CH129508A - Verfahren zur Aufbereitung von pulverförmigem Material. - Google Patents
Verfahren zur Aufbereitung von pulverförmigem Material.Info
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Description
Verfahren zur Aufbereitung von pulverförmigem Material. Ein in der Industrie sehr häufig vor kommendes Problem ist die Herstellung eines homogenen Gemisches von bestimmter Zusammensetzung aus pulverförmigen Roh- inaterialien, welche im NTaturzustand inner halb gewisser Grenzen in ihrer Zusammen setzung variieren.
Dies ist zum Beispiel der Fall bei der Herstellung des Rohmehls nach dem Trok- kenverfahren für die Zementfabrikation und im folgenden wird auf diese Aufgabe als .Beispiel einer Anwendung des vorliegenden Verfahrens Bezug genommen.
Obwohl das Trockenverfahren bei der Zementherstellung einen wesentlich gerin geren Brennstoffaufwand beim Brennen des Zementes erfordert als das Nassverfahren, so war es bisher für das erstgenannte Ver fahren doch sehr schwierig, sich neben dem Nassverfahren zu behaupten. Daran ist hauptsächlich ein gewisser Nachteil des Trockenverfahrens schuld, nämlich, dass' es nicht möglich ist, oder jedenfalls nur mit grossen Schwierigkeiten und Kosten, eine hinreichend zuverlässige chemische Zusam- mensetzung und eine angemessene Homo genität des Rohmehls, das in den Brennofen eingeführt werden soll, zu erzielen.
Nun ist aber eine genau herstellbare Zusammen setzung in Verbindung mit Homogenität heutzutage von der grössten Wichtigkeit, nicht nur im Interesse der Erzielung eines guten Zementes und ökonomischer Durch führung des Brennens, sondern auch zur Sicherung einer hinlänglichen Dauerhaftig keit der Ofenauskleidung.
Beim Nassverfahren ist eine Korrektur der Zusammensetzung des in Schlammform befindlichen Rohmaterials und die Er zielung einer homogenen Mischung ziemlich leicht zu bewerkstelligen. Da der Schlamm in den Tanks leicht umgerührt werden kann, so kann man ohne Schwierigkeit erreichen, dass jeder einzelne Tank: Schlamm von ab solut gleichmässiger Zusammensetzung ent hält und dass infolgedessen das Mischungs verhältnis des Schlammes, der dem Ofen zugeführt wird, auf Grund chemischer Ana lysen leicht zu korrigieren ist durch sorg fältiges Mischen - einer berechneten Menge Schlamm aus einem Tank mit Schlamm von etwas anderer Zusammensetzung aus einem andern Tank.
Die so erhaltene Schlamm- mischung kann, je nach den Verhältnissen, entweder unmittelbar nach dem Mischen oder über einen dritten Tank. dem Ofen zugeführt werden. Es ist leicht zu ver stehen, dass, wenn zum Beispiel der eine von zwei Tanks, deren Inhalt gemischt wird, Schlamm enthält, der zu arm an Kalk ist, während der Schlamm im zweiten Tank zu reich an Kalk ist, es immer möglich ist, die Zusammensetzung des Schlammes, der durch Mischen des Inhaltes der beiden Tanks er halten wird, zu regeln.
Diese Art, die Zusammensetzung der Rohmaterialien zu korrigieren, war aus mehreren Gründen für die Herstellung von Zement nach dem Trockenverfahren nicht ?nwendbar. oder wenigstens nur mit grossen technischen Schwierigkeiten und Kosten.
Dies beruht zunächst auf der Unmöglich keit, die Homogenität des Materials in einem einzelnen Silo sicherzustellen, und zwar kommt dieser Nachteil daher, dass die Rohmaterialien in dem natürlichen Zustand, in dem sie gefunden werden, zum Beispiel in den Kalk- und Schieferbrüchen, sehr be trächtliche Unterschiede in der Zusammen setzung aufweisen, zum Beispiel im pro zentualen Gehalt an Calciumcarbonat, Mag nesiumoxyd, Kieselsäure etc., Unterschiede, die bis zu 4 %a und darüber betragen kön nen.
Obwohl man sich bemüht, die Roh materialien, die zu Rohmehl zusammen gemahlen werden sollen. der Mühle. soweit möglich, im richtigen Verhältnis, entspre chend ihrer chemischen Zusammensetzung, zuzuführen, ; o hat doch die erwähnte Ver schiedenheit der Zusammensetzung des Roh- inaterials zur Folge, da.ss das die Mühle ver lassende Rohmehl zu verschiedenen Zeiten verschieden zusammengesetzt ist. Infolge dessen kann in verschiedenen Höhenlagen des Silo. in dem das Rohmehl eingelagert wird, niemals identische Beschaffenheit des Rohmehls vorhanden sein.
Es war daher zur Erzielung der erforderlichen Homogeni- tät des Rohmehls in jedem Silo notwendig, ,jeden Silo wiederholt bis zum Boden zu ent leeren und dann wieder zu füllen, so dass das Rohmehl mehrmals durch den Silo zir kulieren musste, wobei es einem gewissen Romogenisierungsprozess unterworfen wurde. Erst wenn in jedem einzelnen Silo Homo genität hergestellt ist hat man die Möglich keit die Zusammensetzung des Rohmehls zu korrigieren durch Mischen von Rohmehl aus den verschiedenen Silos, wobei man so vor gehen kann wie das oben für das N assver- fahren beschrieben wurde.
Jedenfalls ist aber dieses Verfahren sehr umständlich und kostspielig.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, diese Schwierigkeiten in der Behandlung von pulverförmigen Gemischen zu über- winden, speziell bei der Herstellung des Rohmehls nach dem Trockenverfahren für die Zementfabrikation.
Gemäss dem Verfahren wird jeder der miteinander zu mischenden pulverförmigen Stoffe zunächst für sich homogenisiert, in dem man ihm so viel Luft zuführt, dass die einzelnen Körner des Stoffes von Luft um- -eben sind, und ihn dann mechanisch durchrührt. worauf man die derart homo aenisierten Stoffe in dem Verhältnis Tischt, dass die gewünschte Zusammensetzung er halten wird, und dann das Ganze nochmals homogenisiert.
Es hat sich nämlich gezeiü@t. class ein pulverförmiges Material hinsicht lich seiner Beweglichkeit die Eigenschaften einer Flüssigkeit annehmen kann, wenn man ihm Luft, wie angegeben, zuführt. Dadurch wird eine derartige Änderung der innern Reibung des Materials herbeigeführt, dass es mechanisch durchgerührt und infolge dessen homogenisiert werden kann.
Hin sichtlich seiner Beweglichkeit wirkt dann das pulverförmige Material, zum Beispiel Zement-Rohmehl, ebenso wie Zement-Roh- schlamm, und das eingangs beschriebene Mischverfahren für den Schlamm kann dann auch für das Rohmehl angewendet werden. Bei der Herstellung von Zement nach dem Trockenverfahren kann man beispiels weise so verfahren, dass zwei Partien Roh mehl von etwas verschiedener Zusammen- etzung Luft in solcher Menge zugeführt wird, dass ein mechanisches Durchrühren möglich ist.
Die beiden Partien werden dann ,jede für sich durch Rühren homogenisiert iuid zuletzt wird aus beiden Partien Roh- nielil in solchem Verhältnis gemischt und Homogenisiert, dass ein homogenes R:oh- nif'hl von der ge@vüiiseliten Zusammensetzung erzielt wird.
Im einzelnen kann man dabei so ver fahren, dass man zum Beispie'Il ,das Roh- rrielil von der Mühle weg einer Anzahl von Silos zuführt, die jedoch nicht ganz gefüllt werden, das heisst in jedem dieser Silos soll eüi Teil des verfügbaren Raumes leer ge lassen werden. Gleichzeitig wird Rohmehl von etwas anderer, bekannter Zusammen setzung von der Mühle einem oder mehreren ;indern Silos zugeführt.
Um aus diesen leiden Rohmehlsorten ein Rohmehl von ge- ]Um der gewünschten Zusammensetzung zu erhalten, wird zuerst der Inhalt der erst- "en, nnten Silos in der beschriebenen 'Weise homogenisiert. Dann wird,, entsprechend einer chemischen Analyse, homogenisiertes l1ohinehl anderer Zusammensetzung aus den ;
in zweiter Stelle genannten Silos in die erstgenannten in solcher Menge eingeführt, dass bei der endgültigen Honiogenisierun' rler beiden Sorten Rohmehl gerade die ge- wiin schte Mischung erzielt wird. Diese wird dann dein Ofen zugeführt. Eine andere Aus führungsform des Verfahrens besteht darin, class zwei verschiedene Rohmehlsorten von der Mühle hinweg getrennt in zwei Silos geleitet werden, in denen jede Sorte, wie beschrieben, homogenisiert wird.
Aus die sen beiden Silos wird dann das Rohmehl in berechneten 141engen. die die gewünschte Zusammensetzung des Endproduktes ergeben, einem dritten Silo zugeführt, wo das Ge- misch homogenisiert und dann dem Ofen zu geführt wird.
Das endgültige Homogenisieren kann, je nach den Verhältnissen, vor, während oder nach der endgültigen Feinmahlung der Stoffe stattfinden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Aufbereiten von pulver förmigen Materialien, die eine wechselnde Zusammensetzung aufweisen und zu einer Mischung von bestimmter Zusammensetzung vereinigt werden sollen, dadurch gekenn zeichnet, dass man jeden der zu mischenden pulverförmigen Stoffe zunächst für sich homogenisiert, indem man ihm so viel Luft zuführt, dass die einzelnen Körner des Stof fes von Luft umgeben sind, und ihn dann mechanisch durchrührt, worauf man die derart homogenisierten Stoffe in dem Ver hältnis mischt. dass die gewünschte Zusam mensetzung erhalten wird, und dann das Ganze nochmals homogenisiert. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Mischen und end gültige Homogenisieren der verschiedenen pulverförmigen Stoffe in demjenigen Be hälter ausgeführt wird, in welchem einer der pulverförmigen Stoffe vorher homo genisiert wurde. ?. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Mischen und end gültige Homogenisieren der verschiedenen pulverförmigen Stoffe in. anderaBehältern ausgeführt wird, als in denjenigen, in wel- ehen die pulverförmigen Stoffe vorher homogenisiert wurden. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das endgültige Ilo- mog enisieren der Mischung der pulver förmigen Stoffe während einer endgülti gen Feinmahlung erfolgt.
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