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Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aller Art aus reinem Holzstoff ohne Zusatz von
Bindemitteln.
Die aus Naturholz gefertigten Gebrauchsgegenstände haben den Nachteil, dass sie häufig durch. Austrocknen Risse bekommen, da, wie allgemein bekannt, das Holz noch jahrelang arbeitet und ferner die Gegenstände in ihrer Festigkeit von der Faserrichtung des Holzes abhängig sind, was sich namentlich beim Nageln hölzerner Gegenstände durch Abplatzen in der Faserrichtung u. dgl. unangenehm bemerkbar macht. Ferner ist der Härtegrad des Holzes in einem Baumstamm je nach der Entfernung von der Mittelachse desselben verschieden.
Es ist zwar bereits bekannt, aus Zellstoffmasse, der keinerlei Bindemittel zugesetzt ist, einen festen Körper, das sogenannte Zellulith, durch langsames Verdampfen des in der Masse enthaltenen Wassers in erwärmten Räumen herzustellen. Nach diesem Verfahren wird Holzzellstoff 40 bis I50 Stunden lang im Holländer gemahlen, bis keine Spur der Faser übrig bleibt, worauf die Masse noch gekocht wird, um die Luft auszutreiben. Der erhaltene Körper ist von horn-oder steinartiger Beschaffenheit und hat ein spezifisches Gewicht von ruz
Das vorliegende Verfahren unterscheidet sich hiervon dadurch, dass gewöhnlicher Holzstoff unmittelbar, ohne dass er gemahlen oder gekocht wird, durch eine besondere Vorbehandlung zu Gebrauchsgegenständen beliebiger Art geformt wird.
Im Gegensatze zu den oben beschriebenen bekannten Verfahren wird gemäss der Erfindung kein Endprodukt von horn-oder steinartiger Beschaffenheit, sondern ein solches von holzartiger Beschaffenheit erzielt, dessen spezifisches Gewicht je nach der besonderen Behandluug des Stoffes o'z bis o 8 ist, so dass die erhaltenen Körper viel leichter sind, als die mit dem bekannten Verfahren erzielten Körper. Ein weiterer wesentlicher Unterschied besteht darin, dass gemäss vorliegender Erfindung die Masse nicht faserlos ist, sondern gerade durch das Zusammenfilzen der Fasern eine Bindung erreicht wird, während das bei dem bekannten Verfahren durch Zusammenkleben der faserlosen Masse geschieht.
Dadurch, dass bei dem vorliegenden Verfahren das langwierige Zermahlen der Masse wegfällt, wird nicht nur an Arbeitskraft und Zeit gespart, sondern es werden auch die beim Zermablen eintretenden Verluste vermieden.
Es ist ferner schon bekannt aus fertigem, d. h. gekochtem Holzstoff Gegenstände von filzartiger Beschaffenheit herzustellen, indem dem Holzstoff nach dem Formen durch Vorpressen ein Teil seines Wassergehaltes entzogen wird und hierauf die Gegenstände in einer Trockenstube getrocknet werden. Im Gegensatze hierzu werden die Gegenstände gemäss vorliegender Erfindung aus frischem Holzstoff geformt, der nicht gekocht oder sonstwie vorbehandelt worden ist, weshalb auch die Struktur in dem Endprodukt eine andere ist als bei dem vorbekannten Verfahren.
Die Gebrauchsgegenstände werden je nach Art und Verwendungszweck gemäss der Erfindung aus verschieden verarbeitetem Holzstoff hergestellt. Hierbei hat man zwischen weichen, porösen, eventuell elastischen, sowie harten, resonanzfähigen Gegenständen zu unterscheiden. Die Herstellung geschieht in beiden Fällen aus demselben Material, und zwar aus reinem frischen Holzstoff ohne Zusatz eines Bindemittels und unterscheidet sich nur
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Zwecks Herstellung weicher poröser Gegenstände wird der frische Holzstoff so weit ausgepresst, dass er, wenn man ihn mit der Hand zerdrückt, in kleine Klumpen zerfällt.
Diesen so entwässerten Holzstoff bringt man in die gewünschte Form und entzieht ihm in derselben in an sich bekannter Weise durch Pressen einen weiteren Teil seines Wassergehaltes, worauf man den Rest des Wassers unter Anwendung von Wärme verdunsten lässt. Die in dem Holzstoff enthaltenen Säfte, wie Harz u. dgl., verbinden die Holzfasern fest zu einem homogenen Gebilde, welches die Festigkeit des Holzes noch übertrifft und sich beliebig bohren und nageln lässt. Will man die Elastizität solcher Gebrauchsgegenstände noch erhöhen, so setzt man dem nach der zuerst angegebenen Methode zum Teil entwässerten Holzstoff etwas vollständig ausgetrockneten und zerkleinerten Holzstoff zu, welches Gemisch dann weiter, wie oben angegeben, verarbeitet wird.
Auf diese Weise hergestellte Gegenstände zeichnen sich durch grosse Elastitizät und schlechte Wärmeleitung aus, welch letzterer Umstand namentlich für Bienenkörbe und sonstige hauswirtschaftliche Gegenstände von Wert ist.
Eine zweite Art von Gebrauchsgegenständen erfordert jedoch statt der elastischen eine feste Konsistenz. Zur Erzielung dieser letzteren muss man wie folgt-verfahren ; Frischer nasser Holzstoff, so wie er von der Reiss-oder Mahlmaschine kommt, wird in die gewünschte Form gebracht und ihm nur zu einem geringen Teil das Wasser entzogen, und zwar so viel, dass er nicht abbröckelt. Alsdann wird der Gegenstand unter Anwendung von Wärme durch Verdunstung vollständig ausgetrocknet. Nach diesem Verfahren hergestellte Gebrauchsgegenstände haben die Eigenschaft, dass sie ohne Zusatz von Bindemitteln sehr fest und hart werden. Hierbei schrumpfen die Gegenstände um etwa ein Fünftel ihres Volumens. Nach diesem letztgenannten Verfahren lassen sich nicht nur mittels Modellieren oder Anformen Figuren, Ornamente, sondern auch Resonanzböden für Musikinstrumente, wie z.
B. alle Streichinstrumente, ferner Resonanzböden für Klaviere, Kasten für Zithern, Guitarren, Spieldosen und sonstige Musikinstrumente bauen. Da die Gegenstände trotz ihrer grossen Festigkeit leichter ausfallen, als solche aus Naturholz, so eignet sich dieses Verfahren ohne weiteres zur Herstellung von künstlichen Gliedmassen, Kegeln für Kegelbahnen, ferner zur Erzeugung aller bisher aus Holz geschnitzten Gegenstände, wie Aschbecher, Wandteller,
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Herstellung von Dekorationsgegenständen für Theater und Bekleidung von Kuppeln. Bei Gegenständen, wo es auf besondere Festigkeit ankommt, wie bei Luftschrauben für Flug- zeugey können die Gegenstände, auch nachträglich mit einem Metallüberzug, sei es auf galvanischem Wege, sei es durch Beschlagen, versehen werden.
Es ist bereits bekannt, dem Holzstoff durch Pressung das Wasser zu entziehen. Auch ist es bei Herstellung von Gegenständen aus Holzstoff, dem andere Stoffe, unter anderem
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den angegebenen Verfahren entweder weiche, poröse bzw. elastische und harte, resonanzfähige Gegenstände hergestellt werden können.
Als besonderes Beispiel für die vielseitige Anwendungsmögl chkeit des neuen Verfahrens sei nachfolgend die Herstellung von Musikinstrumenten beschrieben :
Frischer, noch nicht verfilzter Holzstoff, bei welchem die Fasern noch frei liegen, wird in nassem Zustande in die gewünschte Form gebracht und ihm durch Pressung ein Teil des Wassers entzogen, wonach er durch Wärme vollständig ausgetrocknet wird. Um das Reissen der Masse beim Trocknen zu vermeiden, kann man den Kern vor dem vollständigen Trocknen der Masse herausnehmen, damit die Form schrumpfen kann. Nach. diesem Verfahren hergestellte Streichinstrumente zeichnen sich durch hohe Resonanzfähigkeit, schönen Klang und grosse Festigkeit aus. Die Platten bzw. der ganze Geigenkörper kann beliebig dünn hergestellt werden und es entfällt daher das mühselige Schnitzen von Hand.
Das feste. Gefüge der auf diese Weise hergestellten Gegenstände erklärt sich durch die im frischen Holzstoff enthaltenen Harze. Es erübrigt sich also jeglicher Zusatz eines Bindemittels.
Unbenommen bleibt es natürlich, eventuell nach Belieben noch andere Stoffe hinzuzusetzen oder die Gegenstände mit denselben zu tränken oder anzustreichen. Um das nachtägliche Verziehen z. B. nach obigem Verfahren erzeugter Musikinstrumente zu vermeiden, wird man dieselben mit einer für Wasser undurchlässigen Schicht überziehen.
Bei der praktischen Ausführung kann der Kern auch in einzelne Teile zerlegbar
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gegenstandes herausnimmt.
Was die Herstellung der Gegenstände selbst betrifft, so wird z. B. bei Herstellung von Platten die Oberfläche mit hygroskopischen Walzen oder Flächen behandelt, welche zum Teil die Feuchtigkeit aufnehmen und das Aufkleben der nassen Formmasse an den Walzen verhindern. Zweckmässigerweise verwendet man hierbei mit Stoff überzogene Walzen oder
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Flächen, welche die Bildung von Vakuum zwischen der Formmasse und der Walzenfläche und somit das Ankleben des Holzstoffes verhindern.
Das Trocknen der Gegenstände kann in beliebiger Weise erfolgen, z. B. durch warme Luft oder aber mittels Flüssigkeiten, die einen höheren Siedepunkt als Wasser haben, z. B. Öl, Firnis usw. Die Öle werden erhitzt und die Holzgegenstände hineingetaucht. Durch die hohe Temperatur der Öle verdampft das Wasser. Bei manchen Gegenständen wird es sich empfehlen, die Trocknung mittels Alkohols vorzunehmen.
Um nach diesem Verfahren eine elastische Masse herzustellen, die man zu Anfertigen von Formen, zum Füllen von Pneumatiks usw. verwenden kann, mischt man die Holzfasern mit Gelatine, Leim oder Gummi, wodurch man nach Erstarren eine sehr gute elastische Masse erhält. Ebenso kann man die Masse mit Metall durchsetzen, und zwar entweder in noch weichem Zustande, indem man die Metallgegenstände in die Masse einfügt ; oder aber man kann Verzierungen bzw. Metallteilchen in die schon erhärtete Masse einbringen durch Hineinschlagen. Vorzugsweise wird die harte Masse an den Stellen, wo Metallteile hineingeschlagen oder hineingepresst werden sollen, künstlich durch Flüssigkeiten weich gemacht.
Nach Erhärten wird die ganze Fläche, also das Holz mit dem Metall abgeschliffen und eventuell poliert. Auf diese Weise erzielt man Gegenstände mit Metalleinlagen, die eine sehr schöne Wirkung ausüben.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Verfahren zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen aller Art aus reinem Holzstoff ohne Zusatz von Bindemitteln, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände von weicher, poröser oder elastischer Beschaffenheit aus frischem Holzstoff, dem ein Teil der Flüssigkeit in bekannter Weise durch Vorpressung entzogen worden ist, und die Gegenstände fester Konsistenz aus nassem, frischem Holzstoff geformt werden und bei beiden der Rest der Feuchtigkeit nach der Formung in an sich bekannter Weise unter Anwendung von Wärme entzogen wird.
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