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Vorrichtung zur geheimen Übermittlung von Nachrichten durch Lichtsignale.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, die dazu dient, durch Lichtsignale Nachrichten geheim zu übermitteln, so dass also nur ein mit einer gewissen Erkennungsvorrichtung aus- gerüsteter Beobachter, nicht aber jeder beliebige, von den Signalstrahlen Getroffene die
Nachrichten ablesen kann. Bei der neuen Vorrichtung werden in den Gang der Strahlen einer während der Nachrichtenaussendung beständig leuchtenden Lichtquelle abwechselnd nach einem vereinbarten System zwei zwar gleich gefärbte, in Hinsicht auf die von ihnen absorbierten Teile des Spektrums aber voneinander verschiedene Stoffe gebracht.
Ein
Beobachter, der mit einer Vorrichtung ausgerüstet ist, die den Absoiptionszustand der
Lichtquelle zu erkennen erlaubt (mit einem Spektroskop oder einem Absorptionsfilter), kann die Nachricht ablesen, während ein Beobachter, der ohne ein derartiges Hilfsmittel beobachtet, nicht einmal merkt, dass eine Nachricht übermittelt wird. Dem Signalsystem mag z. B. das Morsesche Alphabet zugrunde liegen, so dass also das Wirken des einen
Stoffes den Punkten und Strichen, das andere den Zwischenräumen zwischen diesen ent- spricht. Gegebenenfalls mag man auch mehr als zwei Stoffe verwenden, z. B. drei, etwa um das Wirken des einen einen Punkt, das des zweiten einen Strich und das des dritten einen Zwischenraum bedeuten zu lassen. Als absorbierende Stoffe können Gläser oder
Lösungen dienen ; besonders zweckmässig sind Didymgläser oder Didymlösungen, da sie nahezu farblos sind.
An die Stelle des einen der Stoffe kann eine das Licht zum Teil ab- blendende Vorrichtung, z. B. ein. Gitter, treten, sofern von dem anderen Stoff nicht die Farbe, sondern nur die Helligkeit des ausgesandten Lichtes so stark beeinflusst wird, dass sich diese Beeinflussung auch einem ohne besondere Hilfsmittel ausgestatteten Beobachter kenntlich machen könnte. Es kann der eine der Stoffe sogar ganz fehlen, sofern durch den anderen Stoff die Farbe und die Helligkeit des ausgesandten Lichtes nur so wenig beeinflusst wird, dass sich diese Beeinflussung einem ohne besondere Hilfsmittel ausgestatteten Beobachter nicht kenntlich macht.
Gegenüber der durch die deutsche Patentschrift Nr. 49916 bekannt gewordenen Vorrichtung bietet die Erfindung den Vorteil, dass es bei ihr keines Bandes bedarf, das den zu übermittelnden Zeichen entsprechend gelocht ist. Die Vorrichtung nach Fig. 6 der englischen Patentschrift Nr. 9129 A. D. 1903, bei der mit polarisiertem Lichte gearbeitet wird, hat gegenüber den neuen Vorrichtungen den Nachteil, dass durch die Polarisation unvermeidlich ein starker Lichtverlust eintritt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der neuen Vorrichtung dargestellt ; Fig. i ist ein Längsschnitt, Fig. 2 ein Querschnitt.
An einem Scheinwerfer a ist an dessem Rande a, mit Klammern a2 der eigentliche Geber befestigt. Dieser besteht aus einem Rohr b, in dem in einer durch Schrauben c verstellbaren Fassung d ein Kondensor e angeordnet ist, der das Licht der Lichtquelle a, des Scheinwerfers konvergent macht. In einem Deckel bo ist in einem verschiebbaren Rohr. f eine Zerstreuungslinse g angeordnet ; durch eine axiale Verschiebung dieser Linse lässt sich die Streuung des Scheinwerfers ändern. Ein Rahmen h ist mit einem Drehzapfen ho in einem Ansatz io eines Lagerstückes i gelagert. Dieser Rahmen ist mit einem Stift k aus-
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gerüstet, der in einer Taste ko endigt und wird durch eine in der Zeichnung nicht dargestellte Feder beständig aufwärts gedrückt.
Drückt man auf die Taste ko, so schwingt der Rahmen h um seinen Drehzapfen ho abwärts. Innerhalb dieses Rahmens sind zwei Stoffe von verschiedenartiger spektraler Absorptionsfähigkeit angeordnet, z. B. eine gewöhnliche
Glasplatte i und eine Didymglasplatte l,. Diese beiden Gläser haben gleiche Färbung, so dass, wenn in den Strahlenkegel durch Heben und Senken des Rahmens h abwechselnd die gewöhnliche Glasplatte und die Didymglasplatte eingeführt werden, das blosse Auge diesen Wechsel überhaupt nicht erkennen kann.
Wird das von einem solchen Geber ausgestrahlte Licht aber durch ein Spektroskop betrachtet, so macht sich der Wechsel dadurch kenntlich, dass bei der gewöhnlichen Glasplatte ein reines Spektrum, bei der Didymglasplatte l2 aber ein Spektrum mit den Absorptionsstreifen des betreffenden Didymglases sichtbar ist. Erfolgt der Wechsel der beiden Körper durch Druck auf die Taste ko nach einem vereinbarten System, z. B. nach dem Morseschen Alphabet, so ist mithin der Empfänger in der Lage, diese Nachrichtenvermittlung deutlich zu erkennen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
EMI2.1
spektrale Absorptionsfähigkeit besitzende Stoffe so verstellbar angeordnet sind, dass sie abwechselnd in den Strahlengang der Lichtquelle gebracht werden können.