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Blasinstrument mit Kesselmundstück und mehreren Zügen, die teleskopartig übereinander geführt sind.
Für die Wiedergabe der Trompetenstimmen, wie sie die alten Meister, insbesondere Bach, geschrieben haben, kommt es darauf an, dass die Töne vom c bis zum e diatonisch als freie Naturtöne intonieren.
Um das zu erreichen, ist nach Massgabe des Deutschen Patentes Nr. 258819 die dort bekannt gewordene Mensur dahin geändert, dass die Verbindung, - dort mit III bezeichnet - und die durch sie verbundenen dritten Rohre in Wegfall gebracht und, wie in der beiliegenden schematischen Fig. i dargelegt, zu einem sogenannten Vierzug mit entsprechender Verkürzung der einzelnen Rohrabschnitte in der Weise umgelegt sind, dass die die Umbiegungen enthaltenden Rohre gleichmässig fortlaufend im Querschnitt zu nehmen und in dieser Anordnung zum Schalltrichter fortgeführt werden, wie die durch I bis IX kenntlich gemacht.
Fig. 2 zeigt das Instrument in D mit seinem langausladenden Schallstück, Fig. den Schnitt a-b, nach welchem die Rohre I bis V durch die Stützen 1, 2, 3,4 derart parallel nebeneinander verbunden sind, dass 1-II, 11-III, 111-IV und IV--V zusammengleiten. Die Rohre VI stellen einen angeschlossenen Nebenbogen dar, welch letzterer zur genauen Einstimmung berechnet ist, während der Zug I-V zur Regelung des unreinen f und zur Erreichung der Chromatik dient. Die einzelnen Rohrstücke sind mit den Umbiegungen durch die Zwingen I abis 8 a, der ganze Zug und Nebenbogen durch die Stützen d e, f am Schall- rohr festgehalten ; b ist eine Handhabe zur Auf-und Abwärtsbewegung des Zuges.
Der Nebenbogen VI wird durch den zylindrischen oder konischen Bogen VII in die Schallröhre übergeführt ; c ist eine am unteren Ende angebrachte Wasserklappe, a eine in der Buchse g laufenden und durch ein Rohr al geschützte Gleitstange zur Verhinderung des Kippens und Herausfallen des Zuges, i und h sind Anstossfedern.
Wichtig für eine reine Intonierung ist die Fortführung der teleskopischen Mensur VIII-IX bis zum Schallbecher die in ihren einzelnen Abschnitten so gehalten ist, dass der Trompetencharakter gewahrt bleibt. Durch IX ist der Schallbecher 1 abnehmbar und an der Stelle der z. iraffierten Linien zwecks feinster Einstellung verschiebbar.
Diese vorliegende Anordnung gibt beispielsweise ein Instrument in D ; andere Stimmungen sind durch entsprechende Ve. kürzung oder Verlängerung der Rohrabschnitte ohne weiteres gegeben, ebenso die Anbringung von Ventilen. Für Bach jedoch ist eine Ventilisierung nicht notwendig, da das in der Zeichnung dargestellte Instrument alles von ihm für Trompete geschriebene in einer merkwürdig einfachen Weise und Leichtigkeit und noch nicht gehörter Klangschönheit wiedergibt. Unter anderen auch alle Naturtriller, die durch das leichte Anspringen der freien Töne ganz automatisch zu erbringen sind.
Im vorstehenden wird ein Instrument beschrieben, an dem die Anbringung von Ventilen nicht für unumgänglich notwendig angesehen wird, da ja alle aliquoten Töne, wie sie J. Seb. Bach schreibt, auf ihm frei intonieren. Um dieses Instrument für den moderen Bläser und die moderne Musik nutzbar zu machen, sind wie die Fig. 4 zeigt, die bekannten teleskopartig verlaufenden Rohre I bis IV mit den Ventilen 11. 12, 13 und ihren Ventil-
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zügen 11 a, 12 b, 13 c, verbunden in der Weise, dass der eine Teile u, vom Mundstück aus gesehen, vor, der andere u1 hinter den Ventilen liegt. Der Teil u ist mittels des Bogens 111 am Ventil 1 angebracht, der andere u1 durch die Krümmung s am Ventil 3, um beim Ausziehen ein Ausweichen am Schalltrichterrand zu ermöglichen.
Beide Teile it und Ifl sind parallel zur Achse der Ventile gelegt, u in der Richtung des Pfeiles der schematischen Übersicht wegen von hinten nach vorn senkrecht zu ihr in die Ebene gedreht.
Das Rohr IV geht in den Schalltrichter T-T über, der in der allgemein üblichen Art nach links gebogen ist.
Da die durch die Ventile getrennten Teleskope u, u1 zwei Züge in U-Form darstellen, die durch die Umbiegungen cl, c2 eng nebeneinander liegen, so ist jede beliebige Einstellung auf tiefere Stimmungen hierdurch ermöglicht. Steht das Instrument beispielsweise in der Grundstimmung D, so kann man auf Des, C. H, B und A vertiefen.
Durch Drücken auf die Ventile ergeben sich weitere Kombinationstonarten, wie durch das Halbtonventil 2 zunächst as, wenn auf die tiefste Stimmung A eingestellt wird, durch
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und durch 13 und 11 Es so dass alle Tonartenklangfarben von 12 Tonarten erhältlich sind mit allen ihren aliquoten Tönen und jedesmal mit einer frei intonierenden diatonischen Tonleiter bis zum c, d, des usw. Bei den Tonarten von D bis A bläst der Bläser wie auf jeder anderen Ventiltrompete, das Blasen aus As bis Es, jedoch erfordert besonderes Studium.
In dieser Anordnung bietet das Instrument viele Vorteile, die sich die Bläser zu nutze machen können ; sie haben jede gewünschte Klangfarbe, vergrösserten Tonumfang in Höhe und Tiefe, überraschend leicht ansprechende Höhe mit völliger Reinheit in der Stimmung und eine Fülle neuer Klangerscheinungen, wie unter anderen die Naturtriller, die sich von selbst ergeben und durch blosse Vibration des Instrumentes zu erbringen sind.
Ferner bietet diese in der Zeichnung ersichtliche Konstruktion die Möglichkeit, alle anderen Blechblasií1strumente tonlich zu verbessern, wobei das Verhältnis der einzelnen Rohrlängen zur Länge des Schalltrichters in ein entsprechendes Verhältnis zu setzen ist.