Richtantenne. Es sind Richtantennen bekannt, welche aus Einzelantennen aufgebaut sind, die zur Beseitigung von Peilfehlern nur die vertikal polarisierten Wellen aufnehmen bezw. aus strahlen. Zur Unterdrückung der horizon talen Komponente dienen eine Reihe von Massnahmen, die teils in der Ausbildung der Einzelantennen selbst, teils in der Anwendung von Abschirmungen bestehen. Die bekann teste Antenne dieser Art ist die sogenannte Adcockantenne, die aus vier senkrechten, in den Ecken eines Quadrates stehenden Einzel antennen besteht, welche kreuzweise mitein ander verbunden sind.
Die Wirkungsweise dieser Antennensysteme beruht darauf, dass eine Vertikalantenne nur vertikal polari sierte Wellen empfangen bezw. ausstrahlen kann, während sie auf horizontal polarisierte Wellen nicht anspricht. Um zu verhindern, dass die horizontalen Verbindungsleitungen zwischen den Vertikalantennen eine empfan gende bezw. strahlende Wirkung besitzen, wodurch sich eine starke horizontale Kom- ponente ergeben würde,
werden diese Ver bindungsleitungen bei den bekannten Anord nungen mit einer Abschirmung versehen bezw. zur Verstärkung der Abschirmwir- kung in die Erde vergraben.
Die geschilderten Antennenanlagen arbei ten, sofern sie sorgfältig aufgebaut sind, ein- wandfrei. Es hat sich jedoch gezeigt, dass in gewissen Fällen das gewünschte Ergeb nis nicht erreicht wird. Dies ist, wie Unter suchungen ergeben haben, auf folgende Gründe zurückzuführen.
Eine vertikale Antenne besitzt nur dann die Eigenschaft, ausschliesslich vertikal po larisierte Wellen aufzunehmen, wenn sie frei im Raum angeordnet ist. Wird sie jedoch auf den Erdboden aufgestellt, so zeigt sich, dass sie nicht nur ausschliesslich auf die ver tikale Komponente anspricht, sondern auch für horizontal polarisierte Wellen empfind lich ist. Dieser Störeinfluss ist darauf zurück zuführen, dass die elektrischen Konstanten des Erdbodens nicht nach allen Seiten gleich- mässig sind.
Jede Ungleichmässigkeit in der Leitfähigkeit des Erdbodens bewirkt, dass die elektrischen Feldlinien teilweise gegen die Erdfläche geneigt sind, so dass sich ein un symmetrisches Feldlinienbild ergibt. Eine Vertikalantenne verhält sich. deshalb -auf un gleichem Boden elektrisch so, als ob sie im freien Raum bezw. auf idealem Boden schief stünde.
Zum Ausgleich dieser Fehler wird der Erfindung gemäss vorgeschlagen, das Anten nensystem nicht direkt auf dem in der Regel inhomogenen Erdboden aufzustellen, son dern auf einem ebenen, aus homogenem lei tendem Material grosser Masse gebildeten Grund aufzubauen, in den ausserdem die horizontalen Verbindungsleitungen eingebet tet sind.
Die erfindungsgemässe Massnahme bedeu tet, dass man sich eine künstliche, aus homo genem Material bestehende Erde schafft, die demzufolge keine Ungleichmässigkeiten ent hält. Die elektrischen Feldlinien stehen auf der künstlichen Erde vollkommen senkrecht und das Feldlinienbild ist symmetrisch. Eine darauf aufgestellte Vertikalantenne wirkt ebenso, als ob sie im freien Raum stünde. Ein derartiges Antennensystem kann also nur vertikal polarisierte Wellen aufnehmen. wäh rend die Horizontalkomponente völlig unter drückt ist. Durch die Einbettung der Ver bindungsleitungen in diese homogene Erde er reicht man den zusätzlichen Vorteil, dass die Abschirmung derselben ebenfalls eine voll kommene ist und auch diese nicht mehr strahlen und empfangen können.
Es sei darauf hingewiesen, dass man be reits Drahtnetze oder dergleichen als Erd- gebilde verwendet hat. Diese haben sich je doch in der Praxis als nicht homogen er wiesen, da sie durch Oxydationsvorgänge wechselnde Leitfähigkeit besitzen. Ausser dem besitzen sie keine grosse Masse, sondern werden unter Umständen durch die Sende schwingung zum Mitschwingen angeregt.
Besonders günstig wird die neue Anten nenanordnung, wenn man diese über einem Behälter mit einer leitenden Flüssigkeit an- ordnet. Es genügt zum Beispiel bereits ein grosser M'asserbehälter, in dem zur weiteren Verbesserung der Wirkung Salze aufgelöst werden, die die Leitfähigkeit des Wassers erhöhen. Da angenommen werden kann, dass die Flüssigkeit vollkommen homogen ist, wirkt der Wasserspiegel als vollkommen ebene Erde, die keinerlei Feldverzerrungen bewirken kann.
Die Erfindung ist. prinzipmässig an Hand von Abbildungen näher erläutert, und zwar ist in Abb. 1 ein Querschnitt einer beispiels weisen Ausführungsform der neuen Anten- iienanordnung dargestellt und in der Abb. 2 der Grundriss desselben Systems.
Auf dem Gelände, auf dem das Anten nensystem aufgestellt werden soll, wird der Behälter 1 ausgehoben, der mit einem homo- .;enen leitenden Material A ausgefüllt wird. Auf dieser künstlich aufgebauten Erde wer den die Vertikalantennen 2, 2" bezw. 3, 3' aufgestellt. die durch die künstliche Erde lediglich vertikal polarisierte Wellen aufzu nehmen bezw. abzustrahlen imstande sind. Die horizontalen Verbindungsleitungen 4 bezw. 4' sind in der Abschirmung 5 bezw. 5' innerhalb der künstlichen Erde verlegt.
Die Empfangs- bezw. Sendestation ist. mit 6 be zeichnet, deren Ausbildung jedoch für das Wesen der Erfindung ohne Bedeutung ist, so dass hierüber nichts Näheres ausgesagt zu erden braucht. Am einfachsten wird die Anordnung, wenn der Behälter 1 mit Was ser oder einer andern leitenden Flüssigkeit angefüllt wird.
Man kann die Anordnung in vereinfachter Weise auch so aufbauen, dass man dem Erd boden unterhalb des Antennensystems künst lich eine gleichmässige Leitfähigkeit gibt. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass man den Erdboden fortwährend mit einer Flüssigkeit, z. B. Wasser. tränkt. Man be nutzt hierzu zum Beispiel ein Rohrsystem, das unterhalb der Antenne verlegt wird und das dem Erdreich die Flüssigkeit in gleich mässiger Verteilung zuführt. Besonders ge eignet sind für diesen Zweck die zur Ent wässerung bekannten Drainagerohre. Die Erfindung ist bei allen bekannten Antennensystemen für Sende- und Empfangs zwecke anwendbar, die lediglich vertikal polarisierte Wellen aufnehmen bezw. aus senden sollen.
In bezug auf die Wellenlänge bestehen keine Beschränkungen. Es sind lediglich die Ausmasse des Erdgebildes je weils der verwendeten Wellenlänge anzupas sen. Besonders vorteilhaft ist die Erfindung bei Kurzwellen- und Ultrakurzwellensyste men, da die Dimensionen der künstlichen Erde hier klein bleiben können.