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Oesterreichische
PATENTSCHRIFT Nr. 8963.
CLASSE 80 : THONWAREN-, STEIN- UND CEMENT-INDUSTRIE. e) Asphalte und Producte daraus, Cemento (chemischer Theil, Mörtel, Kalköscheinrichtungen. DR. HERMANN PASSOW IN BLANKENESE BEI HAMBURG.
Verfahren zur Herstellung von Cement.
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die in einen bestimmten, näher zu beschreibenden physikalischen Zustand übergeführten Rohmaterialien.
Bei den bisher üblichen Verfahren zur Herstellung von Portlandeement wurden tlit, rohmaterialien, nachdem sie mehlfein zusammengemahlen waren (Rohmehl) entweder in Form nassgepresster Ziegel in Schachtöfen. oder aber in Mehlform (rotierende Öfen) zu
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auf die zuzuführende Luft abhängig ist.
Das gegenwärtige Verfahren weicht nun vollkommen von der bisherigen Cement- bersteHung ab.
Das Verfahren wird wie folgt ausgeführt : @ Es wird das Rohmaterial, eventuell ohne vorberige Rohmahlung, in einem geeigneten
Ofen vollkommen niedergeschmolzen, so dass eine flüssige homogene Masse entsteht. Diese wird in geeigneter Apparatur in innige Berührung mit Luft oder sauerstoffhaltigen Gasen gebracht, so dass als Hndproduct wiederum ein Cementklinker entsteht. Bei dieser Arbeits- weise ist es möglich, das anzuwendende Luftquantum völlig den reducierenden Eigen- schaften der niedergeschmolzenen Masse anzupassen und die Oxydation genau soweit zu leiten als es nothwPIH1ig erscheint.
Dieses Verfahren hat aber noch einen weiteren Vortheil, indem es nämlich gestattet, lIochofensch) a. cke oh. ne weitere chemische Zuschläge in einen den besten Portlandcfmenten in allen Theilen gleichwertigen Cement zu verwandeln.
An und für sich ist sowohl das @ Hütenmehl, wie auch die mit Wasser granulierte Hochofenschlacke etwas hydraulisch, d. h. sie stellen mit Wasser abbindende Materialien dar, indes sind diese hydraulischen
Eigenschaften so minimal, dass sie für die Praxis Jrhaupt nicht in Frage kommen.
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erstarren mit Wasser angemacht erst nach mehreren Tagen und sind die erreichbaren Festigkeiten des Mörtels derart, dass diese Stoffe als Cemente im praktischen Sinne nicht zu bezeichnen sind.
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dadurch, dass diese Schlacke nicht wie Ate gewöhnliche Hochofenschlacke an der Luft zerfällt, sondern an der Luft ohne Zerfall beliebig lange aufbewahrt werden kann.
In Bezug auf ihre comentartigan Eigenschaften aber zeigt es sich, dass die Schlacke in einen vollwortigen Cemont übergegangen ist, welcher in wenigen Stunden bereits vollständig mit Wasser abgebunden hat und in diesem Zustande schon nach eintägigem Erhärten an der Luft und nach vierstündigem Lagern unter Wasser die Kochprobo aushält.
Es eignet sich infolgedessen das Product sowohl als selbststandiger Cement, als. auch vorzüglich als Zusatz zu Portlandcement, ohne dass die Erhöhung des Kalkgehaltes durch einen Kalzuschlag nothwendig wäre. Während nämlich ein normaler Portlandcement 60-650/0 Kalk enthält, enthält das Mehl der Luftgranulierten Schlacke bedeutend weniger, je nach dem Kalkgehalt der Schlacke.
Gegenüber den bisher hergestellten Schlackencementen fällt zunächst, wie bereits angedeutet, der Kalktuschlag fort, es fällt aber ferner auch die überaus schwierige und kostspielige Trocknung, wie sie bei der Verarbeitung granulicrtsr Hochofenschlacke noth- wondig ist, fort. Die in Wasser granulierte Hochofenschlacke enthält bis zu 600/0 Feuchtig- keit, welche, da sie zum Theil chemisch gebunden ist (Hydratwasser), nur sehr schwer und mit sehr hohen Kosten aus derselben entfernt werden kann.
Die Apparatur für das oben beschriebene Verfahren in seinen verschiedenen Anwondungsformen kann eine sehr verschiedene sein. Es kann die Schlacke in den Bessemerbirnen ähnlichen Apparaten mittelst hindurchgepresster Luft behandelt werden, es kann auch die Schlacke in rotierenden Trommeln mit der Luft in Berührung gebracht werden ; wesentlich ist in jedem Fall, dass das gselmolzene Gut in flüssigem Zustande mit Sauerstoff, bezw. sauorstoffhaltigen Gasen in Berührung gebracht wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorfahren zur Herstellung vor) Ccmect, dadurch gekennzeichnet, dass die in bekannter Weise rcduciercnd oder oxydativ niedergeschmolzenen Rohmaterialien in flüssigem
Zustande mit Sauerstoff, bczw. sauerstoff haltigen Gasen behandelt werden.
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