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Verfahren bei der Durchführung von Reaktionen zwischen festen Körpern oder festen und gasförmigen Körpern oder beim Trocknen oder anderweitiger Behandlung in Staffelöfen oder ähnlichen Apparaten.
Bei der Durchführung von Reaktionen zwischen festen Körpern oder festen und gas- förmigen Körpern oder beim Trocknen. (oder ähnlicher Behandlung) von Stoffen in Form von Pulver oder Stücken in Öfen mit Fächern, durch welche das Gut absatzweise'gefördert wird, wurde bisher derart ve fahren, dass in den Fächern hingeführte Rühr-und Vorschubwerkzeuge, welche einen Teil des Gutes in das nächst darunterliegende Fach herabführen, der Reihe nach bewegt werden, wobei das zu oberst gelegene Werkzeug zuerst bewegt wird. Nach diesem arbeitet z. B. das österr. Patent Nr. 51466. Dieses Verfahren bringt den erheblichen Nachteil mit sich, dass das Gut von dem zugehörigen Fach früher weggeschafft wird als erforderlich ist und dass infolgedessen eine grosse Anzahl Fächer verwendet werden muss.
Dieser Übelstand wird durch die vorliegende Erfindung beseitigt, gemäss welcher die absatzweise Bewegung der Werkzeuge bei dem zu unterst gelegenen Werkzeug anfängt und dann nach oben von Fach zu Fach fortschreitet. Das Gut bleibt so eine längere Zeit in einem Fach, bevor es in das nächstfolgende Fach herabgelangt.
Zwecks Veranschaulichung der Erfindung zeigt die Zeichnung einen Staffelofen im lotrechten Schnitt mit Rühr-und Vorschubwerkzeugen.
Der Ofen hat eine Anzahl von Fächern 1 bis 9 mit zugehörigen Rühr-und Vorschubwerkzeugen 10 bis 18 mit Zinken o. dgl., deren Stiele aus dem Ofen herausreichen und mit einem geeigneten Antrieb verbunden sind, so dass die Werkzeuge eines nach dem anderen hin und her bewegt werden können. Das Gut wird durch eine Öffnung 19 und das Gas durch dieselbe oder gegebenenfalls eine andere Öffnung 20 in den Ofen eingeführt. Wenn der Ofen im Betrieb ist, ist Gut auf allen Fächern 1 bis 9 ausgebreitet. Nach vorliegender Erfindung werden die Werkzeuge nun derart angetrieben, dass zunächst das unterste Werkzeug 10 im Fach 1 hin und herbewegt wird, wobei es das Gut umrührt und einen Teil desselben aus dem Fach in einen Entleerungsraum, Wagen o. dgl. schaffen kann. Dann wird das Werkzeug 11 im nächstoberen Fach bewegt.
Das Gut, welches von diesem Werkzeug in das Fach 1 heruntergeschafft wird, bleibt offenbar so lange liegen, bis das Werkzeug 10 wieder in Tätigkeit gebracht wird, was erst dann stattfinden kann, wenn sämtliche Werzeuge gearbeitet haben. Nach dem Werkzeug 11 wird das Werkzeug 12 in Tätigkeit gebracht, so dass das Gut, welches dieses We. kzeug in das Fach 2 herunterschafft, so lange dort verbleibt, bis das Werkzeug 11 wieder in Betrieb gesetzt wird. In derselben Weise werden die Werkzeuge 13 bis 18 nacheinander in Tätigkeit versetzt. Man sieht somit, dass das Gut des Faches eine erheblich längere Zeit in jedem Fache verbleibt als wenn die
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arbeiten sollten, in welchem Falle in ein Fach hinabgeschafftes Gut fast unmittelbar auf das nächstfolgende Fach weitergeschafft wird, falls die Werkzeuge nicht in grossen Zeitabständen betrieben werden.
Durch das Verfahren gemäss der Erfindung erreicht man somit den grossen Vorteil, dass bei derselben Anzahl Fächer derselben Bewegungsfrequenz der Werkzeuge und gleich beschaffenen Werkzeugen wie bei den bisher verwendeten Öfen der angegebenen Art die
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Durchschnittszeit für den Durchgang des Gutes durch den Ofen erheblich verlängert wird und es wird auch verhütet, dass in den oberen Teil des Ofens eingeführtes Gut zum Teil schon, nachdem sämtliche Werkzeuge einmal in Tätigkeit gewesen sind, durch den ganzen Ofen hindurch von oben nach unten geführt werden kann. Falls der Ofen, z.
B. für die Herstellung von Kalziumcyanamid aus Calziumcarbid mit oder ohne Zusätze und Stickstoff verwendet wird, erhält man somit durch das vorliegende Verfahren eine vollständigere ReÅaktion als wenn die Reihenfolge bei der Bewegung der Werkzeuge von oben nach unten eingehalten würde.
Bei der Bewegung der Werkzeuge ist es nicht erforderlich, dass diese in einer ununterbrochenen Reihenfolge von unten nach oben fortschreitet, sondern es können, falls der Ofen z. B. neun Werkzeuge hat, wie die Zeichnung zeigt, zunächst die drei untersten Werkzeuge und dann die drei obersten Werkzeuge von unten gerechnet, in Tätigkeit gesetzt und dann eine Pause gemacht werden, worauf das vierte, fünfte und sechste Werkzeug und dann wieder die drei obersten Werkzeuge in Tätigkeit gesetzt werden. Dieses Verfahren eignet sich für die Behandlung solchen Gutes, bei welchem eine grössere Anzahl Umrührungen im oberen Teil des Ofens als im unteren Teil desselben erforderlich ist, um das Zusammenbacken des Gutes o. dgl. zu verhüten.
Die Häufigkeit oder die Reihenfolge, in der die Werkzeuge in Tätigkeit gesetzt werden, kann verschiedentlich abgeändert werden, man verfährt aber immer derart, dass das tieferliegende Werkzeug früher in Betrieb gesetzt wird als das unmittelbar darüber liegende.
Durch das vorliegende Verfahren kann eine geringere Anzahl Fächer für dieselbe Behandlung des Gutes als bei älteren Öfen oder Apparaten verwendet werden.
Die Erfindung kann bei allen Arten von Öfen und Vorrichtungen Verwendung finden, bei welchen das Gut von einer Unterlage auf eine darunterliegende geschafft werden soll. Die Bewegung der Werkzeuge kann von Hand oder mechanisch bewirkt werden, wobei sie selbsttätig in Betrieb gesetzt werden können. Der Ofen kann durch gewöhnliche Heizung oder auf elektrischem Wege, durch einen oder mehrere Lichtbogen oder durch elektrische Widerstände geheizt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Verfahren bei der Durchführung von Reaktionen zwischen festen Körpern oder zwischen festen und gasförmigen Körpern oder beim Trocknen oder anderweitiger Behandlung von Stoffen in Form von Pulver oder Stücken in Öfen oder Vorrichtungen, die mit übereinanderliegenden Fächern o. dgl. ausgestattet sind, ir welchen ein Teil des Gutes von Fach zu Fach geschafft wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des Gutes von
Fach zu Fach bei dem untersten Fach beginnt und dann nach oben, von Fach zu Fach, fortschreitet, wobei die Fächer in Gruppen unterteilt sein können und die Bewegung des
Gutes in dieser Weise in jeder dieser Gruppen bewirkt wird und hinsichtlich der Gruppen von Fächern in verschiedener Reihenfolge vor sich gehen kann, zum Zwecke, dass das Gut eine längere Zeit in jedem Fach verbleiben soll.