickelkörpers, das heisst die genannte Umfangsgeschwindigkeit muss der Durchziigsgeschwindigkeit der Stoffbahn 7 durch die Vorrichtung nach Fig. 2 ent sprechen. Diese konstante Geschwindigkeit wird mittels eines nichtgezeigten, zwischen Motor 22 und Antriebswelle 19 eingeschalte ten Differentialgetriebes erhalten.
Vor Beginn der Operation wird die Tür 5 geschlossen und die Kammer 4 durch Auf heizen des Raumes zwischen den Doppelwän den auf die gewünschte Temperatur gebracht. Nach Eintreten der Stoffbahn 7 in die Kam mer 4 wird die Ware mittels der Lampen 24, 26 schnell auf die gewünschte Temperatur gebracht. Nachdem die gewünschte Länge von Ware auf der Trommel aufgewickelt worden ist, wird die Eintrittsöffnung 6 geschlossen. Zu diesem Zweck ist ein mit Flachboden ver sehener, die öffnung 6 umgebender Trog 42 vorgesehen, der mit Wasser gefüllt wird.
Auf diese Weise kann die Kammer 4 dicht abge schlossen und weiter der gewünschte Dampf druck .in dieser Kammer aufrechterhalten werden, das heisst der, der in der Kam- nier herrschenden Temperatur entsprechende Dampfdruck. Wenn somit die Kammer mit Dampf gesättigt ist, verdampft keine Flüssig- keit von der Rolle 41, wodurch die flüssige Phase derselben unverändert gehalten und eine gleichmässige Verteilung des Farbstoffes durch die ganze Ware gewährleistet wird.
Die Rolle 41 in der Kammer 4 wird fort laufend langsam so lange rotiert, bis sich in cler Ware ein gewünschtes Färbgleichgewicht einstellt. Während dieser ganzen Zeit wird durch den Thermoregler die gewünschte Tem peratur aufrechtgehalten, was zum Erreichen eines guten Ergebnisses ausschlaggebend ist.
Die Behandlungsdauer und die erforder liche Temperatur müssen in jedem einzelnen Fall gemäss der Natur der Färblösung und der Natur der zu färbenden Ware bestimmt werden.
Während der oben beschriebenen Opera tion ist keine Wartung erforderlich. Nachdem die benötigte Zeit verstrichen ist, wird die Türe 5 geöffnet und der Wagen 14 mit dem Wickelkörper 41 herausgefahren. Dann wird die Ware von der Trommel abgewickelt und einer weiteren Nassbehandlung zugeführt und/oder getrocknet.
Die Flüssigphase des Warenwickelkörpers kann auch dadurch konstant gehalten werden, class letzterer in undurchlässiges Material eingeschlagen wird, worauf er dann in irgend einer Kammer mit der gewünschten Tempe ratur rotiert werden kann.