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Einrichtung zum Giessen von mehrschichtigem Stahl.
Bei der Herstellung von mehrschichtigen Stahlgussstücken in Formen, die durch
Scheidewände geteilt sind, zieht sich der in flüssigem Zustande in die Form eingegossene
Stahl bei seiner Abkühlung zusammen, während die mit dem heisseren Stahl in Berührung gelangende Scheidewand sich ausdehnt.
Wenn nun, wie dies bisher üblich ist, die Scheidewand ihren Dimensionen nach der Form, in welche sie eingesetzt ist, genau entspricht, so wird beim Abkühlen des Stahles unvermeidlich ein Abreissen der Stahlschichten an der Stelle der Scheidewand stattfinden, während letztere selbst an den Stellen a, a (Fig. I) aus der Umfläche des Gussstückes heraustreten und letzteres dadurch verderben wird. Noch fühlbarer wird dieser Übelstand in Fällen, wo die Scheidewände in Vertiefungen eingreifen, die in den Innenflächen der Form für diesen Zweck vorgesehen sind. Um diesen Übelstand zu beseitigen, werden gemäss vorliegender Erfindung Scheidewände von kleineren Dimensionen, als der Form entsprechen würde, benutzt, so dass die Scheidewände, z.
B. b in Fig. 2, -die Seitenwände der Form nicht berühren und ein Zwischenraum d (Fig. 2), der zweckmässig nicht weniger als i mm betragen soll, zwischen den Enden der Scheidewände und der Formwand verbleibt.
Die Scheidewände müssen ferner eine bestimmte Dicke, je nach der Temperatur des
Stahles und dem Querschnitt des Gussstückes, besitzen, da bei nicht entsprechender Dicke der flüssige Stahl entweder die Scheidewand zerschmilzt und sich mit dem benachbarten
Stahl vermischt oder bei zu bedeutender Dicke der Scheidewand sich mit dem Stahl nicht verschmilzt, so dass das Gussstück keine physisch einheitliche zusammengeschmolzene Masse darstellen würde. Zur Erzielung einer physisch einheitlichen zusammengeschmolzenen Masse ist es daher erforderlich, dass die Dicke der Scheidewand oder Scheidewände nicht weniger als I % und'nicht mehr als 3-8 /o vom Querschnitt des Gussstückes beträgt.
Als eine nachteilige Erscheinung bei der Herstellung von mehrschichtigen Gussstücken ist nun das Nichtzusammenschmelzen der Enden der Scheidewand anzusehen. Diese Erscheinung findet nicht nur darum statt, weil die Scheidewand sich bei ihrer Erwärmung ausdehnt und aus den Umrissen des Gussstückes, wie in Fig. I gezeigt, heraustritt, sondern auch darum, weil an dieser Stelle die grösste Abkühlung des flüssigen Metalls stattfindet, dessen Wärme sowohl von der Scheidewand als auch von der Formwand absorbiert wird. Zwecks Erzielung befriedigender Gussstücke wird gemäss vorliegender Erfindung die Dicke der Scheidewand an den der Formwand benachbarten Stellen verringert, was durch Abhobeln der Enden oder durch Walzen unter entsprechendem Winkel erfolgen kann. In Fig. 2 bezeichnen c, c die verjüngten Enden der Scheidewand b.
Bei einer solchen Form wird die sich mit dem flüssigen Metall in Berührung befindliche Scheidewand frei ausdehnen, jedoch aus den Umrissen des Gussstückes nicht heraustreten, wobei sie zufolge der Zuschärfung an den Rändern c, c, trotz der an diesen Stellen stattfindenden energischen Abkühlung, Zeit haben wird, sich mit dem flüssigen Stahl ganz zu verschmelzen.
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dass einem Austreten der Scheidewände aus dem Umrisse des Gussstückes in allen Fällen vorgebeugt wird,
Was'jedoch die konzentrischen mehrschichtigen Gussstücke betrifft, so bleiben auch hier dieselben Erwägungen gültig, d. h.
die Scheidewand darf keine geschlossene krumme oder gebrochene Fläche bilden, sondern muss derart gekrümmt sein, dass die Enden der umgebogenen Scheidewand aneinander gleiten können, damit beim Abkühlen des Gussstückes die Scheidewand sich frei deformieren kann, da sonst im Gussstücke innere Risse oder Rupturen entstehen würden.
Aus diesem Grunde sind der Erfindung gemäss die Scheidewände bi (Fig. 3) derart gebogen, dass sich deren Enden mit einem geringen Zwischenraum à1 überlappen.
PATENT-ANSPRÜCHE : I. Einrichtung zum Giessen von mehrschichtigem Stahl in Gussformen, die durch Scheidewände in Kammern geteilt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheidewände die Seitenwände der Form nicht berühren und ein Zwischenraum von nicht weniger als i MM zwischen beiden Wänden verbleibt.