Elektronenoptischer Kurzzeitmesser. Die elektronenoptische Messung sehr kurzzeitiger Intervalle zwischen elektrischen Impulsen wird in der Technik schon seit längerer Zeit angewendet. Dabei kommt als elektronenoptisches Mittel fast ausschliesslich die Braunsche Röhre zur Anwendung.
Der auf dem Leuchtschirm dieser Röhre einen leuchtenden Punkt erzeugende Katho denstrahl wird dabei durch ein Ablenk- plattenpaar mit Hilfe eines Kippspannungs- gerätes mit möglichst konstanter Geschwin digkeit in horizontaler Richtung abgelenkt.
Ein zweites, senkrecht zum ersteren stehen des Plattenpaar lenkt den Kathodenstrahl beim Eintreffen der elektrischen Impulse in vertikaler Richtung ab, so däss durch Mes sung des örtlichen Abstandes @dieser@Innpulse auf dem Leuchtschirm bei bekannter Ab- lenkgesehwindigkeit in horizontaler Rich tung auf das zeitliche Intervall zwischen den Impulsen geschlossen werden kann.
Bei einem andern bekannten Verfahren wird der Elektronenstrahl kreisförmig über den Leuchtschirm geführt und zur Auf- zeiühnun"gi,der Impulse durch ein kreisrundes, konzentrisches Ablenkelektrodensystem radial abgelenkt.
Da bei der kreisförmigen Strahl bewegung für eine konstante Winkelge schwindigkeit gesorgt ist, so kann aus dem Winkel, den die radialen Impulse mitein ander einschliessen, wiederum auf den zeit lichen Abstand dieser Impulse geschlossen werden.
Die kreisförmige Strahlbewegung wird bei diesem Verfahren allgemein durch An legen von zwei um die Dauer einer Viertel wellenlänge zeitlich gegeneinader verscho benen, möglichst genau sinusförmigen Span nungen an. zwei senkrecht zueinandeTssltehen- den Ablenkplattenpaaren erzeugt. Durch diese Massnahme. resultiert nämlich ein sich dre hendes elektrisches
Ablenkfeld. An Stelle von elektrischen Drehfeldern zur kreisför migen Strahlablenkung kommen auch ma- gnetisehe Ablenkdrehfelder zur Anwendung.
Der Vorteil der kreisförmigen Strahlab- lenkung liegt in der Möglicheit, den örtlichen, gegenseitigen Abstand der Impulse bedeu tend grösser zu wählen, als dies bei einer geradlinigen Zeitablenkung der Fall ist, wo bei als örtlicher Abstand sinngemäss. die Strecke zwischen den Impulsen auf dem Kreisbogen gemessen zu verstehen ist, wie das in. Fig. 1 dargestellt ist.
In dieser Figur stellt der dickausgezogene greis die" Bahn des Leuchtfleckes auf :dem Schirm einer Braunsehen Röhre und die beiden nach aussen stehenden Spitzen zwei aufgezeichnete elek trische Impulse dar.
Von dieser Möglichkeit wird man beson ders dann mit Vorteil Gebrauch machen, wenn die Zeitmessung sehr genau sein muss, was bei ges\treckter Zeitskala (geradlinige Ab lenkung) sehr erschwert ist, und zwar wegen des verhältnismässig grossen Lichtfleckdurch- messers der Braunsehen Röhre und mannig- facher Ablenkfehler, die sich besonders bei billigen, handelsüblichen Braunschen Röh ren bemerkbar machen.
Man kann bei kreis förmiger Zeitskala die Ablesegenauigkeit sehr weit treiben, wenn die Kreisablenkung mit einer sehr hohen Frequenz erfolgt, so dass der Lichtfleck während der zu messen den' Zeit mehrmals den gesamten Kreisweg der Zeitskala beschreibt. Bei - diesem Vor gehen muss nun aber von vornherein der Zeitabstand der Impulse mit einer Genauig keit bekannt sein, die durch die Zahl der Umläufe gegeben ist.
Ist nämlich cpo der auf dem Leuchtschirm der Braunschen Röhre gemessene Winkel zwischen zwei auf einanderfolgenden Impulsen, so beträgt der gesamte für die Zeitmessung massgebende Winkel g7 im Bogenmass gemeesen 99" -f - n.
92j1, woraus ohne weiteres die Notwendigkeit der Kenntnis des die Zahl der ganzen Umläufe darstellenden Faktors n hervorgeht.
Bei Anwendung .der kreisförmigen Zeit skala kommt als weitere Forderung hinzu, dass die Impulse gemäss ihrer zeitlichen Reihenfolge gekennzeichnet sein müssen, weil nur dann der Winkel 99o richtig be- stimmt werden kann und eine Verwechslung mit dem suppdementären Wkkel 2,
n-gga aupgescblossen ist.
Im Fall der Fig. 1 ist diese Forderung dadurch erfüllt worden, dass dem Kathoden strahl beim ersten Impuls eine geringere radiale Ausienkung erteilt worden ist als beim zweiten Impuls.
Es ist nun ersichtlich, dass bei billigen, handelsüblichen Braunschen Röhren unter Berücksichtigung der Ungenauigkeiten und zeitlichen Schwankungen der für die Erzeu gung der Ablenkdrehfelder benützten Schalt elemente, wie Widerstände, Kondensatoren etc., die Messgenauigkeit für die den Impul sen.
entsprechenden Signale bestenfalls einige Bogengrade beträgt, so dass für sehr genaue Zeitmessungen, z. B. von der relativen Ge nauigkeit von einem Promille, die Zahl n der ganzen Umläufe verhältnismässig gross gewählt werden muss, um die verlangte rela- tive=.1Vlessgenauigkeit zu erreichen. Beträgt z.
B. die absolute Messgenauigkeit etwa sie ben Bogengrade, so muss bei einer gefor derten relativen Genauigkeit der Zeitbestim mung von einem Promille der gesamte, vom Leuchtfleck durchlaufene Winkel 9p min destens tausendmal sieben Bogengrade be tragen, was rund zwanzig ganze Umläufe ergibt. Es ist klar, dass in einem solchen Falle die Bestimmung des die Zahl der ganzen Umläufe darstellenden Faktors n auf Schwierigkeiten stösst.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein elektronenoptischer Kurzzeitmesser, bei dem diese Schwierigkeiten in einem grossen Messbereich umgangen sind. Der elek- tronenoptische Kurzzeitmesser gemäss der vorliegenden Erfindung kennzeichnet sich dadurch,
dass er eine Kathodenstrahlhaupt- röhre mit einem kreisförmigen Ablenkungs- drehfeld hoher Winkelablenkgeschwindig- keit und mindestens eine dazu parallele Ka- thodenstrahlhilfsröhre mit einem kreisförmi- gen Ablenkungsdrehfeld niedrigerer Win- kelablenkgeschwindigkeit <RTI
ID="0002.0113"> aufweist, wobei durch elektrische Mittel die einzelnen Im pulse, deren zeitlicher Abstand zu messen ist, auf den Leuchtschirmen aller Röhren durch Signale sichtbar gemacht werden, aus welchen die Reihenfolge dieser Impulse er kennbar ist.
An Hand der Fig. 2, 3 und 4 sollen bei spielsweise Ausführungsformen des elektro- nenoptischen Kurzzeitmessers nach der Er findung näher erläutert werden.
Es zeigt: Fig. 2 das Bild der Leuchtschirme von drei Braunschen Röhren eines Kurzzeitmes- sers, Fig. 3 eine Ableseschablone zum Ablesen der Winkel zwischen photographisch regi strierten Impulsen und Fig. 4 die elektrische Schaltung eines Kurzzeitmessers,
der mit zwei Braunschen Röhren ausgestattet ist.
Die drei Braunschen Röhren, deren Leuchtschirme in. Fig. 2 dargestellt sind, seien in der Weise geschaltet, dass auf Tier rechten Röhre (Hauptröhre) der Leuchtfleck mit der sehr hohen Kreisfrequenz co, auf der linken Röhre (erste Hilfsröhre) .mit der nied rigeren Kreisfrequenz 9u' und auf der mitt leren Röhre (zweite Hilfsröhre)
mit einer dazwischenliegenden Frequenz 9o" kreisför mig abgelenkt wird. Die Impulse sind nicht radial, sondern als kleine Kreisbogen auf gezeichnet worden, und zur Untersicheidung der Impulse ist durch besondere, später be schriebene Massnahmen dafür gesorgt wor den, dass die Impulse nicht auf den gleichen Kreisdurchmesser zu liegen kommen.
Da diese Impulse eine grössere Ausdehnung längs des Kreisumfanges besitzen, so wird man die Winkel 99o, qgö und qgö ' vorteilhaft vom Anfangspunkt des ersten zum Anfangs punkt des zweiten Signals messen, was in den Fig. 2 und 3 in diesem Sinne dargestellt ist.
Der gesamte Ablenkwinkel (p auf der Hauptröhre beträgt 99o + n 2 a. Analog ist der 'Gesamtablenkwinkel bei .den andern beiden Röhren 99' <I>=</I> (p"' -f- n'.<I>2</I> n bezw. 9p" - cgö' -f- n" .
2 n. Es ist ohne weiteres klar, dass zwischen den Winkeln 99, <B>99'</B> und (p" und den als bekannt vorausgesetzten Ab- lenkwinkelgesehwindigkeiten co, 9o' und 9o" eine einfache Proportionalität besteht.
Fer ner wird vorausgesetzt, dass die Zahl der Umläufe n' bekannt ist, das heisst, @d!ass das zu messende Zeitintervall seiner Grössenord nung nach bekannt ist. Da co' < co" < co ist, wird man n' auch in solchen Fällen noch mit Sicherheit abschätzen können, z. B. = 0, 1, 2 oder etwa 3, wo eine Abschätzung von n" oder<I>gar n</I> unmöglich wäre.
Durch Ab- Iesen des Winkels (Po' ist somit der Winkel 99' mit der durch die Apparatur gegebenen abso luten Messgenauigkeit gegeben. Der Mess- fehler von g9' sei mit A qg' bezeichnet;
er kann offenbar beliebiges Vorzeichen besitzen. Dureh Multiplikation des Winkels 99' mit dem entsprechenden Verhältnis der WinUell- ablenkgesehwindigkeiten co" :
ui errechnet sich nun der Winkel 9p", der auf der zwei ten Hilfsröhre mit -der Wiukelablenkge- schwindigkeit co" @abgelesen würde, wenn, keine Messfehler vorhanden wären.
Bezeich net man den Messfehler auf der zweiten HilfsTöhre mit A g9", so umuss dieser Mess- fehler, vermehrt um den mit dem Winkel- ges.c11windigkeitsverhälltnis co" :
co' multipai- zierten Messfehler <I>A</I> (p' .der ersten Hilfsröhre kleiner als n sein, wenn eine Zweideutigkeit in der Bestimmung des Winkels 99" auf .der zweiten Hilfsröh=re vermieden werden soll.
EMI0003.0120
Ist nämlich dieser totale, auf die zweite Hilfsröhre reduziere Messfehler beispiels- v-eise :gerade :
gleich n, so ist der wahre Win kel (p" gleich .dem abgelesenen Winkel ver mehrt oder aber au-eh vermindert um den Totalfehler n, <B>du</B> ja ,das Vorzeichen eines Fehlers beliebig sein kann, was aber gerade eine Unsicherheit von einer ganzen Umdre hung auf der zweiten Hilfsröhre ergibt.
Diese soeben abgeleitete Bedingung für -die zulässige Grösse der MessfeMer gilt nur bei genau bekannten Winkelge'schwindig- keiten.. -Sind diese Winkelgeschwindigkeiten ebenfalls nur innerhalb gewisser Fehlexlären- zen bekannt,
so muss der daraus resultierende MessTehler zu den bereits erwähnten Fehlern hinzuaididiert werden und die totale Summe dieser Fehler muss dann kleiner als n sein.
Ist diese Bedingung erfüllt, so kann nun aus dem naoh der Beziehung
EMI0003.0155
angenähert errechneten Winkel (p" eindeutig auf die Umdrehungszahl n" "om-c'hlossen wer den, indem in oder Beziehung <B>99</B> ff =: 990't + rr'.2jc die Zahl n" eine ganze Zahl sein muss.
Die Genauigkeitsbedingung bestimmt so mit das maximal mögliche Verhältnis co" : co' zwischen Iden Wvnkelablenk"-es.ohwindigkei- ten, das zur Wahrung der eindeutigen Be stimmung der UmdTeliungszaMen gewählt werden kann.
Aus,dem abgelesenen Winkel 95o" und ,der Umdrehungszahl n", die nach -dem soeben beschriebenen Verfahren bestimmt worden ist, kann nun. in genau gleicher Weise die Umdrehungszahl n der Hauptröhre bestimmt werden. Die entsprechende Ges.chwindigkeits- bedingung lautet hierbei:
EMI0004.0010
Dabei sind mit<I>0</I> 9p der Messfehler auf. der Hauptröhre bezeichnet und eventuell vor handene Fehler der Winkelablenkgesehwin- digkeiten wiederum als vernachlässigbar klein, angenommen worden.
Die letztgenannte Vernachlässigung isst bei Anwendung der modernen Mitteil für die Erzeugung einer konstanten Frequenz ohne weiteres gestattet, indem Quarz- oder Stimm- gabeloszillatoren sehr genaue und konstante Frequenzen liefern.
Um ein konstantes Fre- quenzverhältnis zwischen den einzelnen Röh ren zu gewährleisten, wird man dabei mit Vorteil von der bekannten Möglichkeit Ge brauch machen, die Oszil'latorfrequenz ganz- zabllig zu unterteilen. oder zu vervielfachen.
Um eine rasche Ablesungs.möglichkeit für das Messresultat zu besitzen, wird man das Verhältnis der Ablenkfrequenzen d@er einzel nen Röhren mit Vorteil dekadisch wählen und den Kreisumlauf auf jeder Röhre in 10 Sektoren unterteilen.
Jeder Sektor auf einer Röhre entspricht dann einer ganzen Umdrehung auf der nächstfolgenden, mit zehnfacher Geschwin digkeit arbeitenden Röhre. Ein Sektor der Hauptröhre stellt die für die Messung ge wählte Zeiteinheit dar, und es kann bei einer solchen Einteilung nun sehr rasch und ohne Zahlenrechnung das gesamte Zeitintervall als Vielfaches der gewählten Zeiteinheit angeschrieben werden, wie das an einem Zah lenbeispiel gezeigt werden soll.
Es betrage nämlich beispielsweise der ab gelesene Winkel (p8' der ersten Hilfsröhre drei ganze Zehnersektoren, der Winkel cpe" der zweiten Hilfsröhre deren sieben und der Winkel cpe der Hauptröhre deren zwei, und es sei ferner aus den Versuchsbedingungen bekannt, dass der Leuchtfleck der ersten Hilfsröhre zwei ganze Umdrehungen ausge- führt hat, so ist die Zahl der Zeiteinheiten einfach gleich 237:
Beträgt idie Messgenauig- keit auf der Hauptröhre noch mehr als einen Zehnersektor, so können auch noch Bruchteile von Einheiten angegeben werden, z. B. 2372,4.
Dieses Beispiel erhellt, dass mit drei Röhren und der verhältnismässig sehr groben Einteilung des Kreisumfanges in nur zehn Teile eine Zeitmessung ermöglicht wird, deren Genauigkeit auf jeden Fall unter einem Promille liegt.
Ein wesentlicher Vor teil dieses Zeitmessverfahrens liegt nun darin, dass die abgeleitete Genauigkeitsbedingung bei dieser groben Kreiseinteilung auch mit den billigsten, handelsüblichen Braunschen Röhren ohne weiteres erfüllt werden kann, so dass trotz des verhältnismässig grossen, schaltungstechnischen Aufwandes, der für den Betrieb von mehreren Braunschen Röh ren notwendig ist, die ganze Apparatur doch sehr billig zu stehen kommt,
da durchwegs ganz normale, handelsübliche und deshalb sehr billige Schaltungselemente verwendet werden können.
Durch Hinzufügen von weiteren Braun- sehen Röhren kann die Messgenauigkeit offenbar beliebig gesteigert werden und sie ist schliesslich nur durch die Notwendigkeit begrenzt, die leuchtenden Impulse auf den Leuchtschirmen der Röhren photographisch festhalten zu müssen, da bei raschen Vor gängen ein Ablesen von Auge schwierig und unsicher ist.
Die photographische Registrie rung ist nun aber nur his zu einer bestimm- ten maximalen Ablenkgeschwindigkeit des Leuchtfleckes durchführbar, weil die Leucht kraft des Leuchtfleckes mit zunehmender Ge- schwindigkeit immer mehr abnimmt.
Trotz dem erreicht man aber mit den heute käuf lichen Braunsehen Röhren ohne weiteres maximale Messgenauigkeiten von 10-8 bis 10<B>'</B> Sekunden.
Beim Ablesen der von den Impulsen ein geschlossenen Winkel 99o, 99", 99ö' etc. auf dem photographischen Film bedient man sich mit Vorteil der, in Fig: 3 dargestellten Ableseschablone. Auf einem durchsichtigen, rechteckigen Blatt 1 aus Zelluloid oder der gleichen Materials ist eine in zehn Haupt sektoren eingeteilte und um das Zentrum drehbare, ebenfalls durchsichtige Scheibe 2 befestigt.
Legt man nun diese Schablone auf den photographisch entwickelten Film 3 und stellt man den Nullstrich der drehbaren Skala auf den ersten Impuls 4 ein, so kann auf der Skala sofort die Zahl der ganzen Sektoren bis zum zweiten Impuls 5 abgelesen werden.
Die Anwendung einer solchen AL leseschablone erweist sich zur Vermeidung von Ablesefehlern und zur Ermöglichung einer raschen Ablesung sehr vorteilhaft. Im- merhin muss dafür gesorgt sein, dass das Zentrum der Schablone mit dem Mittelpunkt des vom Leuchtfleck durchlaufenen Kreises übereinstimmt. Bei einer Röhre mit beson derer,
für die radiale Impulsaufzeichnung dienender Ablenkelektrode ist die Errei chung dieser Übereinstimmung ohne weiteres möglich, indem der dauernd rotierende Licht fleck auf dem Film einen greis erzeugt, der nun einfach mit einem der Hilfskreise 6 der Schablone zur Deckung a*ebracht werden muss. Die Braunsehen Röhren mit radialer Impuls aufzeichnung sind nun nicht so handels üblich und so billig, wie die normalen Braun szhen Röhren:
, die keine Spezielelektroden für die radiale Aufzeichnung der Impulse besit zen. Auf einer normalen Braunsehen Röhre können die Impulse zweckmässig dadurch ablesbar gemacht werden, dass der Lichtfleck nur im Moment des Eintreffens der Impulse aufleuchtet und der Kathodenstrahl sonst unterdrückt ist. Auf dem Leuchtschirm bezw. auf dem photographischen Film er scheinen somit nur zwei Punkte oder Kreis bogenabschnitte und der zugehörige Kreis mittelpunkt ist dabei im allgemeinen unbe- stimmt.
Es müssen deshalb für die Kennzeich nung des Kreismittelpunktes noch bestimmte Vorkehrungen getroffen werden. Eine dieser Massnahmen besteht z. B. darin, die Gitter- spannung der Braunsehen Röhre auf einen solchen Wert einzustellen, dass der Leucht- fleck auf dem Leuchtschirm ganz schwach leuchtet. Auf dem Film erscheint damit als Kreisbahn des Leuchtfleckes ein schwach geschwärzter Kreis, während sich die Im pulse durch eine starke Schwärzung deutlich von ihm abheben.
In Fig. 4 ist die Schaltung eines Kurz zeitmessers dargestellt, der mit zwei Braun sehen Röhren ausgestattet ist. Die senkrecht zueinanderetelhenden Strahlablenkelektroden- paare 7 und 8 der Braunsehen Röhren 9 sind mit einer Brückenschaltung 10 . ver bunden, die in bekannter Weise zwei um eine Viertelwellenlänge phasenverschobene Spannungen zu liefern vermag.
Die Brük- kenschafungen werden von den Versstär= kern 11 gespiesen, die ihrerseits mit dem Oszillator 12 verbunden sind. Dieser Oszil- lator ist mit einer Frequenzunterteilungs- schaltung ausgerüstet, so dass er an die bei den Verstärker 11 verschiedene Frequenzen abzugeben vermag, z.
B. kann er den obern Verstärker mit <B>10000</B> Hertz und den un tern Vexstärker mit 10üü Hertz speisen.
Jede Braunsche Röhre enthält bekannt lich neben den Ablenkelektroden eine Ka- thodenstrahlerzeugungseinrichtung 13, die im vorliegenden Fall mit einem nicht näher dargestellten Steuergitter ausgerüstet wird, so dass durch Anlegen einer negativen Vor spannung an dieses Gitter die kreisförmig abgelenkten Kathodenstrahlen 14 verdunkelt werden.
Der Ausgang des Impulsverstärkers 15 ist durch die Leitungen 16 mit den Steuergittern verbunden, so dass die über die Leitung 17 dem Impulsverstärker zugeführ ten elelktrischen Impulse die Sperrung der Kathodenstrahlen kurzzeitig aufheben und dadurch auf dem Leuchtschirm die erwähn ten leuchtenden,
kreisbogenförmigen Striche entstehen. Damit nun diese Striche zwecks Unterscheidung der zeitlichen Reihenfolge 'nicht auf den gleichen Kreisdurchmesser zu liegen kommen, so werden im Beispiel nach Fig. 4 Braunsche Röhren mit Nachbeschleu nigung des Kathodenstrahles verwendet.
An die hierzu notwendigen Nachbeschleuni- gungselektroden 18 wird in bekannter Weise ein grosses, positives, elektrisches Potential angelegt, welches vom Speise- und - Steuer gerät 19 erzeugt wird.
Es ist nun bekannt, dass bei Braunscheu Röhren mit Nachbeschleunigung die Grösse der Strablablenkung vom Betrage des Nach- beschleuniggungspotentials abhängt, und zwar wird die Strahlablenkung um so kleiner, je grösser die Nachbeschleunigungsspan- nung ist.-Diese Tatsache, wird nun in diesem Beispiel dazu ausgenützt,
um den Durchmes ser des vom Kathodenstrahl beschriebenen Kreises durch Änderung- der Nachbeschleu- nigungsspannung grösser oder kleiner zu machen, Der Ausgang des Impulsverstärkers 15 wird durch 20 mit dem Speise- und Steuer gerät 19 verbunden. Dieses enthält im we sentlichen eine Verstärkerröhre 21, deren Anode mit den Nachbeschleunigungselektro- den,verbunden ist.
Fliesst ein Anodenstrom in der Röhre 21, so entsteht am Widerstand 22 ein Spannungsabfall, wodurch das Po tential der Nachbeschleunigungselektroden abgesenkt wird. Der erste Impuls, welcher als positiver Spannungsimpuls auf der Lei tung 20 ankommt, wird durch ein Verzöge- rungsglied, bestehend aus Widerstand 23 und Kapazität 24 derart verzögert, dass er im ersten Moment noch keine Veränderung der Gitterspannung zur Folge hat.
Erst nach Ablauf der ersten Impulsdauer wird das Gitter der Verstärkerröhre - für einige Zeit positiv und damit das Nachbeschleunigungs- potential gesenkt. Der-nunmehr ankommende zweite Impuls wird somit auf einem Kreis mit grösserem Durchmesser auf dem Leucht- schirm der Braunsehen Röhre aufgezeichnet.
Die. Anwendung der Braunscheu Röhren mit Nachbeschleunigung des Kathoden strahls besitzt neben der soeben beschrie benen Möglichkeit, die Ablenkung des Ka- thodenstrahls in-einfacher Weise zu beein flussen, auch-noch den Vorteil, dass durch die Nachbeschleunigung der Leuchtfleck zu einem intensiveren Leuchten angeregt wird, wodurch die photographische Registrierung erleichtert wird.
Auch durch die Beeinflussung der<B>An-</B> odenspannung der Braunsehen Röhre kann die Strahlablenkung verändert werden, wo bei jedoch. durch gleichzeitige und geeignete Änderung der Spannung der übrigen Elek troden der Strahlerzeugungseinrichtung da für Sorge getragen werden muss, dass die Fokussierung des Kathodenstrahls nicht ver schlechtert wird. Es kann z.
B. die gleiche Schaltung verwendet werden, die zur Sen kung der Nachbeschleunigungsspannung in dem zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Impulsen liegenden Zeitintervall vorgeschla gen worden ist.
An Stelle einer Senkung der Nachbeschleumgunb-,spannung tritt eine Verkleinerung der Anodenspannung. Das zwecks Vermeidung einer Verschlechterung der Fokussierung notwendige proportionale Absenken der Spannung an den übrigen Elektroden der Strahlerzeugungseinrichtung wird am einfachsten dadurch bewerkstelligt, dass alle diese Elektroden mit einem mit der Anode verbundenen Spannungsteiler verbun den werden.
Schliesslich kann die Kenntlisshm-achunag, der zeitlichen Reihenfolge der Impulse durch Wahl verschieden ,grosser Katho;denstrahl- ströme und damit verschieden grosser Hekig- keit der Leuchtflecke erfolgen. Die erforder liche Schaltung.kann z.
B. aus, kleinen Kopp- lungskondensatoren bestehen, die in die Lei tungen 1ss vom Verstä.xher <B>1.5</B> zu .den Steuer gittern der Katho,denstrählerzeugunb einrich- tungen 1-3 eingeschaltet werden.
Diese Kopp- hixygskondensato.ren werden infolge des. Auf- tretens von Gitterströmen an .den ;steuergit- tern bei der Hellsteuerung des Kathoden strahls während der Dauer des- ersten Im pulses um einen bestimmten Betrag aufge- laden, wodurch das Potential der Steuer gitter sinkt.
Beim. Eintreffen des zweiten Im pulses vermögen die Steuergitter wegen .die- ser nicht mehr- den gleich grossen Käthodenstrahlstrom freizugeben wie beim ersten -Impuls.