Spitzenlose Schleifmaschine. Die bei einer spitzenlosen Schleifmaschine direkt mit dem Werkstück zusammenwirken den Teile sind die Schleifscheibe, die Gegen scheibe und die Stützschiene. Diese drei Teile sind relativ zueinander verstellbar. Bei einigen Konstruktionen ist die Stützschiene im Maschinenbett fest angebracht, und die Schleif- und Gegenscheiben sind auf Schlit ten gegenüber dieser Stütze verschiebbar an geordnet. Bei andern Konstruktionen ist die Schleifscheibe direkt auf dem Maschinenbett gelagert, und die Gegenscheibe und die Stütz schiene sind relativ zu dieser beweglich.
Die Achse der Schleif- und Gegenscheibe können entweder parallel zueinander sein, beim so genannten Einstechschleifen, oder die eine der Achsen kann in einem gewissen Winkel, vorzugsweise 0 bis 6 , zu der andern zum Erzielen einer axialen Verschiebung des Werkstückes während des Schleifens verstell bar sein. Bei den bisher bekannten spitzen losen Schleifmaschinen mit verschiebbaren Schleif- und Gegenscheiben sind die Schleif scheibe und die Gegenscheibe in ein und der selben Richtung, gewöhnlich in waagrechter Richtung, verschiebbar. Während des Schlei fens liegt das Werkstück gegen die Gegen scheibe und die Stützschiene an.
Damit durch das Schleifen eine allmähliche Ver minderung der Unrundheit des Werkstückes erzielt wird, ist die Stützschiene auf solche Weise zu verstellen, dass die Mitte des Werk stückes etwas oberhalb bezw. auf der Seite des schmälsten Teils des Schleifmauls liegt, falls Schleif- und Gegenscheibe übereinander geordnet sind, so dass das Werkstück frei ist, gegen den mehr Raum bietenden Teil des Schleifmauls, also nach der entgegen gesetzten Seite des Schleifmauls zu, auszu weichen.
Die Stellung des Werkstückes zur Schleif- und Gegenscheibe ist von ausschlug gebender Bedeutung für die beim Schleifen zu erhaltende Genauigkeit betreffend Rundheit des Werkstückes. Bei den bereits bekannten Maschinen ist diese Stellung für verschiedene Durchmesser des Werkstückes verschieden und variiert ausserdem für verschiedene Durchmesser der Schleif- und Gegenscheibe. Um das bestmögliche Schleifergebnis zu er zielen, muss deshalb die Lage eines Werk stückes mit einem gewissen Durchmesser je nach dem Verschleiss der Scheiben geändert werden.
Bei einer näheren Untersuchung hat es sich gezeigt, dass der für das Ergebnis des Schleifens ausschlaggebende Wert der Win kel zwischen denjenigen Tangenten ist, die durch die Berührungspunkte des Werkstückes mit der Schleifscheibe bezw. mit der Gegen scheibe gehen. Dieser Winkel kann zweck mässig einen Wert zwischen 5 und 20' haben, und zum Beispiel etwa 10 betragen. Man sollte also von einem gewissen gewünschten Winkel, beispielsweise<B>10',</B> ausgehen können und für jede Kombination von Durchmessern der Schleifscheibe, des Werkstückes und der Gegenscheibe berechnen, wo das Werkstück angeordnet sein muss, damit der gewünschte Winkel zwischen den Tangenten erhalten wird.
Auf diese Weise kann allerdings eine richtige Verstellung der Stützschiene erhal ten werden, aber wenn auch Kurven und Ta bellen für entsprechende Werte aufgestellt werden, so wird trotzdem die Verstellung der Stützschiene eine zeitraubende Operation, die kaum mit unqualifizierter Arbeitskraft aus geführt werden kann.
Die vorliegende Erfindung, die eine spit zenlose Schleifmaschine mit Schleif- und Ge genscheibe und mit Stützschiene betrifft, er möglicht es, den gewünschten Winkel zwi schen den genannten Tangenten zu erhalten. Die Erfindung zeichnet sich aus durch zwei in einem Winkel relativ zueinander verschieb bare Schlitten zur gegenseitigen Verschie bung der Schleif- und der Gegenscheibe in der Querrichtung zu den Drehachsen dieser Scheiben. Die Stützschiene kann hierbei so eingestellt werden, dass die Verbindungslinien zwischen Werkstückmittel und der Mitte der Gegenscheibe bezw. der Schleifscheibe einen Winkel von 180 bilden, abzüglich des ge- wünschten Winkels zwischen den genannten Tangenten.
Die Erfindung ermöglicht eine Kürzung der für die Verstellung der Stützschiene er forderlichen Zeit und ermöglicht, das Werk stück in die richtige Lage zur Schleifscheibe und zur Gegenscheibe zu bringen.
Weitere Vorteile von speziellen Ausfüh rungen gehen aus der nachfolgenden Be schreibung im Zusammenhang mit den bei gefügten Zeichnungen hervor, die eine be kannte Schleifmaschine und einige beispiels weise Ausführungsformen der Erfindung ver anschaulichen.
Fig. 1 zeigt den bisher üblichen geo metrischen Zusammenhang zwischen den arbeitenden Teilen und dem Werkstück einer spitzenlosen Schleifmaschine.
Fig. 2 zeigt schematisch eine spitzenlose Schleifmaschine bereits bekannter Konstruk tion.
Fig. 3 zeigt schematisch eine ein Bei spiel bildende spitzenlose Schleifmaschine. Fig. 4 zeigt ein weiteres Beispiel.
Fig. 5 und 6 zeigen die Gegenscheibe die ses Beispiels in zwei verschiedenen Lagen. Fig. 7 ist eine senkrechte Projektion einer weiteren Ausführungsform, und Fig. 8 zeigt eine weitere Ausführungs form. In sämtlichen Figuren sind entspre chende Teile mit gleichen Hinweiszeichen versehen.
In Fig. 1 ist der bisher übliche geo metrische Zusammenhang zwischen der Schleifscheibe 1, der Gegenscheibe 3 und dem auf der Stützschiene 5 ruhenden Werkstück 6 veranschaulicht. Die Drehachsen der Schleif scheibe 1 und der Gegenscheibe 3 sind zuein ander parallel und liegen in einer Ebene a-a, die waagrecht sein oder eine geneigte Stel lung zur Horizontalebene einnehmen kann. In Fig. 1 und 2 wird die Ebene a-a als waagrecht angenommen. Unter der Ebene a---a befindet sich die Stützschiene 5, die mit zwei geneigten, einen Winkel bildenden Stütz flächen 7, 71 versehen ist.
Wie aus der Fig. 2 ersichtlich, wird die Schleifscheibe 1 von einem Schleifscheibenschlitten 2 und die Ge- genscheibe 3 von einem Gegenscheibenschlit ten 4 getragen. Die beiden Schlitten werden von einem in Fig. 1 und 2 nicht gezeigten Gestell getragen. Sie sind in einer und der selben Richtung parallel zur Ebene a-a ver schiebbar, und die Stützschiene ist in einer gegen die Ebene a-a senkrechten Richtung verstellbar.
Vor dem Schleifen werden der Ge genscheibenschlitten und die Stützschiene so verstellt, dass ein Werkstück oder ein Modell mit den Abmessungen des fertiggeschliffenen Werkstückes zur Anlage gegen die Stütz fläche 7 der Stützschiene sowie gegen die Gegenscheibe kommt, was am deutlichsten in Fig. 1 gezeigt ist. Die Stützschiene 5 soll ferner auf eine solche Höhe eingestellt sein, dass die Achse des Werkstückes sich auf einer gewissen Höhe über der Ebene a-a befindet. Das Werkstück erhält somit die Möglichkeit, nach einem mehr Raum bietenden Teil 30 des Schleifmauls oberhalb des Werkstückes aus zuweichen, und das Schleifen verursacht eine allmähliche Verminderung der Unrundheit des Werkstückes.
Die zweckmässigste Höhe wird verschieden für verschiedene Durch messer von Schleifscheibe, Gegenscheibe und Werkstück, und die Wahl einer geeigneten Höhe h war deshalb beim Schleifen auf spit zenlosen Schleifmaschinen bisher bekannter Konstruktion mit Schwierigkeiten verbunden.
Der Winkel zwischen der Ebene a-a und der Verbindungslinie zwischen den Mittel punkten der Gegenscheibe und des Werk stückes ist in Fig. 1 mit v, bezeichnet, und der Winkel zwischen der Ebene a-a und der Verbindungslinie zwischen den Mittelpunkten der Schleifscheibe und des Werkstückes ist mit v. bezeichnet. Da die durch die Berüh rungspunkte des Werkstückes mit der Gegen scheibe und der Schleifscheibe gehenden Tan genten t1 und t2 die erwähnten Verbindungs linien unter rechten Winkeln schneiden, bil den die beiden Tangenten miteinander einen Winkel von v1 -i- v2 = v. Es hat sich ge zeigt, dass der Wert v1 -I- v2 = v von mass gebender Bedeutung für das Ergebnis der Schleifung ist.
Der Winkel v liegt vorteil haft zwischen 5 und 20 und kann für sehr verschiedene Schleifverfahren und für ver schiedene Werte der Durchmesser der Schleif scheibe, der Gegenscheibe und des Werkstük- kes auf einen bestimmten Wert, geeigneter weise 10 , wie auf der Zeichnung veran schaulicht, fixiert werden.
Die spitzenlose Schleifmaschine nach Fig. 3 ist von solcher Bauart, dass der ge wünschte Winkel zwischen den fraglichen beiden Tangenten des Werkstückes selbst tätig erhalten wird.
Die Schleifscheibe 1 wird von einem Schlitten 2 und die Gegenscheibe 3 von einem Schlitten 4 getragen. Der Gegenscheiben schlitten 4 ist bei diesem Ausführungsbei spiel in horizontaler Richtung verschiebbar; während der Schleifscheibenschlitten 2 in einer Richtung verschiebbar ist, die mit der Horizontalebene einen Winkel von 180-v bildet, wobei v dem gewünschten Winkel zwi schen den Tangenten in den Berührungs punkten des Werkstückes mit der Schleif scheibe und der Gegenscheibe entspricht. Die Schlitten sind in Führungen des Maschinen bettes gelagert,
die den stumpfen Winkel 180-#v bilden. Die Stützschiene 5 der Ma schine ist vertikal verstellbar und wird auf solche Höhe verstellt, dass die Achse eines auf derselben ruhenden, noch nicht bearbei teten Werkstückes in derselben Horizontal ebene b-b liegt, wie die Drehachse der Ge genscheibe.
Die Stützschiene ist ferner zum Schleifscheibenschlitten so angeordnet, dass die Achse des noch nicht bearbeiteten Werk stückes mit der Schnittlinie zwischen der die Drehachse der Gegenscheibe enthaltenden Horizontalebene b-b sowie mit einer zur Verschiebungsrichtung des Schleifscheiben- schlittens parallelen, die Drehachse der Schleifscheibe enthaltenden Ebene c-c zu sammenfällt. Schleif- und Gegenscheibe kön nen also, wie ersichtlich, mit den Schlitten in der Querrichtung zu ihren Drehachsen verstellt werden.
Die Führung des Gegen scheibenschlittens verläuft waagrecht, wäh rend die Führung des Schleifscheibenschlit- tens von der Stützschiene weg um einen zwi schen 5 und 20 liegenden Winkel abwärts geneigt ist. Dieser Winkel beträgt zweck mässig 10 .
Wenn die Achse des Werkstückes mit der erwähnten Schnittlinie zusammen fällt und die Schleifscheibe in Berührung mit dem Werkstück gebracht wird, bilden die mit der Schleifscheibe und der Gegenscheibe gemeinsamen Tangenten des Werkstückes miteinander den gewünschten Winkel v (= 10'), und der gleiche Winkel wird immer erhalten, unabhängig von der Durchmesser verminderung der Gegenscheibe und der Schleifscheibe durch Abnutzung und Abrich tung. Die Durchmesserverminderung des Werkstückes während des Schleifens ist so unbedeutend, dass sie keine wesentliche Ein wirkung auf den Winkel zwischen den Tan genten hat.
Die für die Einstellung vor dem Schleifen erforderliche Höhenverstellung der Stützschiene ist also so vorzunehmen, dass die Achse des Werkstückes eine bestimmte Lage einnehmen wird.
Beim Beispiel nach Fig.4 werden der Schleif scheibenschlitten 2 und der Gegenscheiben schlitten 4 von einem kastenförmigen Gestell 10 getragen. Die Schleifscheibe 1 wird von einem auf dem Schleifscheibenschlitten mon tierten Motor 11, und die Gegenscheibe von einem innerhalb des Gestelles angebrachten Motor (auf der Zeichnung nicht gezeigt) an getrieben. Die Gegenscheibe 3 ist nicht direkt auf dem Gegenscheibenschlitten 4, son dern auf einem Spindelstock 12 montiert, der auf dem Schlitten 4 um eine in der Ebene d-d liegende Schrägstellungsachse drehbar gelagert ist, und zwar zum Zwecke der Schrägstellung der Drehachse der Gegen scheibe in einem grösseren oder kleineren Winkel, gewöhnlich 0 bis 6 , relativ zur Schleifscheibenachse. Die Drehachse der Ge genscheibe ist also zum Gegenscheibenschlit ten drehbar.
Die Schrägstellungsachse des Spindelstockes 12 schneidet die Drehachse der Gegenscheibe unter rechtem Winkel und liegt, wie oben angegeben, in einer Ebene d-d, die sich in der Verschiebungsrichtung des Gegenscheibenschlittens erstreckt und parallel zur Drehachse der Schleifscheibe ist. Die Schrägstellungsachse liegt in der Ver- schiebungsrichtung des Gegenschlittens. Der Schleifscheibenschlitten ist in einer Rich tung verschiebbar, die einen stumpfen Win kel von 180-v, der zum Beispiel zwischen <B>160</B> und 175 liegt, mit der Verschiebungs richtung des Gegenscheibenschlittens und also auch mit der Ebene d-d bildet.
Die zwischen den Schlitten angeordnete Stütz schiene 5 ist in der vertikalen Richtung, also in der Querrichtung der Verschiebungsrich tung des Gegenscheibenschlittens und der Drehachse der Scheibe 1 verstellbar und so angeordnet, dass eine durch sie in ihrer Ver stellungsrichtung sich erstreckende Ebene e-e, die die Achse des Werkstückes enthält, auch die Schnittlinie zwischen den Ebenen c-c und d-d enthält. Die Stützschiene wird vor Beginn des Schleifens auf solche Höhe verstellt, dass die Achse des fertig geschliffenen Werkstückes mit der erwähn ten Schnittlinie zusammenfällt.
Die Stütz schiene soll also auch bei schräggestellter Gegenscheibe auf eine solche Höhe eingestellt sein, dass die Achse des fertiggeschliffenen Werkstückes in eine bestimmte Lage kommt, welche Einstellung mit Hilfe eines Mess- fingers oder einer ähnlichen Hilfseinrichtung leicht stattfinden kann. Während des Schlei fens findet keine Verstellung der Stützschiene mehr statt.
Die Ebene e-e könnte auch höchstens in geringem Abstand von der genannten Schnitt linie verlaufen. Die Schrägstellungsachse schneidet diese Schnittlinie unter rechtem Winkel. Die Ebene c-c enthält die Dreh achse der Schleifscheibe und erstreckt sich in der Verschiebungsrichtung des Schleifschei# benschlittens. Die Drehachse der Gegen scheibe ist parallel zur Drehachse der Schleif # Scheibe verstellbar. 13 ist ein Abrichtwerk# zeug.
In Fig. 5 wird die Gegenscheibe 3 in einem Winkel z zur Längsrichtung der Stütz schiene schräggestellt, und zwar zum Vor schub von Werkstücken in der durch einen Pfeil angegebenen Richtung. Damit Linien berührung zwischen Gegenscheibe und Werk stück erfolgt, wird die Gegenscheibe durch Abrichten mittels Diamanten oder anderer Abrichtwerkzeuge in die Form eines Hyper boloids gebracht. Das Abrichtwerkzeug wird längs einer Linie vorgeschoben, die parallel zur Durchgangsrichtung des Werkstückes ist und diametral zur gewünschten Berührungs linie zwischen Werkstück und Gegenscheibe liegt.
Die Schrägstellungsachse q (durch einen Punkt in Fig. 5 und 6 gezeigt) schnei det die Bahn des Abrichtwerkzeuges unter einem rechten Winkel.
In Fig. 6 wird die Gegenscheibe im glei chen Winkel z schräggestellt wie in Fig. 5, aber in entgegengesetzter Richtung zur Längsrichtung der Stützschiene, und zwar zum Vorschub von Werkstücken in entgegen gesetzter Richtung durch das Schleifmaul, wie durch einen Pfeil gezeigt. Eine Gegen scheibe, die in der in Fig. 5 gezeigten Stel lung abgerichtet ist, um Linienberührung mit dem Werkstück zu erzeugen, wird auch in der in Fig. 6 gezeigten Stellung Linien berührung mit dem Werkstück haben, und zwar weil die Schrägstellungsachse die Bahn des Abrichtwerkzeuges unter rechtem Win kel schneidet. Man kann also die spitzenlose Schleifmaschine nach Fig. 4 bis 6 zum Durch gangsschleifen von Werkstücken abwechselnd in den beiden Richtungen anwenden.
Hier durch wird das Durchgangsschleifen von lan gen und schweren Stangen und Rohren er leichtert, indem solche Werkstücke in der Ma schine durch das Schleifmaul hin und her vorgeschoben werden können, bis sie fertig geschliffen sind.
Bei spitzenlosen Schleifmaschinen bisher bekannter Bauart war die Berührung zwischen Werkstück und Gegenscheibe gewöhnlich nicht in derselben Ebene, in der die Schräg stellungsachse liegt, vorgesehen, sondern in einer gewissen Entfernung von dieser Ebene. Demzufolge musste die Bahn des Abricht- werkzeuges in der gleichen Entfernung von dieser Ebene eingestellt werden. Wenn die Gegenscheibe hierbei in entgegengesetzter Richtung im gleichen Winkel schräggestellt wird, so entsteht keine Linienberührung zwi schen Werkstück und Gegenscheibe.
Bei spit- zenlosen Schleifmaschinen bisher bekannter Bauart hat es sich deshalb nicht als möglich erwiesen, das Durchgangsschleifen abwech selnd in beiden Richtungen vorzunehmen, son dern die Werkstücke mussten nach jeweiligem Durchgang zurücktransportiert werden.
Unter gewissen Verhältnissen kann es wünschenswert sein, den Winkel zwischen den durch die Berührungspunkte des Werk stückes mit der Schleif- und Gegenscheibe gehenden Tangenten zu variieren. Fig. 7 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung, bei welcher dies dadurch ermöglicht wird, dass der Winkel zwischen den Verschiebungs richtungen variiert werden kann. Der Schleifscheibenschlitten 2 ist auf einer Auf lage 14 verschiebbar, die auf zwei zylindri schen Flächen 15 des festen Gestelles 10 ruht.
Die Achse x der zylindrischen Flächen, um welche die Auflage im Bett drehbar ist (in Fig. 7 durch einen Punkt gezeigt), und welche zu den Verschiebungsrichtungen der beiden Schlitten rechtwinklig steht, fällt mit der Schnittlinie zwischen den Ebenen c-c und d-d und e-e zusammen. Dabei ent hält die Ebene c-c die Drehachse der Schleifscheibe und erstreckt sich in der Ver schiebungsrichtung des Schleifscheibenschlit tens, während die Ebene d-d die parallel zur Drehachse der Schleifscheibe verstellbare Drehachse der Gegenscheibe enthält und sich in der Verschiebungsrichtung des Gegen scheibenschlittens erstreckt.
Die Auflage kann durch Organe (auf der Zeichnung nicht gezeigt) längs der Flächen 15 drehverstellt und in verschiedenen Winkellagen um die Achse x der Flächen 15 festgespannt werden. In Fig. 7 ist der Schleifscheibenschlitten in einem Winkel von 165 gegen die Verschie bungsrichtung der Gegenscheibenschlitten geneigt, was bedeutet, dass die Tangenten des Werkstückes einen Winkel von 15 mitein ander bilden.
Der Winkel zwischen den Tan- genden kann auf der Gradeinteilung 17 des festen Gestelles direkt abgelesen werden. In. diesem Ausführungsbeispiel, in welchem die Gegenscheibe wiederum auf einem Schlitten , 4 angeordnet ist, kann der Winkel zwischen den Richtungen zwischen 180 und 165 variiert werden.
In Fig. 8 ist eine spitzenlose Schleif maschine gezeigt, deren Schleifscheibe 1 direkt auf dem festen Maschinenbett 10 ge lagert ist. Die Gegenscheibe 3 ist auf einem Spindelstock 12 gelagert, der auf dieselbe Weise, wie die in den Fig. 4 und 7 gezeigten Spindelstöcke 12 um eine in der Ebene g-g liegende Achse schräggestellt werden kann. Der Spindelstock 12 mit der Gegenscheibe wird von einem Oberschlitten 20 getragen, der auf einem Unterschlitten 21 verschiebbar montiert ist, welch letzterer wiederum auf dem festen Maschinenbett 10 zwecks Erhal tens des Vorschubes verschiebbar angebracht ist. Die Stützschiene 5, die als mit einer einzigen geneigten Stützfläche ausgeführt dargestellt ist, ist in diesem Ausführungs beispiel von einem besonderen Schlitten 22, der auf dem Oberschlitten 20 verschiebbar ist, getragen.
Stützschiene und Gegenscheibe können also verstellt werden. Die Verschie bungsrichtung des Oberschlittens 20 bildet bei dieser Ausführungsform einen Winkel, der zwischen 5 und 20 liegt und zum Bei spiel<B>10'</B> beträgt, mit der Verschiebungsrich tung des Unterschlittens 21, die waagrecht ist. Der Oberschlitten ist um diesen Winkel von der Stützschiene weg abwärts verschieb bar.
Wenn das Schleifen eines Werkstückes vorzunehmen ist, wird die Stützschiene 5 zu erst rechtwinklig zur Gegenscheibe 3 in eine solche Lage verstellt, dass ein gegen die Stützschiene und die Gegenscheibe anliegen des Werkstück mit den gewünschten Abmes sungen sich mit seiner Achse gerade gegen über dem Zentrum der Gegenscheibe, in der Verschiebungsrichtung des Oberschlittens 20 betrachtet, befindet. Wenn die Achse der Gegenscheibe parallel zur Achse der Schleif scheibe verstellt wird, wie gewöhnlich beim Schleifen nach dem Einstechverfahren, liegen also die Achsen der Gegenscheibe und des Werkstückes in einer und derselben, in der Verschiebungsrichtung des Oberschlittens 20 befindlichen Ebene g-g, die parallel zur Umlaufachse der Schleifscheibe ist.
Wenn hingegen die Achse der Gegenscheibe um einen gewissen Winkel zur Schleif scheiben- achse schräggestellt ist, wie beim Schleifen nach dem Durchgangsschleifverfahren üblich, liegt nur der Schnittpunkt der Drehachse der Gegenscheibe mit der Schrägstellungsachse in der erwähnten Ebene. Nachdem die Verstel lung der Stützschiene relativ zur Gegen scheibe vorgenommen ist, wird der Ober schlitten 20 auf dem Unterschlitten 21 ver schoben, so dass die Mitte des Werkstückes in dieselbe in der Verschiebungsrichtung des Unterschlittens liegende Ebene h-h kommt, wie die Drehachse der Schleifscheibe.
Der Oberschlitten 20 wird sodann in dieser Lage fixiert, und die eigentliche Schleifoperation wird durch Verschiebung des Unterschlittens 21 gegen die Schleifscheibe in der durch einen Pfeil angegebenen Richtung herbei geführt. Wenn das Werkstück mit der Schleifscheibe in Berührung kommt, bilden die mit der Schleifscheibe und der Gegen scheibe gemeinsamen Tangenten den ge wünschten Winkel v (=<B>10')</B> miteinander, weshalb das Schleifen günstig verläuft.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die in den Zeichnungen gezeigten Aus führungsformen begrenzt, sondern umfasst alle denkbaren Modifikationen derselben.
Die zum Beispiel in Fig. 4 gezeigte Schleifmaschine kann so verändert werden, dass der Schleifscheibenschlitten waagrecht verschiebbar ist, während der Gegenseheiben- schlitten auf einer von der Stützschiene weg abwärts geneigten Führung verschiebbar ist. Auch alle andern Orientierungen der Ver schiebungsrichtungen der Schlitten fallen in den Bereich vorliegender Erfindung.
Die in Fig. 8 gezeigte Schleifmaschine kann auf solche Weise verändert werden, dass die Ge genscheibe direkt auf dem Bett montiert wird und die Schleifscheibe auf einem Oberschlit ten angebracht wird, der wiederum auf einem Unterschlitten verschiebbar angeordnet ist, wobei die Führungen der beiden Schlitten winklig zueinander verlaufen.