Skibindung. Eine Skibindung muss aus skitechnisehen Rücksichten folgende drei Forderungen er füllen: 1. Die Längsachse des Schuhes bezw. Fusses darf sich nur in einer die Längsachse der Skischiene enthaltenden, zur Lauffläche derselben senkrechten Ebene bewegen können. Jede seitliche Abweichung behindert die be- herrsehte Fahrt.
Dieser Bedingung entsprechen mehr oder weniger fast alle derzeit gebräuchlichen Bin dungen.
2. Wenn .die Skischiene in die Luft ge hoben wird, soll sich die Schuhsahle nicht gegenüber .der Skischiene verdrehen und das hintere Ende der Skischiene nicht herabhän gen. Keine der gebräuchlichen Bindungen verhindert diese Erscheinung gänzlich. Die erfindungsgemässe Bindung gschaltetdiesen Nachteil aus.
3. Die Bindung muss das freiwillige und unfreiwillige Niederknien schmerzfrei ge statten, da sonst Fuss- oder Knieverletzungen möglich sind. Der Erfüllung dieser drei Be dingungen kann die Lilienfelder Bindung am nächsten. Nur hinsichtlich des zweiten Punk tes war auch sie nicht bauz vollkommen, da die Pufferfeder ein schwaches: Abklappen zu liess, wenn sie nicht sehr stark gespannt war.
Die Stahlsohle der Lilienfelder-Bindung mit ihren zwei Gelenken hat bezüglich des Punktes 1 und 3 vollkommen entsprochen. Die andern Bindungen, sofern sie nicht Nach ahmungen der Lilienfelder-Bindung waren, wendeten statt,der Stahlsohle sehr stark ver dickte Schuhsohlen an, die selbstverständlich ihrer Starrheit wegen ein freies Durchbiegen des. Fusses weder beim Skifahren, noch beim Gehen erlaubten.
Der Fuss ist bei so, dicken, steifen Sohlen einer Art von Pantoffelzwang ausgesetzt, da statt der Abrollung,der Sohle ein Kippender Sohle stattfinden muss.
Die einander widersprechenden Forderun- gen .der Punkte 2 und 3 konnten die üblichen Bindungen, bei denen die dicke Schuhsohle .die Führung übernimmt, nicht erfüllen, da entweder (bei steifen, tief in :den Backen sitzenden Sohlen) ein schmerzhaftes Nieder knien und: ein schweres: Gehen oder (bei bieg samen, weniger tief in den Backen sitzenden Sohlen) ein Herabhängen der Skienden beim Hebender Skier in den Kauf genommen wer den musste.
Es musste daher zu Kompromis sen oder zu Hilfseinrichtungen Zuflucht ge nommen werden. Die Erfindung beseitigt die erwähnten Nachteile völlig, und ermöglicht :auch die Verwendung leichteren Schuhwerkes. Die er findungsgemässe Bindung gestattet nicht bloss eine vollkommen sichere Beherrschung der Skier in seitlicher Richtung, sondern verhiu- :dert im Normalzustand,der Bindung auch :das Herabhängen der Skienden, wenn :die Skier aus irgendeinem Grunde den Schnee verlas sen.
Trotzdem ist ein ungehindertes schmerz freies Niederknien möglich und selbst beim Stürzen nach vorne verspürt man nur einen schwachen Ruck. Diese Vorteile werden gemäss der Erfin dung :dadurch erzielt, dass eine Bindungsart mit Metallsohle verwendet wird, die an sich ein freies Niederknien ermöglicht, bei der aber eine Festhaltevorrichtung angeordnet ist, welche im Normalzustand :
den vordern Teil der Schuhsohle an der Verdrehung gegenüber der Skischiene hindert, jedoch ausgelöst wird und den vordern Teil :der Schuhsohle freigibt, wenn der Absatz über ein gewisses, Mass an gehoben und damit :die Schuhsohle über ein gewisses Mass durchgebogen wird.
Dadurch ist im Normalzustand, wenn :die Schuhsohle im wesentlichen .gestreckt ist und mindestens mit ihrem vordern Teil an der Skischiene an liegt; wobei :der Absatz nicht oder nur wenig angehoben ist, also beim Gehen, Steigen;
Wenden, Abfahren, Bogenfahren und auoh beim Springen, der Schuh und :damit der Fuss viel fester als beiden bisher bekannten Bindungen mit der Skischiene verbunden und insbesondere ein Herabhängen der Skienden beim Heben -der Skier unmöglich gemacht, aber trotzdem jede Gefahr beim Niederknien oder Stürzen nach vorne ausgeschlossen. Die Festhaltevorrichtung ist zweckniässi; derart ausgebildet, dass sie bei Rückkehr de Schuhes in :
den Normalzustand wieder in die das Verdrehen .des Schubso:hlenvordcrieils verhindernde Sperrstellung einfällt.
Der Erfindungsgegenstand isst in der Zeichnung in Fig. 1 .schematisch an,dem Bei spiel einer Metallsohlenbindung :dargestellt. Die Fig. 2, bis 4 zeigen ein praktisches Aus- führungsbeispiel der Bindung gemäss der Er findung zur festen Montage auf den Ski schienen, und zwar ist Fig. 2' eine Seitenan sicht der Bindung samt Schuh;
Fig. 3 zeigt die Festhaltevorrichtung in Draufsicht und Fig. 4 im Querschnitt; die Fig. 5 bis 10 zei gen eine Ausführungsvariante, bei der .die ganze Bindung samt Riemenzug leicht ab nehmbar ist, und zwar ist Fig. 5 eine Ansicht dieser Bindung von vorne, Fig. 6 eine Drauf sicht auf :den vordern Teil der Bindung;
Fig. 7 zeigt :die Sperrklinken zum Festhalten der Bindung in,,der an d er Skischiene befestigten Führung in Vorderansicht, Fig. 9 diese Sperrklinken im Schaubild; Fig. 8 ist eine Seitenansicht der abnehmbaren Bindung, Fig. 1-0 die Darstellung einer Einzelheit.
In. Fig. 1 ist a des, vordere, b :das zweite Gelenk einer Metallsohlenbindung nach Art der Lilienfelder-Bindung, f ist ein verschieb barer Absatzteil, der mittelst :des Stiftes lt in. verschiedenen Stellungen feststellbar ist.
Der Greifer c ist am vordern Ende des hin- tern Teils der Sohle angeordnet und arbeitet mit dem an der Skischiene befestigten, an den Enden von innen nasch aussen schräg abfal lenden Riegel c, zusammen. Der hintere Teil der zweiteiligen Sohle lässt sich im Normal zustand frei um :das.
Gelenk b .drehen, wobei der Greifer c an der Unterseite des: Riegels d solange spielt, bis der hintere Teil der Sohle mit der Skischiene einen etwa 40 grädigen Winkel bildet. In :diesem Moment verlässt der Greifer c vollkommen die Unterseite des Riegels. d und :die ganze Bindung kann- sich nun um :das zweckmässig federnd ausgebildete vordere -Gelenk a :drehen. Der hintere Teil der Metallsohle wirkt dem Herabhängen .des Skis entgegen. .
Geht die Bindung wieder in den Normal zustand zurück, so schiebt der Greifer c durch Druck auf die schräg abfallenden En.d- fläachen der Riegel d diese solange zurück, bis der Innenrand des Greifers, c unter die untere Fläche des Riegels d zu liegen kommt, wodurch dieser infolge seiner Federung wie der herausschnellt und die Festhaltevorrich tung wieder sperrt.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 2 bis 4 ist ebenfalls eine zweiteilige Metallsohle vorgesehen, deren rückwärtiger Teil etwas kürzer gehalten ist als: bei den üblichen Me- tallsohlenbin.dungen und mit Hilfe von Schnallen 6 und Riemen 7 mit dem Schuh verbunden ist.
Der vordere Teil. der Metall sohle ist um die Achse 1, welche zwischen den beiden an der Skischiene seitlich ange- sehraubten Backen befestigt isst, drehbar und wird zweckmässig mittelst einer oder mehre rer Federn 1.0 gegen die Skisehiene 11 ge drückt.
Dieser Sohlenteil trägt die aus Draht rahmen 8 und Lederhülsen 9 gebildete ket- tenähnlisshe Befestigungseinrichtung für den vordern Teil des Schuhes, die mittelst eines Riemenzuges den Filss in der Ballengegend einspannt, auf jede Ballenbreite passt und in folge der Reibung nicht seitlich verschieb bar ist.
An dem Gelenk 2, das die beiden Teile der Sohle verbindet, ist beiderseits der Ski schiene 11 je ein Riegelgreifer 4 angeordnet, der mit je einem an der Skischiene befestigten Riegel 3, der durch Federkraft nach aussen gedrückt wird zusammenarbeitet. (Siehe Fig. 3' und 4.) Im Normalzustand ist ein Ver- ,drehen des Sohlenvorderteils gegen die Ski schiene durch die Festhaltevorrichtung voll kommen verhindert. Dabei ist eine gewisse Durchbiegling der Schuhsohle, und ein Heben des.
Absatzes, wie es beim normalen Gehen, Abfahren vorkommt, möglich, ohne dass die Sperrung aufgehoben wird. Es ist also im Normalzustand stets eine vollkommene Füh rung der Skier ohne die Möglichkeit eines Herabhängens der Skienden gegeben, da der hintere Teil der Stahlsohle dies verhindert. Beim Niederknien oder beim Stürzen nach vorne wird der Greifer 4 soweit verdreht, dass ihn der Riegel<B>3</B> freigibt und,das Verdrehen .der gesamten Schuhsohle wird dann nur mehr durch die Kraft .der Federn 10,,gehemmt, .die auch die Zurückführung in die Normalstel- lung befördern.
Die Ausführungsform nach Fig. 5 bis 10 zeigt eine Bindung von gleichen ehasrakteri- s sehen Eigenschaften wie die vorstehend be schriebene Ausführungsform.. Diese Bindung ist jedoch mit einem einfachen Handgriff von .der Skischiene abnehmbar und lässt sich ebenso leicht wieder an aderselben befestigen. Zu diesem Zwecke < sind an der Skischiene seitlich Führungsbacken 12 aufgeschraubt, in die eine Grundplatte 13 von vorne herein geschoben werden kann, welche die Bindung trägt.
Die Achse 1 des vordern Gelenkes der Bindung ist hier zwischen den Backen 14 eines mit der Grundplatte 13, vernieteten U-förmigen Teils gelagert. Das vordere Ende dieses Teils ist durch ein Schutzblech 17 ab geschlossen, dias als Schneeabweiser dient und die Feder 10 vor Schnee schützt.
Zur Sicherung der eingeschobenen Grundplatte 13 dienen die beiden Backen 15, die durch eine Feder 16 naeh aussen gespreizt werden und hinter den Backen 12 angreifen. Eine Verschiebung nach hinten .der Grundplatte 13: ist durch Anstossen an ,das Sehlossgehäuse 1<B>1</B>8 verhindert. Zum Abnehmen der Bindung werden :die Teile 15 mit zwei Fingern zu sammengedrückt und die ganze Bindung samt Riemenzeug nach vorne herausgezogen.