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Vorrichtungen zur Heilung von Missbildungen und Verbildungen von Knochen und
Gelenken sowie zur Behebung von Haltungsfehlern.
Die Erfindung beruht auf der Ausnutzung der bekannten Ausweichbewegung bei absichtlicher
Zufügung einer Verletzung (Traumt), zu Heilzwecken. Im besonderen ist von dem Erfinder beobachtet worden, dass ein an Plattfuss Leidender, nachdem sich über der Einlage ein kleines Geschwür gebildet hatte, die Einlage entfernte, aber den Fuss derart hielt, dass er beim Gehen mit der schmerzenden Stelle den Schuhboden nicht berührte. Ferner weiss nnn aus Erfahrung, dass man beim Bergsteigen mit schlecht genagelten Schuhen dem Fusse stete eine derartige Haltung gibt, dass er vorstehenden Nagelspitzen aus- weicht.
Wesensgleiche Erscheinungen treten stets auf. wenn auf irgend eine Körperstelle eine mechanische
Reizung ausgeübt wird. d. h. die betreffende Körperteile sucht, sich durch aktive Bewegungen von ent-
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und Gelenken sowie zur Behebuno : von Haltungsfehlern besteht nun darin, dass man mittels geeigneter
Vorrichtungen auf die zu behandelnde Körperstelte einen Druck oder eine andere Reizung ausübt, deren Stärke und Dauer in den aufeinanderfolgenden Stufen der Behandlung zweckentsprechend gesteigert wird, wodurch man Ausweichbewegungen wachsender Grösse und schliesslich eine bleibende richtige Gestaltung der Knochen usw. erzielt.
Die den Gegenstand der Erfindung bildenden mannigfaltig ausgebildeten Behelfe zur Durchführung der angegebenen Heilmethode bestehen aus einem, dem zu behandelnden Körperteile angepassten Träger, auf welchem eine. nuf die betreuende Körperstelle einen Druck oder dgl. ausübende
Kugel oder auch ein kantiger oder gabelförmiger Körper leicht auswechselbar befestigt ist.
Zur näheren Erläuterung der Erfindung sollen nachstend zwei Ausführungsbeispiele, nämlich eine Plattfusseinlage und eine Einrichtung zur Behebung von Rundrücken beschrieben werden.
Um Plattfüsse zu heilen, befestigt man, genau in der Stelle der Fusswölbung, an einer, die Form des Schuhbodens besitzenden Einlage, einen festen Körper, etwa eine Glaskugel, und lässt den Patienten in den so ausgestatteten Schuhen Bei Bei richtiger Bemessung der Höhe des Körpers wird der Patient den Fuss, um dem Drucke auszuweichen, so hoch halten, dass er den Körper nicht berührt. Die Einlage mit der Glaskugel wird zuerst nur kurze Zeit getragen, dann länger, später geht man zu Kugeln von immer grösserem Durchmesser über und erreicht damit, dass der Patient durch immer länger werdende Zeitabschnitte aktive Ausweichbewegungen von immer steigender Höhe ausführt, bis der Fuss schliesslich die richtige Wölbung annimmt.
Fig. 1 zeigt die Schuheinlage in Draufsicht. Fig. 2 einen Teil im Schnitt.
Die Schuheinlage besteht aus einer, in den Schuh unverschieblich passenden, starren oder federnden Unterlage a aus mit Leder überzogenem Blech oder dgl., auf welcher, genau unterhalb des Scheitels der Fusswölbung ein fester Körper b, etwas eine Kugel aus Glas, Holz, Kautschuk oder dgl., die mit Leder überzogen sein kann, auswechselbar befestigt ist. Zu diesem Zwecke kann von der Unterlagsplatte ein
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Durchmessers können auch kantige Körper steigender Abmessungen in den aufeinanderfolgenden Stufen des Heilverfahrens Verwendung finden.
Um eine bequeme Autbewahrung und Auswahl der Druckkörper zu ermöglichen, werden diese in der erforderlichen Abstufung ihrer Höhe hergestellt und in Schachteln, auf Stifte aufgesteckt, vorrätig gehalten.
Fig. 2 veranschaulicht den Rücken eines Manne, der eine, erfindungsgemäss ausgebildete Vorrichtung zur Behebung des Rundrückens trägt.
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die an den Enden der Teile il1 angeknöpft werden. Nach unten stellen, von der Spange cl aus- gehende Bänder g die Verbindung mit dem Beinkleid A her. Bei weiblichen Personen werden die Bänder g mit den Strümpfen oder mit einem Gürtel verbunden.
In der Mitte, gegenüber der zu behandelnden
Rückenstelle weist die Spange a ! einen Lappen i auf, der einen nach innen ragenden, mit Gewinde versehenen
Stift i trägt, auf den eine, mit Lede überzogene Holzkugel7c geschraubt ist, die auf jene Stelle des Rückens. deren schlechte Haltung behoben werden soll, einen Druck ausübt, dessen Stärke durch Aufschrauben verschieden grosser Kugeln, je nach der Lage des Falles und des Fortschreitens der Behandlung geregelt wird. Die Personen, welcher der Behelf angelegt wird, fühlt den Druck der Kugel auf den gekrümmten
Rücken und sucht ihm durch Annehmen einer geraden Haltung auszuweichen.
Bei der Behandlung anderer Haltungsfehler wird man anders gestaltete Träger und Druckkörper zu wählen haben, so z. B. bei schiefer Körperhaltung eine lotrecht und wagrecht verstellbare Gabel. deren Zinken den Körper berühren, wenn er nicht die richtige Haltung einnimmt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Heilung von Missbildungen u. dgl. von Knochen und Gelenken sowie zur Behebung von Haltefehlern, gekennzeichnet durch einen gegenüber der zu behandelnden Körperstelle angebrachten, auf diese eine Reizung ausübenden, harten Körper, der die beabsichtigte aktive Ausweichbewegung unmittelbar hervorruft..