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Spannrolle für Kraftübertragungs-und Transportstahlbänder.
Die Erfindung betrifft eine Anordnung, welche eine Regulierung der Spannung des zu Kraftübertragungs-oder Transportzwecken verwendeten Stahlbandes während des Betriebes durch elektromagnetische Spannrollen oder Spannscheiben ermöglicht.
Mit den bis jetzt bestehenden Ausführungen (mit dem Prinzip der elektromagnetischen Beeinflussung des Stahlbandes von der Führungsscheibe aus) hat die in der Zeichnung ersichtliche Anordnung der zwischen ziehendem und gezogenem Trum schwingend gelagerten Spannrolle das elektromagnetische Prinzip gemeinsam, weist aber diesem gegenüber neue Wirkungen und wesentliche Fortschritte auf.
Eine der neuen Wirkungen bei Anwendung der Elektromagnetspannrolle besteht in der, Dämpfung der Schwingungen sowohl im gezogenen als auch im ziehenden Trum, da die Spannrolle zwischen diesen beiden angeordnet ist. Diese Schwingungsdämpfung, die mit magnetischer Treib-bzw. getriebener Scheibe nicht erreicht wird, ist bei Antrieben mit grossem Achsenabstande (also langen Stahlbändern und Parallelbändertrieben) von grösster Wichtigkeit, da die durch Kraftschwankungen (Stossbetrieb) und Temperaturerhöhung (Bandlängung) hervorgerufenen Bandschwingungen die Lebensdauer der Bänder erfahrungsgemäss sehr ungünstig beeinflussen und bei Jraralleibandern sich die stark schwingenden Hander sehr leicht gegenseitig beschädigen.
Diese schädlichen Merkmale werden durch die elektromagnetischen Spannrollen aufgehoben.
Der wesentliche Fortschritt bei dieser Art Schwingungsdämpfung ist der, dass bei notwendiger Schwingungsdämpfung absolut keine Abnutzung der Bänder sowie auch kein Kraftverlust durch Reibung auftritt, wie dies z. B. bei Magneten mit feststehenden Polen, Blase- magneten oder bei den bis jetzt angewendeten Schwingungsdämpfern (Filzkissen usw. ), die an der Innenseite des Bandes schleifen, der Fall ist, weil die Polflächen der Elektromagnetspannrolle eine rotierende Bewegung in der Laufrichtung des Bandes ausführen können.
Als neue Wirkung ist auch anzuführen, dass eine durch Temperaturerniedrigung herbeigeführte Verkürzung des Bandes den Achsendruck nicht erhöht, da sich der bei Verwendung dieser Spannrolle von vornherein herbeigeführte grössere Banddurchgang (wie er der erforderlichen Vorspannung entsprechen würde) durch Regulieren verringern lässt.
Weiter ist als wesentlicher Fortschritt anzuführen, dass die Vergrösserung des Umschlingungwinkels durch Annäherung des gezog. nen an das ziehende Trum (die an der Stelle des grössten Banddurchhanges durch elektromagnetische Einwirkung der Spannrolle erfolgt), kein so scharfes Abbiegen des Bandes verursacht, wie bei der Vergrösserung des umspannten Bogens durch die magnetische Treib-bzw. getriebene Scheibe. Die Vergrösserung des Umschlingungswinkels bei Anwendung einer oder mehrerer Spannrollen (entsprechend der Kurve des Banddurchhanges) verursacht ein sanftes Abbiegen des Stahlbandes von der Mitte der Spannrolle aus zu den Scheiben hin und erhöht hiedurch gegenüber der bereits bekannten Benutzung von elektromagnetischen Treib-bzw. getriebenen Scheiben, bei denen das Stahlband dicht an der Scheibe scharf abgebogen wird, die Lebensdauer desselben ganz bedeutend.
Ferner besteht ein ganz bedeutender Fortschritt in der Konstruktion und Anwendung der Elektromagnetspannrolle darin, dass durch ihre Anordnung zwischen gezogenem und ziehendem Trum jeder bestehende Riemen-oder Seiltrieb und jede Transportbandanlage ohne kostspieligen Umbau vorhandener Scheiben oder Ersatz derselben durch solche besonderer Konstruktion in einen einwandfrei und sicher arbeitenden Stahlbandantrieb umgewandelt
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werden kann. Dies ist besonders für die Umwandlung bestehender Riemen-und Seiltriebe grosser Kraftübertragungsanlagen von ausserordentlichem Vorteil.
Ferner bleibt durch eventuelles Austauschen einer Spannrolle die Kraftübertragungs-oder Transportanlage selbst unberührt, während der Austausch der bekannten elektromagnetischen Treib-bzw. getriebenen Scheiben eine empfindliche Betriebsstörung nach sich zieht.
Gleichzeitig entfällt durch die Anwendung der nachstehend beschriebenen Spannrolle der bisher zur Herstellung der Adhäsion erforderliche Reibungsbelag, welcher auf die Riemenscheiben künstlich aufgebracht werden musste und durch sein Loslösen oft zu Störungen Anlass gab. Bei Transportbandscheiben für Stahlband wurde der Holzbelag stark verbraucht.
Auch entfällt durch die Anwendung der Elektromagnetspannrolle die bisher trotz der verhältnismässig niedrigen Nutzbeanspruchung notwendige starke Vorspannung des Stahlbandes, welche die Lebensdauer desselben ungünstig beeinflusst. Weiter entfällt auch das zur Ermittlung dieser Vorspannung nötige präzise Messverfahren. Infolge der niedrigen Vorspannung, mit welcher das Stahlband bei Anwendung der elektromagnetischen Spannrolle aufgelegt werden kann, verringert sich der Achsdruck, als Folge eine geringere Abnutzung aller Lager einer solchen Anlage aufweisend.
Die vorliegende Erfindung beseitigt hiemit alle bisher noch dem Stahlbandantriebe anhaftende Mängel. So wird z. B. durch Dämpfung der Schwingungen ohne dabei entstehende Erwärmung und Abnutzung eine gegenseitige Beschädigung der Parallelbänder, ein Rutschen, Ablaufen und damit verbundenes Brechen der Bänder bei Temperaturerhöhung, durch Regulierung der Spannung, entsprechend der jeweiligen Belastung, verhindert.
Die Wartung des Stahlbandantriebes kann leichter wie bisher von Laien ausgeübt werden und wird erst dadurch das Stahlband als einwandfreies Kraftübertragungs-bzw. Transportmittel technisch vervollkommnet.
Die in Fig. i der Zeichnung dargestellte Elektromagnetrolle besteht aus zwei Scheiben A und Al, deren Naben fest aneinander gepresst sind. Auf die Naben der zweiteiligen Scheibe ist eine mit isoliertem Draht bewickelte Spule B aufgeschoben, deren Enden mit Schleifringen C und Ci in Verbindung stehen. Die aus einem schlechten Stromleiter hergestellten Hülsen D und Di isolieren die Schleifringe C und Cl von den aus einem guten Stromleiter (Eisen usw.) hergestellten Scheiben A und A,. Durch die Bürsten'E und Ei erfolgt die Zuführung des elektrischen Stromes in die Spule B, wodurch die Laufflächen Fund FI der Scheiben A und Al nord-bzw. südmagnetisch werden und das Stahlband G anziehen.
Wie Fig. 3 zeigt, kann die oben beschriebene Magnetrolle in einer Gabel H gelagert und die Achse j drehbar-emacht werden. Die Gabel H schwingt um den Drehpunkt K, so dass eine beliebige Annäherung der Magnetrolle an das eine Trum des Stahlbandes G erfolgen kann. Bei
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das ziehende Trum, damit eine Vergrösserung des Banddurchhanges und des Umschlingungwinkels, sowie eine Erhöhung der Bandspannung. Der magnetische Einfluss der Spannrolle verhindert ein Schwingen der Bänder trotz vergrösserten Banddurchhanges. Hiezu können eine
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ausüben.