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Bremsvorrichtung für künstliche Glieder.
Gegenstand der Erfindung pst eine Bremsvorrichtung für künstliche Glieder zum Zwecke der vorübergehenden Feststellung bzw. verlangsamten Gelenkbewegung des einen Gliedabschnittes gegen den benachbarten, z. B. des Oberschenkles gegen den Unterschenkel, wobei die Anordnung so getroffen ist, dass diese Bremsung nur nach der einen Richtung, z. B. der Beugung, erfolgt, während die entgegengesetzte, die Streckung, frei bleibt, und wobei ferner, im Gegensatz zu den meisten der'bereits bekannten derartigen Einrichtungen, die
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(im Beispiel Beugung) selbst, so dass sie bei jeder Beugung usw. eintrete, wenn dies nicht durch eine Feststellvorrichtung verhindert würde, die nun ihrerseits wieder entweder durch Belastung des Gliedes oder auf eine beliebige andere Weise ausgelöst werden kann.
Das hat den Vorzug, dass erstens schon geringe Belastung volle Bremsung auslösen kann, zweitens aber auch, dass das unbelastete Glied, wenn dies wünschenswert erscheint, durch jede Vorrichtung fixiert werden kann, die zur Auslösung der Feststellvorrichtung geeignet ist. So geschieht dies im Beispiel in einer unbelasteten Phase des Ganges durch das Beharrungsvermögen eines pendelartig an der Anetierung angebrachten kleinen Gewichtes.
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung.
Die Bremsung wird dadurch bewirkt, dass, wie in Fig. i, ein von einem Gliedabschnitt durch den zweiten Gliedabschnitt u in den ersten Abschnitt zurücklaufendes Band b in diesem zweiten Abschnitt bogenförmig um einen drehbaren Block d o. dgl. geführt wird, dessen stark exzentrische Achsenlagerung a es bewirkt, dass beim Vorbeigleiten des Bandes in der Richtung von k nach v der Block gekippt und dadurch gegen ein Widerlager 1RJ
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immer stärkerer Kippwirkung des nun nicht mehr gleitenden Bandes, rasch steigert, während beim Durchleiten des Bandes in entgegengesetzter Richtung keine derartige Kipp-und Bremswirkung eintreten kann.
Damit die Bremswirkung nicht stets beim Durchgleiten des Bandes von h nach v eintritt, sondern nur dann, wenn dies wünschenswert ist, wird sie durch die Feststellvorrichtung r (Fig. 2) solange daran verhindert, bis deren Auslösung erfolgt.
In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt, ein sogenanntes Bremsknie. Fig. 3 zeigt den senkrechten Durchschnitt von vorn nach hinten. Fig. 4 links den senkrechten frontalen Schnitt x-x' (von rechts nach links), rechts den Schnitt nach y-y'.
, In der in Fig. 3 dargestellten unbelasteten Lage kann die Bremsung durch Kippung des auf der Achse a drehbaren Blockes b nicht in Tätigkeit treten, wenn das Knie gebeugt wird und infolgedessen das Band b von hinten nach vorn um den Block gleitet. Die Bremsung wird, wie in Fig. 2 durch die Feststellvorrichtung r verhindert, die gegen die mit dem
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Achse c in den kurzen Schlitten s der sie tragenden Schienenenden nach oben, die starken Federn f und zugleich die schwache Feder f'der Feststellvorrichtung zusammendrückend
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wobei das Band von vorn nach hinten um den Block gleitet, wird, wie ersichtlich, durch die Auslösung der Feststellung nicht beeinflusst.
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Einer anderen Art der Auslösung dient der an v befestigte mit dem Gewichte g beschwerte Pendelfortsatz p. Wenn das unbelastete Bein nach dem Abstoss von der Erde nach vorn geschwungen wird, so wird diese Bewegung für den Unterschenkel durch Eintreten der völligen Streckung im Kniegelenk (oder durch Spannung eines diese völlige Streckung beschränkenden Bandes, das hinter n vom Oberschenkel zur Ferse läuft) plötzlich gebremst.
Das Gewicht g re : sst dann durch sein Trägheitsmoment das Pendel p nach vorn, r nach unten*, K wird frei und das Bein wird, wenn der Unterschenkel nun in Beugung zurücktreten will, in der Luft gebremst. Dies ist in Verbindung mit dem erwähnten Fersenzug wichtig für die Erreichung eines natürlichen Ganges. Hört mit der Beanspruchung des Beines auf Beugung die Kippung des Blockes auf, so richtet ihn die Feder wieder auf, die Nase tritt zurück und die Feststellvorrichtung schnappt ein.
Durch Stellen der Regulierungsschraube seit kann die Kippung des Blockes beschränkt und dadurch eine unvollkommene Bremsung mit langsamem Durchleiten des Bandes bei ausgelöster Bremse, wie es z. B. für Doppelamputierte wünschenswert ist, erreicht werden.
Es wäre möglich, für das Kniegelenk und für andere Gelenke, z. B. das Ellbogengelenk, zwei derartige, gekreuzt angeordnete Bremsblöcke mit Bändern anzubringen, so dass sowohl Beugung wie Streckung nach Belieben entweder gleichzeitig gebremst, oder nur eine von ihnen gebremst, oder beide frei sein können.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Feststell-und Bremsvorrichtung für künstliche Gliedmassen, speziell für das Knie, dadurch gekenzeichnet, dass das von-einem Gliedabschnitt durch den benachbarten geführte Band (Riemen, Gelenkkette) bogenförmig um einen im zweiten Abschnitt exzentrisch auf-
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den Block Ad) kippt, gegen ein Widerlager (w) drückt und dadurch das Band zwischen Block und Widerlager festklemmt, während das Gleiten in entgegengesetzter Richtung keinen Bremseffekt auslöst.