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Förderverfahren für Rohrpostanlagen.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren, bei welchem die Förderung von Gegenständen in Rohrpostanlagen, in einfacher und ökonomischer Weise dadurch erreicht wird, dass an Stelle eines konstanten Luftstromes, wie ihn das Vakuum-, das Druck-und
Saug-und das reine Druckverfahren verwenden, nur mit einzelnen Luftstössen gearbeitet wird.
Handelt es sich zum Beispiel um die Förderung von Büchsen oder Büchsengruppen in einer Rohr-oder Schlauchleitung von annähernd gleichem Durchmesser, so wird der jeweils an der Eintrittsstelle in die Rohrleitung befindlichen Büchse ein Luftstoss in geeigneter Weise erteilt, wodurch die Luft im Zwischen aum bis zur nächsten in der Rohrleitung liegenden Büchse komprimiert und diese vorwärts getrieben wird ;
dadurch wird wieder die Luft im Zwischenraum bis zur zweitnächsten Büchse komprimiert, dieselbe vorwärts getrieben und so pflanzt sich dey an der Eintrittsstelle erteilte Stoss bis zur Mündungsstelle fort, wobei die Zwischenräume zwischen den einzelnen in der Leitung befindlichen Büchsen als Luftpolster dienen. Natürlich wird bei grossen Entfernungen die Intensität des Luftstosses infolge der unvermeidlichen Verluste nach der Mündungsstelle hin immer schwächer, weshalb der an der Eintrittsstelle erteilte Stoss so stark sein muss, dass die vorderste Büchse an der Mündungsstelle gerade noch ins Freie auszutreten vermag.
Das Verfahren eignet sich. wie gesagt, in erster Linie zur Förderung mehr oder weniger gleichartiger Gegenstände (in Hinsicht ihrer äusseren Form) in grossen Massen, wo es nicht auf eine grosse durchschnittliche Fördergeschwindigkeit für jede einzelne Büchse, sondern vor allem darauf ankommt, dass eine grosse Anzahl Büchsen in der Zeiteinheit gefördert wird.
Die oben erwähnten Luftstösse bieten den Vorteil, dass ein gutes Abdichten der Büchsen oder der sogenannten Treiber gegen die Rohrwand nicht erforderlich ist, weil die hinter der Büchse durch den Stoss plötzlich angehäufte Luftmenge nicht so rasch durch die Undichtigkeiten entweichen kann, als dass nicht eine bedeutende Drucksteigerung hinter der Patrone entstünde, welche dieselbe vorwärts treibt. Es ist daher bei dem in Rede stehenden Verfahren nicht nur die Reibung zwischen Büchse und Rohr erheblich herabgemindert, sondern es ist auch möglich, statt der üblichen glatten Rohrleitungen biegsame Rohre oder Schläuche aus Metall oder anderem geeignetem Material zu verwenden, weil die bei diesen vorhandenen Rillen bzw. Ungenauigkeiten in der lichten Weite kein Hindernis für die Funktionsfähigkeit bilden.
Die Verwendung von Schläuchen ermöglicht unter anderem die Herstellung mobiler Anlagen für die Förderung von Munition und Velpflegsartikeln im Felde und im Etappenraume, ferner die Errichtung überseeischer Rohrpostverbindungen (nach Art der überseeischen Kabelverbindungen), ferner Förderanlagen für Speisen in räumlich besonders ausgedehnten Speisesälen u. dgl. m.
Das Luftstossverfahren bietet gegenüber den bisher bekannten Druckluftfördersystemen nicht nur den Vorteil der Kraftersparnis infolge der wesentlich herabgesetzten Reibung in der Rohrleitung, sondern die erforderlichen Druckluftanlagen fallen auch wesentlich kleiner und billiger aus, weil für die gleiche Fördermenge bedeutend geringere Ansaugeleistungen notwendig sind, denen dafür allerdings ein höherer Druck entspricht.
Wenn es sich um die Überwindung besonders grosser Distanzen handelt, wie bei überseeischen Rohrpostverbindungen, dürfte das hier beschriebene Verfahren mit Rücksicht auf die Anlagekosten der Druckluftstation am vorteilhaftesten sein,
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Der Luftstoss kann bei dem in Rede stehenden Verfahren entweder dadurch hervorgebracht werden, dass man Luft durch eine Pumpe oder aus einem Pressluftbehälter in einem Windkessel bis zur Erreichung eines bestimmten Druckes ansammelt und diese hierauf von Hand oder selbsttätig durch ein geeignetes Absperrorgan (Ventil, Hahn o. dgl. m.) unvermittelt hinter eine Patrone in die Rohrleitung treten lässt, oder aber man benützt hiefür Gas, Dampf, eventuell explosive Gemische, die man im geeigneten Moment zur Entzündung bringt ;
auch als Vakuumstoss (namentlich für die Rückbeförderung) kann der
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PATENT-ANSPRÜCHE : I. Förderverfahren für Rohrpostanlagen, dadurch gekennzeichnet, dass in Rohrleitungen beliebiger Art Luft-, Dampf-oder Gasstösse in geeigneter Weise, z. B. durch Kompression,
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