Zeitscheibengetriebe an Schaltuhren. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Zeitscheibengetriebe an Schaltuhren mit automatischer Verstellung mindestens eines Schaltorganes, welches Getriebe Mittel auf weist, um während einer bestimmten Zeit des Jahres iSchaltfunktionen selbsttätig aufzu heben. Beispielsweise kann das erfindungs gemässe Zeitscheibengetriebe an Schaltuhren von Doppeltarifzählern zur selbsttätigen Aufhebung des Hochtarifes im Sommer an geordnet sein.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbei spiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt, und zwar durch Fig. 1 in Stirnansicht von vorne, durch Fig. 2 in Seitenansicht bezw. Querschnitt und durch Fig. 3 in Ansicht von hinten.
Hierin bedeutet 1 die Zeitscheibe mit der nach rückwärts vorstehenden rohrförmigen Achse 2, mittelst deren sie auf der Achse 3 eines nicht gezeichneten Uhrwerkes befestigt ist, die pro 24 Stunden je eine Umdrehung macht. Auf der Vorderseite trägt die Scheibe 1 die Skala 1' mit Stundenteilung. Mit der Zeitscheibe 1 ist ein Ring 4 durch die Pfeiler 5', 5", 5"' fest verbunden, welcher zur Lage rung von Mechanismen vorgesehen ist.
Auf der Achse 2 sind zwei Schaltarme 6, 12 drehbar gelagert, die aussen mittelst der Bolzen 6', 12' an der Zeitscheibe 1 geführt sind. Der Schaltarm 12 ist von Hand ver stellbar und kann mittelst einer Schraube 12"' an der Zeitscheibe 1 in der gewünschten Stellung festgeklemmt werden. Er dreht sich somit mit der Zeitscheibe 1. Dasselbe gilt für den Schaltarm 6. Nur wird dieser selbst tätig durch eine auf der Achse 2 drehbar ge lagerte Kurvenscheibe 13 kontinuierlich rela tiv zur Zeitscheibe 1 eingestellt, entsprechend der Änderung der Dämmerung das Jahr hin durch, indem die Kurvenscheibe 13 von der Zeitscheibe 1 aus mittelst eines an sich be kannten Zwischenmechanismus derart ange trieben wird, dass sie pro Jahr gegenüber der Zeitscheibe eine volle Umdrehung ausführt.
Ähnliche Vorrichtungen sind schon bekannt; eine solche ist zum Beispiel in der schweiz. Patentschrift Nr. 127115 beschrieben. Es wird daher hier von der Beschreibung des Antriebes der Kurvenscheibe 13 abgesehen.
Der Bewegungsübertragungshebel 14, wel cher mit einem Ende bei 15 an dem Ring 4 drehbar gelagert ist, liegt mit dem seitlich vorspringenden Stift 14' auf der Kurven scheibe 13 auf und wird von dieser bei der Drehung in Schwenkbewegung versetzt. Das freie Ende des Übertragungshebels 14 ist mit- telst der Lasche 14" mit dem Schaltarm 6 gelenkig verbunden, der somit der Schwenk bewegung des Hebels 14 folgt. Da die Kurvenscheibe f3 jährlich eine Umdrehung macht, so wird der durch sie bewegte Schalt arm 6 eine entsprechende Schwenkbewegung ausführen.
Der Schaltarm 12 trägt einen Schaltstift 12", während ein zweiter Schaltstift 7", auf . einem beweglichen Schieberstück 7 des Schaltarmes 6 vorgesehen ist. Die beiden Schaltstifte 7" und 12" haben verschieden lange Aktionsradien. Sie greifen in die Ebene der Schaltfinger 17', 17" eines elektrischen Wippschalters, welche um die Achse 18' drehbar und mit der Schaltwippe 18 fest ver bunden sind. Letztere steht unter dem Ein fluss der Kippfeder 1$".
Wenn der äussere Schaltstift 7" im Sinne der Uhrzeigerbewegung mit der Zeitscheibe 1 sich dreht, so stösst er an den .Schaltfinger 17' an, wodurch die Schaltwippe 18 mit bewegt wird, die nach Überschreiten der Totpunktlage in die Schaltstellung rechts springt und die Kontaktzunge 19 in die Stel lung I mitführt.
Stösst der Schaltstift 12" an den Schalt finger 17" an, so wird die Wippe 18 mit der Kontaktzunge 19 zurück in die Stellung II geführt.
Die Kontaktzunge 19 ist über einer Kon taktbrücke 20 und über einem Kontaktseg ment 20' beweglich, die sie in der Stellung T leitend überbrückt.
Das Zeitscheibengetriebe besitzt eine Aus rückvorrichtung, welche den Schaltstift 7" aus seiner Aktionsbahn auszurücken vermag, um dessen Schaltfunktion während einer be- stimmten Zeit des Jahres aufzuheben. Das Schieberstück 7, welches den Schalt stift 7" trägt, ist auf dem Schaltarm 6 längs verschiebbar angeordnet. Es ist mit einem Längsschlitz 7"' versehen und durch die mit- telst desselben an einer in den Schaltarm 6 eingeschraubten Anpassschraube 8 lose beweg lich geführt.
Es wird anderseits durch den an ihm festsitzenden auf der Umfangskante des Ringes 4 gleitenden Stift 7' in einen im Schaltarm 6 befindlichen .Schlitz 6" geführt.
Eine Feder 10, die einerseits an dem Stift 9 des Schieberstückes 7 und anderseits an dem Stift 11 des Schaltarmes 6 eingehängt ist, zieht das Schieberstück 7 radial nach ein wärts.
Am Ring 4 sitzt ein am Umfang vor- springendes" etwa darauf aufgeschraubtes Segment 16 (Ausrückkurve), welches dazu bestimmt ist, das Schieberstück 7 an dem Stift 7' nach auswärts zu rücken und die Schaltfunktion des Schaltstiftes 7" während einer bestimmten Jahreszeit, deren Dauer durch die Bogenweite des Segmentes 16 be stimmt ist, aufzuheben. Es sei nun die Aufgabe gestellt, den Hochtarif bei einer Schaltuhr für Doppel tarifzähler während der Sommerszeit, zum Beispiel vom 1. Mai bis 31. August, aufzu heben.
Für eine bestimmte Form der Kurven scheibe 13 wird die Stellung des Schaltarmes 6 auf der Stundenscheibe 1 für die in Frage stehenden .Sommermonate festgelegt und als dann das Segment 16 in der entsprechenden Bogenweite an dem Ring befestigt.
In Fig. 1 ist die Stellung des Segmentes 16 von vorne gesehen eingezeichnet. Nor malerweise ist der Schaltstift 7" in der in Fig. 2 mit vollen Linien gezeichneten Stel lung: Er vollbringt die ihm zugewiesene Schaltfunktion, wie oben beschrieben.
.Sobald aber durch Angriff des Segmentes 16 am Stift 7' das Schieberstück 7 mit dem Schalt stift 7" nach auswärts in die ausgerückte, in Fig. 1 und,3 strichpunktiert dargestellte Stel lung verschoben worden ist, erfasst der Schaltstift 7" den. Schaltfinger 17' nicht mehr und die Umlegung der Kontaktzunge 19 ist nicht mehr möglich, das heisst die Er- regung des. Hochtarifrelais am D'oppeltarif- zähler ist für eine bestimmte Zeitdauer des Jahres unterbrochen.
In der in Fig. 1 gezeichneten Stellung der Schaltfinger des Wippschalters wird auch der Schaltstift 12" des Schaltarmes 112. bei dem Finger 17" vorbeigehen, ohne ihn zu be rühren.
Sobald der Schaltarm 6 unter dem An trieb der Kurvenscheibe 18 seinen Wende punkt der Ausschwenkung entgegen dem Drehsinne der Stundenscheibe 1 erreicht hat, bewegt er sich zurück; nach einer bestimm ten Zeit verlässt der Stift 7' wieder das Seg ment 16, und die Schaltfunktionen erfolgen damit wieder täglich, entsprechend der Ein stellung des Schaltarmes @6 zur Zeitscheibe 1 früher oder später am Tage.
Das Segment 16 kann entweder mit dem Ring 4 aus einem Stück bestehen; besser aber besteht es aus einem besonderen, darauf auf geschraubten Stück und ist dann für sich gegen andere von längerer oder kürzerer Bogenweite auswechselbar.
Die vorliegende Darstellung ist nur bei spielsweise. Die Vorrichtung könnte auch so ausgeführt werden, dass der Schaltstift 7" nicht an einem radial verschiebbaren Aus rückschieber befestigt, sondern in einer Füh rung im Bolzen 6' längsverschiebbar wäre und unter Federdruck nach innen in die Ebene der Schaltfinger 17', 17" geschoben würde. Der Stift 7" müsste dann aussen mit einem Kopf versehen sein, der bei der Schwenkbewegung des Schaltarmes 6' auf eine aussen an der Peripherie angebrachte und nach vorne vorstehende Hubrippe auflaufen und nach vorne gezogen würde, so däss, der hintere Teil desselben aus der Ebene der Schaltfinger 17', 17" herausgezogen würde.
An Stelle der Kurvenscheibe 16 mit kon tinuierlicher Veränderung der Stellung des Schaltarmes 6 könnte auch eine Scheibe mit zahnartigen Stufen zur sprungweisen Stel lungsänderung angewendet werden. Die Stu fen könnten dann so geformt werden, dass die Bewegung des .Schaltarmes 6 zum Beispiel nur monatlich erfolgen würde. Damit würde die Verstellung der Schaltzeiten in bestimm ten Zeitabständen, wie sie bei Handbetäti gung üblich ist, beibehalten.
Die Einrichtung kann sinngemäss- auch so getroffen werden, dass die Aufhebung der Schaltfunktionen während des Jahres. mehr mals erfolgt.
In der Beschreibung ist an der Zeitscheibe ein von Hand verstellbarer Schaltarm 12 und ein selbsttätig verstellbarer Schaltarm 6 dar gestellt; die Einrichtung könnte natürlich sinngemäss auch auf zwei solche Schaltarm paare erweitert werden.