Verfahren zur Errichtung von Gebäuden. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Errichtung von Gebäuden mit Hilfe von selbsttragenden Formstüeken aus armiertem Beton.
Montierte Bauten -erden aus verschieden sten Materialien ausgeführt, wie Holz, Kunst stoffe, Metallplatten, Ziegelfornisteine und verschiedenen Betonarten.
Der Zweck der Durchführung montierter Bauten ist vor allem in der Erzielung grösster Verkürzung der Baudauer unter Verwendung geringster Anzahl von Arbeitskräften und Hilfseinrichtungen bei kleinstem notwendi gem Verbrauch an Baumaterial und der sich daraus ergebenden kleinen Baukosten. Die Bauteile werden zu diesem Zwecke in fabrik mässiger Massenherstellung erzeugt und dies vorwiegend bereits in solcher Weise, dass die Oberflächen der Teile keine weitere Bear beitung am Bauplatz erfordern. Montierte Bauten können auch im Winter vorgenom men werden, und zu deren Ausführung sind ausser eines Bauleiters keine geschulten Ar beitskräfte erforderlich.
Das Bestreben geht bei verschiedenen Aus führungsarten von solchen montierten Ge bäuden dahin, in hezug auf Dauerhaftigkeit, Festigkeit und Isolationsbedingungen so weit als möglich den Bauten aus Mauerwerk nahe zukommen, welchen Bedingungen am besten Bauten aus niehtbrennbaren Materialien ent sprechen, wie Bauten aus Betonteilen, Me- tallteilen oder aus mit Metallen und Beton kombinierten Teilen.
Es sind montierte Bauten aus ganzen Be- tonwandblöckenbekannt, deren grosser Nach teil darin beruht., dass eine Beförderung auf weitere Entfernungen wegen der grossen Ab messungen der Bauteile nicht gut möglich ist, sowie auch in dem Umstand, dass solche Bauten für die Montage grosse Barkräne er fordern. Aus einem Stahlgerüst mit. Füll platten aus leichten Metallen oder Kunst stoffen bestehende Bauten sind zwar in bezug auf Montage sehr einfach, dafür aber infolge des grossen Verbrauches an Metall oder Kunststoffen sehr teuer, insbesondere dort, wo Mangel an solchem Material herrscht.
Es sind deshalb Montagebauten jener Art am verbreitetsten, bei welcher ein Traggerippe aus Metall oder Eisenbeton mit plattenförmi- gen Formstücken aus Beton oder einem ähn- liehen Material ausgefüllt wird. Bei dieser Bauart wird also in erster Reihe das Trag gerippe errichtet und dieses Gerippe mit Formstücken ausgefüllt, deren Tragfähigkeit an sich nicht mehr ausgenützt wird, obwohl diese Formstücke, wie erwähnt, meist aus Beton bestehen und somit selbst eine bedeu tende Tragfähigkeit besitzen. Dieser Umstand ist also notwendigerweise auch als Nachteil anzusehen.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun die Beseitigung der angeführten Nachteile der bisher bekannten Verfahren und vervoll- kommnet insbesondere die letztgenannte Aus führungsart von Montagebauten aus einem Traggerippe mit Ausfüllformstücken, und zwar dadurch, dass die eigene Tragfähigkeit der Formstücke voll ausgenützt wird, Luid zwar sowohl der Wand- als auch der Decken formstücke, durch deren Verbindung also nicht nur das Traggerippe des Gebäudes selbst geschaffen wird, so dass keine weiteren besonderen Träger mehr erforderlich sind,
sondern auch der wesentliche Bestandteil des Gebäudes, das ist die Füllung, gebildet wird.
Die vorliegende Erfindung besteht darin, dass das Gebäude aus selbsttragenden Form stücken aus armiertem Beton zusammenge stellt wird, die derart miteinander verbunden werden, . dass diese Teile selbst sowohl das Traggerippe und zugleich die Wand- und Deckenfüllung bilden. Die einzelnen Form stücke sind vorteilhaft selbständig transpor tierbar. Das Gebäude kann durch Aneinan- derreihen derartiger fester Einheiten neben einander und übereinander gebildet werden.
An Hand der beiliegenden Zeichnung wird das erfindungsgemässe Verfahren beispiels weise näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch in Ansieht einen Teil eines Montagebaues in axonometrischer Darstellung; Fig. 2 ist ein Grundruss durch das Mauer werk; Fig. 3 stellt einen Querschnitt durch eine Decke dar und Fig. 4 einen Längsschnitt durch ein Dek- kenformstück mit der Lagerung an den MTän- den.
Die grundlegende Baueinheit stellt das Umfangsformstück 1 aus armiertem Beton dar, welches Formstück dünnwandig und durch Längs- Lind Querrippen 2 versteift ist. Die Höhe dieser Formstücke entspricht der geforderten Stockwerkshöhe; die Breite kann verschieden sein, z. B. mit. Rücksicht auf die üblichen Abmessungen der Räume, leichte Manipulation und Transport etwa ein Meter. Die seitlichen Wände des Formstückes 1 bilden Flanschen 3, die mit Öffnungen 4 zum Einführen der Verbindungsschrauben 5 ver sehen sind.
Für den Fall, dass in dem Form stück ein Fenster vorgesehen werden soll, wird das Formstück mit einer Ausnehmung 6 oder 7 gemäss Fig.1 versehen. Die Fensteröffnun gen werden bei kleineren Abmessungen direkt etwa in der Mitte der Linfangsformstüelze a.uisgebildet;
bei grösseren Abmessungen kön nen benachbarte Formstücke an den aneinan- derliegenden Seiten entsprechend ausgespart werden, so dass durch ihre Zusammenstellung, die Fensteröffnungen ohne besondere Brü- stungsteile entstehen. Breite Öffnungen und Türen werden unter Zuhilfenahme von Brü- stungsteilen angeordnet., die mit den vollen Umfangsplatten einfach zusammengeschraubt werden.
Die Planschenteile 3 der Form stücke 1 sind mit sehwalbenschwanzförmigen Ausnehmungen 8 versehen, in welche beim Bau zweckmässig Holzleisten 9 von trapezför- migem Querschnitt eingelegt werden. Der obere Teil des Formstückes 1 ist mit einer Nase 10 versehen, die zur Auflegung der Deckenstücke dient, der untere Teil ist mit einem Flansch 11 versehen, der schmäler ist als die Nase 10.
Im Flansch 11 sowie auch in der Nase 10 sind Öffnungen 1\? vorgesehen, durch welche die vertikalen Verbindungs- schrauben 13 hindurchtreten. Unter die Mut tern der Verbindungsschrauben werden zweckmässig Ünterlagsscheiben 14 aus Kork masse, Gummi oder einem andern nachgiebi gen Material geschoben.
Die Verbindung zweier LTnifangsforilz- stücke 1 an einer Ecke besorgt ein Ecken formstück 15, dessen Querschnitt in Fig.2 erkennbar ist. Auch dieses Formstück 15 besitzt eine schwalbenschwanzartige Ausneh- mimg 8, während jedoch die VerbindLings- schrauben 16 in diesem Formstück direkt ein betoniert sind.
Die Decke ist auis gewölbten Deckenform stücken 17 zusammengestellt, die einen in Fig. 3 dargestellten Querschnitt besitzen. Das Gewölbe 18 dieses Formstiickes ist durch Rippen 19 versteift, und die Seiten bilden Flanschen 20, welche mit Ausnehmungen 21 versehen sind, in welchen Holzleisten 22 ein- gespannt werden. In den Flanschen \?0 sowie auch in den Leisten 22 befinden sieh öffnun- gen '?3 für die Verbindungssehrauben 21.
An den Stirnseiten des Gewölbes 18 befinden sich Öfinmgen ?5, durch welche Bügel 26, zweck- mül.lig aus Stahl, hindurchgezogen sind, welche Bügel von den vertikalen Verbin- dunnsselirauben 13 festgehalten werden (Fi,#. 1) .
Die Stirnwände der gewölbten Fornistiicke 17 besitzen Nasen 27 und 27'. die einerseits auf den Nasen 10 der Formstücke 1 oder auf Zwischenwänden aufruhen. wie im weiteren noch näher beschrieben werden wird.
Die Zwischenwände bilden Iialnnenforni- stiicke '8 @#eniäl3 Fi;. 4, deren oberer Teil eine kon soleniirt.ige Verbreiterung 29 besitzt, die einerseits den verjüngten Teil 30 des obern l:ahnienfoi-nistückes ?S, anderseits die -Nase <B><U>97'</U></B> des Gewölbeforinstüekes 17 trägt.
Die Verbindung- des obern und untern Rahmen- fornistiickes ?S sowie auch des Gewölbeform- stückes besorgen die Schrauben 31 unter Ver- niittlun- der Bügel 32.
Die Rahmenform- stücke ?8 -erden entweder schon in der Fa brik, wo sie hergestellt werden, mit irgend einew leieliten Beton ausgefüllt, oder das Ausfüllen kann erst. am Bauplatz durch Blöcke aus leichtem Beton vorgenommen -%ver- den, oder die Rahmenformstücke können auch hohl belassen und mit Platten, z. B. Gipsplat ten, belegt werden, die die Wandoberfläche bilden.
Die Ralimenformstücke 28 und die Unif@ingsfox-instücke 7. sind dann an den Stoss stellen untereinander durch nicht eingezeieh- nete Stalilbü;-el nach Art der Bügel 26 oder 32 verlnuiden. Die übrigen Bauteile, wie z.
B. Schorn- steiliteile, Gesimsteile, Isolationsplatten und dergleichen, köxuien von gehränelilieher Arl- seid, uxid es ist deshalb nietet erforderlich, dieselben eingehender zu behandeln. Sämtliche Teile und Fornistäelze werden.
in :Massenherstellung in Fabriken erzeugt, so dass die Fabrikation einfach und billig ist, und auch deren Transport auf den Bauplatz niaeht keine Schwierigkeiten, nachdem die Formstücke gut zusaminensetzbar sind. Die äussern Flächen der Teile werden schon in den Werkstätten mit einer glatten Oberfläche versehen, damit am Bauplatz so wenig als mö--,lich -Nacharbeit notwendig ist.
Dadurch, dass das bisher übliche Gerippe des Gebäudes entfällt, sinkt die Anzahl der Teile auf ein Minimum, wodurch der Bau beschleunigt und bedeutend verbilligt wird.
Der Vor--an- beim Bau ist folgender: Vorerst. wird das Grundsteinband 33 des Gebäudes verlegt, welches am besten gleich zeitig mit der Grundpflasterung 34 der Kel ler ausgeflihrt wird.
Der Stampfbeton der Grundsteinbänder ist teilweise armiert. In (lern Grundsteinband 33 ist eine Nxit 35 vor -esehen, in welehe entweder die -Umfangs- und Eckenfornistiicke oder ein Ausgleichs- niauerwerk ein-esetzt -wird, je nachdem, ob das Gebäude unterkellert ist. oder nicht.
Die (Trundmauern stellen den einzigen Bestand teil des Gebäudes vor, welcher am Bauplatz aus Beton auf sogena.nntem nassen Wege aus geführt wird. Es ist allerdings nicht aus-e- Schlossen, auch die Gxnxndsteinbänder ziun voraus in einer Fabrik Herzustellen und die selben am Bauplatz in eine geeignete Ausgra- liung: einzulegen und züi verbinden:
die E_eller- p-lasterung kann in diesem Falle aus vorbe reiteten Fliesen zusammengesetzt werden, die auf den Erdboden 36 aufgelegt werden. Ausser dem Kellermauerwerk, gegebenenfalls dein rltis--leichsmauerwerk, wird dann alles übri-e auf trockenem Wege montiert, so dass auch im Winter gearbeitet werden kann.
Die eigentliche -Montage beginnt mit einem Eckenformstüel@ 15, an -elches von beiden Seiten abwechselnd Uinfangsformstücke 1 so <B>,</B> an -eschlossen werden, dass die in dem Form- stück 15 einbetonierten Schrauben<B>1.6</B> durch die Öffnungen 4 in den Flanschen 3 hindurch treten.
In die seliwalbensehwanzförmigen Nu ten S werden imprägnierte Holzleisten 9 ein gel.egt, die teilweise zur Abdeckung der Stoss- fugen :; 7 der Formstücke dienen. Durch Zu sammenschrauben der Formstücke wird die Leiste in den Mixten fest einbespannt.
Die Montage der Unifangsformstücke schreitet dann so fort, dass womöglich vorerst Raum- einheiten abgeschlossen werden unter Zu- hilfenahme von aus Rahmenformstücken 28 gebildeten Zwischenwänden.
Dort, wo zwi schen zwei Umfangsformstücken 1 ein Fenster anzuordnen ist,. das auf einem Brüstuugsform- stück 38 ruht, wird der Fensterrahmen 39 in der schwalbenschwanzförmigen Ausnehmung 8 durch eine Dichtung 40, z. B. eine Pappe- oder Filzeinlage, abgedichtet.
Die Verbin dung des Brüstungsformstückes 38 mit dem normalen Umfangsformstück 1 erfolgt in glei cher Weise wie die Verbindung der übrigen Umfangsformstücke, das ist durch Schrau ben 5.
Sobald nun die Seitenmauern errichtet sind, beginnt die Montage der Deckenform- stücke. Zwischen die Deckenformstücke 17 und die Umfangsformstücke 1, gegebenenfalls die Rahmenformstücke 28, werden auf den Nasen 10 oder auf den konsolartigen Ver breiterungen 29 Bänder 41 aus stoss- und schalldämpfendem Material, z. B. aus Kork masse, Gummi oder Filz, aufgelegt.
Das Zu- sammenschrauben der Gewölbeformstücke 17 mit den Umfangsformstücken 1, gegebenen- falls mit den Rahmenformstücken 28, erfolgt durch Bügel 26 bzw. 32, wie bereits erwähnt wurde.
Bei Stock-werksbauten werden die obern Umfangs- sowie auch die Rahm.enformstücke unmittelbar auf die untern Formstücke ge mäss Fig. 4 aufgesetzt und keineswegs aid die Deckenformstücke, wie dies bisher üblich war, was eine wichtige Vereinfachung den bisher bekannten Bauarten gegenüber darstellt,
bei welchen auf dem Umfangsmauerwerk oder dem Gerippe die Deckenteile aufruhen und erst auf diese Teile die Formstücke für das weitere Stockwerk aufgebaut werden. Der Bau geht also auch im Stockwerk in dersel ben Weise vor sich, wie bereits beschrieben wurde.
Die Ausstattung der innern Wände des Gebäudes erfolgt dadurch, dass auf die Um fangsmauern vorerst eine Isolationsschicht 42 gegen Feuchtigkeit aufgespannt wird, die ent weder aus einer Pappe- oder Aluminium- folie besteht, weiter eine Wärmeisolierung 43 (aus Sägespänebeton, Schaiunbeton, Schlak- kenwolle oder dergleichen) lind schliesslich innere Belagplatten 44 (Gipsplatten, Mörtel,
harte Faserplatten oder dergleichen) aiüge- bracht werden. Alle diese Isolations- oder Belagsschichten sind mit Vorteil an den Holz leisten 9 mit Anschlussmitteln 45 befestigt. Die Decke der Räume wird mit Platten 46, z. B. aus Gipspressstoffen, ausgekleidet, die an den Holzleisten 22 der Gewölbeformstücke 17 befestigt sind.
Der Hohlraum oberhalb des Gewölbes 18 wird durch eine Schlackenschicht 47 ausgefüllt, in welcher Holzpolster 48 ein gebettet sind, auf denen eine Isolationsschicht 49 aus Pappe und ein Bretterboden 50 be festigt ist. An der obern Seite der Flanschen 20 der Gewölbeformstüeke unterhalb der Iso lationsschicht 49 befindet sich eine Einlage 51, die schalt- und stossdämpfend wirkt und z. B. aus Filz, Kork, Gummi oder dergleichen bestehen kann.
Es ist klar, dass das vorliegende Vez-fah- ren nicht an die Verwendung bestimmter Baustoffe gebunden ist, die in dem beschrie benen Ausführungsbeispiel erwähnt wurden, sondern dass es, je nach Umständen, die Ver wendung auch anderer natürlicher oder künstlich hergestellter Materialien zulässt, iun so besonderen an bestimmte Gebäude gestell ten Anforderungen in geeigneter Weise Rech nung tragen zu können.